Babenhausen (Schwaben)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Babenhausen
Babenhausen (Schwaben)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Babenhausen hervorgehoben
48.14277777777810.253333333333560Koordinaten: 48° 9′ N, 10° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Babenhausen
Höhe: 560 m ü. NHN
Fläche: 27,23 km²
Einwohner: 5331 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 196 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87727
Vorwahl: 08333
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 115
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
87727 Babenhausen
Webpräsenz: www.babenhausen-schwaben.de
Bürgermeister: Otto Göppel jun. (CSU)
Lage des Marktes Babenhausen im Landkreis Unterallgäu
Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Baden-WürttembergKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Fuggerschloss mit Kirche St Andreas
Kirche St. Andreas

Babenhausen ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

Babenhausen ist bekannt durch das den ganzen Ort überragende Fuggerschloss und die Kirche St. Andreas. Es ist Sitz der Familie Fugger, die im Mittelalter und vor allem in der Renaissance große Bedeutung hatte.

Geografie[Bearbeiten]

Babenhausen liegt etwa 25 km nordöstlich von Memmingen und 40 km südöstlich von Ulm in Oberschwaben und gehört zur Region Donau-Iller.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Babenhausen und Klosterbeuren.

Zum Markt Babenhausen gehören unter anderem die Orte Babenhausen, Klosterbeuren und Unterschönegg.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Siedlungsname wurde am 24. März 1237 im Zuge der Schlichtung einer Grenzstreitigkeit erstmals urkundlich genannt. Am 12. Mai 1315 war bereits die Bezeichnung Stadt in einer Kaufvertragsurkunde nachweisbar. Kaiser Ludwig IV., der Bayer, verlieh im Jahr 1337 das "Ulmer Stadtrecht". 1436 erwirbt Rudolf Mötteli vom Rappenstein um 2000 Gulden von Benno und Albrecht von Rechberg Schloss und Markt. Am 26. Juli 1466 wurde im Rahmen des sogenannten "Rottweiler Urteils" die kaiserliche Acht über die Herrschaft Babenhausen verhängt. Für Babenhausen ging dadurch das Stadtrecht dauerhaft verloren.

Der Markt Babenhausen war vor 1800 Herrschaft der Fürsten Fugger-Babenhausen. 1803 wurde Babenhausen Reichsfürstentum. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern, der Ort war bis 1848 Sitz des Fürstlichen Fuggerschen Herrschaftsgerichts Babenhausen.

Im Jahr 1894 wurde Babenhausen durch die eingleisige, von der Illertalbahn abzweigende Nebenbahnstrecke Kellmünz a.d.Iller – Babenhausen an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Aber bereits 70 Jahre später, 1964, wurde der Personennahverkehr auf der Strecke wieder eingestellt und seit 2009 verläuft auf dem ehemaligen Bahndamm ein Radweg.

Das in der Gemeinde befindliche Franziskaner-Kloster Klosterbeuren wurde vor 1273 gegründet und 1860 abgerissen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die ehemals selbständige Gemeinde Klosterbeuren und der Ort Unterschönegg der Gemeinde Oberroth wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform am 1. Mai 1978 in den Markt Babenhausen eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1959 1961 1970 1987 2002 2005 2008 2011
Einwohner 2219 2284 2495 2504 2527 4246 4351 4631 4630 5298 5250 5207 5205

Politik[Bearbeiten]

Bundestagswahl 2013[3]
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15,6 %
4,2 %
5,5 %
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5,2 %
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Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat zwanzig Mitglieder. Seit der Kommunalwahl am 2. März 2008 (Wahlbeteiligung 68,6 %) sind die CSU mit neun Sitzen, die SPD mit 3 Sitzen und verschiedene Wählergemeinschaften mit 8 Sitzen vertreten.

Bürgermeister ist Otto Göppel jun. (CSU).

Gemeindefinanzen[Bearbeiten]

Im Jahr 2011 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 5.827.000 Euro; davon waren 3.052.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold zwischen drei (2:1) gestellten schwarzen Schlägeln ein schwarzer Stern.“

Der auf das Jahr 1471 zurückgehende ursprüngliche Wappenschild ist das zweitälteste kommunale Wappen im Landkreis Unterallgäu. Der zu Regensburg am 15. Juli 1471 durch Kaiser Friedrich III. verliehene Wappenbrief beschreibt das Wappenprivileg wie folgt:

„ain gelben schilt, darinn drey swarcz slegel, di stil under sich gekeret, steende di zwen oben nebeneinander, und dazwischen ain swarczer stern und under demselben stern steende der dritt slegel in mitte des schilts ...“.

Die Schlegel als Wappensymbol sind dem Wappen des früheren Ortsherren Konrad von Schönegge mit dem Zunamen „Prügel“ entnommen, das sich als Familienwappen bis auf das Jahr 1273 zurückverfolgen lässt. Erst im Jahre 1796 wurden durch Graf Anselm Maria Fugger Wappenbeifügungen mit zwei gekreuzten Wimpeln, stahlfarbenem, bürgerlichem Helm und goldener Mauerkrone vorgenommen. Ähnliche Attribute zierten, dem Zeitgeschmack entsprechend, auch verschiedene andere Gemeindewappen im Kreisgebiet. Alle diese Zutaten sind jedoch seit einer staatlichen Weisung vom 27. Juli 1928 unzulässig und damit auch nicht Teil eines rechtsverbindlichen geschichtlichen Wappens.

Die Flagge ist schwarz-gelb gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Babenhausen besitzt ein ehemaliges Fuggerschloss, in dem ein Fuggermuseum untergebracht ist. Die ehemalige Fuggerkirche St. Andreas in barocker Ausstattung ist eine Sehenswürdigkeit des Ortes.
  • In der Friedhofskapelle befinden sich sieben Bilder eines Totentanzes aus der Zeit um 1722. Sie gehören mit weiteren vier Bildern (Sündenfall, Totendank, Lösegeld der Verstorbenen, Trost der Armen Seelen) zum Zyklus eines Totenkults nach dem Vorbild der Wiener "Todten-Capelle" von Abraham a Sancta Clara (alias Johann Ulrich Megerle aus Kreenheinstetten bei Messkirch).[4]
  • Fuggerweiher

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 2011 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 17, im produzierenden Gewerbe 1322 und im Bereich Handel und Verkehr 376 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 435 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1998. Im verarbeitenden Gewerbe gab es neun Betriebe, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 37 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1342 ha, davon waren 616 ha Ackerfläche und 726 ha Dauergrünfläche.

Der Gewerbesteuerhebesatz beträgt zurzeit 290 % (2011).

Bildung[Bearbeiten]

In der Gemeinde existierten folgende Einrichtungen: Drei Kindergärten mit insgesamt 217 Kindergartenplätzen und 204 betreuten Kindern (Stand: 2012) sowie zwei Volksschulen mit 53 Lehrkräften und 783 Schülerinnen und Schülern (Schuljahr 2011/12). Die Anton-Fugger-Realschule in Babenhausen hatte 33 Lehrkräfte mit 555 Schülerinnen und Schülern (Schuljahr 2011/12), welche in vier Zweigen unterrichtet wurden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Marktes[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Reich, Herrschaftsbildung und Herrschaftskräfte auf dem Gebiet des Altlandkreises Illertissen, Taufkirchen 2000

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Babenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 782 und 783.
  3. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 14. September 2014
  4. Hans Georg Wehrens: Der Totentanz im alemannischen Sprachraum. "Muos ich doch dran - und weis nit wan". Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2563-0. S. 231ff.