Chen Ning Yang

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Chen Ning Yang (1957)
Chen Ning Yang

Chen Ning Yang (chinesisch 楊振寧 / 杨振宁Pinyin Yáng Zhènníng; * 22. September 1922 in Hefei, China) ist ein chinesisch-US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger.

Leben[Bearbeiten]

Chen Ning Yang, der auch Frank oder Franklin genannt wird, wurde am 22. September 1922 in Hefei als erstes von fünf Kindern des Mathematikprofessors Ke Chuan Yang und seiner Frau Meng Hwa Loh Yang geboren. Er wuchs auf dem Campus der Tsinghua-Universität in Peking auf und studierte an der Universität von Kunming, wo er 1942 seinen B.Sc. mit einer Arbeit über Gruppentheorie und Molekülspektren erwarb. Den M.Sc. erwarb er 1944 an der Tsinghua-Universität, die während des Chinesisch-Japanischen Krieges ebenfalls in Kunming angesiedelt war. Nach dem Krieg erhielt er von der Tsinghua-Universität ein Amerika-Stipendium und ging im Januar 1946 an die Universität von Chicago, wo Enrico Fermi einen großen Einfluss auf ihn ausübte. Nach seiner Promotion 1948 über die Winkelverteilung von Kernreaktionen und Koinzidenzmessungen bei Edward Teller blieb er noch ein Jahr als Ausbilder in Chicago, bevor er ans Institute for Advanced Study in Princeton (New Jersey) wechselte, dort wurde er 1955 zum Professor ernannt. 1965 ging er nach Stony Brook, wo er den Rest seiner Laufbahn verbrachte und auch nach seiner Emeritierung blieb.

Yang heiratete 1950 Chih Li Tu und hat mit ihr drei Kinder, Franklin (* 1951), Gilbert (* 1958) und Eulee (* 1961).

Werk[Bearbeiten]

Yang beschäftigte sich vorwiegend mit der statistischen Mechanik und mit Symmetrieprinzipien. Von ihm und Lee stammt die Vorhersage der Möglichkeit der Paritätsverletzung bei der schwachen Wechselwirkung, die dann experimentell durch Wu bestätigt wurde. Mit Tsung-Dao Lee, mit dem er jahrelang zusammenarbeitete und publizierte, mit dem er sich aber später zerstritt, leistete er noch viele weitere Beiträge zur Theorie der Elementarteilchen in den 1950er Jahren. Auch die Yang-Mills-Theorie (nicht abelsche Eichtheorie), wurde von ihm und Robert L. Mills formuliert. Mit ihr werden heute alle fundamentalen Wechselwirkungen des Standardmodells der Physik beschrieben, außer der Gravitation (die aber auch als Eichtheorie beschreibbar ist). Damals galt die Theorie allerdings als zwar mathematisch elegant, aber exotisch und wurde vor allem als Toy-Modell, zum Beispiel als Modell der Quantisierung der Gravitation (z.B. Richard Feynman) untersucht. In den 1950er Jahren untersuchte er mit Lee das Isingmodell, ein exakt lösbares Modell der statistischen Mechanik.

Yang wurde 1957 zusammen mit Tsung-Dao Lee mit dem Nobelpreis für Physik „für grundlegende Forschungen über die Gesetze der Parität, die zu wichtigen Entdeckungen über die Elementarteilchen führten“ ausgezeichnet.

Schriften[Bearbeiten]

  • Elementarteilchen. Von der Entdeckung des Elektrons bis zum Sturz der Parität, de Gruyter 1972 (deutsche Übersetzung von Elementary Particles, Princeton University Press 1961)
  • Selected Papers 1945-1980, with commentary, Freeman 1983, World Scientific 2005

Ausgewählte Aufsätze:

  • The spontaneous magnetization of a two dimensional Ising model, Physical Review, Band 85, 1952, S. 808
  • mit T. D. Lee Statistical theory of equations of state and phase transitions, Teil 1,2, Physical Review, Band 87, 1952, S. 404, 410 (Yang-Lee Nullstellen)
  • mit Robert Mills Isotopic spin conservation and a generalized gauge invariance, Physical Review, Band 95, 1954, S. 631 (Yang-Mills-Theorie)
  • mit Kerson Huang Quantum mechanical many body problem with hard sphere interaction, Physical Review, Band 105, 1957, S. 776
  • mit Lee Many body problem in quantum mechanics and quantum statistical mechanics, Physical Review, Band 105, 1957, S.1119
  • mit Lee Low temperature behaviour of a dilute Bose gas of hard spheres, Teil 1,2, Physical Review, Band 112, 1958, S. 1419, Band 113, 1959, S. 1406
  • mit Lee: Question of parity conservation in the weak interactions, Physical Review, Band 104, 1956, S. 254 (Paritätsverletzung)
  • mit Lee Parity non conservation and a two component theory of the neutrino, Physical Review, Band 105, 1957, S. 1671
  • mit Lee Implications of the intermediate boson basis of the weak interactions, Physical Review, Band 119, 1960, S. 1410
  • The law of parity conservation and other symmetry laws of physics, Nobel Lecture 1957
  • mit Nina Byers Theoretical considerations concerning quantized magnetic flux in superconducting cylinders, Physical Review Letters, Band 7, 1961, S. 46
  • Some exact results of the many body problem in one dimension with repulsive delta function interaction, Physical Review Letters, Band 19, 1967, S. 1312 (Yang-Baxter Relationen)
  • mit Tai Tsun Wu Concept of non integrable phase factors and global formulation of gauge fields, Physical Review D, Band 12, 1975, S. 3845
  • Magnetic monopoles, fibre bundles and gauge theories, Annals New York Academy of Sciences, Band 294, 1977, S. 86-97
  • Interview mit Zhang in Mathematical Intelligencer 1994, Nr.4
  • Einsteins impact on theoretical physics, Physics Today, Juni 1980

Literatur[Bearbeiten]

  • C. S. Liu, S.-T. Yau (Herausgeber) Chen Ning Yang. A great physicist of the twentieth century, International Press, Boston 1995
  • A. Goldhaber, R. Shrock, J. Smith, P. van Nieuwenhuizen, G. Sterman, W. Weisberger (Herausgeber) Symmetry and Modern Physics (Yang Retirement Symposium, Stony Brook 1999), World Scientific 2003
  • M. L. Geh, C. H. Oh, K. K. Phua (Herausgeber) Statistical Physics, High Energy, Condensed Matter and Mathematical Physics. Proceedings of the conference in honor of C. N. Yang´s 85. birthday (Singapur 2007), World Scientific 2008
  • Yang Chen Ning, in: Internationales Biographisches Archiv 38/1987 vom 7. September 1987, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chen Ning Yang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien