Bad Grönenbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Bad Grönenbach
Bad Grönenbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Bad Grönenbach hervorgehoben
47.87555555555610.221111111111718Koordinaten: 47° 53′ N, 10° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Bad Grönenbach
Höhe: 718 m ü. NHN
Fläche: 42,03 km²
Einwohner: 5334 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87730
Vorwahl: 08334
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 144
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
87730 Bad Grönenbach
Webpräsenz: www.bad-groenenbach.de
Bürgermeister: Bernhard Kerler
Lage des Marktes Bad Grönenbach im Landkreis Unterallgäu
Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Baden-WürttembergKarte
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Bad Grönenbach

Bad Grönenbach ist ein oberschwäbischer Markt im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Bad Grönenbach. Ihm wurde 1996 das Prädikat Kneippheilbad verliehen. Bereits 1954 war der Ort als Kneippkurort staatlich anerkannt worden.

Geografie[Bearbeiten]

Bad Grönenbach liegt im Südwesten Bayerns rund 13 Kilometer südlich der kreisfreien Stadt Memmingen in der Region Donau-Iller in Oberschwaben. Südlich von Bad Grönenbach beginnt die typische Allgäuer Hügellandschaft.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Bad Grönenbach und Zell.

Zum Markt Bad Grönenbach gehören die Dörfer Bad Grönenbach, Gmeinschwenden, Herbisried, Hörpolz, Ittelsburg, Schulerloch, Thal, Zell sowie Ziegelberg. Zusätzlich existieren noch 19 Weiler und 17 Einöden im Markt Bad Grönenbach.[2] Das Gemeindegebiet erstreckt sich insgesamt über eine Fläche von 4202 ha.[3]

Fläche
nach Nutzungsart[3]
Landwirt-
schafts-
fläche
Wald-
fläche
Gebäude-,
Frei- und
Betriebsfläche
Verkehrs-
fläche
Wasser-
fläche
Sport- und
Grünfläche
sonstige
Nutzung
Fläche in km² 26,55 10,31 3,18 1,56 0,34 0,05 0,04
Anteil an Gesamtfläche 63,2 % 24,5 % 7,5 % 3,7 % 0,8 % 0,1 % 0,1 %

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bad Grönenbach grenzt im Uhrzeigersinn an die Gemeinden Legau, Kronburg, Woringen, Wolfertschwenden, Böhen alle im Landkreis Unterallgäu, sowie im Landkreis Oberallgäu an die Gemeinde Dietmannsried.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend des Marktes Bad Grönenbach war bereits sehr früh besiedelt. Im Jahre 15 v. Chr. besiegten die Römer die keltischen Vindelicer.[4] Ab 400 n. Chr. verfiel die römische Macht mehr und mehr. Die römische Bevölkerung zog sich nach Süden zurück. An ihrer Stelle besetzten germanische Thüringer und Alemannen den Illergau und vermischten sich mit den Galloromanen. Der Markt Grönenbach wurde im Jahr 1099 erstmals urkundlich erwähnt. Eine erste Erwähnung des Ortsadels findet bereits 727 statt, in dem von einem Gottschalk von Grönenbach berichtet wird, welcher in der Schlacht am Feilenforst gefallen ist.[5] Die erste Konsekration der Kirche fand am 27. Mai 1136 durch den Augsburger Bischof Walter statt.[6] Etwa ab Ende des 12. Jahrhunderts, nach dem Aussterben des Grönenbacher Ortsadels, bis zum Jahr 1482 regierten die Herren von Rothenstein, bis auf wenige Unterbrechungen, über Grönenbach. 1260 gehörte Grönenbach bereits als Lehen zum Stift Kempten.[7]

Nach dem Tod Ludwig von Rothenstein († 1482) fiel der Besitz über seine Schwester Corona von Rothenstein an die Herren von Pappenheim. Kaiser Friedrich III. verlieh der Gemeinde Grönenbach im Jahr 1485 das Marktrecht. Eine Begegnung der Brüder Christoph und Philipp von Pappenheim 1558 mit Johannes Calvin hatten diese so beeindruckt, dass sie den reformierten Glauben in ihrer Grafschaft einführten. Später stießen schweizerische und schwäbische Glaubensflüchtlinge dazu und festigten den Bestand der Gemeinde. Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde in Bad Grönenbach und die Schwestergemeinde in Herbishofen sind die ältesten in Bayern und gehören zu den ältesten in Deutschland.[8][9][10] In der Herrschaftszeit derer von Pappenheim vollzog sich somit die Reformation und auch die religiöse Spaltung in Grönenbach. Die Herrschaft Pappenheim endete mit dem Tod Alexanders II. von Pappenheim im Jahr 1612.

Der Besitz Grönenbach ging durch Erbe an seine Tochter Anna von Pappenheim. Diese war mit Otto Heinrich Fugger, Graf von Kirchberg-Weißenhorn in zweiter Ehe vermählt. Über diesen Weg kamen die Fugger in den Besitz Grönenbach. Unter Paul Fugger vollzog sich 1695 der vollständige Rückkauf von Grönenbach und Rothenstein an das Fürststift Kempten an Rupert von Bodman gegen einen Betrag von 60.000 Gulden.[11]

Es folgten die Jahre der Zugehörigkeit zum Fürststift Kempten als Pflegeamt bis zur Säkularisation im Jahr 1803. Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 ordnete den Ort Bayern zu. Grönenbach wurde im Jahr 1954 als Kneippkurort anerkannt. 1996 wurde Grönenbach das Prädikat Kneippheilbad verliehen; es wird seitdem Bad Grönenbach genannt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Zell eingegliedert.[12]

Religionen[Bearbeiten]

Die Spitalkirche in Bad Grönenbach

Die größte Gruppe war im Jahr 2010 mit 56,71 % römisch-katholisch, gefolgt von evangelisch (ev., lt.) mit 13,10 % und ev.-ref. mit 10,82 %.[13][14]

Zeitraum 2010 2011 2012
Religionsgemeinschaft Gesamt  % Männl. Weibl. Gesamt  % Männl. Weibl. Gesamt  % Männl. Weibl.
altkatholisch 4 0,07 1 3 4 0,07 1 3 4 0,07 1 3
evangelisch-lutherisch 724 13,10 327 397 722 13,08 320 402 733 13,26 320 413
evangelisch-reformiert 598 10,82 321 277 600 10,87 325 275 591 10,69 322 269
römisch-katholisch 3.133 56,71 1.498 1.635 3.105 56,24 1.503 1.602 3.065 55,46 1.475 1.590
ohne Angabe 1.066 19,29 583 483 1.082 19,60 603 479 1.125 20,35 614 511

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde Bad Grönenbach wurden 1840 2.213, 1987 dann 4.399, im Jahr 2000 5.091 und 2009 5.272 Einwohner gezählt.[15]

Jahr Einwohner
1840 (1. Dez.) 2.213
1871 (1. Dez.) 2.094
1900 (1. Dez.) 2.223
1925 (16. Jun.) 2.676
1939 (17. Mai) 2.626
1950 (13. Sep.) 3.992
1970 (27. Mai) 4.221
Jahr Einwohner
1987 (25. Mai) 4.399
2000 (31. Dez.) 5.091
2003 (31. Dez.) 5.156
2005 (31. Dez.) 5.135
2007 (31. Dez.) 5.191
2009 (31. Dez.) 5.272

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Bundestagswahl 2013[16]
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,5 %
14,7 %
5,1 %
8,8 %
2,9 %
4,1 %
5 %
6,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+7,1 %p
+4,1 %p
-11,8 %p
-3,5 %p
-3,1 %p
+4,1 %p
+5 %p
-1,9 %p

Der Gemeinderat Bad Grönenbachs setzt sich seit 1996 aus 20 Gemeinderatsmitgliedern zusammen. Die letzte Gemeinderatswahl fand im März 2008 statt. Der Gemeinderat wird für 6 Jahre gewählt. Die folgende Tabelle zeigt die Gemeinderatswahlergebnisse ab 1978:

Gemeinderat Bad Grönenbach: Wähleranteil und Gemeinderäte seit 1978

CSU

SPD

Grüne

FDP

Freie Wähler

Gemeinsame
Wahlvorschläge

Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Gemeinderat  %
1978–1984 67,05 12 11,08 1 6,14 1 15,73 2 100 16 69,10
1984–1990 59,33 10 14,16 2 26,51 4 100 16 75,00
1990–1996 52,93 9 16,30 2 25,18 4 5,59 1 100 16 71,40
1996–2002 47,46 10 16,09 3 29,05 6 7,40 1 100 20 66,50
2002–2008 50,67 10 19,16 4 23,39 5 6,78 1 100 20 60,80
2008–2014 41,34 9 16,19 3 8,05 1 34,41 7 100 20 56,30
2014–2020 39,07 8 17,32 3 12,37 3 31,24 6 100 20 52,89
Prozentanteile gerundet. Quellen: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung[17]

Erster Bürgermeister von Bad Grönenbach ist Bernhard Kerler (CSU). Dieser wird unterstützt und vertreten durch den zweiten Bürgermeister Franz Dorn (SPD), sowie durch die dritte Bürgermeisterin Luise Rommel (CSU).[18]

Wappen[Bearbeiten]

Rathaus von 1936/1937
Wappen von Bad Grönenbach
Das Wappen wurde am 26. Januar 1838 durch König Ludwig I. von Bayern genehmigt.

Blasonierung: „In Grün ein silberner Schrägwellenbalken.“

1836 wünschte der Ort, der bisher kein Wappen besessen hatte, die beiden gleichgestalteten Burgen und Teile der Familienwappen früheren Grundherren, der Rotensteiner und der Marschälle von Pappenheim als Wappeninhalt, während die Kreisregierung einen heraldischen Hinweis auf die einstige Zugehörigkeit Grönenbachs zum Stift Kempten vorschlug. Da das Reichsheroldamt beide Lösungen verwarf, wurden 1837 zwei weitere Entwürfe eingereicht. Die Gemeinde beantragte die Ritterburgen der ehemaligen militum de Grunenbach auf einem grünen Hügel, aus welchem zwei Quellen entspringen, deren eine eine Badquelle vorstellt. Mit diesem Vorschlag hatte die Gemeinde aber wiederum kein Glück. Das Reichsheroldsamt entschied durch Gutachten vom 16. Oktober 1837 sich für den Entwurf des Dr. Zoer aus Immenstadt, der als „redendes“ Ortswappen einen grünen Wappenschild vorsah, durch den von der oberen rechten Ecke bis zur unteren linken ein silberner Bach sich schlängelt.[19] Grönenbach hatte damit nach mehreren Anläufen, aber noch früher als die meisten übrigen Gemeinden sein Gemeindewappen.

Der Entwurf und die Gestaltung des Wappens übernahm der Immenstädter Dr. Bernhard Zoer.

Siehe auch: Liste der Wappen im Landkreis Unterallgäu

Flagge[Bearbeiten]

Flagge von Bad Grönenbach
Die Flagge wurde am 9. März 1936 durch Erlass des Reichsstatthalters genehmigt.

Die Flagge ist Grün-Weiß gestreift.[20]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bad Grönenbach unterhält seit dem 25. August 1981 eine Partnerschaft mit der Gemeinde Castilenti in Italien in der Provinz Teramo.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

siehe auch Liste der Kirchen und Kapellen in der Verwaltungsgemeinschaft Bad Grönenbach

Hohes Schloss[Bearbeiten]

Hohes Schloss in Bad Grönenbach

Das Wahrzeichen Bad Grönenbachs ist das im 12. Jahrhundert erbaute Hohe Schloss. Es bildet zusammen mit dem Schlossberg eine Einheit. Seit 1384 war das Hohe Schloss der Sitz der Herren von Rothenstein, ab 1482 der Sitz der Herren von Pappenheim. Später, 1613, ging das Hohe Schloss in den Besitz der Fugger. Ab 1695 bis zur Säkularisation gehörte das Hohe Schloss der Fürstabtei Kempten.[21] Nach der Säkularisation war ab 1803 ein königlich-bayerisches Amtsgericht im Hohen Schloss untergebracht. Später wurde das Hohe Schloss von Dominikus Ringeisen erworben und von den Ursberger Schwestern bewohnt. Das Hohe Schloss wurde 1996 vom Markt Bad Grönenbach erworben und wird seitdem u.a. für Ausstellungen und standesamtliche Trauungen genutzt. Im Rahmen von Führungen kann das Schloss besichtigt werden. Ein historisches Fest ist der Mittelaltermarkt Anno 1525 im Hohen Schloss zu Bad Grönenbach, der von dem Verein Die Schwarze Schaar e. V. veranstaltet wird. Der historische Hintergrund ist die Proklamation der zwölf Artikel in Memmingen während der Bauernkriege, die erste schriftliche Einforderung von Menschenrechten auf europäischem Boden.

Unteres Schloss[Bearbeiten]

Unteres Schloss in Bad Grönenbach

Das Untere Schloss wurde 1563 als Witwensitz von vier Brüdern derer von Pappenheim erbaut.[22] Später waren pappenheimische Beamte, sowie Beamte des Fürststifts Kempten hier untergebracht. Während der Säkularisation wurde das Untere Schloss 1803 durch den Bayerischen Staat eingezogen und gelangte später in Privatbesitz. Das Untere Schloss befindet sich seitdem in Privatbesitz.

Burg Rothenstein[Bearbeiten]

Die Burg Rothenstein wurde im 11. Jahrhundert erbaut und war der Stammsitz derer von Rothenstein. Später ging die Burg in pappenheimischen Besitz über. Im Dreißigjährigen Krieg war die Burg Hauptquartier des schwedischen Feldmarschalls Carl Gustav Wrangel. Am 9. März 1873 stürzte die Burg, vermutlich aufgrund einer Erdsenkung, ein. Von der Burg, an der Grenze zwischen dem Allgäu und Oberschwaben, besteht nur noch eine Ruine.

Stiftskirche St. Philipp und Jakob[Bearbeiten]

St. Philipp und Jakob in Bad Grönenbach

Die römisch-katholische Stiftskirche St. Philippus und Jakobus wurde erstmals am 27. Mai 1136 geweiht. Danach folgte ein gotischer Neubau, der am 15. Oktober 1445 geweiht wurde.[23] Von der Vorgängerkirche ist die romanische Krypta erhalten. Am Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts wurde die Stiftskirche als Simultankirche genutzt. Im Jahr 1663 wurde die Stiftskirche barockisiert. Innerhalb der Stiftskirche sind eine Reihe kunstvoller Epitaphien des ehemaligen Ortsadels angebracht.[24] Die Oberschwäbische Barockstraße führt mit ihrer Ostroute durch den Kurort, auch die Schwäbische Bäderstraße und der Bayerisch-Schwäbische Jakobusweg führen durch den Ort.

Spitalkirche Hl. Geist[Bearbeiten]

Die Spitalkirche wurde 1479 gestiftet. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Kirche 1633 zerstört. Ab dem Jahr 1649 wurde die Spitalkirche den reformierten Gläubigen, nach längeren Auseinandersetzungen, zum Gottesdienst überlassen. Ab dieser Zeit wurde die Spitalkirche wieder aufgebaut und ab 1723 wieder Gottesdienste abgehalten. Der Kirchturm wurde 1880 erbaut.[21] Die Spitalkirche wird von der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Bad Grönenbach genutzt.

Kollegiatstift[Bearbeiten]

Neben der Stiftskirche St. Philipp und Jakob befindet sich das Kollegiatstift.[25] Das Kollegiatstift wurde 1479 von Ludwig von Rothenstein und seiner Gemahlin Jutta von Hürnheim gestiftet. Das Wappen des Stifterehepaares ist in der westlichen Aussenfassade angebracht. Das während der Säkularisation aufgelöste Kollegiatstift ist heute Pfarrhof der römisch-katholischen Gemeinde in Bad Grönenbach.

Sonstige Gebäude[Bearbeiten]

Das Amtshaus Rothenstein als Verwaltungsgebäude derer von Rothenstein und Pappenheim als Zeugnis vergangener Verwaltungsstrukturen.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Bad Grönenbach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Sebastian-Kneipp-Volksschule in Bad Grönenbach

In Bad Grönenbach gibt es die Sebastian-Kneipp-Volksschule. Diese besteht aus einer Grund- und Mittelschule. Im Jahrgang 2009/2010 besuchten 325, im darauffolgenden Jahrgang 2010/2011 insgesamt 311 Schüler die Grund- und Mittelschule.[26] Die Volksschule in Bad Grönenbach ist Mitglied des Schulverbandes Bad Grönenbach, Wolfertschwenden und Woringens.

Insgesamt drei Kindergärten sind in Bad Grönenbach vorhanden, einer davon im Ortsteil Zell. Im Jahr 2000 wurden diese von 185, im Jahr 2010 von 197 Kindern besucht.[26] Die beiden Kindergärten in Bad Grönenbach sind konfessionell in einen katholischen und einen evangelisch-reformierten Kindergarten getrennt.

Ebenfalls besteht in Bad Grönenbach eine Gemeinde- und Kurbücherei. Der Bestand umfasst knapp 8000 Medien. Diese wurden im Jahr 2010 ca. 18.000-mal entliehen.[26]

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Der Bereich Gesundheit ist in Bad Grönenbach sehr stark vertreten. In Bad Grönenbach gibt es mehrere Kliniken und Kurbetriebe. Diese sind unter anderem in den Bereichen psychosomatischer Störungen und Krankheiten,[27] sowie bei Hörbehinderungen, Kardiologie und Orthopädie tätig.[28] Neben den vorhandenen Kliniken gibt es noch zwei Kurbetriebe die unter anderem auch speziell auf Kneippkuren ausgerichtet sind.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 39, im produzierenden Gewerbe 419 und im Bereich Handel und Verkehr 184 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 523 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.766. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 113 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2554 ha, davon waren 372 ha Ackerfläche und 2181 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Östlich von Bad Grönenbach führt die Illertalbahn mit einer eigenen Anschlussstelle in Thal vorbei. Ursprünglich sollte die Bahnstrecke direkt an Bad Grönenbach vorbei führen, wurde 1862 jedoch auf die derzeitige Streckenführung umgeplant.[29]

Die nächste Autobahnanschlussstelle ist zwei Kilometer entfernt: Die Anschlussstelle Nr. 131 Bad Grönenbach der A 7

Bad Grönenbach liegt auch am Iller-Radweg, einer Fernverbindung für Radfahrer zwischen Ulm und Oberstdorf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Notker Wolf auf der Leipziger Buchmesse am 19. März 2011

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Rösch, Königlicher Bezirksamtmann, Memmingen - im Jahr 1887
  • J. Schatz, Evangelischer Pfarrer - am 16. September 1906
  • Ludwig Eberle, Bildhauer und Maler - am 18. Mai 1923
  • Josef Rauh, Gemeinderat und Bürgermeister - am 9. Januar 1930
  • Alois Eß, Katholischer Pfarrer - am 30. Juni 1948
  • Matthäus Wiedenmayer, Bürgermeister - am 9. Oktober 1963
  • Jakob Epp, Bürgermeister - am 1. Juli 1972
  • Alfonsa Leberle, Schulleiterin und Oberin auf dem Schloßberg - am 8. Mai 1997
  • Stefan Ried, Katholischer Pfarrer
  • Notker Wolf, Abtprimas der Benediktiner - am 17. September 2010

Söhne und Töchter des Marktes[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Sebastian Kneipp, war in den Jahren 1842/43 in Grönenbach, um bei Kaplan Merkle, einem weitläufig Verwandten, Latein zu lernen. Merkle bestärkte dabei Kneipp in dessen Wunsch, Priester zu werden.
  • Christoph Ludwig Koeberlin, (1794–1862) war Ortspfarrer und Botaniker in Grönenbach. Er führte Sebastian Kneipp in die Pflanzenheilkunde ein.
Panoramabild Bad Grönenbach, gesehen vom Stiftsberg Richtung Norden

Literatur[Bearbeiten]

  •  Tilmann Breuer, Heinrich Kreisel und Adam Horn (Hrsg.): Stadt- und Landkreis Memmingen. Deutscher Kunstverlag, München 1959.
  •  Maximilian Dietrich (Hrsg.): Der Landkreis Memmingen. Maximilian Dietrich Verlag Memmingen, Memmingen 1971, ISBN 3-87164-059-X.
  •  Dr. Hermann Haisch (Hrsg.): Landkreis Unterallgäu. Memminger Zeitung Verlagsdruckerei GmbH, Memmingen 1987, ISBN 3-9800649-2-1.
  •  Joseph Sedelmayer, Historischer Verein zur gesamten Förderung der Heimatkunde des Allgäus (Hrsg.): Geschichte des Marktfleckens Grönenbach. Kempten 1910.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Grönenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Bad Grönenbach – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Bad Grönenbach – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bayerisches Landesbibliothek Online abgerufen am 13. November 2011.
  3. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2010 – Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten für den Markt Bad Grönenbach. 2011, S. 12.
  4. Joseph Sedelmayer; Historischer Verein zur gesamten Förderung der Heimatkunde des Allgäus (Hrsg.): Geschichte des Marktfleckens Grönenbach. Kempten 1910, S. 3.
  5. Ferdinand Eggmann: Geschichte des Illertahles. 1862, S. 251 ff.
  6. Joseph Sedelmayer; Historischer Verein zur gesamten Förderung der Heimatkunde des Allgäus (Hrsg.): Geschichte des Marktfleckens Grönenbach. Kempten 1910, S. 8.
  7. Joseph Sedelmayer; Historischer Verein zur gesamten Förderung der Heimatkunde des Allgäus (Hrsg.): Geschichte des Marktfleckens Grönenbach. Kempten 1910, S. 9.
  8. Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Bad Grönenbach abgerufen am 23. Dezember 2010.
  9. Evangelisch-reformierte Kirche abgerufen am 22. August 2011.
  10. Sonntagsblatt – Evangelische Wochenzeitung für Bayern, Ausgabe 48/2005 abgerufen am 21. August 2011.
  11. Alfred Weitnauer: Allgäuer Chronik, Daten und Ereignisse. 1971, S. 314.
  12.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. S. 521.
  13. Bad Grönenbacher Marktnachrichten Nr. 266 Jahrgang 22, 2010, S. 16.
  14. Bad Grönenbacher Marktnachrichten Nr. 278 Jahrgang 23, 2011, S. 13.
  15. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2010 – Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten für den Markt Bad Grönenbach. 2011, S. 6.
  16. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 14. September 2014
  17. Gemeinderatswahlen; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 09778144.
  18. Mitglieder des Marktgemeinderates von Bad Grönenbach abgerufen am 4. Dezember 2011.
  19. Klemens Stadler, Wappen der schwäbischen Gemeinden, S. 150.
  20. Luitpold Dorn: Grönenbach, Verlag der Kurverwaltung Grönenbach, 1954, S. 16.
  21. a b Tilmann Breuer; Heinrich Kreisel und Adam Horn (Hrsg.): Stadt- und Landkreis Memmingen. Deutscher Kunstverlag, München 1959, S. 114.
  22. Tilmann Breuer; Heinrich Kreisel und Adam Horn (Hrsg.): Stadt- und Landkreis Memmingen. Deutscher Kunstverlag, München 1959, S. 116.
  23. Tilmann Breuer; Heinrich Kreisel und Adam Horn (Hrsg.): Stadt- und Landkreis Memmingen. Deutscher Kunstverlag, München 1959, S. 111.
  24. Tilmann Breuer; Heinrich Kreisel und Adam Horn (Hrsg.): Stadt- und Landkreis Memmingen. Deutscher Kunstverlag, München 1959, S. 113.
  25. Joseph Sedelmayer; Historischer Verein zur gesamten Förderung der Heimatkunde des Allgäus (Hrsg.): Geschichte des Marktfleckens Grönenbach. Kempten 1910, S. 152.
  26. a b c Bad Grönenbacher Marktnachrichten Weihnachtsausgabe 2010, S. 16.
  27. HELIOS Klinik in Bad Grönenbach abgerufen am 4. Dezember 2011.
  28. HELIOS Klinik Am Stiftsberg abgerufen am 4. Dezember 2011.
  29. Joseph Sedelmayer; Historischer Verein zur gesamten Förderung der Heimatkunde des Allgäus (Hrsg.): Geschichte des Marktfleckens Grönenbach. Kempten 1910, S. 267.
  30. Eintrag der DNB
  31. Matthias Fritsch, Religiöse Toleranz im Zeitalter der Aufklärung. Naturrechtliche Begründung - konfessionelle Differenzen (Studien zum achtzehnten Jahrhundert Bd. 28, Hamburg 2004), S. 248-249.