Hepstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hepstedt
Hepstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hepstedt hervorgehoben
Koordinaten: 53° 16′ N, 9° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Rotenburg (Wümme)
Samtgemeinde: Tarmstedt
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 29,96 km2
Einwohner: 987 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27412
Vorwahlen: 04283, 04289
Kfz-Kennzeichen: ROW, BRV
Gemeindeschlüssel: 03 3 57 026
Adresse der Verbandsverwaltung: Hepstedter Straße 9
27412 Tarmstedt
Webpräsenz: www.hepstedt.de
Bürgermeister: Markus Schwiering (WG Hepstedt)
Lage der Gemeinde Hepstedt im Landkreis Rotenburg (Wümme)
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Hepstedt (plattdeutsch: Hepst) ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Tarmstedt im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hepstedt wird 1004 erstmals erwähnt, als Kaiser Heinrich II. dem Kloster Kemnade bei Bodenwerder an der Weser Hepstidi als Besitz bestätigt.

Im Staatsforst Ummel liegt ein von Einheimischen so genannter "Russenfriedhof" mit fünf Gräbern. Dort sind Kriegsgefangene beerdigt, die vom Stalag X-B in Sandbostel zum Arbeiten nach Hepstedt vermittelt wurden. Da sie schlecht versorgt wurden, starben viele dieser Kriegsgefangenen – einige wurden auch wegen kleinster Vergehen erschossen. Der Bürgermeister von Hepstedt ließ die Gefangenen auf einer Begräbnisstätte im Wald bestatten. Ein Mitarbeiter der Gedenkstätte Sandbostel, Ronald Sperling, ermittelte 2012 die Namen der im Ummel bestatteten Gefangenen.[2]

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind um 1004 Hepstidi (Heinrich II.).

Stidi oder stide ist die ostfälische Form zu stede und steht für „Stätte“. Der erste Teil des Wortes kommt aus dem Altsächsischen vom Wort hiopo für „Dornstrauch“. Ähnlich lautet der Begriff in der englischen Sprache: hip für „Dornstrauch“, beziehungsweise im Norwegischen: hjupa für „Hagebutte“. Daraus lässt sich schließen, dass sich Hepstedt auf eine Stätte in der Nähe von Dornensträuchern bezieht.[3]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

68 % der Bevölkerung sind evangelisch, 2 % katholisch.[4] Die Lutheraner gehören der Kirchengemeinde Kirchtimke im Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck der Landeskirche Hannovers. Auf reformierter Seite ist Hepstedt der Gemeinde Ringstedt im Synodalverband VIII der Evangelisch-reformierten Kirche zugeordnet. Die Katholiken gehören der Pfarrei Corpus Christi in Rotenburg (Wümme) an, die in Zeven eine Filialkirche (Christ König) hat.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Hepstedt besteht aus neun Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 501 und 1000 Einwohnern.[5] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[6]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
WG Hepstedt 100 % 9

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 70,21 %[6] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Markus Schwiering (WG Hepstedt) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[8]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hepstedt ist seit 1988 Teil der Gemeinschaft European Charter – Villages of Europe, eine Gruppe ländlicher Gemeinden aus allen EU-Ländern. Die Partnergemeinden sind Esch/Haaren (Niederlande), Bièvre (Belgien), Cissé (Frankreich), Cashel (Irland), Lassee (Österreich), Tisno (Kroatien), Samuel (Portugal), Bucine (Italien), Kannus (Finnland), Bienvenida (Spanien), Ockelbo (Schweden), Kolindros (Griechenland), Desborough (Vereinigtes Königreich), Ibănești (Rumänien), Holmegard/Naestved (Dänemark), Nagycenc (Ungarn), Strzyzow (Polen), Nadur (Malta), Moravce (Slowenien), Medzev (Slowakei), Põlva (Estland), Kandava (Lettland), Žagarė (Litauen), Lefkara (Zypern), Starỳ Poddvorov (Tschechien), Troisvierges (Luxemburg) und Sliwo Pole (Bulgarien).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hepstedt treffen sich die von Rhade kommende und nach Tarmstedt fortführende nord-südlich verlaufende K 114 und die K 133, die den Ort nach Osten hin mit Kirchtimke verbindet. Zudem besteht ein kleiner Haltepunkt an der Bahnstrecke Wilstedt–Tostedt, der nur noch für Draisinenverkehr auf der Strecke von Wilstedt nach Zeven benutzt wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hepstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Irene Niehaus, Die fünf toten Männer im Wald, Osterholzer Kreisblatt, 3. September 2012, S. 5, Irene Niehaus: Die fünf toten Männer im Wald. Osterholzer Kreisblatt, 3. September 2012; abgerufen am 4. September 2012.
  3. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  4. Zensusdatenbank
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 8. März 2017.
  6. a b Gemeinde Hepstedt – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 8. März 2017.
  7. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016; abgerufen am 8. März 2017.
  8. Mitglieder des Gemeinderates Hepstedt, abgerufen am 8. März 2017.