Aschaffenburg Hauptbahnhof

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Aschaffenburg Hbf
Der Aschaffenburger Hauptbahnhof im Januar 2011
Der Aschaffenburger Hauptbahnhof im Januar 2011
Daten
Kategorie 2
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bauform Modern/-Child.
Bahnsteiggleise 8
Abkürzung NAH
IBNR 8000010
Eröffnung 1854
Webadresse bahnhof.de
Lage
Stadt Aschaffenburg
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 58′ 0″ N, 9° 9′ 0″ O49.9666666666679.15Koordinaten: 49° 58′ 0″ N, 9° 9′ 0″ O
Höhe (SO) 131 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Bayern
i7i11i12i13i15i15i16i18i20
Der Aschaffenburger Hauptbahnhof während der Renovierungsarbeiten 2005.

Der Aschaffenburger Hauptbahnhof liegt an der aufkommensstarken Schienenverkehrsachse Ruhrgebiet–Frankfurt (Main)–Nürnberg–München/Wien. Die Deutsche Bahn ordnet den Aschaffenburger Hauptbahnhof in die Bahnhofskategorie 2 ein.[1] Er bildet die Grenze zwischen der Innenstadt und dem Stadtteil Damm.

Geschichte[Bearbeiten]

ehemaliges Bahnhofsgebäude von Hans Kern (Abriss: 2009)

Beim Personenbahnhof befand sich ein heute größtenteils abgebrochener Rangierbahnhof. Der Hauptbahnhof wurde im Jahre 1854 mit der Inbetriebnahme der bayerischen Ludwigs-West-Bahn damals auf der „grünen Wiese“ eröffnet. Das Empfangsgebäude aus der Ursprungszeit wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges 1944 durch Bombardierungen zerstört und in der ersten Hälfte der 1950er Jahre an gleicher Stelle durch einen Neubau von Hans Kern in einem sachlichen Stil ersetzt. Der neue Bahnhof besaß eine elegante, durchgängig verglaste Eingangshalle mit Pultdach und einen Anbau mit dem Bahnhofsrestaurant.

die Bahnsteiganlagen des Aschaffenburger Hauptbahnhofs (2007)

Der Hauptbahnhof wurde ab 2004 unter Erhöhung der Bahnsteige und dem Einbau von Aufzügen abschnittsweise erneuert. Hierfür wurde das alte Bahnhofsgebäude abgerissen und ein neues, mit großen Geschäftsflächen und einem Parkhaus mit über 400 Stellplätzen errichtet. Das neue Gebäude wurde am 29. Januar 2011 eröffnet.[2] Ende Februar 2012 ist eine Verlängerung der neuen Bahnsteigunterführung in den Stadtteil Damm eröffnet worden. Hier wurde im April 2012 ein weiteres Parkhaus eröffnet, in dem auf zwei der sechs Parkebenen ca. 200 P&R-Parkplätze vorgesehen sind. Auf der Süd- wie auf der Nordseite wurden von der Stadt Aschaffenburg die Bahnhofsvorfelder verkehrsgerecht umgestaltet.

Im Oktober 2010 wurde eine verkleinerte Kopie des vorher an der Außenwand angebrachten Hermes-Mosaiks an der Ostseite des neuen Empfangsgebäudes angebracht. Das alte Kunstwerk wurde als Digitalfotodruck auf vier Aluminiumtafeln aufgebracht. Die Mehrzahl der Originalkacheln wurden ohne Genehmigung durch den Eigner des Bahnhofs kurz vor dem Abriss des Bahnhofsgebäudes gerettet und von dem Grafiker Udo Breidenbach für die Reproduktion wieder zusammengesetzt.[3]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Personenbahnhof verfügt über sieben Durchgangsgleise sowie ein Stumpfgleis im Ostkopf des Bahnhofs. Die sich nördlich anschließenden sechs Gleise (Gleise 101 bis 106) dienen vorrangig dem Güterverkehr. Die Gleisanlagen von Aschaffenburg Hbf wurden bis 1974 durch viele dezentrale mechanische und elektromechanische Stellwerke gesteuert. Seit 1974 wird diese Aufgabe von einem Drucktastenstellwerk, das am Ostkopf des Bahnhofs errichtet wurde, wahrgenommen.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Zuggattung Strecke Bemerkungen
Intercity-Express
(Linie 41)
(Dortmund Hbf-) EssenKöln Messe/DeutzFrankfurt (Main)AschaffenburgWürzburgNürnbergMünchen 60-Minuten-Takt
Intercity-Express
(Linie 12)
HannoverDüsseldorfKöln Messe/Deutz – Frankfurt (Main) – Aschaffenburg – Würzburg – Nürnberg – München einzelne Züge
Intercity-Express
(Linie 91)
Frankfurt (Main) – Aschaffenburg – Würzburg – Nürnberg – PassauWien Westbf 3 Züge
Intercity-Express (Passau –) Nürnberg – Aschaffenburg – Frankfurt (Main) – MainzKoblenzBonnKölnHagenDortmund (– Hamburg) einzelne Züge
Interregio-Express WertheimMiltenbergAschaffenburgHanau 1× täglich, Mo–Fr
Regional-Express Frankfurt (Main) – Hanau – Aschaffenburg – Würzburg (– Nürnberg) 60-Minuten-Takt
Regional-Express Aschaffenburg – Miltenberg – Wertheim – Bad MergentheimCrailsheim 120-Minuten-Takt
Regionalbahn AschaffenburgBabenhausen (Hess)DieburgDarmstadtGroß-Gerau – Mainz – Wiesbaden 60-Minuten-Takt
Regionalbahn Aschaffenburg – Hanau – Frankfurt (Main) 120-Minuten Takt / einzelne Züge
Regionalbahn Aschaffenburg – Miltenberg – Wertheim einzelne Züge (Maintalbahn)
Regionalbahn Aschaffenburg – Miltenberg – (Amorbach – Walldürn – Seckach) 60-Minuten-Takt
Regionalbahn Aschaffenburg – Heigenbrücken – Gemünden (Main) Main-Spessart-Bahn

Von 1891 bis Ende der 1950er Jahre gab es die so genannte Mainländebahn, die unterhalb des Bischberges in den ehemaligen Floß- und Handelshafen abzweigte. Zwischen 1911 und 1974 gab es außerdem eine Personenzugverbindung über die Bachgaubahn nach Höchst im Odenwald. Derzeit bestehen Bestrebungen, diese Verbindung zumindest bis Großostheim wieder aufleben zulassen, um die Straßenverbindung in den Bachgau, gerade zu Stoßzeiten, zu entlasten.

Sonstiges[Bearbeiten]

Unterführung zum Stadtteil Damm[Bearbeiten]

Der Stadtteil Damm ist seit Ende Februar 2012 über die Unterführung und den Gleisen zu erreichen. Die Unterführung verbindet das Stadtzentrum mit dem Stadtteil und einer angelegten Promenade „Dammer Tor“. Das Bauprojekt kostete 3,7 Millionen Euro.

Haltepunkt Hochschule Aschaffenburg

Haltepunkte im Aschaffenburger Stadtgebiet[Bearbeiten]

Weiterhin ist Aschaffenburg durch die Schienenhaltepunkte Obernau (seit 1876) und Aschaffenburg Süd (seit 1906) an das regionale Schienennetz angebunden, sowie seit dem Fahrplanwechsel 2007/2008 dem in unmittelbarer Nähe der Hochschule Aschaffenburg gelegenen Bahnhof Aschaffenburg Hochschule. Es bestehen Pläne, in der Goldbacher Straße (am Viadukt) einen weiteren Schienenhaltepunkt einzurichten.

Sitz der Verkehrsgesellschaft „Westfrankenbahn“[Bearbeiten]

Aschaffenburg ist Sitz der Verkehrsgesellschaft der neuen Westfrankenbahn. Dies ist das fünfte regionale Verkehrsnetz unter dem Dach der Deutschen Bahn. Die Zuständigkeit der regionalen Gesellschaft betrifft die hauptsächlich im Main- und Taubertal verlaufende Achse Aschaffenburg–Wertheim–Crailsheim sowie die Verbindungen Miltenberg–Seckach, Würzburg–Lauda und Crailsheim–Heilbronn. Mit dieser Dezentralisierungsmaßnahme will sich die Deutsche Bahn wieder stärker um die Kunden in der Region kümmern und sich besser auf die Bedürfnisse vor Ort einstellen. Es wird erwartet, dass damit 250 Arbeitsplätze, die im Zuge der Zentralisierung abgezogen wurden, wieder an den Bayerischen Untermain zurückkehren.

Auszeichnung[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aschaffenburg Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stationspreisliste 2012 (PDF)
  2. Prominenz feiert neuen Hauptbahnhof. In: Main-Echo. 27. Januar 2011.
  3. Der Schutzherr der Reisenden fliegt wieder In: FAZ. 27. Oktober 2010, S. 48.
  4. Main-Echo Nr.199 vom 29. August 2012.