Augusto Farfus

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Augusto Farfus
Augusto Farfus (2009)
DTM
Nation BrasilienBrasilien Brasilien
Erstes Rennen Hockenheim I 2012
Teams (Hersteller)
2012–2014 RBM (BMW)
Statistik
Rennen Siege Poles SR
30 4 3 1
Podien 9
Gesamtsiege -
Punkte 224
(Stand: Saisonende 2014)

Augusto Farfus dos Santos Júnior (* 3. September 1983 in Curitiba) ist ein brasilianischer Automobilrennfahrer. Er gewann 2001 die Gesamtwertung des Formel Renault 2000 Eurocups und 2003 die Euro Formel 3000. Er war von 2005 bis 2010 in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) aktiv. Seine beste Gesamtplatzierung war ein dritter Platz (2006 und 2009). Seit 2012 startet er für Racing Bart Mampaey (RBM) in einem BMW in der DTM. Seine beste Gesamtplatzierung erreichte er 2013 mit dem zweiten Rang.

Karriere[Bearbeiten]

Kartsport (1991–1999)[Bearbeiten]

Farfus stieg im Alter von sieben Jahren mit der Teilnahme am Minibike-Championnat des Motorsportclubs von Paranaense, einem Stadtteil von Curitiba, in den Motorsport ein. Seine Debüt-Saison beendete er mit dem Meistertitel. Bereits ein Jahr später entdeckte er sein Interesse für den Kartsport und bestritt in der Kadettenklasse der Kart-Meisterschaft des paranaenser Clubs seine erste Motorsport-Saison auf vier Rädern, welche er erneut mit dem Meistertitel abschloss. Dies war der Grundstein für seine weitere Karriere im Kartsport und in der Formel Parilla. In letzterer Division wurde Farfus 1996 und 1997 Meister. Das darauffolgende Jahr führte ihn zum ersten Mal nach Nordamerika, wo er die nordamerikanische Kart-Meisterschaft auf Rang drei beendete. Im Jahr 1999 startete Farfus erstmals in Europa, beim italienischen Winter Cup zur Formel-A-Kartmeisterschaft. Abermals sicherte er sich den Meistertitel.

Formel Renault und Euro Formel 3000 (2000–2003)[Bearbeiten]

2000 wechselte Farfus in den Formelsport und trat für Cram Competition in der italienischen Formel Renault und im Formel Renault 2000 Eurocup an. Während sein Teamkollege Felipe Massa in beiden Serien die Gesamtwertung gewann wurde Farfus mit einem Sieg Zehnter der italienischen Formel Renault sowie 21. im Formel Renault 2000 Eurocup. 2001 wechselte Farfus zu RC Motorsport. Im Formel Renault 2.0 Eurocup gewann er vier von zehn Rennen und entschied die Meisterschaft mit 160 zu 130 Punkten gegen Marc Benz für sich. Dabei hatte Farfus mehr als doppelt so viele Punkte wie seine Teamkollegen Robert Kubica und Mauro Massironi zusammen erzielt. Außerdem nahm er an vier Rennen der italienischen Formel Renault teil.

2002 wechselte Farfus zum Draco Junior Team in die Euro Formel 3000. Mit einem dritten Platz als bestes Resultat schloss er die Saison auf dem neunten Rang ab. 2003 blieb Farfus beim Draco Junior Team. Er entschied vier von neun Rennen für sich und sicherte sich den Meistertitel mit 60 zu 31 Punkten vor Fabrizio del Monte. Teamintern setzte er sich deutlich gegen Sven Heidfeld, der vier Punkte erzielte, durch.

Tourenwagenmeisterschaft (2004–2010)[Bearbeiten]

2004 wechselte Farfus zu AutoDelta Squadra Corse in die Tourenwagen-Europameisterschaft (ETCC) und erhielt einen Alfa Romeo 156. Bereits in seinem dritten Rennen erzielte er mit einem dritten Platz seine erste Podiums-Platzierung im Tourenwagensport. Mit sechs dritten und einen zweiten Platz beendete er seine erste Saison auf dem sechsten Platz der Meisterschaft.

2005 wurde die ETCC zur Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC). Farfus blieb in seinem Team, das sich in dieser Saison Alfa Romeo Racing Team nannte. Beim zweitletzten Saisonrennen auf dem macauischen Guia Circuit gewann er sein erstes WTCC-Rennen. Mit insgesamt drei Podest-Platzierungen wurden er Vierter in der Gesamtwertung. 2006 gewann Farfus drei Rennen und schloss die Saison als bester Alfa-Romeo-Pilot auf dem dritten Platz ab.

Farfus in einem BMW beim WTCC-Rennen in Oschersleben 2007

2007 wechselte Farfus als Werkspilot zu BMW und wurde Schnitzer Motorsport zugeteilt. Sein Teamkollege wurde Jörg Müller. Farfus gewann drei Rennen und lag am Ende der Saison auf dem vierten Gesamtrang. Sein Markenkollege Andy Priaulx gewann in diesem Jahr die Weltmeisterschaft. Außerdem nahm er in diesem Jahr für BMW Sauber an Formel-1-Testfahrten teil.[1] 2008 gelang es Farfus, zwei Siege einzufahren. In der Fahrerwertung belegte er den sechsten Platz. 2009 war Farfus mit sechs Siegen der Fahrer, der die meisten Rennen gewonnen hatte. Zum Titelgewinn reichte es jedoch nicht, da er mit 113 Punkten den Seat-Piloten Gabriele Tarquini (127 Punkte) und Yvan Muller (123 Punkte) unterlag. Farfus war in dieser Saison erstmals der beste BMW-Pilot. Gegen Müller setzte er sich in jeder Saison durch.

Farfus beim WTCC-Rennen in Japan 2010

2010 reduzierte BMW sein werksseitiges Engagement in der WTCC. Farfus wechselte zum belgischen Team Racing Bart Mampaey, wo Priaulx sein Teamkollege wurde. Während Priaulx Rennen gewann, waren drei zweite Plätze die besten Resultate von Farfus. Er schloss die Saison auf dem siebten Rang ab.

Darüber hinaus wurde Farfus im Sportwagenbereich von BMW eingesetzt. Er debütierte beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans sowie in der Le Mans Series. Außerdem fuhr er zusammen mit Uwe Alzen, Pedro Lamy und Jörg Müller den Gesamtsieg des 24-h-Rennens Nürburgring ein.

Nachdem sich BMW Ende 2010 werksseitig aus der WTCC zurückgezogen hatte, nahm Farfus 2011 an keiner kompletten Rennsaison teil. Für BMW startete er bei den 24-Stunden Rennen in Le Mans und auf dem Nürburgring, sowie bei insgesamt drei Rennen in der Le Mans Series und der American Le Mans Series (ALMS). Außerdem nahm er für Holden an einer Veranstaltung der V8 Supercars teil.

DTM (seit 2012)[Bearbeiten]

Zur Saison 2012 stieg Farfus mit BMW in die DTM ein.[2] Wie in seiner letzten Saison in der WTCC fuhr Farfus auch in der DTM zusammen mit Priaulx bei Racing Bart Mampaey.[3] Beim zweiten Rennen auf dem EuroSpeedway Lausitz erzielte Farfus mit einem dritten Platz seine erste Podest-Platzierung in der DTM. Nachdem Farfus bei weiteren Rennen Punkte erzielt hatte, gewann er in Valencia sein erstes DTM-Rennen. Insgesamt erzielte Farfus in der Saison drei Podest-Platzierungen und zwei Pole-Positions. Er schloss seine Debütsaison als bester Neuling auf dem siebten Gesamtrang ab. 2013 blieb Farfus in der DTM bei Racing Bart Mampaey und er erhielt mit Joey Hand einen neuen Teamkollegen.[4] Beim Saisonauftakt in Hockenheim gewann er und übernahm damit die Führung in der Fahrerwertung. Diese verlor er nach dem zweiten Rennen, bei dem er nicht ins Ziel kam, wieder. In Oschersleben folgte sein zweiter Saisonsieg. Beim darauf folgenden Rennen in Zandvoort gewann Farfus erneut. Damit sicherte er sich vorzeitig den zweiten Platz in der Fahrerwertung hinter Mike Rockenfeller, der bei diesem Rennen die Gesamtwertung gewann. Damit wurde Farfus bester BMW-Fahrer. 2014 absolvierte Farfus seine dritte DTM-Saison für RBM. Am Saisonende belegte er den 13. Gesamtrang.

Persönliches[Bearbeiten]

Farfus ist verheiratet und Vater einer Tochter.

Statistik[Bearbeiten]

Karrierestationen[Bearbeiten]

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2010 DeutschlandDeutschland BMW Motorsport BMW M3 GT2 DeutschlandDeutschland Jörg Müller DeutschlandDeutschland Uwe Alzen Rang 19
2011 DeutschlandDeutschland BMW Motorsport BMW M3 GT2 DeutschlandDeutschland Jörg Müller DeutschlandDeutschland Dirk Werner Ausfall Vibrationen

Einzelergebnisse in der DTM[Bearbeiten]

Saison Team Hersteller 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Punkte Rang
2012 BMW Team RBM BMW BMW DeutschlandDeutschland HO1 DeutschlandDeutschland LAU Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich BRH OsterreichÖsterreich SPI DeutschlandDeutschland NOR DeutschlandDeutschland NÜR NiederlandeNiederlande ZAN DeutschlandDeutschland OSC SpanienSpanien VAL DeutschlandDeutschland HO2 69 7.
15 3 11 10 DNF 10 9 5 1 3
2013 BMW Team RBM BMW BMW DeutschlandDeutschland HO1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich BRH OsterreichÖsterreich SPI DeutschlandDeutschland LAU DeutschlandDeutschland NOR RusslandRussland MOS DeutschlandDeutschland NÜR DeutschlandDeutschland OSC NiederlandeNiederlande ZAN DeutschlandDeutschland HO2 116 2.
1 DNF 6 12 16 3 2 1 1 11
2014 BMW Team RBM BMW BMW DeutschlandDeutschland HO1 DeutschlandDeutschland OSC UngarnUngarn HUN DeutschlandDeutschland NOR RusslandRussland MOS OsterreichÖsterreich SPI DeutschlandDeutschland NÜR DeutschlandDeutschland LAU NiederlandeNiederlande ZAN DeutschlandDeutschland HO2 39 13.
8 5 21* 14 10 2 DNF 7 DNF 16
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. “Farfus, Vietoris test BMW Sauber at Valencia”. motorsport.com, 23. November 2007, abgerufen am 4. November 2011 (englisch).
  2. „Offiziell: Priaulx und Farfus mit BMW in der DTM“ (Motorsport-Total.com am 15. Juli 2011)
  3. „BMW: Teamzuordnungen stehen fest“ (Motorsport-Total.com am 3. Februar 2012)
  4. Markus Lüttgens und Stefanie Szlapka: „Wittmann sichert sich BMW-Cockpit“. Motorsport-Total.com, 1. Dezember 2012, abgerufen am 13. Januar 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Augusto Farfus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien