Selsingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Selsingen
Selsingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Selsingen hervorgehoben
Koordinaten: 53° 22′ N, 9° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Rotenburg (Wümme)
Samtgemeinde: Selsingen
Höhe: 27 m ü. NHN
Fläche: 41,86 km2
Einwohner: 3647 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27446
Vorwahl: 04284
Kfz-Kennzeichen: ROW, BRV
Gemeindeschlüssel: 03 3 57 043
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Bürgermeister: Reinhard Aufdemkamp (CDU)
Lage der Gemeinde Selsingen im Landkreis Rotenburg (Wümme)
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Über dieses Bild
Eitzter Mühle an der Oste
Windmühle Elisabeth am südlichen Ortsrand von Selsingen

Selsingen (Plattdeutsch: Sürsen) ist eine Gemeinde und Verwaltungssitz der gleichnamigen Samtgemeinde Selsingen im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selsingen liegt in der Zevener Geest und an der Oste.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Gemeinde besteht aus dem Kernort Selsingen und den Ortsteilen Eitzte, Granstedt, Haaßel, Lavenstedt und Parnewinkel.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Selsingen grenzt im Nordosten an die Gemeinde Deinstedt, im Osten an die Gemeinde Anderlingen, im Südosten an die Gemeinde Seedorf, im Südwesten an die Gemeinde Ostereistedt, im Westen an die Gemeinde Gnarrenburg und im Nordwesten an die Gemeinde Sandbostel. Bis auf die Gemeinde Gnarrenburg gehören alle angrenzenden Gemeinden zur Samtgemeinde Selsingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwar wird der Name des Kernorts erst 1219 urkundlich erwähnt, die Siedlung dürfte jedoch weitaus älter sein. Hier residierte ein Adelsgeschlecht, das nach der Zerstörung der Burg sich nicht mehr „von Selsingen“, sondern nur nach dem Sitz ihres zweiten Hauses „von der Kuhla“ nannten. Besonders alt dürfte der Ort Lavenstedt sein, der sich in Urkunden aus den Jahren 971 und 986 findet.

Selsingen bildete im Mittelalter und in der frühen Neuzeit den Hauptort des Verwaltungs- und Gerichtsbezirks der Börde Selsingen. Dazu gehörten die Ortschaften Altenburg, Anderlingen, Baaste, Bademühlen, Badenstedt, Bockel, Bockhorst, Brauel, Byhusen, Deinstedt, Eitzte, Falje, Farven, Godenstedt, Gosehus, Grafel, Granstedt, Haaßel, Hütten, Klein Bostel, Lavenstedt, Malstedt, Minstedt, Mintenburg, Mojenhop, Ober Ochtenhausen, Ölkershusen, Ohrel, Ostereistedt, Parnewinkel, Plönjeshausen, Rockstedt, Rohr, Rugenberg, Sandbostel, Sassenholz, Schohöfen, Seedorf, Selsingen, Stoppelheide, Twistenbostel, Wennebostel, Windershusen und Winderswohlde.[2]

Die Dörfer Selsingen, Granstedt, Haaßel und Ober Ochtenhausen haben erfolgreich an den Bundeswettbewerben „Unser Dorf soll schöner werden“ teilgenommen.

Am 15. April 1986 stürzte bei Parnewinkel eine F-16 der niederländischen Luftwaffe ab. Der Pilot kam beim Absturz ums Leben.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Granstedt, Haaßel, Lavenstedt und Parnewinkel eingegliedert.[4]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Selsingen gibt es die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Lamberti.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Selsingen besteht aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 3001 und 5000 Einwohnern.[5] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[6]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
SPD 59,69 % 9
CDU 24,34 % 4
WFB Gemeinde Selsingen 15,95 % 2

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 63,47 %[6] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Reinhard Aufdemkamp (CDU) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: In Silber eine gerade rote Spitze mit aufgelegten gekreuzten goldenen Vogtstab und Kampfschwert.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde unterhält seit 1990 eine Partnerschaft mit der englischen Stadt Sawston.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Bundesstraße 71 zwischen Bremervörde und Zeven und an der Bahnstrecke Bremervörde−Zeven−Rotenburg. Die Bahnstrecke wird allerdings nur noch von Güterzügen befahren. Der ÖPNV erfolgt durch Linienbusse.

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein mittelständischer Hersteller von Friedhofsbaggern und Kommunalfahrzeugen ist in Selsingen ansässig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Ehrhardt: Die Börde Selsingen – Herrschaft und Leben in einem Landbezirk auf der Stader Geest im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. 564 S., Landschaftsverband Stade, Stade 1999, ISBN 3-931879-04-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Selsingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Michael Ehrhardt: Die Börde Selsingen – Herrschaft und Leben in einem Landbezirk auf der Stader Geest im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Stade 1999.
  3. http://www.brv-zeitung.de/lokales/lokale-nachrichten_artikel,-1986-F-16-kracht-auf-Acker-_arid,549628.html.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 242.
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 18. März 2017.
  6. a b Gemeinde Selsingen – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 18. März 2017.
  7. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016, abgerufen am 18. März 2017.
  8. Gemeinde Selsingen – Rat der Gemeinde Selsingen 2016–2021, abgerufen am 18. März 2017.