Mainaschaff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mainaschaff
Mainaschaff
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mainaschaff hervorgehoben
49.9833333333339.0833333333333114Koordinaten: 49° 59′ N, 9° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Höhe: 114 m ü. NHN
Fläche: 7,31 km²
Einwohner: 8609 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1178 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63814
Vorwahl: 06021
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 140
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 10-12
63814 Mainaschaff
Webpräsenz: www.mainaschaff.de
Bürgermeister: Horst Engler (CSU)
Lage der Gemeinde Mainaschaff im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Geiselbacher Forst Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Luftbild von Stockstadt, Mainaschaff und Kleinostheim
Gemeindegebiet von Mainaschaff
Luftbild 2008

Mainaschaff ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg in Bayern.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt westlich angrenzend an die Stadt Aschaffenburg am rechten Ufer des Mains, nahe an der Landesgrenze zu Hessen. Ihr höchster Punkt liegt ca. 700 m südwestlich von Sternberg bei ca. 330 m ü. NN; ihr niedrigster bei 108,5 m ü. NN im Main.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Mainaschaff hat einen amtlich benannten Ortsteil[2]. Es gibt nur die Gemarkung Mainaschaff.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeinde
Kleinostheim
Gemeinde
Johannesberg
Nachbargemeinden
Markt
Stockstadt am Main
Stadt
Aschaffenburg

Name[Bearbeiten]

Namensherkunft[Bearbeiten]

Seinen ursprünglichen Namen hat der Ort Aschaff vom Fluss Aschaff, an dem er liegt. Später wurde zur Unterscheidung vom in der Nähe liegenden Ort Aschaff (heute Waldaschaff) der Zusatz Main hinzugefügt.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 950 Ascafa
  • 1184 Aschapha
  • 1222 Aschaffe
  • 1248 Ascaffe
  • 1250 Ascaff
  • 1282 Asschaf
  • 1283 Aschapha
  • 1366 Mennaschaff
  • 1424 Meynaschaff
  • 1532 Meinaschaff
  • 1607 Mainaschaff

Geschichte[Bearbeiten]

Mainaschaff wurde erstmals im Privileg Papst Lucius' III. für das Stift Aschaffenburg von 1184 urkundlich als Besitzverfügung erwähnt. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts gehörte der kleine Ort, der vornehmlich aus landwirtschaftlichen Höfen bestand, zum Stift Sankt Peter und Alexander (siehe auch: Stiftskirche St. Peter und Alexander) in Aschaffenburg. Die Bewohner, die hauptsächlich auch vom Obstanbau und Fischfang lebten, hatten an dieses Stift laufende Abgaben und auch Frondienste zu leisten. Erst 1872 wurde Mainaschaff eine eigenständige Gemeinde. Von 1917 bis 1972 bestand bei Mainaschaff etwa in Höhe der Ankergasse eine Staustufe mit Steg über den Main, mit einem Kraftwerk in Flussmitte und mit einer Floßgasse am Mainaschaffer Ufer. Schleuse und Fischpass befanden sich auf dem Stockstädter Mainufer.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[4]
Wahlbeteiligung: 60,4 %
 %
50
40
30
20
10
0
43,5 %
41,2 %
15,3 %

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Mainaschaff besteht aus 20 Ratsmitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 5001 und 10.000.[5] Der Gemeinderat wird für jeweils sechs Jahre gewählt.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der erste Bürgermeister. Dies ist Horst Engler von der CSU.

CSU SPD FWG Gesamt
2014 10 6 4 20 Sitze
2008 9 8 3 20 Sitze
2002 10 7 3 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Ein silberner Wellengöpel; vorne fünfmal geteilt von Gold und Rot, hinten in Rot ein halbes, stehendes silbernes Rad, im Schildfuß Blau.

Wappengeschichte: Der Wellengöpel symbolisiert den Zusammenfluss der Flüsse Main und Aschaff. Ihre Namen stehen auch redend für den Gemeindenamen. Die geminderte Teilung von Rot und Gold in der vorderen Schildhälfte stammt aus dem Wappen der Grafen von Rieneck, denen in der Geschichte Teile der Gemeinde gehörten. Das halbe Rad stammt aus dem Wappen des Kurstaats Mainz, zu dem der Ort bis 1803 gehörte. Die Farben Blau im Schildfuß und Silber im Wellengöpel sind die Farben Bayerns, zu dem der Ort seit 1816 gehört.
Das Wappen von Mainaschaff wurde am 28. August 1968 verliehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

  • In Mainaschaff sitzt das Marionettentheater Puppenschiff.
  • Außerdem trägt die Gemeinde die Maintalhalle, in der kulturelle und sportliche Veranstaltungen stattfinden. Besonders bekannt ist die Halle wegen der Musicalaufführungen der Fachakademie für Sozialpädagogik des Landkreises Aschaffenburg und des Gesangvereins Edelweiß Mainaschaff.

Bauwerke[Bearbeiten]

Der Kapellenberg, ein ehemals seit dem 14. Jahrhundert als Weinberg dienender flächenmäßig großer Hügel mit einer Kapelle und einer Marienstatue, gilt seit über hundert Jahren als Wallfahrtsort und ist immer wieder das Ziel zahlreicher Prozessionen. Öffentliche Einrichtungen (Spielplatz etc.) machen ihn auch zu einem bekannten Ausflugsziel. Auf diesem Berg befindet sich auch der Eingang zu einer alten, allerdings erst in diesem Jahrhundert der Öffentlichkeit zugänglichen Grotte. Er wird seit 2005 auch wieder aktiv als Weinberg genutzt. Außerdem gibt es dort mehrere gesprengte Bunker der Wetterau-Main-Tauber-Stellung. Bis zur Verbreiterung der A 3 stand am ehemaligen Autobahnparkplatz ein Aussichtspavillon in der Form eines Monopteros.

Mainparksee

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Mainaschaff

Parks[Bearbeiten]

Der Mainparksee, ein nunmehr etwa 24 Hektar großer Binnensee, der beim Bau der Autobahn in den 1950er Jahren aus einem Baggersee entstand, bietet einen Dauercampingplatz und Bademöglichkeiten. Seit 2005 ist in Mainaschaff auf dem Gelände des Mainparksees eine der größten Saunalandschaften Deutschlands ansässig. Er wurde als Naherholungsgebiet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Im Mainaschaffer Strietwald gibt es einen ehemals als Hartsteinbruch genutzten Vulkanschlot mit Vorkommen des Minerals Olivin-Nephelinit.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Lokalkolorit[Bearbeiten]

Die Mainaschaffer (im Dialekt auch Oscheffer, Escheffer oder auch Öscheffer genannt) haben, wie die Einwohner vieler anderer Dörfer, deren Äcker aus Sandboden bestehen, den Ortsnecknamen Sandhasen, was in der Soldatensprache soviel bedeutet wie „Infanterist“.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Thiel: Das Privileg Papst Lucius’ III. für das Stift Aschaffenburg von 1184. Geschichts- u. Kunstverein, Aschaffenburg 1984, ISBN 3-87965-004-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mainaschaff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111122/170658&attr=OBJ&val=1547
  3. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 136.
  4. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=671&suchbegriff=6
  5. Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (Gemeindeordnung - GO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 1998; Art. 31 – Zusammensetzung des Gemeinderats, abgerufen am 11. Juli 2014
  6. http://www.duden.de/suchen/dudenonline/soldatensprache