Volders

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Volders
Wappen von Volders
Volders (Österreich)
Volders
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 32,42 km²
Koordinaten: 47° 17′ N, 11° 34′ O47.287511.565277777778558Koordinaten: 47° 17′ 15″ N, 11° 33′ 55″ O
Höhe: 558 m ü. A.
Einwohner: 4.361 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 6111
Vorwahl: 05224
Gemeindekennziffer: 7 03 65
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bundesstraße 23
6111 Volders
Website: www.volders.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Maximilian Harb (Gemeindeliste Volders)
Gemeinderat: (2010)
(17 Mitglieder)
9 Gemeindeliste Volders - Liste 1

3 Wir Volderer
3 Gemeinsam für Volders
1 Zuerst für unsere Gemeinde – SPÖ Volders
1 FPÖ Volders

Lage der Gemeinde Volders im Bezirk Innsbruck Land
Absam Aldrans Ampass Axams Baumkirchen Birgitz Ellbögen Flaurling Fritzens Fulpmes Gnadenwald Götzens Gries am Brenner Gries im Sellrain Grinzens Gschnitz Hall in Tirol Hatting Inzing Kematen Innsbruck Kolsass Kolsassberg Lans Leutasch Matrei am Brenner Mieders Mils Mühlbachl Mutters Natters Navis Neustift im Stubaital Oberhofen im Inntal Obernberg am Brenner Oberperfuss Patsch Pettnau Pfaffenhofen Pfons Polling in Tirol Ranggen Reith bei Seefeld Rinn Rum St. Sigmund im Sellrain Scharnitz Schmirn Schönberg im Stubaital Seefeld Sellrain Sistrans Steinach am Brenner Telfes im Stubai Telfs Thaur Trins Tulfes Unterperfuss Vals Völs Volders Wattenberg Wattens Wildermieming Zirl TirolLage der Gemeinde Volders im Bezirk Innsbruck Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick vom Volderberg auf Volders
Blick vom Volderberg auf Volders
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Volders ist eine Gemeinde mit 4361 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Innsbruck Land, Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Hall in Tirol.

Geografie[Bearbeiten]

Volders liegt im Inntal, südlich des Inn. Die Gemeinde setzt sich aus der Siedlung im Talboden und den Ortsteilen Großvolderberg und Kleinvolderberg im Voldertal zusammen.

Die Gemeinde ist nur 15 Kilometer von der Landeshauptstadt Innsbruck entfernt und hat einen großen Auspendleranteil aufzuweisen. Volders ist über die Inntalautobahn A 12, die Tiroler Straße B 171 sowie über die Westbahn mit der Haltestelle Volders-Baumkirchen zu erreichen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Volders gliedert sich in drei Katastralgemeinden bzw. Ortschaften: Großvolderberg (2.623,61 ha, 466 Einwohner), Kleinvolderberg (278,58 ha, 120 Ew) und Volders (339,36 ha, 3748 Ew). (Stand 2011)

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Latènezeitliche Höhensiedlung[Bearbeiten]

Auf der kleinen Kuppe Himmelreich am südlichen Inntalrand wurden von Karl Stainer und später Alfons Kasseroler eine Höhensiedlung aus der jüngeren Eisenzeit (450 – um Christi Geburt) entdeckt. Das Areal hat eine Ausdehnung von ungefähr 60 m × 30 m und liegt in einer Seehöhe von 643 m. Die Untersuchungen Kasserolers ab 1953 brachten den Fund von einigen Gebäuden, die einem Gehöft zugeordnet wurden. Vier größere Häuser mit in den Fels gehauenen Kellerräumen und Oberbau sowie einige Nebengebäude, eine Zisterne und eine 150 m lange Umfassungsmauer wurden freigelegt. Die Mauer dürfte allerdings keine Wehraufgaben erfüllt haben. Die Gebäude sind sämtlich abgebrannt, vermutlich nicht durch Feindeinwirkung, und in den Brandruinen gab es Funde aus der Mittel- und Spätlatènezeit – Geschirr, Waffen und Schmuck aus der alpinen Fritzens-Sanzeno-Kultur. Eine Münze aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., eine Holzschüssel mit Hirsekörnern und Saubohnen, sowie eine Schale mit der Aufschrift chaisurus im Bereich der Umfassungsmauer halfen bei der Datierung. Auf einer vorgelagerten Terrasse im Nordwesten wurde ein Brandopferplatz entdeckt. Die ungefähr 30 cm dicke Ascheschicht enthielt Knochenreste und Steine, der Lößgrund war wegen der entstandenen Hitze hartgebrannt. Neben einer Pflasterung wurden Fibeln, Anhänger, Gürtelhaken, Bronzeringe, Landwirtschafts- und Handwerksgerät, Waffen, keltische und römische Münzen, Tongeschirr und ein rätisches Losstäbchen entdeckt. Eine Weiterverwendung des Opferplatzes bis in die römische Kaiserzeit wird auf Grund der Münzfunde angenommen. Heute befindet sich am Fundort das Freilichtmuseum Himmelreich.[1]

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Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 14. März 2010 statt.[2] Maximilian Harb wurde zum Bürgermeister und Walter Meixner zum Vizebürgermeister gewählt.[3]

Partei Prozent Stimmen Sitze im
Gemeinderat
Koppelung
Gemeindeliste Volders - Liste 1 49,08 % 959 9 A
Wir Volderer 18,50 % 385 3 A
Gemeinsam für Volders 19,22 % 400 3
Zuerst für unsere Gemeinde SPÖ Volders 09,47 % 197 1
FPÖ Volders 06,73 % 140 1

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Mühlbach (Südtirol) in der italienischen Region Trentino-Südtirol bestehen partnerschaftliche Beziehungen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Volders

Karlskirche[Bearbeiten]

Die Karlskirche mit dem Servitenkloster
Blick auf den Altarraum

Die Karlskirche (Klosterkirche zum Hl. Karl Borromäus) von Volders gilt als eine der schönsten Rokokobauten Tirols und ist (in Fahrtrichtung Kufstein) auch direkt von der Autobahn aus zu erreichen.[4] Früher wurde sie im Volksmund auch als Brugg´nkirche bezeichnet, die Straße zur Inbrucke befand sich direkt am Eingang heute wird sie auch Autobahnkirche genannt.[5] Die Kirche steht neben dem Servitenkloster.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 2. April 1620, allerdings konnte das Gebäude wegen der Zeitumstände, wegen Geldmangel und den Folgen des Dreißigjährigen Krieges erst 1654 fertiggestellt werden. Die Konsekration nahm am 25. Juli 1654 der Weihbischof Perkhofer von Brixen vor.[6] Die heutige Form bekam sie im Jahr 1710. Die Kirche erinnert wegen ihrer ungewöhnlichen Gestalt mit sechs Kuppeln und dem an drei Seiten gerundeten Turm, ein wenig an die Baukunst des Orients. Der Erbauer verband seine eigene Auffassung von Kunst und barocke Phantasien um schlussendlich einen Bau in der Art des Barock zu schaffen. Die Stukkatur in den Gesimsen des äußeren Baues und in den Fensterrahmen wirkt ein wenig grob. Hyppolytus Guarinoni zu Hoffperg und Volderthurn, der Gründer und Erbauer, sowie Stifter der Kirche, setzte sich hiermit ein bleibendes Denkmal. Guarinoni war nicht nur Bauleiter, sondern arbeite unter dem Namen Meister Pölten als Maurer und Arbeiter mit.[7] Um eine zentrale hohe Kuppel gruppieren sich drei Kapellen für das Presbyterium, davor steht das große Vorhaus. Der Turm steht über einem kreisrunden Grundriss mit halbrunden Ausbuchtungen. Durch diese Anordnung wirkt das Gebäude ein wenig gedrungen. In den Nischen der Portalfassade stehen Figuren der Heiligen Karl Borromäus, Franziska Romana, Ignatius und Maria.[8] Die Gesamtlänge des Gebäudes inklusiv des Vorhauses, des Turmes und der Sakristei beträgt 50 Meter, und sie ist 30 Meter breit. Die Kuppel hat eine schwach elliptische Form und ist 14,7 mal 14 Meter groß. Der Turm ist insgesamt 42 Meter hoch, die Kuppel 25 Meter. Der Baumeister hatte den Turm weitaus höher geplant, starb aber vor dessen Vollendung. Die Serviten stellten ihn in einfacheren Formen fertig. Der Freiherr von Fiege ließ 1696 die Kapelle der schmerzhaften Mutter anbauen, sie befindet sich neben dem Haupteingang. Die Kapelle der heiligen Anna wurde 1710 angefügt´, der Ferdinand Graf von Stachelburg, Freiherr von Hauzenheim, bestimmte sie zu seiner Grabstätte. Am Eingang der Annakapelle ist ein Basrelief angebracht, im Boden sind zwei Grabplatten zu sehen.[9] Die Fresken an den Decken der beiden Kapellen malte Kaspar Waldmann. Zwei Gitter im Stile des Barock wurden 1752 von einem nicht bekannten Meister geschmiedet, sie trennen die Kapellen vom Vorhaus und sind mit einem Hund, der zwischen Gemsen umher springt, einem Wappen und gekreuzten Kleeblättern geschmückt. Das Gitter der Stachelburgkapelle schmiedete Michale Kopp aus Halle, es besitzt durchgezogene Stäbe.

Das Kuppelfresko von Koller

Die großen und bedeutenden Deckenfresken malte Martin Koller in den Jahren von 1765 bis 1766. Die Laterne in der Kuppel spendet aus acht Fenstern Licht, das gleichmäßig auf die Malerei fällt. Zentrale Figur des Freskos ist Karl Borromäus, er kniet mit einem Kardinalsmantel in Purpur gewandet und wendet seinen Blick auf Jesus. Karl ist von den drei göttlichen Tugenden umgeben. Die Figuren von Gott Vater und dem Heiligen Geist sind von Engeln umringt. Christus thront auf einer Wolke im Himmel und erwartet Karl. Auf der linken Seite sind die zwölf Apostel und eine auf einem Hügel stehende Kirche zu sehen. Maria ist in ein blaues Kleid gekleidet ihr Kopf ist von Sternen umkränzt. Der Bischof von Brixen, der Ignatius und etliche Selige und Heilige ergänzen die Darstellung. Die Fresken in den Zwickeln unter dem Kuppelfresko erzählen verschiedene Begebenheiten aus dem Leben des Kirchenpatrons. Ein weiteres Thema sind Darstellungen aus dem alten Testament mit Moses und Aaron und Johannes dem Täufer. Der sogenannte Engelsturz versinnbildlicht den Sturz früherer Irrlehren. Kleinere Fresken im Chorraum zeigen die Geburt Karls, in der Ignatiuskapelle ist die Aufnahme in die Gemeinschaft der Kardinäle dargestellt. Deutlich ist Pius IV. zu erkennen. Den Kopf des Papstes malte nicht Knoller, sondern dessen Schüler Josef Schöpf. Erwähnenswert ist die meisterliche plastische Darstellung eines Teppichs in leuchtenden Farben. In der Dreikönigskapelle ist Karl als Verteiler von Almosen dargestellt. Auf dem Fresko an der Decke des Vorhauses ist Karl mit dem kleinen Guarinonino zu sehen. Hier legten Knollers Schüler Mathias Ruef und Giuseppe Cereda mit Hand an.[10]

Ausstattung[Bearbeiten]

  • In der Kapelle der schmerzhaften Mutter steht eine Pietà, sie ist wohl eine Arbeit des Bildhauers Damasch aus Stams, er schuf sie um 1707.
  • Die Barockkanzel baute 1766 der Bildhauer Falbesoner aus Nassereith, die Fassung und Vergoldung nahm Peter Hueber aus Mals vor.[11]
  • Das große Bild des Hochaltares malte Knoller 1769 in Mailand. Der heilige Karl steht im Ornat eines Kardinals im Mittelpunkt, er reicht einer pestkranken Frau die Kommunion. Knoller nahm das Gesicht seiner Gattin als Vorlage. Er selbst verewigte sich zwischen zwei Gestalten hinter einem Kelch. Ein Mann entreißt einer stillenden Mutter das Kleinkind, ein Mann versucht auf einem Pferd der Pestseuche zu entfliehen, ein Toter wird zu Grabe getragen. Im oberen Teil wird Maria von vier Engeln getragen, sie ist als Fürbitterin der leidenden Menschheit dargestellt.[12]
  • Der Tabernakelaufbau im Stile des Barock ist in Alabaster gefertigt. Zwei Engel knien auf dem Tabernakel, sie werden von den Figuren der Gertrud, die die Kirche symbolisiert und des Michael im Kampf gegen den Teufel, flankiert. Die beiden Heiligen standen ursprünglich in der Innsbrucker Hofkirche und wurden von der Kaiserin Maria Theresia gestiftet. Welche Künstler die Figuren anfertigten, ist nicht bekannt.[13]

Renovierung[Bearbeiten]

In den 1970er Jahren wurde die Kirche stark renovierungsbedürftig. Um das Gebäude auch für folgende Generationen zu erhalten und die nötigen Geldmittel zu generieren, wurde der Verein Rettet die Karlskirche gegründet. Der Verein sammelte etwa 1,74 Millionen Euro. In Zusammenarbeit wurde ein Konzept für die Erledigung der notwendigen Arbeiten erstellt. Das Dachgestühl war dringend sanierungsbedürftig, nach der Renovierung wurde es mit Kupferblech eingedeckt. Im selben Zeitabschnitt wurde eine neue Gruft gebaut. Um das Hangwasser fachmännisch ableiten zu können, baute man an der Südseite der Karlskirche eine Stützmauer von 40 Metern Länge, die Fundamente wurden trocken gelegt. Der Turm bedurfte einer Restaurierung die Fassade der Kirche musste erneuert werden. Die alte Sakristei musste einem Neubau auf den ursprünglichen Fundamenten weichen. Im Innenraum wurden die Fresken, die Wände das Gestühl die Fußböden und die Beichtstühle aufwändig restauriert. Die renovierte Kirche konnte am 19. September 1988 eingeweiht werden. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 2,29 Millionen Euro.[14]

Die Kirche als Begräbnisstätte[Bearbeiten]

  • Guarinoni, seine Gattin und zwei Söhne sind vor den Stufen des Dreikönigsaltares begraben, ihr Grab ist mit einer weißen Marmorplatte bedeckt. Ursprünglich lagen sie in Hall wurden dann später überführt.
  • Der Student Makkabäus Troyer liegt gemäß einer Inschrift auf der Marmorplatte, unter der Kanzel.
  • Unter den Kirchenbänken befinden sich etliche Gruftkammern hier sind etliche im Kloster verstorbene Serviten bestattet.
  • Der Freiherr Karl von Fieger starb am 5. Mai 1700, er liegt in der Gruft der von ihm gestifteten Kapelle.
  • Graf Ferdinand von Stachelburg verschied 1723 auch er liegt ein einer von ihm gestifteten Kapelle. Seine Grabplatte aus rotem Marmor ist hervorragend gearbeitet. Ein Basrelief berichtet davon, das er noch im 70. Lebensjahr zum Priester geweiht wurde.[15]

Das Kloster[Bearbeiten]

Die Serviten errichteten das Gebäude nach Plänen des Architekten Johann Martin Gumpp d. Ä. in den Jahren 1692 bis 1698.

St. Johannes der Täufer[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche Hl. Johannes d. T. und der zugehörige ehemalige Friedhof sind denkmalgeschützt. Die Gemeinde gehört seit 2010 zum Seelsorgeraum Fritzens – Volders – Wattens.

Durch die Ausstellung Zwischen Totenruhe und Wissenschaft - 3500 Jahre Grabsitten in Volders wurde die von der Wissenschaft getroffenen Ansicht bestätigt, es habe eine ältere Kirche in Richtung Osten gegeben. Ein ursprünglich profan genutztes Gebäude wurde später für religiöse Zwecke genutzt.[16]

Bei Bauarbeiten im Jahr 2001 wurde in der Augasse ein Friedhof aus dem 6. Jahrhundert entdeckt. Bis Mitte 2002 wurden über 100 Gräber freigelegt. Er gehörte zu einer Siedlungstelle aus spätrömischer Zeit. Eine erster urkundlicher Nachweis der heutigen Kirche stammt von 1253, nach den Ergebnissen baugeschichtlicher Untersuchungen des Denkmalamtes wurde das Gebäude im 12. oder 13. Jahrhundert errichtet. In der Urkunde befindet sich folgende Formulierung: Haec donatio est facte anno Dominio MCCLIII in villa Volers ante fores ecclesie (Diese Schenkung geschah im Jahre des Herrn 1253 im Dorf Volders vor den Toren der Kirche)[17]

Durch Schenkungen und Stiftungen nahm die Bedeutung der Kirche in Volders zu, dadurch wurden die jährlichen Einnahmen erhöht, Heinrich von Rottenburg zum Beispiel vermachte in seinem Testament der Kirche 50 Pfund Berner Geld.[18] Die Burg des von Rottenburg ist als Ruine oberhalb von Rotholz erhalten.

Um sein und das seiner Vorfahren Seelenheil zu sichern, schenkte der Speiser von Friedberg 1370 der Kirche St. Johannes einen Acker in Volders, direkt bei der Kirche. Der jeweilige Kirchenpropst war verpflichtet, für den Nikolausaltar zwei Kerzen als ewiges Licht zu kaufen. Der Propst wurde aus der Reihe der Bürger der Gemeinde gewählt und war für die Verwaltung des Kirchenvermögens verantwortlich.[19] Dieser Friedhof, der seit dem 6. Jahrhundert belegt worden zu sein scheint, befindet sich auf einer spätrömischen Siedlungsstelle. Es scheint, dass – so wie es sich auch an anderen Beispielen zeigen lässt – das ursprünglich profane spätrömische Gebäude in jüngerer Zeit dann religiösen Zwecken, also als Kirche diente. Dieser vom Grabungsleiter Alexander Zanesco bisher erarbeitete wissenschaftliche Befund würde die mündliche Überlieferung und auch die von der Forschung vertretene Meinung, die heutige Volderer Kirche sei nicht die erste Kirche, sondern es habe weiter östlich eine ältere Kirche gegeben, nunmehr schlüssig beweisen. Der Stadtbaumeister von Hall, Hans Sewer, begann 1437 mit dem Neubau der gotischen Kirche. Er starb 1464 und danach führten wahrscheinlich Hans Pipfel oder Meister Peter Lang die Baumaßnahme fort. In der Zeit von 1495 bis 1500 stellte ein Meister Thomas, sein Nachname ist nicht überliefert, das Mauerwerk von Turm und Langhaus fertig. Der Zimmermeister Zacharias Braun baute den Dachstuhl bis 1512.

Der Gesellenpriester von Kolsass hatte die Verpflichtung, 1466 täglich eine Messe zu lesen. Vermögende Adlige aus der Gegend um Volders stifteten und spendeten großzügig, um ein gute Innenausstattung anzuschaffen. Von dieser gotische Ausstattung ist nur noch das Relief mit der Darstellung Christi Geburt erhalten, das ein unbekannter Meister aus Plustertal anfertigte.[20]

Für die beiden Orte Volders und Wattens wurde 1560 ein gemeinsamer Kurat ernannt, der für die Führung der Matrikenbücher zuständig war. Für Volders wurde 1629 ein eigener Kurat eingesetzt, der Sprengel umfasste die Orte Volders, Groß- und Kleinvolderberg und bis 1966 Volderwald.[21] Die gotischen Rippen der Gewölbe wurden etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts abgeschlagen. Danach wurde die Decke dem Zeitgeschmack entsprechend, im Nazarenerstil neu dekoriert und ausgemalt. Die Beichtstühle und die Orgelempore mussten 1869 im Auftrag des Kurat Laimgruber, der auch 1884 einen neuen Hochaltar aufstellen ließ, erneuert.[22]

Das Kirchenschiff wurde von 1962 bis 1965 nach Plänen von Clemens Holzmeister in westliche Richtung erweitert. Das Gebäude wurde 1982 umfangreich renoviert. Der Fußoden musste 2009 erneuert werden, der Altarraum erfuhr eine Umgestaltung und der Innenraum wurde ausgemalt.[23]

  • Direkt neben der Karlskirche liegen der Volderer See und das PORG (Privates Oberstufenrealgymnasium) Volders, das von den Serviten gegründet wurde und immer noch im ehemaligen Klostergebäude liegt. Ursprünglich war das Gymnasium zur Ausbildung im Kirchendienst nur für junge Männer offen. Dies hat sich aber in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geändert. Auch sind nicht mehr die Serviten Schulerhalter. Schulerhalter ist heute die Vereinigung von Ordensschulen Österreichs. Die Schule hat zwei Zweige, einen musischen und einen ökologischen.
  • Burg bzw. Schloss Friedberg

Sonstiges[Bearbeiten]

In Volders war auch eine Unterkunft für Asylwerber des Landes Tirol untergebracht.

Fotogalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kirchenführer Die Karlskirche in Volders. Verleger und Hrsg. Servitenkloster Volders Alpina Druck

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Volders – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Susanne Sievers, Otto Helmut Urban, Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 767.
  2. Tirol Unser Land
  3. Vizebürgermeister von Volders
  4. Karlskirche (Version vom 26. Oktober 2004 im Internet Archive)
  5. Bezeichnungen
  6. Kirchenführer Die Karlskirche in Volders. Verleger und Hrsg. Servitenkloster Volders Alpina Druck, S. 13
  7. Kirchenführer Die Karlskirche in Volders. Verleger und Hrsg. Servitenkloster Volders Alpina Druck, S. 5–11
  8. Kirchenführer Die Karlskirche in Volders. Verleger und Hrsg. Servitenkloster Volders Alpina Druck, S. 11 und 12
  9. Kirchenführer Die Karlskirche in Volders. Verleger und Hrsg. Servitenkloster Volders Alpina Druck, S. 14
  10. Kirchenführer Die Karlskirche in Volders. Verleger und Hrsg. Servitenkloster Volders Alpina Druck, S. 18 und 19
  11. Kirchenführer Die Karlskirche in Volders. Verleger und Hrsg. Servitenkloster Volders Alpina Druck, S. 14
  12. Kirchenführer Die Karlskirche in Volders. Verleger und Hrsg. Servitenkloster Volders Alpina Druck, S. 20 und 21
  13. Kirchenführer Die Karlskirche in Volders. Verleger und Hrsg. Servitenkloster Volders Alpina Druck, S. 24
  14. Renovierung in den 1970er Jahren
  15. Kirchenführer Die Karlskirche in Volders. Verleger und Hrsg. Servitenkloster Volders Alpina Druck, S. 25 und 26
  16. Erstes Kirchengebäude (PDF; 101 kB)
  17. Inhalt der Schenkungsurkunde (PDF; 101 kB)
  18. Stiftung des Heinrich von Rottenburg (PDF; 101 kB)
  19. Vorgängergebäude
  20. Bau der Kirche
  21. Kurat
  22. 19. Jahrhundert
  23. Renovierungen