Stemmen (Landkreis Rotenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Stemmen
Stemmen (Landkreis Rotenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Stemmen hervorgehoben
Koordinaten: 53° 13′ N, 9° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Rotenburg (Wümme)
Samtgemeinde: Fintel
Höhe: 29 m ü. NHN
Fläche: 24,65 km2
Einwohner: 844 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27389
Vorwahl: 04267
Kfz-Kennzeichen: ROW, BRV
Gemeindeschlüssel: 03 3 57 046
Bürgermeister: Reinhard Trau (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Stemmen im Landkreis Rotenburg (Wümme)
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Über dieses Bild

Stemmen ist eine niedersächsische Gemeinde in der Samtgemeinde Fintel und liegt im Osten des Landkreises Rotenburg (Wümme) an der Grenze zum Landkreis Harburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stemmen liegt in einer Auen- und Moorlandschaft und ist ansonsten sehr stark agrarisch geprägt. Im Nordosten befinden sich die Naturschutzgebiete Ekelmoor und Schneckenstiege, zwischen denen die Wümme aus dem Landkreis Harburg kommend nach Südwesten fließt. Mit einer Fläche von 2465 ha ist sie die zweitgrößte Gemeinde der Samtgemeinde Fintel. Gemeindejagdreviere in der Größe von ca. 900 ha und 600 ha sowie eine Anzahl von Eigenjagden stehen unter Verpachtung. Damwild, Schwarzwild sowie Rehwild werden hier regelmäßig in großer Anzahl erlegt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im LK Rotenburg
  • Im LK Harburg

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima ist klassisch norddeutsch mit ausgedehnten beständigen Sommermonaten und z. T. schneereichem Winter. Als Besonderheit ist hervorzuheben, dass das Dorf auf einem Salzstock platziert wurde. Diese geografische Besonderheit sorgt dafür, das viele Regengebiete das Dorf stetig umgehen und in dieser Gemeinde trotz Regenfronten stets sommerliches Wetter herrscht, die auf Acker und Gärten für entsprechende Trockenheit sorgt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Stemmen ist urkundlich erstmals 1250 erwähnt worden und damit die zweitjüngste innerhalb der Samtgemeinde.

Stemmen war 1664 von Hexenverfolgung betroffen: zwei Männer gerieten in Hexenprozesse.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 9 Sitze des Gemeinderates verteilen sich wie folgt:

  • SPD 3 Sitze
  • WG 5 Sitze
  • GRÜNE 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Stemmen besteht aus einem goldenen Schild, das durch ein blaues Wellenband schräg von links oben nach rechts unten geteilt wird. Die obere Hälfte zeigt fünf grüne Eicheln, die untere einen schwarzen Birkhahn. Die fünf Eicheln symbolisieren die Ortsteile Stemmen, Neddervieh, Dreihausen, Stemmerfeld und Rotermoor. Das blaue Wellenband stellt die Ortslage an der Wümme dar. Der Birkhahn bezeichnet die Einbettung des Ortes in die Moorlandschaft am Rande der Lüneburger Heide.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als besondere Bauwerke gelten die vom Heimatverein wiederaufgebaute bzw. renovierten Alte Feuerwehr sowie zwei historische Schafställe. Ein weiterer Schafstall befindet sich ebenfalls im Wiederaufbau.

Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Gewerbebetrieben klassischer Handwerksberufe (Tischlerei, Friseur), Töpferei, Bäckerei und einem Hotel, existiert ein Gewerbepark mit Industrieansiedlung.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den klassischen Veranstaltungen wie Schützenfest und Erntefest gibt es Veranstaltungen wie Weihnachtsmarkt, Umbüddeln und diverse Sportveranstaltungen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Erholung gibt es hier zahlreiche Wochenendhäuser, die jedoch festlangfristig genutzt werden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Stemmen
  • Kindergarten

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Feuerwehr verfügt seit über 100 Jahren über eine eigene Freiwillige Feuerwehr, die ursprünglich aus einer Pflichtfeuerwehr heraus gegründet wurde. Jeder Hof war verpflichtet, ein männliches Familienmitglied der Feuerwehr zur Verfügung zu stellen, um den Brandkatastrophen, die zur Zeit der Strohdächer durch Blitzschlag ausgelöst wurden, Herr zu werden. Wer dies nicht konnte, war zur Zahlung eines Obolus verpflichtet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hierzu gehört der ehemalige Boxweltmeister Max Schmeling, der über viele Jahre als Jagdpächter - zuletzt das Jagdrevier Stemmen B - wöchentlich seinem Hobbby nachging. Eine innige Freundschaft verband ihn mit einigen Einwohnern beim Skat spielen und er war ebenfalls mit dem damals über 18 Jahre amtierenden Bürgermeister Hinrich Peters (* 7. Januar 1924; † 2. April 1989) befreundet. Zwischenzeitlich wurde eine Straße im Gewerbegebiet nach ihm benannt.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hervorzuheben in diesem ländlich erhaltenen Dorf sind die Hofnamen, mit denen die Bauernhöfe in der Vergangenheit gekürt wurden und heute noch Verwendung finden (z. B. Peets Hof, Roans Hof, Hus Hof). Die Hofinhaber können ihren Stammbaum z. T. bis 1350 zurückverfolgen. Die klassische niederdeutsche Umgangssprache (Plattdütsch) wird weiterhin im täglichen Gebrauch gepflegt. Der Birkhahn im Ortswappen war bis Anfang der 1970er Jahre in der Gemarkung vorzufinden, bis er durch den Torfabbau endgültig vertrieben wurde. Zwischenzeitlich haben sich viele andere Tiere wie Kraniche, Afrikanische Nilgänse und der große Brachvogel wieder durch das angrenzende Tister Moor angesiedelt. Waschbär und Enok sind inzwischen ebenfalls anzutreffen. Stemmen hat mehrfach am Schönheitswettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« auf Kreisebene erfolgreich mitgewirkt und gehörte bereits zum Erstplatzierten, was zu einer Teilnahme am Landeswettbewerb geführt hat.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stemmen (Landkreis Rotenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Jürgen Hoops und Heinrich Ringe: mißbraucht & verbrannt. Die Hexenprozesse im Amt Rotenburg, Bistum Verden, 2. Auflage, Stuttgart 2011, S. 325–328.