Hepstedt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Hepstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hepstedt hervorgehoben

Koordinaten: 53° 16′ N, 9° 5′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Rotenburg (Wümme)
Samtgemeinde: Tarmstedt
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 29,93 km2
Einwohner: 1012 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27412
Vorwahlen: 04283, 04289
Kfz-Kennzeichen: ROW, BRV
Gemeindeschlüssel: 03 3 57 026
Adresse der Verbandsverwaltung: Hepstedter Straße 9
27412 Tarmstedt
Website: www.hepstedt.de
Bürgermeisterin: Heidi Stelljes (WG Hepstedt)
Lage der Gemeinde Hepstedt im Landkreis Rotenburg (Wümme)
BremenHamburgSchleswig-HolsteinLandkreis CuxhavenLandkreis DiepholzLandkreis HarburgLandkreis OsterholzLandkreis StadeLandkreis HeidekreisLandkreis VerdenAhausenAlfstedtAnderlingenBasdahlRotenburg (Wümme)BötersenBothel (Niedersachsen)BreddorfBremervördeBrockelBülstedtDeinstedtEbersdorf (Niedersachsen)Elsdorf (Niedersachsen)FarvenFintelGnarrenburgGroß MeckelsenGyhumHamersenHamersenHassendorfHeeslingenHellwegeHelvesiekHemsbündeHemslingenHepstedtHipstedtHorstedt (Niedersachsen)Horstedt (Niedersachsen)Kalbe (Niedersachsen)KirchtimkeKirchwalsedeKlein MeckelsenLauenbrückSittensenLengenbostelOerelOstereistedtReeßumRhadeRotenburg (Wümme)SandbostelScheeßelSeedorf (bei Zeven)SelsingenSittensenSittensenSottrumStemmen (Landkreis Rotenburg)TarmstedtTisteTisteVahldeVahldeVierdenVisselhövedeVorwerk (Niedersachsen)WestertimkeWesterwalsedeWilstedtWohnsteZevenKarte
Über dieses Bild

Hepstedt (niederdeutsch Heps) ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Tarmstedt im niedersächsischen Landkreis Rotenburg (Wümme).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hepstedt wird 1004 erstmals erwähnt, als König Heinrich II. dem Kloster Kemnade bei Bodenwerder an der Weser Hepstidi als Besitz bestätigt.

Im Staatsforst Ummel liegt ein von Einheimischen so genannter „Russenfriedhof“ mit fünf Gräbern. Dort sind Kriegsgefangene beerdigt, die vom Stalag X-B in Sandbostel zum Arbeiten nach Hepstedt vermittelt wurden. Da sie schlecht versorgt wurden, starben viele dieser Kriegsgefangenen – einige wurden auch wegen kleinster Vergehen erschossen. Der Bürgermeister von Hepstedt ließ die Gefangenen auf einer Begräbnisstätte im Wald bestatten. Ein Mitarbeiter der Gedenkstätte Sandbostel, Ronald Sperling, ermittelte 2012 die Namen der im Ummel bestatteten Gefangenen.[2]

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind um 1004 Hepstidi (Heinrich II.).

Stidi oder stide ist die ostfälische Form zu stede und steht für „Stätte“. Der erste Teil des Wortes kommt aus dem Altsächsischen vom Wort hiopo für „Dornstrauch“. Ähnlich lautet der Begriff in der englischen Sprache: hip für „Dornstrauch“, beziehungsweise im Norwegischen: hjupa für „Hagebutte“. Daraus lässt sich schließen, dass sich Hepstedt auf eine Stätte in der Nähe von Dornensträuchern bezieht.[3]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

68 % der Bevölkerung sind evangelisch, 2 % katholisch.[4] Die Lutheraner gehören der Kirchengemeinde Kirchtimke im Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck der Landeskirche Hannovers. Auf reformierter Seite ist Hepstedt der Gemeinde Ringstedt im Synodalverband VIII der Evangelisch-reformierten Kirche zugeordnet. Die Katholiken gehören der Pfarrei Corpus Christi in Rotenburg (Wümme) an, die in Zeven eine Filialkirche (Christ König) hat.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Hepstedt besteht aus acht Ratsmitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 501 und 1000 Einwohnern.[5] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.

Stimm- und sitzberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister.

Die letzte Kommunalwahl am 12. September 2021 ergab das folgende Ergebnis:[6]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
WG Hepstedt 100 % 9

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Heidi Stelljes (WG Hepstedt) zur ehrenamtlichen Bürgermeisterin für die aktuelle Wahlperiode. Ihre Stellvertreter sind Günter Rosenbrock (WG Hepstedt) und Friederike Blanken (WG Hepstedt).[7]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hepstedt ist seit 1988 Teil der Gemeinschaft European Charter – Villages of Europe, eine Gruppe ländlicher Gemeinden aus allen EU-Ländern. Die Partnergemeinden dieser Friends of Europe sind Esch/Haaren (Niederlande), Bièvre (Belgien), Cissé (Frankreich), Cashel (Irland), Lassee (Österreich), Tisno (Kroatien), Samuel (Portugal), Bucine (Italien), Kannus (Finnland), Bienvenida (Spanien), Ockelbo (Schweden), Kolindros (Griechenland), Desborough (Vereinigtes Königreich), Ibănești (Rumänien), Holmegard/Naestved (Dänemark), Nagycenc (Ungarn), Strzyzow (Polen), Nadur (Malta), Moravce (Slowenien), Medzev (Slowakei), Põlva (Estland), Kandava (Lettland), Žagarė (Litauen), Lefkara (Zypern), Starỳ Poddvorov (Tschechien), Troisvierges (Luxemburg) und Sliwo Pole (Bulgarien).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hepstedt treffen sich die von Rhade kommende und nach Tarmstedt fortführende nord-südlich verlaufende K 114 und die K 133, die den Ort nach Osten hin mit Kirchtimke verbindet. Zudem besteht ein kleiner Haltepunkt an der Bahnstrecke Wilstedt–Tostedt, der nur noch für Draisinenverkehr auf der Strecke von Wilstedt nach Zeven benutzt wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hepstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2021 (Hilfe dazu).
  2. Irene Niehaus: Die fünf toten Männer im Wald. Osterholzer Kreisblatt, 3. September 2012, S. 5, abgerufen am 4. September 2012.
  3. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 27. November 2015; abgerufen am 4. August 2019.
  4. Zensusdatenbank
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); § 46 – Zahl der Abgeordneten. In: Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Dezember 2010, abgerufen am 2. Januar 2022.
  6. Gemeinde Hepstedt – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2021. In: votemanager.kdo.de. 24. September 2021, abgerufen am 2. Januar 2022.
  7. Mitglieder des Gemeinderates. In: Website Gemeinde Hepstedt. Abgerufen am 2. Januar 2022.