Boos (Schwaben)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Boos
Boos (Schwaben)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Boos hervorgehoben
48.07444444444410.196388888889573Koordinaten: 48° 4′ N, 10° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Boos
Höhe: 573 m ü. NHN
Fläche: 17,66 km²
Einwohner: 1924 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87737
Vorwahlen: 08335, 08333 (Reichau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 120
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Fuggerstr. 3
87737 Boos
Webpräsenz: www.vg-boos.de
Bürgermeister: Michael Ehrentreich (Freie Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Boos im Landkreis Unterallgäu
Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Boos ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Boos.

Geografie[Bearbeiten]

Boos liegt ca. 10 km nördlich von Memmingen in der Region Donau-Iller in Oberschwaben.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Boos und Reichau.

Zur Gemeinde Boos gehören die Orte Boos und Reichau. Dem Gemeindegebiet ging der noch 1695 genannte Ort Kohlwaldhöfe ab.

Panoramaansicht über Boos. Fotografiert vom Kirchturm von St. Martin.

Geschichte[Bearbeiten]

1054 wurde Boos erstmals urkundlich mit Edlen von Boos erwähnt. Diese waren Vasallen des Klosters Kempten. 1176 ist ein Vasall des oberschwäbischen Klosters Ottobeuren erwähnt. Mit Rudolph von Boos müssen die Edlen von Boos ausgestorben sein. Im 16. Jahrhundert wechselte der Besitz vom Kloster Ottobeuren zu den Fuggern. Ein Zweig der Jakob Fugger'schern Linie besaß von da an bis auf die neuere Zeit diese Herrschaft mit einem eigenen Oberamt. Im dreißigjährigen Krieg wurde 1632 von den Schweden der Pfarrer ermordet. Infolge des Krieges starb Boos bis auf einen noch bewirtschafteten Hof aus. 1777 starb der letzte Fugger der Booser Linie, Boos wechselte daraufhin an die Fugger'sche Linie zu Babenhausen. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Von 1853 bis 1854 war Pfarrer Sebastian Kneipp Kaplan im oberschwäbischen Dorf Boos. Mit der Gebietsreform in Bayern wurde Boos 1978 Mitglied und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Boos.

Religionen[Bearbeiten]

An Kirchen gibt es in Boos lediglich eine römisch-katholische Gemeinde mit der Pfarrkirche St. Martin.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1975 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Reichau eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 1551 Einwohner[2]
  • 1970: 1730 Einwohner[2]
  • 1987: 1692 Einwohner
  • 2000: 1890 Einwohner
  • 2011: 1894 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Bundestagswahl 2013[3]
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2,2 %
5,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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Bürgermeister ist seit 8. April 2011 Michael Ehrentreich. Der bisherige Bürgermeister der Gemeinde Hans-Jürgen Neumann erhielt am 8. April 2011 den Ehrentitel "Altbürgermeister".

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 838 000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 148 000 €.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 5. August 1957 durch Bescheid des Bayerischen Staatsministeriums des Innern genehmigt.

Blasonierung: „Geteilt von Rot und Blau; dem Ganzen aufgelegt eine goldene heraldische Lilie.“

Die historische Vergangenheit der Gemeinde Boos wurde jahrhundertelang von Lehensherren bestimmt. In der ältesten Zeit war dies das gefürstete Stift Kempten, das die Güter in Boos an verschiedene hervorragende Familien zu Lehen ausgab, so an die Memminger Patrizier Besserer, Edlinstett und Stebenhaber. 1551 wurde Boos an Anton Fugger verkauft und diesem schließlich 1552 neben dem Grundbesitz auch die Dorfherrschaft (Oberlehenshoheit) als freies Eigen vom Kempter Fürststift übertragen. Im Wappen der Gemeinde werden die Herrschaftsrechte des Fürststifts durch die Schildteilung Rot - Blau ausgedrückt; die goldene Lilie ist dem Wappen des Hauses Fugger entlehnt.

Der Entwurf und die Gestaltung des Wappens übernahm der Münchner Emil Werz.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge wurde am 2. Mai 1991 durch Bescheid der Regierung von Schwaben genehmigt.

Die Flagge ist Gelb - Blau gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

An Sehenswürdigkeiten gibt es im Ort die Pfarrkirche St. Martin sowie das ehemalige Fuggerschloss. Dieses ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Die Gebäude des Schlosses, die durch die B 300 getrennt sind, befinden sich in einem äußerst schlechten Zustand.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft vier, im produzierenden Gewerbe 191 und im Bereich Handel und Verkehr acht sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 54 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 657. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 31 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 765 ha. Davon waren 327 ha Ackerfläche und 438 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

In der Gemeinde Boos existiert ein Kindergarten mit 75 Kindergartenplätze sowie eine Volksschule. Weiterführende Schulen existieren in der Stadt Memmingen und dem Markt Babenhausen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Boos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 781.
  3. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 14. September 2014