Ajax (Automarke)

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Der Ajax war eine Automarke, die die Nash Motors Company im Mai 1925 in Racine (Wisconsin) etablierte, um auch im Niedrigpreissegment (um 1.000 US-$) ein Fahrzeug anzubieten.

Anfang 1924 wurde eigens zum Bau des Fahrzeug die riesige Fabrik der ehemaligen Mitchell Motor Car Company in Racine (Wisconsin) gekauft. Chefingenieur wurde Earl G. Gunn, der diese Position zuvor bereits bei der Anfang 1924 stillgelegten LaFayette Motors Corporation in Milwaukee (Wisconsin) innegehabt hatte. Maschinen und Anlagen der LaFayette-Produktion wurden von Milwaukee nach Racine transportiert und an die Ajax-Produktion angepasst.

Die Konstruktion des Ajax basierte auf der der größeren zeitgenössischen Nash-Modelle Special Six und Advanced Six. Das Konzept der Billigmarke ging aber nicht auf; es wurden nur ca. 20.000 Ajax verkauft, während der Special Six und der Advanced Six im gleichen Zeitraum wesentlich höhere Stückzahlen erreichten. Daher ließ man im Folgejahr die Marke wieder sterben und benannte den Sechszylinderwagen in Nash Light Six um. Zwei Jahre später hieß das überarbeitete Modell Nash Standard Six.

1925: Ajax[Bearbeiten]

Der neue Ajax, Modell 220, besaß ein Fahrgestell mit nur 2.743 mm Radstand. Der seitengesteuerte Sechszylinder-Reihenmotor mit 2.779 cm³ Hubraum (Bohrung × Hub = 76,2 mm × 101,6 mm) war neu entwickelt worden und ein Novum in dieser Klasse. Er leistete 40 bhp (29 kW) bei 2.400/min. Einscheiben-Trockenkupplung und Dreiganggetriebe (mit Mittelschaltung) teilte sich der Ajax mit den größeren Nash-Modellen ebenso, wie den Hinterradantrieb. Die Bremsen wurden mechanisch betätigt; ebenfalls zum ersten Mal in der Mittelklasse wirkten sie auf alle vier Räder.

Die Fahrzeuge wurden in zwei verschiedenen Ausführungen geliefert: Ein viertüriger Tourenwagen zu US$ 865 und eine viertürige Limousine zu US$ 995.

1926–1927: Nash Light Six[Bearbeiten]

Im Mai 1926 wurde der Ajax ohne technische oder stilistische Änderungen in Nash Light Six umbenannt. Auch die interne Modellnummer 220 wurde beibehalten. Zu den beiden viertürigen Aufbauten wurde zusätzlich ein zweitüriges Coupé angeboten. Die Rechnung der Geschäftsleitung, die durch die Umbenennung des Wagens die Verkäufe ankurbeln wollte, ging auf: Es wurden 60 % mehr verkauft als im Vorjahr.

1927 veränderte man die Karosserielinien etwas, sodass sich weichere Linien ergaben. Technische Änderungen gab es nicht. Neu dazu kamen eine zweitürige Limousine und eine viertürige Luxuslimousine.

1928–1929: Nash Standard Six[Bearbeiten]

Nash Standard Six Cabriolet Modell 422 (1929)

Im Modelljahr 1928 benannte man den Light Six in Standard Six, Modell 320, um. Der Motor wurde auf 3.017 cm³ (Bohrung x Hub = 79,4 mm x 101,6 mm) aufgebohrt und leistete nun 45 bhp (33 kW) bei 2.600/min. Der Kühler wurde etwas höher und die viertürige Luxuslimousine wurde durch ein Landaulet ersetzt. Dazu gab es erstmals auch ein zweitüriges Cabriolet.

1929 wurde der Radstand des Modells 420 auf 2.858 mm verlängert, die Motorleistung stieg bei gleichbleibendem Hubraum auf 50 bhp (37 kW) bei 2.800/min. Der neue, noch höhere und schmalere Kühler zeigte ein Fischgrätmuster.

1930 ersetzte der neue Single Six den Standard Six und sein größeres Schwestermodell Special Six.

Quellen[Bearbeiten]

  • Kimes, Beverly R. (Herausgeber), Clark, Henry A.: The Standard Catalog of American Cars 1805–1942, Kraus Publications (1985), ISBN 0-87341-045-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nash Standard Six – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien