Axams

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Axams
Wappen von Axams
Axams (Österreich)
Axams
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 22,16 km²
Koordinaten: 47° 14′ N, 11° 17′ O47.23027777777811.279166666667874Koordinaten: 47° 13′ 49″ N, 11° 16′ 45″ O
Höhe: 874 m ü. A.
Einwohner: 5.669 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 256 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6094
Vorwahl: 05234
Gemeindekennziffer: 7 03 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Sylvester-Jordan-Straße 12
6094 Axams
Website: www.axams.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Rudolf Nagl (Axamer Dorfliste)
Lage der Gemeinde Axams im Bezirk Innsbruck Land
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Über dieses Bild
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Axams von Nordosten (Vordere Brandjochspitze) gesehen
Axams von Nordosten (Vordere Brandjochspitze) gesehen
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Axams ist eine Gemeinde im Bezirk Innsbruck Land in Tirol (Österreich) mit 5669 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Innsbruck.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde befindet sich im westlichen Mittelgebirge ca. 10 km südwestlich von Innsbruck. Unmittelbare Nachbargemeinden von Axams sind Oberperfuss, Grinzens, Götzens, Kematen in Tirol, Unterperfuss und Birgitz. Südlich vom Hauptort liegen die Axamer Lizum und die Kalkkögel, die noch mit zum Gemeindegebiet gehören. Weiter nördlich liegt der Zirler Berg. Im Westen fließen der Sendersbach und im Osten der Ruifachbach an Axams vorbei.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Axams.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits Mitte des 10. Jahrhunderts findet sich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Gegen 1330 werden die Michaelskapelle und die (heutige) Widumskapelle errichtet. Von 1359 an bis 1803 untersteht die Axamer Pfarrei der Brixener Dompropstei. 1462 erteilt das Kloster Frauenchiemsee eine neue Dorfordnung. Zwischen 1491 und 1498 entsteht die Pfarrkirche von Axams. Florian Waldauf erhält 1497 das Grundherrenrecht an Axams. In den kommenden Jahren besucht Maximilian I. öfters das Dorf, um in der Umgebung zu jagen. 1527 wird zum ersten Mal die Existenz einer Schule erwähnt. 1574 kommt die Axamer Lizum an den Reichenauer Hof.

Seit 1603 kommen in der Pfarrei Taufbücher zum Einsatz. 1626–1633 werden die Pfarrkirche und die Michaelskapelle renoviert, bald darauf, 1635, wird die Lindenkapelle gebaut. Im Jahre 1672 fällt die Axamer Lizum an die Grafen von Spaur. 1732–1734 wird durch den Pfarrer Anton Burglechner die Pfarrkirche nochmal neu errichtet. Um 1785 wird ein Schulhaus gebaut. 1806 wird das Gericht Axams aufgelöst und dem Landgericht Innsbruck zugeteilt. Die Pfarrkirche erhält 1844 neue Kirchenglocken; 1871–1879 wird sie erneut renoviert. Gegen 1872 entstehen ein Schulhaus und ein Altersheim. 1888 wird die Freiwillige Feuerwehr Axams gegründet.

Ab 1904/1905 beginnt die Elektrifizierung Axams. Im Zuge des Ersten Weltkriegs müssen die Kirchenglocken 1917 zur Gewinnung von Kriegsmetall ausgehändigt werden. Seit 1926 besteht ein geregelter Omnibusverkehr, ein Jahr darauf wird das Landeskinderheim eröffnet. Die Pfarrkirche erhält 1948 ein neues Glockengeläut und wird zwischen 1956 und 1958 abermals restauriert. Die Lizum wird 1962–63 durch die Errichtung einer Straße mit Axams verbunden, 1964 finden dort auch fast alle alpinen Disziplinen der Olympischen Winterspiele statt, so auch bei den Winterspielen 1976. 1965 entsteht eine Hauptschule, jahrsdarauf eine neue Volksschule. 1980 wird Axams Sitz des gleichnamigen Dekanats. 1983 ereignete sich hier ein verheerender Murgang. Im Jahr 1998 bekommt die Lizum eine Beschneiungsanlage. 2007 wird die Hauptschule renoviert und erweitert.

Ortsname[Bearbeiten]

Der Dorfname Axams ist keltischen Ursprungs und bedeutet so viel wie sehr hoch gelegener Ort. Urkundlich erwähnt wurde er zum ersten Mal um 935-955 als Ouxumenes. Von dort an machte der Ortsname einige Veränderungen durch: Etwa 1200 findet sich ein Herbrandus de Auxun, zwischen 1200 und 1218 Berhtoldi plebani de Oscumnes, gegen 1228 dann Auxumes und 1232 Oxuemes. Bald kristallisierte sich der heutige Name heraus: Bereits 1288 liest man Ouxams, 1331 Auxums, 1390 Auxams, 1421 wieder Auxums, und 1500 bieten sich die Varianten Äxäms, Axam, Aexams.

Axams erlebte in den letzten Jahrzehnten einen raschen Bevölkerungsanstieg. Die kurzen Pendelzeiten (20 Minuten) nach Innsbruck machen Axams als ländliche Wohngemeinde sehr attraktiv. Die Gemeinde Axams gilt unter Fachleuten als Mustergemeinde für Integration. Das Elisabethinum Axams ist Westösterreichs größtes Förderzentrum für Kinder mit Körper- und Mehrfachbehinderung.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 1998 ist Rudolf Nagl von der Axamer Dorfliste Bürgermeister Axams. Seine Stellvertreter sind Adolf Schiener und Norbert Happ. 2010 konnte Nagl sein Amt mit 70,66 % gegen Happ verteidigen, der 29,34 % erreichte.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 17 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 10 Axamer Dorfliste
  • 4 SPÖ - Axams und Unabhängige
  • 2 Grüne Liste Axams (Grüne)
  • 1 Freiheitliche und unabhängige Liste Axams (FPÖ)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Axams führt seit 1978 eine Gemeindepartnerschaft mit Rohrbach in Rheinland-Pfalz. Außerdem besteht seit 1984 eine Freundschaft zur Südtiroler Gemeinde Naturns.

Gemeindewappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Blau eine goldene Spitze mit einer blauen Flachsblüte.“ Die Flachsblüte deutet darauf hin, dass in Axams schon früh Flachs angebaut wurde. Der Ortsname findet sich in der Spitze des Wappens wieder.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche Axams
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Axams
  • Pfarrkirche hl. Johannes der Täufer, nördlich verbunden die Kapelle hl. Michael, im Friedhof, welcher die Pfarrkirche umgibt, Totenkapelle und Kreuzstationen an der Friedhofsmauer
  • Baderbühelkapelle
  • Lindenkapelle, auch Friedhofskapelle hl. Sebastian genannt, und 1637 geweiht
  • Kapelle hl. Johannes der Täufer in der Lizum
  • Kapelle im Weiler Omes
  • Kapelle in Wollbell [2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die 81 landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschaften die 332 Hektar große Fläche hauptsächlich als Dauergrünland (ca. 70 %), aber auch als Acker (ca. 30 %) (Zahlen von 2000).

Axams liegt relativ nahe an der Inntal Autobahn (A12) und wird von den Landesstraßen L12 und L394 durchquert. Es bestehen die Buslinien Axams–Innsbruck (4162), Zirl–Völs–Kematen–Axams–Natters (4168), ein Nightliner Innsbruck–Grinzens (NL11), der unter anderem in Axams hält, sowie zwei Skibuslinien auf die Axamer Lizum. Axams selbst besitzt keinen Bahnhof; der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Kematen, wo eine Anbindung an die S-Bahn Tirol besteht. Durch den Flughafen Innsbruck existiert eine beinahe unmittelbare Fluganbindung.

Sport[Bearbeiten]

Blick auf die Axamer Lizum

Die über eine ca. 8 Kilometer lange Straße zu erreichende Axamer Lizum war Austragungsort alpiner Wettbewerbe anlässlich der Olympischen Winterspiele 1964 und 1976 in Innsbruck. Die Straße in die Axamer Lizum wurde anlässlich der ersten Olympischen Winterspiele in den Jahren 1962/63 erbaut, bis zu diesem Zeitpunkt gab es auch noch eine Skisprungschanze in Axams die allerdings aufgelöst wurde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrea Grötschnig: Axams. Namen und Siedlungsgeschichte. Wien, Praesens 2008 (= Innsbrucker Beiträge zur Onomastik, 5), ISBN 978-3-7069-0327-1
  • Klemens Betz, Heinz Moser, Anton Zimmermann (Hrsg.): Axams. Gemeinde Axams, 2005
  • Annemarie Schweighofer, Axamer Dorfleut': Geschlechter - Generationen - Schichten: Eine regionale Gesellschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert, StudienVerlag Ges.m.b.H., ISBN 3706512033
  • Hans Leitner: Heimatbuch der Gemeinde Axams. Gemeinde Axams, 1984

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Axams – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Dehio Tirol 1980, Seiten 181-185
  3. Kirchebner, Anton, geschichte-tirol.com