Bahnstrecke Bamberg–Hof

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bamberg–Hof
Hof Hauptbahnhof, 1986
Hof Hauptbahnhof, 1986
Kursbuchstrecke (DB): 512, 820, 850
Streckennummer: 5100
Streckenlänge: 127,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: Bamberg–Hochstadt am Main:
15 kV, 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 23,0 
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Zweigleisigkeit: durchgehend
außer Marktschorgast-Stammbach
Strecke – geradeaus
von Nürnberg
Bahnhof, Station
0,0 Bamberg 240 m
   
nach Scheßlitz
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Würzburg und nach Bamberg Hafen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
2,6 Verbindungskurve von Würzburg
Straßenbrücke
2,7 Bundesautobahn 70
Bahnhof, Station
3,5 Hallstadt (b Bamberg)
Straßenbrücke
6,6 Bundesautobahn 73
   
Anst Breitengüßbach Muna[1]
Bahnhof, Station
7,6 Breitengüßbach 248 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Ebern (–Maroldsweisach) und nach Dietersdorf
Straßenbrücke
10,7 Bundesautobahn 73
Haltepunkt, Haltestelle
12,1 Ebing
Bahnhof, Station
14,3 Zapfendorf
Bahnhof, Station
20,2 Ebensfeld 254 m
   
20,5 nach Erfurt (im Bau)
Bahnhof, Station
25,7 Bad Staffelstein
Straßenbrücke
28,5 Bundesautobahn 73
Bahnhof, Station
31,9 Lichtenfels 263 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Coburg (–Eisenach)
Haltepunkt, Haltestelle
36,1 Michelau (Oberfr)
Bahnhof, Station
40,2 Hochstadt-Marktzeuln 274 m
Straßenbrücke
Bundesstraßen 173 und 289
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Frankenwaldbahn nach Saalfeld
Brücke über Wasserlauf (groß)
Main
Haltepunkt, Haltestelle
45,8 Burgkunstadt
Haltepunkt, Haltestelle
51,7 Mainroth
Bahnhof, Station
56,6 Mainleus 302 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Weißer Main
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von (Bayreuth–) Melkendorf
Straßenbrücke
Bundesstraße 85
Brücke über Wasserlauf (groß)
Weißer Main
Bahnhof, Station
62,0 Kulmbach 304 m
Bahnhof, Station
68,3 Untersteinach (b Stadtsteinach)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Stadtsteinach
Haltepunkt, Haltestelle
70,7 Ludwigschorgast
Bahnhof, Station
74,4 Neuenmarkt-Wirsberg 348 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Bayreuth
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Schlömener Kurve von Bayreuth
Straßenbrücke
Bundesstraße 303
Strecke – geradeaus
Schiefe Ebene
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
Blockstelle Streitmühle[2]
Bahnhof, Station
81,8 Marktschorgast 506 m
   
86,4 Falls (ehem. Bf)
   
nach Gefrees
Bahnhof, Station
93,1 Stammbach 581 m
Brücke (mittel)
Bundesstraße 289
Straßenbrücke
Bundesautobahn 9
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von (Selbitz-) Helmbrechts
Bahnhof, Station
103,0 Münchberg 536 m
Brücke (mittel)
Bundesstraße 2
   
nach Zell
Haltepunkt, Haltestelle
109,6 Seulbitz
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sächsische Saale
Haltepunkt, Haltestelle
113,7 Förbau 509 m
Bahnhof, Station
116,2 Schwarzenbach (Saale)
Straßenbrücke
Bundesstraße 289
Brücke über Wasserlauf (groß)
Lamitz
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Regensburg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von (Cheb–) Selb-Plößberg
Bahnhof, Station
121,6 Oberkotzau (Keilbahnhof) 485 m
Straßenbrücke
Bundesstraße 15
Brücke über Wasserlauf (groß)
124,8 Sächsische Saale (Viadukt, 164 m)
   
125,1 Hof-Moschendorf
Bahnhof, Station
127,2 Hof Hbf 495 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Bad Steben
Strecke – geradeaus
nach Leipzig

Die Bahnstrecke Bamberg–Hof ist eine weitgehend zweigleisige Hauptbahn in Bayern. Sie verläuft von Bamberg über Lichtenfels, Kulmbach, Neuenmarkt-Wirsberg und Münchberg nach Hof.

Im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8 wird die Strecke als Zulauf zur Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt zwischen Bamberg und Ebensfeld für eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 230 km/h ausgebaut.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Strecke wurde als Teil der Ludwig-Süd-Nord-Bahn von Lindau (Bodensee) nach Hof erbaut. Sie entstand durch die Königlich Bayerische Staatsbahn in drei Etappen zwischen 1846 und 1848. Die Erweiterung der ursprünglich eingleisigen Strecke um ein zweites Gleis erfolgte 1891, die Elektrifizierung von Bamberg nach Lichtenfels und weiter über die Frankenwaldbahn nach Saalfeld konnte am 10. Mai 1939 abgeschlossen werden. In den 1960er Jahren wurde das zweite Streckengleis zwischen Marktschorgast und Stammbach wegen zu geringem Verkehrsaufkommens rückgebaut.

Eröffnungsdaten[Bearbeiten]

  • 15. Februar 1846: Bamberg–Lichtenfels
  • 15. Oktober 1846: Lichtenfels–Neuenmarkt-Wirsberg
  • 1. November 1848: Neuenmarkt-Wirsberg–Hof

Streckenbeschreibung[Bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten]

Fuß der Schiefen Ebene, von rechts die Schlömener Kurve
Schienenbus VT 98 des DDM auf der Schiefen Ebene
Bahnhofsgebäude von Lichtenfels

Nach dem Beginn der Strecke im Bamberger Bahnhof zweigen die bereits stillgelegte Nebenbahn nach Scheßlitz sowie die Hauptbahn nach Würzburg ab, die bis auf Höhe der Kleingartensiedlung parallel verläuft und dann nach Nordwesten abbiegt. Von links trifft ein Verbindungsgleis von der Würzburger Strecke auf die Trasse, die im Anschluss die Bundesautobahn 70 unterquert sowie am Westrand von Hallstadt vorbeiführt und parallel zur Bundesstraße 4 verlaufend Breitengüßbach erreicht. Nach dem Bahnhof zweigen die Nebenbahn nach Ebern sowie die bereits stillgelegte und abgebaute Nebenbahn nach Dietersdorf ab. Die Strecke unterquert die Bundesautobahn 73 verläuft parallel zum Main. Über die Bahnhöfe Ebing, Zapfendorf, Ebensfeld, an dem in Zukunft die Schnellfahrstrecke nach Erfurt abzweigen wird, und Bad Staffelstein erreicht die Strecke Lichtenfels.

Vom Bahnhof Lichtenfels aus verläuft die Strecke bis einschließlich Mainleus parallel zum Main. In Hochstadt-Marktzeuln zweigt die Frankenwaldbahn nach Ludwigsstadt und Saalfeld ab, in Kulmbach stieß bis 1993 die Lokalbahn von Thurnau und Bayreuth auf die Strecke. Über Untersteinach und Ludwigschorgast erreicht die Strecke den Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg, der in der Vergangenheit ein eigenes Bahnbetriebswerk besaß, welches heute das Deutsche Dampflokomotiv-Museum beherbergt. Nach dem Bahnhof zweigt die Strecke nach Bayreuth ab, von der nur wenige Meter entfernt das als Schlömener Kurve bezeichnete Verbindungsgleis auf die Strecke nach Hof trifft. In Anschluss daran führt die Strecke über die „Schiefe Ebene“ hinauf zum Bahnhof Marktschorgast, ab dessen Ende sie bis Stammbach eingleisig ist. Über Münchberg und Schwarzenbach an der Saale erreicht die Strecke Oberkotzau, vereinigt sich dort mit den Strecken aus Regensburg und aus Selb, führt bei Moschendorf über die Saale und erreicht schließlich den Endbahnhof Hof.

Ausbauzustand[Bearbeiten]

Die Strecke ist von Bamberg bis Hochstadt-Marktzeuln zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert. Die anschließende Strecke bis Hof ist nicht elektrifiziert, aber bis auf den eingleisigen Abschnitt Marktschorgast–Stammbach ebenfalls zweigleisig. Die streckenbezogene Höchstgeschwindigkeit beträgt abschnittsweise 160 km/h.

Züge[Bearbeiten]

Im Jahr 2011 fahren zwischen Bamberg und Lichtenfels Intercity-Express-Züge der Linie München–Nürnberg–LeipzigBerlin(–Hamburg) im Stundentakt. Zum Einsatz kommen ICE-T-Neigetechnikzüge der Baureihe 411.

Auf dem Abschnitt Bamberg–Lichtenfels verkehrt stündlich ein Regional-Express der Linie Nürnberg–Bamberg–Lichtenfels–Sonneberg (Thüringen), alle zwei Stunden mit Zugteil nach Jena Saalbahnhof über Kronach und Saalfeld (Saale). In Lichtenfels wird dieser Zug geteilt bzw. in die Gegenrichtung vereinigt. Wenige Minuten vor bzw. nach dem Regional-Express ohne Zugteil nach Jena verkehrt zudem zweistündlich ein RE Würzburg–Schweinfurt–Bamberg–Lichtenfels–Hof/Bayreuth[veraltet]. Dieser verkehrt zur jeweils anderen Stunde nur zwischen Lichtenfels und Hof/Bayreuth. Das Angebot wird dort durch die Regionalbahn-Linie Bamberg–Lichtenfels–Kronach–(Saalfeld) ergänzt.

Die Regional-Express-Züge nach Sonneberg/Jena bestehen aus für 160 km/h zugelassen Triebzügen der Baureihe 442. Die Linie Bamberg–Hof/Bayreuth wird aufgrund der engen Kurvenradien auf der „Schiefen Ebene“ und der nicht elektrifizierten Abschnitte Hochstadt-Marktzeuln–Hof/Bayreuth von den dieselangetriebenen Neigetechnikzügen der Baureihe 612 befahren, die im Systemhalt Neuenmarkt-Wirsberg getrennt bzw. vereinigt werden. Seit Dezember 2013 kommt die Baureihe 612 nur noch im Zweistundentakt zwischen Lichtenfels und Bayreuth/Hof zum Einsatz. In der jeweils anderen Stunde verkehren zwischen Bamberg und Bayreuth/Hof Fahrzeuge der Baureihe 641. Damit wurde die bis Dezember 2013 umsteigefreie Verbindung Würzburg–Bayreuth/Hof in Bamberg gebrochen, da zwischen Bamberg und Würzburg Elektrotriebzüge der Baureihe 425 die bisherigen Leistungen der Baureihe 612 übernommen haben.[3][4]

Die Bahngesellschaft Agilis fährt seit 2011 als Gewinner der Ausschreibung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft auf der Bahnstrecke Bamberg–Hof folgende Leistungen:

  • von Ebern über Breitengüßbach nach Bamberg (Stundentakt)
  • von Bad Rodach über Lichtenfels und Neuenmarkt-Wirsberg nach Weiden (Stundentakt)
  • von Helmbrechts über Münchberg und Hof Hbf nach Bad Steben (2-Stundentakt)
  • einzelne Züge Bamberg – Lichtenfels
  • einzelne Züge Kulmbach – Münchberg

seit Dezember 2012 auch Hof – Marktredwitz.

Zwischen Marktschorgast und Hof befahren die Regional-Express-Züge von Nürnberg über Bayreuth nach Hof die Strecke.

E-Netz Franken[Bearbeiten]

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 sollte sich auf dieser Strecke eine Änderung bei den Regionalexpressen vollziehen. Es war geplant, neue Triebwagen der Baureihe 442 auf der Strecke nach Sonneberg einzusetzen. Dieser RE sollte aus zwei kuppelbaren Zugteilen bestehen. Die Zugteilung würde jeweils abwechselnd in Bamberg (für den RE nach Würzburg Hbf) oder in Lichtenfels (für den RE nach Jena Saalbahnhof) erfolgen. Da die Baureihe 442 (Talent 2) Liefer- und Zulassungsschwierigkeiten hatte, konnte dieses Konzept erst ein Jahr später zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 in Kraft treten.

Zweiteilung[Bearbeiten]

Die bis Dezember 2013 durchgehende RE-Verbindung Würzburg–Bamberg–Lichtenfels–Bayreuth/Hof wurde im Dezember 2013 zweigeteilt. Dies geschah deshalb, damit wird das unwirtschaftliche Fahren mit Dieselzügen unter Fahrdraht vermieden wird. Die DB Regio Franken gewann Anfang 2013 die Ausschreibung im Bereich Main-Spessart. Seit Dezember 2013 besteht die Verbindung aus der Strecke (Frankfurt-) Würzburg-Bamberg, die in die DB Regio Bayern VB Franken überging und andererseits ging die Strecke Bamberg–Lichtenfels–Bayreuth/Hof an die DB Regio Bayern VB Nordostbayern über. Seit Dezember 2013 verkehrt die Baureihe 425 auf der RE-Linie Würzburg–Bamberg. Die Verbindung Bamberg–Bayreuth/Hof wird seit Dezember 2013 mit Dieseltriebwagen der Baureihe 641 bedient.

Zukunft[Bearbeiten]

ABS Nürnberg–Ebensfeld[Bearbeiten]

Die Bestandsstrecke soll zwischen Bamberg und Ebensfeld um zwei Gleise der Ausbaustrecke erweitert werden. Die Ausbaustrecke wird für Geschwindigkeiten von bis zu 230 km/h trassiert, um die Fahrzeit von München nach Berlin noch weiter zu verringern. Der letzte Verknüpfungspunkt der beiden Strecken wird der neue Überholbahnhof Unterleiterbach sein, der vor Ebensfeld liegt. Im Zuge des Ausbaus soll die Strecke zwischen Lichtenfels und Bamberg von Januar bis Mitte 2016 voll gesperrt werden.[5]

Hauptartikel: Ausbaustrecke Nürnberg–Ebensfeld

Vollständige Elektrifizierung[Bearbeiten]

Im März 2013 wurden Pläne des bayerischen Wirtschaftsministeriums bekannt, die vorsehen, die Strecke zwischen Hof und Hochstadt vollständig zu elektrifizieren. Hierzu soll die Elektrifizierung in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden. Die Finanzierung ist jedoch noch unklar.[6][7]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Schienenfahrzeuge der Bundeswehr. In: bundeswehrloks.de. Abgerufen am 8. Januar 2014.
  2. Streckenbeschreibung bei die bahn kommt
  3. http://www.nahverkehr-franken.de/rbahn/aktuell.html Meldung vom 23. Mai 2013
  4. http://beg.bahnland-bayern.de/presse/pressemitteilungen/beg-vergibt-expressverkehre-in-oberfranken-an-db-regio
  5.  Ebensfeld muss sich auf mehr Bahnlärm einstellen. In: Neue Presse, Ausgabe Lichtenfels. 30. Juli 2014, S. 7 (online).
  6. Bahnstrecke Hof-Bayreuth. Ministerium ist für Elektrifizierung. In: Bayerischer Rundfunk, 9. März 2013. Abgerufen am 16. März 2013.
  7. Neue Pläne: Elektrifizierung der Bahn in Bayreuth und Kulmbach. In: Radio Plassenburg, 9. März 2013. Abgerufen am 16. März 2013.