Uniper

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Uniper SE
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Rechtsform Societas Europaea
ISIN DE000UNSE018
Gründung 2016
Sitz Düsseldorf, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 15.000[1]
Branche Energie
Website www.uniper.energy

Die Uniper SE [ˈjuːnipɚ] ist eine eigenständige Gesellschaft, die durch Abspaltung der Energieerzeugungssparten Wasser, Kohle und Gas der E.ON SE entstanden ist. In der Uniper-Gruppe, die die Uniper SE und ihre Tochtergesellschaften umfasst, werden die konventionelle Energieerzeugung der E.ON (einschließlich der Wasserkraft, jedoch ohne die deutschen Kernenergieaktivitäten), der globale Energiehandel (insbesondere die Vermarktung von Strom und Gas) und die Stromerzeugung in Russland sowie die Beteiligung an dem Gasfeld Juschno-Russkoje gebündelt.[2]

Der Name Uniper ist ein Kunstwort aus „unique“ (einzigartig) und „Performance“.[3] Namenserfinder war Gregor Recke, ein langjähriger Mitarbeiter.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen komplexer Umwandlungs- und Abspaltungsmaßnahmen bei E.ON, die überwiegend während der Jahre 2015 und 2016 stattfanden, entstand im April 2016 die Uniper SE als konzerninterne Gesellschaft.[5] Unterhalb der Uniper SE wurden die Uniper Beteiligungs GmbH und die Uniper Holding GmbH angeordnet, letztere fungiert als Holdinggesellschaft für die operativen Unternehmen,[6] insbesondere die Uniper Kraftwerke GmbH.[7] Im Juni 2016 entschieden die Hauptversammlungen der E.ON SE und der Uniper SE, Uniper von E.ON abzuspalten.[8] Die wirtschaftliche Ausgründung erfolgte durch eine rückwirkend zum 1. Januar 2016 gültige Übertragung des Uniper-Geschäfts auf 195 Millionen per Erhöhung des Sachkapitals geschaffene neue Aktien.[9][10] Es ist beabsichtigt, die Uniper im ersten Halbjahr 2017 von der E.ON zu entkonsolidieren.[11]

Der Börsengang der Uniper SE erfolgte am 12. September 2016. Die Aktie wurde einen Tag lang in den DAX einbezogen.[12] Das Unternehmen startet mit 15.000 Mitarbeitern.[13] Seit 19. Dezember 2016 ist die Uniper-Aktie im MDAX vertreten.

Am 7. November 2017 unterbreitet Fortum ein Übernahmeangebot für Aktien von Uniper. Daraufhin beschließt E.ON am 8. Januar 2018 das Angebot für seine restlichen Anteile an Uniper anzunehmen. Neben den 46,65 % von E.ON gehen weitere 0,47 % an Fortum.[14] Fortum und Uniper betreiben zusammen das Kernkraftwerk Oskarshamn und sind beide am Kernkraftwerk Forsmark beteiligt. Beide betreiben Wasserkraftwerke in Schweden.

Organe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorstandsvorsitzender ist Klaus Schäfer, der ehemalige E.ON-Finanzvorstand. Den Posten des Finanzvorstands übernahm Christopher Delbrück. Keith Martin ist der für kommerzielle Aktivitäten verantwortliche Chief Commercial Officer (CCO) und Eckhardt Rümmler der Chief Operating Officer (COO). Aufsichtsratsvorsitzender ist Bernhard Reutersberg.[5][15]

Aktionärsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2016[16] hat E.ON über die E.on Beteiligungen GmbH 47 % der Aktien gehalten und plant, diese im Laufe der Zeit zu verkaufen. 34 % waren zum selben Zeitpunkt im Besitz von institutionellen Investoren. 11 % lagen bei Privatanlegern. Die Halter der restlichen 8 % waren nicht identifiziert.

Betriebene Kraftwerke und Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Liste der in Deutschland betriebenen Kraftwerke befindet sich im Artikel Uniper Kraftwerke.

Uniper betreibt darüber hinaus weitere Kraftwerke in mehreren europäischen Ländern[17]:

Standort Energieträger Leistung Anmerkungen
Connah's Quay Erdgas 1380
Cottam Erdgas 395 MW
Isle of Grain Erdgas 1275 MW
Enfield Erdgas 408 MW
Killingholme Erdgas 600 MW
Taylors Lane (Willesden) Erdgas 132 MW
Ratcliffe-on-Soar Steinkohle 2000 MW
Kernkraftwerk Oskarshamn Kernenergie 2308 MW 54,5 Prozent Beteiligung
Kernkraftwerk Ringhals Kernenergie 3820 MW 29,6 Prozent Beteiligung
Kernkraftwerk Forsmark Kernenergie 3157 MW 8,5 Prozent Beteiligung
Emile Huchet (Saint-Avold) Steinkohle 595 MW
Kraftwerk Provence Steinkohle 595 MW
Emile Huchet (Saint-Avold) Erdgas 828 MW
Maasvlakte Steinkohle 2180 MW
Rotterdam Erdgas 269 MW
Den Haag Erdgas 112 MW
Leiden Erdgas 83 MW
Maasvlakte Erdgas 78 MW
Vilvoorde Erdgas 265 MW
Gönyü Erdgas 428 MW

Außer den hier aufgeführten thermischen Kraftwerken gehören Uniper in Schweden über 70 Wasserkraftwerke mit einer Kapazität von 1553 MW. In Frankreich betreibt man Windkraftanlagen mit einer Kapazität von 84 MW und Photovoltaikanlagen mit 11 MW.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. welt.de: Eon zieht nach Essen - Neue Gesellschaft heißt Uniper
  2. Gemeinsamer Spaltungsbericht der Vorstände der E.ON SE, Düsseldorf, und der Uniper SE, Düsseldorf über die Abspaltung einer Mehrheitsbeteiligung an der Uniper Gruppe, S. 8, Ziff. 1
  3. Neue E.on-Gesellschaft heißt Uniper Artikel vom 27. April 2015 auf Spiegel Online
  4. Gregor Recke / D&R FotoArt. In: Gregor Recke / D&R FotoArt. Abgerufen am 22. Juni 2016.
  5. a b Eintragung im Handelsregister des AG Düsseldorf vom 14.04.2016 unter Nr. HRB 77425. Auf: Unternehmensregister
  6. Spaltungsbericht, S. 11, Schaubild der Beteiligungsverhältnisse
  7. Spaltungsbericht, S. 184, Aufstellung des Anteilsbesitzesx
  8. Spaltungsbericht S. 47, Ziff. 3.4.6
  9. Spaltungsbericht, S. 47f, Ziff. 3.4.5 und 3.4.7
  10. Wertpapierprospekt, Abschnitt 4.2
  11. Spaltungsbericht, S. 115, Ziff. 8.1.2
  12. Ungewöhnlicher – Börsengang Eon-Tochter Uniper für einen Tag im Dax, Tagesspiegel, 12. September 2016.
  13. Eon zieht nach Essen - Neue Gesellschaft heißt Uniper. 27. April 2015, abgerufen am 28. April 2015.
  14. Maximilian Völkl: Uniper: Fortum-Übernahme gescheitert – was jetzt? In: Der Aktionär. Abgerufen am 7. Februar 2018.
  15. Unser Führungsteam auf der Website der Uniper
  16. Aktionärsstruktur auf der Website der Uniper
  17. List of Assets 2016. Uniper, Dezember 2016, abgerufen am 7. Februar 2018 (PDF, englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]