Symrise

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Symrise AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000SYM9999
Gründung 2003
Sitz Holzminden, Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl 9.647 (31.12.2018)[1]
Umsatz 3.154 Mio. Euro (2018)[1]
Branche Lebensmittelindustrie, Chemieindustrie, Kosmetikindustrie, Konsumgüterindustrie
Website www.symrise.com
Stand: 8. April 2019

Die Symrise AG mit Sitz in Holzminden ist ein börsennotierter Anbieter von Duft- und Geschmackstoffen, kosmetischen Grund- und Wirkstoffen sowie funktionalen Inhaltsstoffen. Das Unternehmen liegt mit einem Anteil von 11 Prozent zusammen mit zwei Mitbewerbern auf dem zweiten Platz im globalen Markt der Duftstoffe und Aromen.

Symrise entstand im Februar 2003 durch die Fusion der Dragoco Gerberding & Co. AG und der Haarmann & Reimer GmbH.[2] Der Börsengang erfolgte Ende 2006; heute zählt die Aktie von Symrise u. a. zum MDAX.[3] Das Unternehmen ist mit mehr als 90 Standorten weltweit vertreten.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haarmann & Reimer (1874–2003)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chemiker Wilhelm Haarmann und Ferdinand Tiemann entwickelten 1874 ein Verfahren zur Herstellung von Vanillin aus Coniferin.[5] Sie errichteten noch im selben Jahr in Holzminden ein Unternehmen zur Herstellung des synthetisch gewonnenen Vanillins (Haarmann’s Vanillinfabrik).[6]

Zeitleiste der Unternehmensentwicklung
1874 Gründung von Haarmann’s Vanillinfabrik in
Holzminden
1876 Eintritt von Karl Reimer; aus Haarmann’s
Vanillinfabrik wird Haarmann & Reimer
1919 Gründung von Dragoco in Holzminden
1935 Kauf der Heinrich Haensel GmbH durch
Dragoco
1953 Kauf von Haarmann & Reimer durch Bayer;
nachfolgend internationale Expansion
1955 Gründung einer Dragoco-Tochterfirma in Italien
1956 Gründung einer Dragoco-Tochterfirma in den USA
1973 Synthese von Menthol durch Haarmann & Reimer
1981 Horst-Otto Gerberding übernimmt die Führung von
Dragoco; Forcierung der Internationalisierung
1993 Umwandlung von Dragoco in eine Aktiengesellschaft
2002 EQT erwirbt Haarmann & Reimer und
Minderheit bei Dragoco
2003 Fusion von Haarmann & Reimer und Dragoco zu
Symrise
2006 Kauf von Kaden Biochemicals;
Börsengang
2007 Aufnahme der Aktie in den MDAX;
Übernahme von Aromatics
2008 Kauf der Aromendivision von Chr. Hansen;
Übernahme von Steng;
Kauf von Manheimer Fragrances;
Übernahme von Intercontinental Fragrances
2009 Erwerb von Futura Labs
2013 Kauf von Belmay
2014 Erwerb von Diana
2015 Akquisition von Pinova
2017 Kauf von Cobell Limited

1876 trat Karl Reimer in das Unternehmen ein, das in Haarmann & Reimer umfirmierte. Reimer half bei der Entwicklung eines Verfahrens, das die kostengünstigere Gewinnung von Vanillin aus Eugenol ermöglichte. Das Unternehmen begann ebenfalls die Herstellung synthetischer Duftstoffe.[7] Dem Unternehmen gelang es zudem, mithilfe der Reimer-Tiemann-Reaktion Salicylaldehyd herzustellen, ein Duftstoff, der bis heute in der pharmazeutischen und chemischen Industrie genutzt wird. 1890 stellte Tiemann Eugenol aus Isoeugenol her. Ein Jahr später war die synthetische Produktion von Vanillin damit erstmals profitabel.[8][9] Die Synthese von Jonon, dem Duftstoff der Veilchen, erfolgte erstmals 1893.[10] Bis Ende des 19. Jahrhunderts stieg das Unternehmen auch in die Gewinnung natürlicher Pflanzenextrakte ein. Zu diesem Zeitpunkt hielt das Unternehmen rund 30 Patente.[7][9]

1901 wurde das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt.[11] 1931 übernahmen die Söhne von Wilhelm Haarmann die Führung des Unternehmens. Bombentreffer zerstörten im Zweiten Weltkrieg weite Teile der Produktionsanlagen, zudem gingen Auslandsbeteiligungen kriegsbedingt verloren.[7][9]

Rudolf Groger verantwortete als Geschäftsführer den Wiederaufbau des Unternehmens ab 1946. 1953 erfolgte die Akquisition durch Bayer. Operativ blieb das Unternehmen jedoch selbständig und expandierte international durch Kauf von Produktionsanlagen und Unternehmen in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Südafrika, Mexiko, Brasilien, Frankreich und Spanien. Der Umsatz des Unternehmens, bei dem mittlerweile über 1.000 Mitarbeiter beschäftigt waren, stieg bis 1968 auf 80 Millionen DM.[8]

1973 gelang die vollsynthetisch-industrielle Herstellung von Menthol.[8] Dieser Erfolg legte den Grundstein für eine eigene Abteilung, die sich mit der Entwicklung und Herstellung von Minz-Stoffen befasste.[7] In den 1990er Jahren erwarb das Unternehmen Mitbewerber wie Créations Aromatique[12] oder Florasynth.[13] Zudem investierte das Unternehmen in neue Anlagen in Mexiko, Brasilien und Kolumbien sowie in ein neues Werk in Nördlingen und in Anlagen im Stammwerk Holzminden.[8] 1999 erfolgte die Übernahme der chinesischen Anteile des Joint Ventures H&R Cosfra Ltd. in Shanghai.[7]

Haarmann & Reimer gehörte von 1991 bis 1995 zu einem internationalen Zitronensäure-Kartell, gegen das das FBI seit 1992 ermittelte. 1997 musste Haarmann & Reimer 50 Millionen US-Dollar Strafe an das Justizministerium der Vereinigten Staaten zahlen. Im Dezember 1996 hatte das Unternehmen nach Zivilprozessen 46 Millionen Dollar Schadensersatz an geschädigte Kunden überwiesen.[14]

2002 übernahm der schwedische Finanzinvestor EQT (Wallenberg-Gruppe) Haarmann & Reimer sowie eine Minderheitsbeteiligung bei Dragoco. Beide Unternehmen wurden 2003 zur Symrise GmbH und Co. KG zusammengeführt.[10]

Dragoco (1919–2003)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1919 gründeten Carl Wilhelm Gerberding und August Bellmer das Unternehmen in Holzminden. Es konzentrierte sich zunächst auf die Produktion von Parfüm- und Seifenkompositionen. Die erste Fabrik entstand 1926. Ab 1930 wurden Geschmacks- und Aromastoffe hergestellt. 1935 übernahm das Unternehmen die Heinrich Haensel GmbH (Pirna).[9] Auch Dragoco war von den kriegsbedingten Zerstörungen durch Luftangriffe auf Holzminden betroffen.[8]

1955 nahm die italienische Tochtergesellschaft von Dragoco in Mailand ihre Geschäfte auf, ein Jahr später gründete Dragoco in den USA ein Tochterunternehmen. Bis 1972 errichtete das Unternehmen in Frankreich, Österreich, Großbritannien und der Schweiz weitere Auslandsgesellschaften. In den 1970er Jahren folgten derartige Gesellschaften in Brasilien, Hongkong, Japan, Singapur und auf den Philippinen. Horst-Otto Gerberding forcierte die Internationalisierung seit 1981, beispielsweise in Südamerika und Asien.[7] 1993 erfolgte die Umwandlung der Dragoco Gerberding & Co. GmbH in eine Aktiengesellschaft, die Dragoco Gerberding & Co. AG. Noch in den 1990er Jahren betrat das Unternehmen die Märkte in Südafrika und Indien.[7]

Entwicklungen seit der Fusion 2003[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptanteilseigner von Symrise waren nach dem Zusammenschluss die EQT mit ungefähr 76 Prozent und der ehemalige Mehrheitsgesellschafter der Dragoco, Horst-Otto Gerberding, mit 18 Prozent. Geschäftsführer des Unternehmens war von Februar 2003 bis September 2003 Horst-Otto Gerberding. Ihm folgten von September 2003 bis Februar 2005 James D. Forman[15] und ab März 2005 Gerold Linzbach. Seit 2009 steht Heinz-Jürgen Bertram als Vorstandsvorsitzewnder an der Spitze der Symrise AG.

Am 16. November 2004 gab die Geschäftsführung den Verzicht auf eine zuvor geplante Produktionsverlagerung nach Polen oder in die Slowakei bekannt. Vor diesem Beschluss hatte sie mit dem Betriebsrat eine Erhöhung der Arbeitszeit auf eine 40-Stundenwoche und ein Verzicht auf Lohnerhöhungen für 2005 und 2006 vereinbart. An der Betriebsversammlung nahmen auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff, der Innenminister und ehemalige Bürgermeister der Stadt Holzminden Uwe Schünemann, der aus dem Landkreis stammende Umweltminister Hans-Heinrich Sander und Wirtschaftsminister Walter Hirche teil. Wulff bezeichnete den Erhalt der Arbeitsplätze in Holzminden durch einen der größten Arbeitgeber vor Ort eine Gemeinschaftsleistung und einen „Modellfall für Deutschland“, um ein „Horrorszenario“ einer Produktionsverlagerung abzuwenden.

Im Jahr 2005 schloss das Unternehmen zwei Produktionsstätten in Skokie, Illinois, USA und in Grasse, Frankreich. Im Mai 2006 fasste Symrise die beiden Geschäftsbereiche Fragrances (Düfte) und Sensory Ingredients (ehemals Cosmetic Ingredients und Aroma Chemicals) zum neuen Geschäftsbereich Scent & Care zusammen. Gemessen am Umsatz entstanden dadurch zwei nahezu gleich große Segmente: Scent & Care sowie Flavors. Letzteres wurde mit Wirkung zum 1. Oktober in die beiden Bereiche Flavors und Nutrition aufgegliedert. Die Informatik (Information Systems) mit weltweit ca. 100 Mitarbeitern und einem Budget von 20 Millionen Euro wurde zum 1. Februar 2006 an den französischen EDV-Dienstleister Atos Origin verlagert.[16]

2005 schloss Symrise die Maßnahmen zur Integration beider Unternehmen weitgehend ab. Es erzielte mit rund 4.800 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,15 Mrd. Euro.[8] Am 11. Dezember 2006 ging das Unternehmen an die Börse.[17] Im März 2007 wurde die Aktie in den MDAX aufgenommen.[18]

Das Unternehmen nutzte die Jahre von 2005 bis 2010 unter anderem für Zukäufe.[19] Dazu gehörten 2006 Kaden Biochemicals,[20] 2007 der Geschäftsbereich Food Ingredients von Unilever in Großbritannien[21] und Aromatics (Frankreich und Madagaskar),[22] 2008 die Aromendivision des dänischen Anbieters Chr. Hansen,[23] der englische Aromenanbieter Steng[24] und die amerikanischen Hersteller Manheimer Fragrances und Intercontinental Fragrances[25] sowie 2009 Futura Labs.[26]

2013 folgte der Kauf des amerikanischen Duftherstellers Belmay,[27] ein Jahr später dann die Übernahme von Diana, eines französischen Anbieters von sensorischen und funktionalen Lösungen für Nahrungsmittel, Futtermittel, Babynahrung und kosmetische Inhaltsstoffe.[28][29] 2016 übernahm das Unternehmen den amerikanischen Hersteller Pinova[30] und veräußerte Teile dieses Unternehmen anschließend an DRT (Dérivés Résiniques et Terpéniques); die Geschäftseinheit Renessenz verblieb dabei bei Symrise.[31] Im Sommer 2017 übernahm das Unternehmen den britischen Obst- und Gemüsesaftlieferanten Cobell Limited[32][33] sowie Ende 2017 den brasilianischen Parfümöl-Anbieter Citratus Fragrâncias Indûstria e Comércio.[34][35] Im Januar 2019 unterzeichnete Symrise eine Vereinbarung zur Übernahme des US-Unternehmens ADF/IDF, eines führenden Herstellers von Proteinen für Heimtiernahrung.[36]

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschäftsbereiche, Rohstoffe, Produkte, Kunden und Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen hat sein operatives Geschäft in drei Segmenten organisiert: Flavor, Nutrition sowie Scent & Care.[37] Alle drei verfügen über eigene Abteilungen für Forschung und Entwicklung, Einkauf, Produktion und Qualitätskontrolle sowie Marketing und Vertrieb.

  • Das Segment Flavor umfasst die Bereiche Beverages, Savory und Sweet.
  • Das Segment Nutrition besteht aus dem Geschäftsbereich Diana mit den Bereichen Food, Pet Food, Aqua und Probi.
  • Das Segment Scent & Care gliedert sich in die Geschäftsbereiche Fragrance, Cosmetic Ingredients und Aroma Molecules.[38]

Insgesamt bietet das Unternehmen rund 30.000 Produkte an,[39][40] für die es aus mehr als 100 Ländern rund 10.000 Rohstoffe bezieht.[41] Seine über 6.000 Kunden kommen vor allem aus der Parfüm-, Kosmetik-, Lebensmittel- und Getränkebranche sowie der pharmazeutischen Industrie. Auch Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln und von Heimtiernahrung zählen dazu.[42] Am globalen Markt für Duftstoffe und Aromen hält das Unternehmen einen Anteil von 10 Prozent. Es belegt damit gleich hinter Givaudan und gleichauf mit Firmenich sowie IFF den zweiten Platz.[43]

Firmensitz, Hauptsitze, Produktionsanlagen, Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingangsbereich der Symrise AG (2017)

Firmensitz und zugleich größter Standort der Symrise AG ist Holzminden. Die dortigen Mitarbeiter sind in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Produktion, Marketing und Vertrieb tätig sowie im Corporate Center. Dessen Funktionen wiederum sind Finanzen, Unternehmenskommunikation, Investor Relations, Recht, Steuern, Personal, IT, Group Compliance und Interne Revision.[44]

Regionale Hauptsitze unterhält das Unternehmen in den USA (Teterboro, New Jersey), Brasilien (São Paulo), Singapur und Frankreich (Rennes). Wichtige Produktionsanlagen befinden sich in Deutschland, Frankreich, Brasilien, Mexiko, Singapur, China und den USA. Entwicklungszentren finden sich insbesondere in Deutschland, Frankreich, Brasilien, China, Singapur und den USA. Darüber hinaus gibt es Vertriebsniederlassungen in über 40 Ländern.[45]

Wachstum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 2014 und 2018 steigerte die Symrise AG ihren Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 465 Mio. auf 631 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss wuchs im selben Zeitraumvon 212 Mio. auf 275 Mio. Euro, die Bilanzsumme von 4.000 Mio. auf 4.920 Mio. Euro. Das Eigenkapital erhöhte sich bis Ende 2018 auf 1.944 Mio. Euro. Damit stieg die Eigenkapitalquote auf 39,5 %.[1]

Seit dem Börsengang steigerte das Unternehmen seine Umsätze kontinuierlich. Lagen sie 2006 bei 1.129 Mio. Euro, so belief sich dieser Wert 2018 auf 3.154 Mio. Euro.[46]

Nach Regionen betrachtet entfielen 43 % des Konzernumsatzes im Jahr 2018 auf den Wirtschaftsraum EMEA, je 22 % auf Nordamerika und Asien-Pazifik sowie 12 % auf Lateinamerika.[47]

Jeder einzelne Geschäftsbereich der Symrise AG konnte seinen Umsatz im Jahr 2018 steigern: Scent & Care auf 1.324 Mio Euro, Flavor auf 1.191 Mio. Euro und Nutrition auf 639 Mio. Euro.[48]

Aktie und Anteilseigner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aktie des Unternehmens ist im Prime Standard der Deutschen Börse notiert. Sie zählt unter anderem zu folgenden Indizes:

Die Aktionärsstruktur ist folgende:

Anteil Anteilseigner
6,01 % Familie des ehemaligen Symrise-Geschäftsführers Horst-Otto Gerberding
10,62 % Massachusetts Financial Services, MFS (Sun Life Financial)
5,002 % Black Rock
3,08 % Norwegischer Staat
3,05 % Jahr Holding GmbH & Co. KG
3,03 % Allianz Global Investors
3,01 % Canada Pension Plan Investment Board
3,01 % APG Asset Management
3,0003 % Harding Loevner LP
60,18 % Anderer Streubesitz

Stand: März 2019[50]

Führung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Vorstand gehören fünf Personen an:

  • Heinz-Jürgen Bertram, seit 1. Juli 2009 Vorstandsvorsitzender (CEO)[51][52]
  • Olaf Klinger, Mitglied des Vorstandes und Group CFO seit Februar 2016.[53]
  • Achim Daub, seit 2006 im Vorstand,[54] Vorstand für den Geschäftsbereich Scent & Care
  • Heinrich Schaper, seit 1. Oktober 2016 Vorstandsmitglied für den Geschäftsbereich Flavor
  • Jean-Yves Parisot, seit 1. Oktober 2016 Vorstandsmitglied für den Geschäftsbereich Nutrition

Der Aufsichtsrat besteht aus zwölf Mitgliedern.[55] Den Vorsitz führt seit 2011 Thomas Rabe,[56] der diesem Gremium seit 2009 angehört.[57]

Personal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 31. Dezember 2018 beschäftigte Symrise 9.787 Mitarbeiter, davon 140 Auszubildende und Trainees. Die größte Gruppe (46 %) ist im Bereich Produktion & Technologie tätig, 23 % in Vertrieb & Marketing und 18 % im Bereich Forschung & Entwicklung. Rund 28 % der Mitarbeiter arbeiten an Standorten in Deutschland, 51 Prozent in der gesamten Region EAME. Auf Lateinamerika entfallen 19 % der Konzernbelegschaft und auf die Regionen Asien/Pazifik sowie Nordamerika jeweils 15 %. Aufgegliedert nach Unternehmensbereichen sind 29 % der Beschäftigten im Segment Scent & Care, 35 % im Bereich Flavor und 26 % im Segment Nutrition aktiv. Rund 10 % nehmen konzernübergreifende Tätigkeiten wahr.[58]

Parfümerie-Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2011 betreibt Symrise eine Parfümerie-Schule in Holzminden, sie ist die erste ihrer Art in Deutschland.[59] Auch in Indien unterhält das Unternehmen eine eigene Parfümerie-Schule.[60]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kontroverse mit Stiftung Warentest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2013 wurde bekannt, dass die Stiftung Warentest bei Schokolade des Herstellers Ritter Sport die Deklaration des von Symrise gelieferten Aromastoffes Piperonal in der Zutatenliste als natürlichen Aromastoff als Irreführung bemängelt, da dieser in industriellen Mengen nur chemisch hergestellt werden könne.[61][62] Symrise hat die Herstellungsmethode daraufhin gegenüber den zuständigen Lebensmittelkontrollbehörden vollständig offengelegt. Diese haben die Deklaration nach eingehender Prüfung nicht beanstandet.[63] Symrise garantierte dem Hersteller zudem, Aromen „ausschließlich natürlichen Ursprungs“ zu liefern und erklärte, die europäische Aromenverordnung werde eingehalten.[64] Das zuständige Gericht folgte dieser Einschätzung im Januar 2014 und untersagte der Stiftung Warentest anderslautende Behauptungen.[65] Das Urteil wurde rechtskräftig, nachdem das Oberlandesgericht München die Berufung der Stiftung zurückgewiesen hatte.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Symrise hat eine Reihe von Auszeichnungen erhalten, vor allem für sein nachhaltiges Wirtschaften:

Mehrfach sind in diesem Kontext die Initiativen von Symrise auf Madagaskar gewürdigt worden.[68][75]

Anhang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stephan Sielaff, Christina Witter und Clemens Tenge: Symrise und Vanille: Tradition, Strategie und umfassendes Engagement. In: Michael D'heur (Hrsg.): CSR und Value Chain Management. Profitables Wachstum durch nachhaltig gemeinsame Wertschöpfung. Springer-Gabler, Berlin, Heidelberg 2014, S. 269–290. ISBN 978-3-642-39888-9.
  • M. L. Cohen: Symrise GmbH and Company KG. In: International Directory of Company Histories. Bd. 89, St. James Press, Farmington Hills, 2008, S. 436–440, ISBN 978-1-55862-908-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Symrise – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Symrise AG: Finanzbericht 2018, Abruf am 8. April 2019.
  2. Neuer Duftstoffgigant heißt Symrise. Fusion von Ex-Bayer-Tochter Haarmann & Reimer und Dragoco kommt gut voran. In: Börsen-Zeitung, 22. Februar 2003.
  3. Sommerpause in den Chefetagen. In: Handelsblatt, 24. Juli 2017.
  4. Neues Logistikzentrum für Symrise im Hamburger Hafen. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung – Wirtschaftszeitung, 3. März 2017.
  5. Tiemann, F. & Haarmann, W.: Ueber das Coniferin und seine Umwandlung in das aromatische Princip der Vanille. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. Jahrgang 7 (1874), S. 608–623. doi:10.1002/cber.187400701193. Digitalisat auf Gallica.
  6. Mitteilung in den Comptes rendus des séances de l'Académie des sciences, Band 79 (1874), S. 635.
  7. a b c d e f g Cohen, Symrise GmbH and Company KG.
  8. a b c d e f Cohen, Symrise GmbH and Company KG. Georg Schwedt: Betörende Düfte, sinnliche Aromen. Wiley-VCH, Weinheim 2008, S. 89–93, ISBN 978-3-527-32045-5.
  9. a b c d Wolfgang Legrum: Riechstoffe, zwischen Gestank und Duft: Vorkommen, Eigenschaften und Anwendung von Riechstoffen und deren Gemischen. Vieweg + Teubner, Wiesbaden 2011, S. 186 f, ISBN 978-3-8348-1245-2.
  10. a b Georg Schwedt: Betörende Düfte, sinnliche Aromen. Wiley-VCH, Weinheim 2008, S. 89–93, ISBN 978-3-527-32045-5.
  11. Angaben auf der Website www.albert-gieseler.de, Abruf am 26. Juni 2017.
  12. Zu diesem Hersteller siehe den Eintrag in Nigel Groom (Hrsg.): The New Perfume Handbook. 2. Auflage, Blackie Academic & Professional, London 1997, S. 79, ISBN 978-0-7514-0403-6.
  13. Siehe den Eintrag Haarmann & Reimer in Nigel Groom (Hrsg.): The New Perfume Handbook. 2. Auflage, Blackie Academic & Professional, London 1997, S. 149.
  14. Bayers Absprachen. In: Die Tageszeitung. 31. Januar 1997, abgerufen am 27. Juni 2017.
  15. https://www.pharma-food.de/symrise-baut-bis-zu-500-stellen-ab/
  16. https://www.cio.de/a/symrise-lagert-it-an-atos-origin-aus,817416
  17. Symrise-Debüt voller Erfolg. In: Spiegel Online. 11. Dezember 2006, abgerufen am 27. Juni 2017. Symrise-Aktien kosten 17,25 Euro - Größter Börsengang des Jahres ist perfekt. In: Allgemeine Zeitung, 11. Dezember 2006.
  18. Deutsche Börse: Symrise ersetzt SCHWARZ PHARMA im MDAX. In: www.finanzen.net. 5. März 2007, abgerufen am 27. Juni 2017. Symrise rückt in MDax auf, BB Medtech in den TecDax. In: Handelsblatt, 6. März 2007.
  19. Siehe die Angaben von Symrise zur Unternehmensgeschichte, Abruf am 27. Juni 2017.
  20. Symrise aus Holzminden übernimmt Kaden Biochemicals. In: Die Welt, 17. Januar 2006. Duftstoff-Spezialist Symrise plant neue Zukäufe. In: Handelsblatt, 24. Mai 2006.
  21. Symrise stärkt sich in Großbritannien. In: Börsen-Zeitung, 15. September 2007.
  22. Symrise übernimmt Vanille-Anbieter. In: Neue Westfälische, 29. September 2007.
  23. Symrise stärkt mit Hansen die US-Präsenz. CEO Linzbach: Zukauf von 50 Mill. Euro Aromenumsatz – Erstmals Dividende von 0,50 Euro je Aktie. In: Börsen-Zeitung, 6. März 2008.
  24. Sweet taste of flavors M&A. In: ICIS. 8. Juni 2007, abgerufen am 28. Juni 2017.
  25. Symrise verstärkt sich in den USA. In: Börsen-Zeitung, 27. September 2008.
  26. Jennifer Weil: Symrise Buys Futura Labs. In: Women's Wear Daily. 19. November 2009, abgerufen am 28. Juni 2017.
  27. Symrise schluckt Parfümölhersteller. In: Börsen-Zeitung, 5. März 2013.
  28. Symrise plant Milliardenübernahme. In: Handelsblatt. 13. April 2014, abgerufen am 27. Juni 2017.
  29. Symrise schließt Kauf von Diana-Gruppe ab. Weitere Kapitalerhöhung – Gewinnbeitrag ab 2015. In: Börsen-Zeitung, 30. Juli 2014.
  30. Ludwig Burger, Shubhankar Chakravorty, Arno Schuetze, David Evans: Symrise buys scent ingredients maker Pinova for $397 million. In: Reuters. 21. September 2015, abgerufen am 28. Juni 2017.
  31. Symrise und DRT unterzeichnen Vereinbarung zur Übernahme von Pinova Inc. Pressemeldung der Symrise AG vom 2. November 2016, Abruf am 29. März 2018.
  32. Bernard Marks: Symrise übernimmt Cobell Limited. In: Göttinger Tageblatt. 2. Juni 2017, abgerufen am 29. März 2018.
  33. Symrise setzt bei Duftstoffen auf zweites Halbjahr. In: Börsen-Zeitung, 11. August 2017.
  34. Symrise expandiert in Brasilien. In: Börsen-Zeitung, 7. Dezember 2017.
  35. Wunschanalyse Symrise. In: Euro am Sonntag, 23. Dezember 2017.
  36. Christian Wölbert: Symrise kauft für fast eine Milliarde Dollar zu. In: Göttinger Tageblatt. 1. Februar 2019, abgerufen am 9. April 2019.
  37. Symrise erweitert Vorstand um zwei Köpfe. Börsen-Zeitung, 22. September 2016.
  38. Symrise AG: Unternehmensbericht 2018, S. 104 f.
  39. Mit klarer Strategie zum Global Player. Symrise-Chef beim Wirtschaftsclub. Neue Westfälische (Höxtersche Kreiszeitung), 25. Februar 2015.
  40. Bienenstöcke für natürliche Vielfalt Symrise AG. Duft- und Geschmackstoffanbieter engagiert sich für intakte Natur. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung – Wirtschaftszeitung (Sonderveröffentlichung), 4. September 2017.
  41. Sielaff, Witter, Tenge: Symrise, S. 275.
  42. Symrise AG: Unternehmensbericht 2018, S. 103
  43. Informationen gemäß Statista. Abruf, 9. April 2019.
  44. Symrise AG: Unternehmensbericht 2018, S. 104.
  45. Symrise AG: Unternehmensbericht 2018, S. 104.
  46. Zu den Kennzahlen der Jahre 2006 bis 2018 siehe Symrise AG: Unternehmensbericht 2018, S. 102
  47. Symrise AG: Unternehmensbericht 2018, S. 102
  48. Symrise AG: Unternehmensbericht 2018, S. 103
  49. Informationen über diesen Index auf der Website der Norddeutschen Landesbank, Abruf am 31. Juli 2017.
  50. [1], Stand: März 2019 . Abgerufen am 9. April 2018.
  51. Symrise-Chef geht in Verlängerung. Börsen-Zeitung, 9. Dezember 2016.
  52. Zur Geschäftsverteilung im Vorstand siehe Symrise erweitert Vorstand um zwei Köpfe. Börsen-Zeitung, 22. September 2016.
  53. Finanzexperte wechselt zu Symrise. Handelsblatt, 27. August 2015.
  54. Symrise AG: Vorstandsmitglied Achim Daub vorzeitig im Amt bestätigt. Pressemitteilung von Symrise, 21. März 2016. Abruf am 19. April 2017.
  55. Siehe die entsprechenden Informationen über den Aufsichtsrat auf der Website des Unternehmens, Abruf am 27. Juni 2017.
  56. Neue Aufsichtsräte für Symrise. In: Börsen-Zeitung, 9. April 2011.
  57. Rabe zieht in Symrise-AR ein. In: Börsen-Zeitung, 24. April 2009.
  58. Alle Angaben zum Personal nach Symrise AG: Unternehmensbericht 2018, S. 114.
  59. Michael Robrecht: Erste Parfümerieschule in Deutschland eröffnet. In: Westfalen-Blatt, 17. Mai 2011. Roswitha Hoffmann-Wittenburg: Ein Labor, in dem es nach Maiglöckchen und Rosen duftet. Holzmindener Unternehmen Symrise eröffnet neue Parfümerie-Schule. In: Neue Westfälische 24. Mai 2011
  60. Duftstoff-Hersteller Symrise „Die Zwiebel wird unterschätzt“. In: Berliner Zeitung. 30. August 2013, abgerufen am 29. Juni 2017.
  61. Stiftung Ritter Sport entsetzt über Note "mangelhaft". In: Spiegel Online, abgerufen 21. November 2013.
  62. Zum Rechtsstreit siehe grundsätzlich Klaus Roth: „Quadratisch, praktisch, natürlich?“. In: Chemie in unserer Zeit, Band 49 (2015), Heft 5, S. 336–344, doi:10.1002/ciuz.201500722.
  63. Jost Marin: Voll auf die Nuss. In: Die Tageszeitung, abgerufen am 13. September 2014.
  64. Symrise AG: Symrise bestätigt die Einhaltung der europäischen Aromenverordnung. Pressemitteilung vom 26. November 2013, abgerufen am 29. Juni 2017.
  65. Henning Peitsmeier: Schwere Niederlage für Warentest gegen Ritter Sport. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, abgerufen 13. Januar 2014.
  66. Feine Schote, hoher Preis, Vanille-Beschaffung bringt Symrise Auszeichnung für nachhaltiges Wirtschaften ein. In: Westfalen-Blatt vom 12. Dezember 2012.
  67. Joachim Schalinski: Die Strategie greift. Aroma-Hersteller Symrise will globaler und differenzierter werden. In: Lebensmittel Zeitung, 24. Mai 2013.
  68. a b c Martin Mehringer: Scharfer Kampf um süße Schote. In: Lebensmittel Zeitung, 20. März 2015.
  69. Begründung der Jury, Abruf am 27. Juli 2017.
  70. Symrise bekommt Auszeichnung. In: Göttinger Tageblatt, 7. November 2015.
  71. Zwei Auszeichnungen für Symrise. In: Neue Westfälische, 12. Juli 2016.
  72. „German Awards for Excellence“: Symrise für vorbildliche Nachhaltigkeit geehrt. In: holzminden-news.de. 18. Mai 2017, abgerufen am 27. Juli 2017 (Pressemeldung der Symrise AG).Auszeichnung für Symrise. In: Lebensmitteltechnik. 22. Juni 2017, abgerufen am 27. Juli 2017.
  73. DQS vergibt German Awards for Excellence. In: Qualität und Zuverlässigkeit, Jg. 62 (2017), Heft 8.
  74. Untertnehmensbericht 2018, S. 81
  75. Zu den Aktivitäten auf Madagaskar siehe Sielaff, Witter, Tenge: Symrise, S. 281–290; ferner Bert Losse: Edelgewürz. Der Kampf um die Vanille-Schoten. In: Wirtschaftswoche. 4. Oktober 2014, abgerufen am 29. Juni 2017.

Koordinaten: 51° 49′ 35,9″ N, 9° 28′ 15″ O