Kleinostheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kleinostheim
Kleinostheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kleinostheim hervorgehoben
509.0666666666667114Koordinaten: 50° 0′ N, 9° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Höhe: 114 m ü. NHN
Fläche: 13,89 km²
Einwohner: 8181 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 589 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63801
Vorwahl: 06027
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 136
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kardinal-Faulhaber-Straße 12
63801 Kleinostheim
Webpräsenz: www.kleinostheim.de
Bürgermeister: Dennis Neßwald (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Kleinostheim im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Geiselbacher Forst Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Luftbild von Stockstadt (unten), Mainaschaff (Mitte) und Kleinostheim (oben)
Gemeindegebiet mit Ortsteilen von Kleinostheim

Kleinostheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Main, am westlichen Rand des Spessarts und an der nordwestlichen Ecke des Mainvierecks nahe Aschaffenburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Kleinostheim hat zwei amtlich benannte Ortsteile[2] auf einer Gemarkung:

Waldstadt, Industriegebiet West und Wingert sind keine amtlich benannten Ortsteile.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeinde
Karlstein am Main
Gemeinde
Johannesberg
Gemeinde
Mainhausen
Nachbargemeinden
Markt
Stockstadt am Main
Gemeinde
Mainaschaff

Gemeinde Kleinostheim als Wohnstadt[Bearbeiten]

Aufgrund der Lage in der Metropolregion Frankfurt Rhein-Main profitiert Kleinostheim von seiner Nähe zu Städten wie Frankfurt, Offenbach und Aschaffenburg als Wohnort von Pendlern, die in diesen Städten erwerbstätig sind. Die Bevölkerung hat sich dadurch seit den 1960er Jahren von 4000 auf über 8000 verdoppelt.

Durch die günstige Verkehrsanbindung über eine wichtige Nord-Süd-Verbindung der Eisenbahn (Main-Spessart-Bahn), die Bundesautobahnen A3 und A45 sowie die Rhein-Donau-Wasserstraße sind Ziele innerhalb und außerhalb der Metropolregion gut erreichbar.

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Der ursprüngliche Name Osenheim besteht aus dem althochdeutschen Wort haim, das Behausung oder Wohnsitz bedeutet, und dem Personenname Ozzo. Erst im Jahre 1594 findet sich die Richtungsangabe Osten angedeutet. Der Zusatz Klein unterscheidet es vom naheliegenden Ort Großostheim, der seinen Namen jedoch nicht von einem Personennamen, sondern von der Himmelsrichtung hat.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 750 Osenheim
  • 975 Ozzenheim
  • 1000 Ozenheim
  • 1150 Ozzenheim
  • 1248 Ozenheim
  • 1312 Ozzinheim
  • 1321 Ozenheym
  • 1532 Ossenheim
  • 1594 Ostenheim
  • 1633 Klein Osenheim
  • 1805 Kleinostheim

Geschichte[Bearbeiten]

Kleinostheim wurde wahrscheinlich im 6. Jahrhundert als Ossenheim von den Franken gegründet und 975 erstmals urkundlich erwähnt. Fast tausend Jahre lang war es kirchlich und politisch eng mit dem Stift St. Peter und Alexander in Aschaffenburg verbunden.

Kleinostheim kam im Jahr 1814 zu Bayern, zuvor gehörte es (seit dem 10. Jahrhundert) zu Kurmainz.

Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Aschaffenburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Kleinostheim lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Kleinostheim war nun eine der 33 Gemeinden im Altkreis Aschaffenburg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Alzenau in Unterfranken zum neuen Landkreis Aschaffenburg zusammen.

Im Zuge des Luftkrieges im Zweiten Weltkrieg gegen das Deutsche Reich wurden bei einem Fliegerangriff am 21. Januar 1945 mehr als 500 Gebäude beschädigt oder gänzlich zerstört, 61 Menschen fanden den Tod. Daran erinnert die 1995 neu gestaltete Gedenkstätte auf dem Friedhof.

1951 wurde die dritte Laurentiuskirche in der mehr als 1000-jährigen Geschichte der katholischen Gemeinde geweiht, 1955 unweit davon die Markuskirche für die junge evangelische Gemeinde.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[4]
Wahlbeteiligung: 55,0 %
 %
50
40
30
20
10
0
46,0 %
25,6 %
20,9 %
7,4 %

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Kleinostheim hat (ohne Bürgermeister) 20 Mitglieder.

CSU SPD FW FDP Gesamt
2014 9 4 6 1 20 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung
Über silbernem Wellenschildfuß in Rot eine goldene Eiche, beseitet rechts von einem sechsspeichigen silbernen Rad, links von einem silbernen Spatenblatt

Wappengeschichte
Kleinostheim liegt zwischen Main und Spessart, der für Eichenwälder charakteristisch ist. Im Wappen wird dies durch die Eiche symbolisiert. Der Wellenschildfuß weist auf die geografische Lage der Gemeinde zwischen Main und Spessart hin. Kleinostheim ist eine sehr alte Siedlung mit einer landwirtschaftlichen Geschichte von mehr als 20 Jahrhunderten, hierauf weist im Wappen das Spatenblatt hin, das bei Ausgrabungen gefunden wurde und aus keltischer Zeit stammt. Das Rad („Mainzer Rad“) und die Farben Rot und Silber sind dem Wappen des Kurstaats Mainz entnommen und erinnern an die Zugehörigkeit des Gemeindegebiets zu diesem Staat.

Das Wappen wurde am 5. Juni 1975 verliehen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

  • Bahnhof (Hauptstrecke Frankfurt–Aschaffenburg–Würzburg) mit P+R Anlage
  • Autobahn A 3, zwischen Frankfurt (ca. 40 km entfernt) und Würzburg (ca. 80 km entfernt)
  • Anschluss zur A 45 mit der Mainbrücke
  • Buslinien 31 und 50 der VAB.

Feuerwehr[Bearbeiten]

Umrahmt von zwei Bundesautobahnen (BAB 45, BAB 3), der Wasser- und Schifffahrtsstraße Main und in den Industriegebieten mit vielen ansässigen Firmen benötigt die Freiwillige Feuerwehr Kleinostheim einen dementsprechend ausreichenden Fahrzeug- und Gerätepark, um die Gefahrenbereiche abzusichern. Dieser besteht derzeit aus einem Einsatzleitwagen, aus zwei Löschgruppenfahrzeugen (LF 16 und LF 8), einem Tanklöschfahrzeug (TLF 16), einer Drehleiter (DLK 23-12 CC GL), einem Versorgungs-Lkw, einem Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) und aus einem Rettungsboot auf Trailer (RTB2). Das Feuerwehrhaus befindet sich mittig im Ort gelegen an der Bundesstraße 8. Die Freiwillige Feuerwehr Kleinostheim betreibt unter anderem im Landkreis Aschaffenburg den Lehrgang Absturzsicherung. Die Kleinostheimer Feuerwehr gehört zu einer der größeren Feuerwehren im Landkreis Aschaffenburg.

Bildung[Bearbeiten]

In Kleinostheim gibt es die Kinderkrippe St. Vinzenz von Paul und drei Kindergärten: Spatzennest (Träger Gemeinde Kleinostheim), St. Laurentius (Träger Katholische Kirche) und St. Markus (Träger Evangelisch-luth. Kirche). Die Grundschule "Wilhelm Emmanuel von Ketteler" hat eine Ganztagesklasse pro Jahrgang und bietet eine Mittagsbetreuung an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Verschiedenes[Bearbeiten]

In Kleinostheim wird das „Grobirnfest“ gefeiert. Die „Gute Graue“ in der regionalen Mundart „Grobirn“ ist eine Tafelbirnenart, die im 17. Jahrhundert aus Frankreich als »Beurre gris« eingeführt wurde.

Im Jahr 2013 promovierte sich Frau Dr. Johanna Konrad-Brey an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg zu dem Thema “ Integration und Mentalität(en). Katholische Lebenswelt(en) in den Umbrüchen des 19. und 20. Jahrhunderts, dargestellt am Beispiel der Gemeinde Kleinostheim am bayerischen Untermain“.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111122/002146&attr=OBJ&val=1544
  3. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 120.
  4. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=671&suchbegriff=6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kleinostheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien