Aschaffenburg Hauptbahnhof
| Aschaffenburg Hbf | |
|---|---|
| Der Aschaffenburger Hauptbahnhof im Januar 2011 | |
| Daten | |
| Kategorie | 2 |
| Betriebsart | Durchgangsbahnhof |
| Bauform | Modern/-Child. |
| Bahnsteiggleise | 8 |
| Reisende/Tag | 14.000 |
| Abkürzung | NAH |
| Eröffnung | 1854 |
| Profil auf Bahnhof.de | Nr. 187 |
| Lage | |
| Stadt | Aschaffenburg |
| Land | Bayern |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 49° 58′ 0″ N, 9° 9′ 0″ O49.9666666666679.15Koordinaten: 49° 58′ 0″ N, 9° 9′ 0″ O |
| Höhe | 131 m |
| Eisenbahnstrecken | |
| Bahnhöfe in Bayern | |
Der Aschaffenburger Hauptbahnhof liegt an der aufkommensstarken Schienenverkehrsachse Ruhrgebiet–Frankfurt (Main)–Nürnberg–München/Wien. Die Deutsche Bahn ordnet den Aschaffenburger Hauptbahnhof in die Bahnhofskategorie 2 ein.[1] Er bildet die Grenze zwischen der Innenstadt und dem Stadtteil Damm.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Beim Personenbahnhof befand sich ein heute größtenteils abgebrochener Rangierbahnhof. Der Hauptbahnhof wurde im Jahre 1854 mit der Inbetriebnahme der bayerischen Ludwigs-West-Bahn damals auf der „grünen Wiese“ eröffnet. Das Empfangsgebäude aus der Ursprungszeit wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges 1944 durch Bombardierungen zerstört und in der ersten Hälfte der 1950er Jahre an gleicher Stelle durch einen Neubau von Hans Kern in einem sachlichen Stil ersetzt. Der neue Bahnhof besaß eine elegante durchgängig verglaste Eingangshalle mit Pultdach und einen Anbau mit dem Bahnhofsrestaurant.
Der Hauptbahnhof wird seit Oktober 2004 abschnittsweise erneuert. Der Neubau der Bahnsteigunterführung einschließlich dem Einbau von Aufzugsanlagen sowie der Neubau und die Erhöhung der Bahnsteige sind bereits abgeschlossen. Im Oktober 2009 begann die Verlängerung und der Durchstich der Bahnsteigunterführung unter den Geleisen hindurch mit einem Ausgang in den Stadtteil Damm. Die Pläne eines Investors, den gesamten Hauptbahnhof vom Dämmer Steg bis zum Stadtpalais (Postgebäude) zu erneuern, sind bereits in Umsetzung. Hierfür wurde das alte Bahnhofsgebäude abgerissen und ein neues, mit großen Geschäftsflächen und einem Parkhaus mit über 400 Stellplätzen errichtet. Das neue Gebäude wurde am 29. Januar 2011 eröffnet.[2]
Mitte Februar 2011 wird die Neugestaltung des Bahnhofvorplatzes beginnen. Diese Arbeiten sollen bis zum Sommer abgeschlossen sein. Des Weiteren ist die Fertigstellung von Bahnhof-Nord, dem Zugang zum Hauptbahnhof nördlich der Gleise, für Ende 2011 geplant.[3] Bahnhof-Nord wird ein weiteres Parkhaus mit knapp 200 Stellplätzen beinhalten.
Im Oktober 2010 wurde eine verkleinerte Kopie des vorher an der Außenwand angebrachten Hermes-Mosaiks an der Ostseite des neuen Empfangsgebäudes angebracht. Das alte Kunstwerk wurde als Digitalfotodruck auf vier Aluminiumtafeln aufgebracht. Die Mehrzahl der Originalkacheln wurden ohne Genehmigung durch den Eigner des Bahnhofs kurz vor dem Abriss des Bahnhofsgebäudes gerettet und von dem Grafiker Udo Breidenbach für die Reproduktion wieder zusammengesetzt.[4]
[Bearbeiten] Infrastruktur
Der Personenbahnhof verfügt über sieben Durchgangsgleise sowie ein Stumpfgleis im Ostkopf des Bahnhofs. Die sich nördlich anschließenden sechs Gleise (Gleise 101 bis 106) dienen vorrangig dem Güterverkehr. Die Gleisanlagen von Aschaffenburg Hbf wurden bis 1974 durch viele dezentrale mechanische und elektromechanische Stellwerke gesteuert, seit 1974 wird diese Aufgabe von einem Drucktastenstellwerk, das am Ostkopf des Bahnhofs errichtet wurde, wahrgenommen.
[Bearbeiten] Verkehrsanbindung
| Zuggattung | Strecke | Bemerkungen | |
|---|---|---|---|
| Intercity-Express (Linie 41) |
Essen – Köln – Frankfurt (Main) – Aschaffenburg – Würzburg – Nürnberg – München | 60-Minuten-Takt | |
| Intercity-Express (Linie 12) |
Hannover – Düsseldorf – Köln Messe/Deutz – Frankfurt (Main) – Aschaffenburg – Würzburg – Nürnberg – München | einzelne Züge | |
| Intercity-Express (Linie 91) |
Frankfurt (Main) – Aschaffenburg – Würzburg – Nürnberg – Passau – Wien Westbf | 2 Züge | |
| Intercity | (Passau) –Nürnberg – Aschaffenburg – Frankfurt (Main) – Mainz – Koblenz – Bonn – Köln – Hagen – Dortmund – (Hamburg) | einzelne Züge | |
| Interregio-Express | Wertheim – Miltenberg – Aschaffenburg – Hanau | 1× täglich, Mo–Fr. | |
| Regional-Express | Frankfurt (Main) – Hanau – Aschaffenburg – Würzburg / Nürnberg | 60-Minuten-Takt | |
| Regional-Express | Aschaffenburg – Miltenberg – Wertheim – Bad Mergentheim – Crailsheim | Maintalbahn, Taubertalbahn | |
| Regionalbahn | Aschaffenburg – Darmstadt – Mainz – Wiesbaden | Main-Rhein-Bahn | |
| Regionalbahn | Aschaffenburg – Hanau – Frankfurt (Main) | 120-Minuten Takt / einzelne Züge | |
| Regionalbahn | Aschaffenburg – Miltenberg – Wertheim | einzelne Züge | |
| Regionalbahn | Aschaffenburg – Miltenberg | Maintalbahn | |
| Regionalbahn | Aschaffenburg – Heigenbrücken – Gemünden | Main-Spessart-Bahn | |
Ab 1891 bis in die 1920er Jahre gab es die sogenannte Mainländebahn, die unterhalb des Bischberges in den ehemaligen Floß- und Handelshafen abzweigte. Zwischen 1911 und 1974 gab es außerdem eine Personenzugverbindung über die Bachgaubahn nach Höchst im Odenwald.
[Bearbeiten] Sonstiges
Weiterhin ist Aschaffenburg durch den Bahnhof Aschaffenburg Süd – Neuer Hafen (Hafenbahnhof, seit 1921) sowie die Schienenhaltepunkte Aschaffenburg-Obernau (seit 1876) und Aschaffenburg Süd (seit 1906) an das regionale Schienennetz angebunden. In unmittelbarer Nähe der Hochschule Aschaffenburg wurde im September 2007 mit der Errichtung des Schienenhaltepunktes Aschaffenburg-Hochschule an der Maintalbahn begonnen, der zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 in Betrieb ging. Auch in der Goldbacher Straße (am Viadukt) ist ein neuer Schienenhaltepunkt vorgesehen.
Aschaffenburg ist Sitz der Verkehrsgesellschaft der neuen Westfrankenbahn. Dies ist das fünfte regionale Verkehrsnetz unter dem Dach der Deutschen Bahn. Die Zuständigkeit der regionalen Gesellschaft betrifft die hauptsächlich im Main- und Taubertal verlaufende Achse Aschaffenburg–Wertheim–Crailsheim sowie die Verbindungen Miltenberg–Seckach, Würzburg–Lauda und Crailsheim–Heilbronn. Mit dieser Dezentralisierungsmaßnahme will sich die Deutsche Bahn wieder stärker um die Kunden in der Region kümmern und sich besser auf die Bedürfnisse vor Ort einstellen. Es wird erwartet, dass damit 250 Arbeitsplätze, die im Zuge der Zentralisierung abgezogen wurden, wieder an den Bayerischen Untermain zurückkehren.
[Bearbeiten] Weblinks
- Gleisplan des Bahnhofs Aschaffenburg Hbf auf den Seiten der Deutschen Bahn (PDF; 196,70 KB)
- Neuer Hauptbahnhof Einweihung 29. Januar 2011
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Bahnhofskategorieübersicht 2011
- ↑ Prominenz feiert neuen Hauptbahnhof. In: Main-Echo. 27. Januar 2011.
- ↑ Eine Träne für den neuen Bahnhof. In: Main-Echo. 29. Januar 2011.
- ↑ Der Schutzherr der Reisenden fliegt wieder In: FAZ. 27. Oktober 2010, S. 48.