Richard Feynman

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Richard Feynman im Jahr 1984
Richard Feynman (Los-Alamos-Dienstausweis während des Zweiten Weltkriegs)

Richard Phillips Feynman [ˈfaɪnmən] (* 11. Mai 1918 in Queens, New York; † 15. Februar 1988 in Los Angeles) war ein amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger des Jahres 1965.

Feynman gilt als einer der großen Physiker des 20. Jahrhunderts, der wesentliche Beiträge zum Verständnis der Quantenfeldtheorien geliefert hat. Zusammen mit Shinichirō Tomonaga und Julian Schwinger erhielt er 1965 den Nobelpreis für seine Arbeit zur Quantenelektrodynamik (QED). Seine anschauliche Darstellung quantenfeldtheoretischer elementarer Wechselwirkungen durch Feynman-Diagramme ist heute ein De-facto-Standard.

Für Feynman war es immer wichtig, die interessanten, aber unanschaulichen Gesetzmäßigkeiten der Quantenphysik Laien und Studenten nahezubringen und verständlich zu machen. An Universitäten ist seine Vorlesungsreihe (The Feynman Lectures on Physics) weit verbreitet. In Büchern wie QED. Die seltsame Theorie des Lichts und der Materie[1] und Character of Physical Law – wandte er sich an ein breiteres Publikum. Seine charismatische Art und seine Fähigkeit, sich dem Auditorium anzupassen, ließen seine Vorlesungen und Vorträge legendär werden.

Seine unkonventionelle Art ist in Büchern wie Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman. Abenteuer eines neugierigen Physikers und Kümmert Sie, was andere Leute denken? zusammengefasst. Der Begriff „Cargo-Kult-Wissenschaft“ (Cargo Cult Science) für eine wissenschaftliche Disziplin, welche zwar der Form genügt, aber den Ansprüchen an den Inhalt nicht gerecht wird, wurde von ihm in dem gleichnamigen Essay geprägt.[2]

Biografie[Bearbeiten]

Richard („Dick“) Feynman wurde als Sohn jüdischer Eltern in Far Rockaway, einem Viertel im New Yorker Stadtbezirk Queens, geboren. Seine Eltern, deren Vorfahren aus Russland und Polen eingewandert waren, beschrieb Feynman als erklärte Atheisten[3][4].

Auf Drängen seines Vaters, dem ein Studium verwehrt war, wurde der junge Feynman schon früh in wissenschaftlichem Denken trainiert und − wie er in seinem Buch Surely You’re Joking, Mr. Feynman erzählt − auf den Unterschied einer wirklichen Erklärung und bloßer Namensgebung hingewiesen. Feynman zeigte auch sehr früh technische Talente; er war ein Elektro-Hobbybastler und verdiente sich mit der Reparatur von Radios zusätzliches Taschengeld. Sein Talent zeigte sich auch in den naturwissenschaftlichen Schulfächern, wo sein Lehrer den gelangweilten Feynman mit Mathematikbüchern für Fortgeschrittene versorgte.

Feynman studierte Physik als undergraduate von 1935 bis 1939 am MIT, und von 1939 bis 1943 besuchte er die Universität von Princeton, wo er Assistent von John Archibald Wheeler wurde. In seiner Dissertation bei Wheeler 1942 entwickelte er auch seine Pfadintegralformulierung der Quantenphysik, wobei er an eine Idee des Nobelpreisträgers Paul Dirac anknüpfte.[5]

Richard Feynman und Robert Oppenheimer in Los Alamos während des Manhattan-Projects

Während des Zweiten Weltkrieges beteiligte er sich wie viele amerikanische Physiker in Los Alamos am Manhattan-Projekt, dem Bau der ersten Atombombe. Eine seiner Aufgaben war die Organisation der notwendigen umfangreichen numerischen Rechnungen, doch blieb ihm noch genügend Zeit für Streiche, wie er in dem Aufsatz „Los Alamos from below“ berichtet. Er brachte es zu einer wahren Meisterschaft im Öffnen der Dokumenten-Safes seiner Kollegen. In Los Alamos entdeckte Feynman als eine seiner Leidenschaften das Trommeln (ein bekanntes Foto aus seinen Büchern zeigt ihn mit Bongo-Trommeln), worin er sich während eines Aufenthalts in Brasilien noch verbesserte.

Seine spätere Frau Arline Greenbaum lernte er bereits als Teenager kennen, sie kamen sich aber erst nach Ende der Highschool näher. Als er nach Princeton wechselte, war sie schon schwer erkrankt. Es dauerte jedoch lange, bis die Ärzte die fatale Diagnose Tuberkulose stellten. Er sorgte später dafür, dass sie (inzwischen seine Ehefrau) in einem Hospital nahe seinem Studienort Princeton unterkam. Auch in seiner Zeit in Los Alamos wurde ein Krankenhaus im 100 Meilen entfernten Albuquerque gefunden, wohin Feynman so oft wie möglich per Anhalter reiste. Trotz der schweren Krankheit waren die beiden bei seinen Kollegen als humorvolles Paar bekannt. Seine Frau starb am 16. Juli 1945. Die Geschichte wurde 1996 von Matthew Broderick, der neben Patricia Arquette auch die Hauptrolle verkörperte, als Infinity[6] verfilmt.

Nach dem Krieg war er maßgeblich an einer Formulierung der Quantenelektrodynamik beteiligt, die Ende der 1940er Jahre auf der Shelter Island Konferenz vorgestellt wurde. Sein unmittelbarer Chef in Los Alamos, der Nobelpreisträger Hans Bethe, berief ihn zu seinem ersten Lehrauftrag an die Cornell University im Staat New York, wo er bis 1951 blieb. Danach war er Professor für Theoretische Physik am Caltech in Pasadena (ab 1959 „Richard Chase Tolman“-Professur) und blieb dort für den Rest seiner akademischen Laufbahn. Dort widmete er sich intensiv der Lehre, und es entstanden in den Jahren 1961/62 die bekannten Feynman Lectures on Physics, die durchweg einen originellen Zugang beschreiten. Sie entstanden aus einem Projekt zur Reform der Physik-Einführungsvorlesungen am Caltech mit Matthew Sands und Robert B. Leighton. Für seine Leistungen in der Vermittlung der Physik erhielt er 1972 die Oersted Medal der American Association of Physics Teachers. Eine eigentliche Schule hat Feynman allerdings nicht begründet, und er hatte wenige Doktoranden.

In den 1950er Jahren wandte er sich der Festkörperphysik zu und untersuchte u. a. die Suprafluidität (einen makroskopischen Quantenzustand, den man u. a. bei tiefen Temperaturen bei flüssigem Helium beobachten kann). Zusammen mit dem Nobelpreisträger Murray Gell-Mann entwickelte er eine neue Formulierung der Gesetze der schwachen Wechselwirkung (Vektor-Axialvektor-Form), die die damals gerade entdeckte Paritätsverletzung beim Betazerfall widerspiegelte.[7]

Am 29. Dezember 1959 hielt er am Caltech seine berühmte Rede There’s Plenty of Room at the Bottom (dt. Ganz unten ist eine Menge Platz oder Viel Spielraum nach unten)[8], die von der Nanotechnologie gern als ihre Gründungsschrift angesehen wird.

Im Jahr 1965 wurde ihm für seine Beiträge zur Entwicklung der Quantenelektrodynamik der Nobelpreis verliehen. Ende der 1960er und in den 70er Jahren arbeitete er an dem Ausbau des Parton-Bildes hochenergetischer Streuprozesse, das heute in die Quantenchromodynamik integriert ist. Dabei akzeptierte er durchaus das Quark-Bild seines Caltech-Kollegen Murray Gell-Mann, als es in den 1970er Jahren experimentell immer besser bestätigt wurde, und war selbst ein Pionier von Yang-Mills-Theorien (nicht-abelschen Eichtheorien), mit denen die fundamentalen Wechselwirkungen heute beschrieben werden: In den 1960er Jahren untersuchte er sie im Zusammenhang mit der Quantisierung der Gravitation. Zur in den 1980er Jahren boomenden Stringtheorie blieb er bis zu seinem Tod skeptisch eingestellt[9], da sie sich seiner Meinung nach zu weit von experimentellen Vorhersagen entfernt bewegte.

1981 stellte Feynman auf einem der ersten Workshops zum Thema Physics and Computation (Physik und Berechenbarkeit) die Frage Can (quantum) physics be (efficiently) simulated by (classical) computers? (dt.: Kann Quantenphysik wirksam von klassischen Computern simuliert werden?) und kam zu dem Schluss, dass das am besten mit Quantencomputern geschieht, einem heute sehr aktuellen Forschungsgebiet. Sein Interesse für Computer führte auch dazu, dass er technischer Berater in der Firma „Thinking Machines“ von Daniel Hillis wurde, welche die massiv parallele „connection machine“ herstellte. Am Caltech hielt er auch interdisziplinäre Kurse „Lectures on computation“, die später als Buch publiziert wurden.

Feynman praktizierte zeitlebens einen unmittelbar seiner physikalischen Intuition folgenden praxisnahen und anschaulichen Zugang zur Physik. Abgehobenen und zu abstrakten Diskussionen sowie schematischem, oberflächlichem Denken begegnete er schnell mit Ungeduld. Viele seiner Beiträge zur Physik übermittelte er nur mündlich in Diskussionen an Kollegen, wo sie Teil der „Folklore“ wurden und oft erst viel später publiziert wurden.[10]

1986 wurde er in die Untersuchungskommission zur Challenger-Katastrophe (Rogers-Kommission) berufen. Bekannt wurde sein öffentlicher Auftritt, in dem er die Folgen von Frost an den Dichtringen der Feststoff-Treibstofftanks mit einem Glas Eiswasser vorführte. Sein von der Mehrheit abweichender Bericht äußerte sich kritisch zur bürokratischen Organisation der NASA. Nur gegen Widerstand wurde sein Minderheitsbericht dem offiziellen als Anhang beigefügt. Feynman hatte gedroht, im Fall der Nichtberücksichtigung seiner Standpunkte öffentlichkeitswirksam aus der Kommission auszutreten. Sein Bericht endete mit der sarkastischen bzw. für die NASA-Verantwortlichen vernichtenden Feststellung: „For a successful technology, reality must take precedence over public relations, for nature cannot be fooled.“ (deutsch etwa „Für eine erfolgreiche Technik muss die Realität Vorrang vor Public Relations haben, denn die Natur lässt sich nicht zum Narren halten.“)[11]

Eine seit vielen Jahren latente Krebserkrankung wurde 1987 akut. Nachdem er sich schon einige Jahre vorher deswegen einer Operation unterzogen hatte, entschied sich Feynman, weitere Behandlungen zu unterlassen. Zwei Wochen vor seinem Tod hielt er seine letzte Vorlesung. Er starb am 15. Februar 1988. Seine letzten Worte waren: „Gut, dass man nur einmal sterben muss, es ist so langweilig.“

Feynman war dreimal verheiratet. Seine erste Frau Arline starb während seiner Zeit in Los Alamos an Tuberkulose. Mit seiner dritten Frau Gweneth hatte er einen Sohn und eine Adoptivtochter.

Anekdoten und Trivia[Bearbeiten]

In München haben Bürger eine Straßenecke zum Feynman-Platz ernannt, da die Straßen, die dort zusammenlaufen, ein bestimmtes Feynman-Diagramm bilden. Nördlich und westlich verläuft die Kanalstraße; südlich die Liebherrstraße und östlich die Mannhardtstraße.

Schild für den Feynman-Platz zwischen Kanalstraße und Liebherrstraße unweit des Isartors in München

Richard Feynman hatte, wie schon sein Vater, stets liberale Ansichten. Feynman erzählt in seinen Memoiren, dass die Freude am Zeichnen ihn in seiner Caltech-Zeit auch dazu führte, professionelles Aktzeichnen zu betreiben. Vorgeblich zu diesem Zweck besuchte er auch fünf- bis sechsmal pro Woche einen Nachtklub, wo er sogar einige Werke verkaufen konnte. Als die „Oben-ohne-Bar“ nach einer Razzia geschlossen werden sollte, fragte der Wirt die Gäste, ob sie für ihn aussagen würden. Feynman willigte trotz seiner herausgehobenen Position als einziger ein. Vor Gericht erklärte er: „Hier verkehren Angestellte, Handwerker, Geschäftsleute, Techniker, ein Physikprofessor […]“.

In seinem Buch Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman beschreibt Feynman im Kapitel I want my Dollar (dt.: Ich will meinen Dollar), wie er auf skurrile Weise Inhaber des Patents auf das Atom-Flugzeug wurde und sogar einen Dollar dafür bekam, den er sich allerdings gegen eine bürokratische Hürde erkämpfen musste.[12]

Auf einem Urlaub in Mexiko entzifferte er ohne Kenntnis der Hieroglyphen astronomische Periodizitäten (Venus) und Berechnungen in einer Buchausgabe des Codex Dresdensis der Maya. Er hielt darüber auch einen Vortrag und berichtet darüber in seinem Buch Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman, publizierte aber nichts.

Anfang der 1960er Jahre unternahm Feynman auch Abstecher in die Molekularbiologie und entdeckte in einem frühen Experiment zur Gentechnik beinahe, dass die DNS den universellen Code des Lebens darstellte. Jedoch schlug sein Experiment wegen einer Verunreinigung fehl.

Während eines Aufenthalts auf der deutschen Insel Wangerooge (wo er sich unter anderem wegen seiner Krebserkrankung aufhielt) soll Feynman in einem Supermarkt ein Paket Quark entdeckt haben. In Anspielung auf den Namensvetter aus der Physik, Quark, soll er dies mit den Worten kommentiert haben, Deutschland sei Amerika weit voraus: Was in Amerika Gegenstand aktueller Forschung sei, gebe es in Deutschland bereits im Kühlregal zu kaufen.

In den 1980er Jahren versuchten Feynman und sein Freund Ralph Leighton,[13] mitten im Kalten Krieg, die Tuwinische ASSR zu bereisen. Ihnen gelang es, in Kooperation mit der sowjetischen Akademie der Wissenschaften eine Ausstellung tuwinischer Kunstgegenstände in den USA zu organisieren, und sie konnten dadurch eine Einreiseerlaubnis in das für Ausländer sonst gesperrte Gebiet erhalten. Feynman starb jedoch wenige Monate vor der Abreise.[14]

In seiner Anfangszeit an der High School unterzog sich Feynman auch wie seine Mitschüler einem IQ-Test, der ein respektables, aber nicht außergewöhnliches Ergebnis von 125 ergab, wie Feynman selbst bemerkte, als er anlässlich der Nobelpreisverleihung seine Schulzeugnisse überprüfte. [15] Allerdings wurden damals neben mathematischen auch verbale Fähigkeiten getestet. Eine Einladung, Mitglied der Hochbegabtenvereinigung Mensa zu werden, die er nach dem Gewinn des Nobelpreises erhalten hatte, lehnte er ab, da er den Mindest-IQ von 130 verfehlt hatte.

Als Student in den Anfangssemestern machte er schnell durch seine mathematischen Fähigkeiten auf sich aufmerksam, unter anderem gewann er 1939 als MIT-Student den angesehenen, damals das zweite Mal stattfindenden Putnam-Wettbewerb.[16] Dabei kamen ihm Fertigkeiten zum Beispiel zur Manipulation von Reihen und Integralen im Kopf zugute, die er sich schon als Schüler angeeignet hatte und für die er originäre Methoden entwickelte, die ihm auch bei der analytischen Behandlung der Feynmanintegrale zustatten kamen.

Nach der Nobelpreisverleihung wurden Feynman diverse Ehrendoktorwürden angetragen. Er lehnte sie ab, weil er als junger Doktorand erlebt hatte, für welch geringe Leistungen Ehrendoktorwürden verliehen wurden.

Am 22. April 1997 wurde ein Asteroid nach ihm benannt: (7495) Feynman.[17]

Das Foresight Institute vergibt ihm zu Ehren seit 1993 den Feynman Prize in Nanotechnology.

Weitere Arbeiten[Bearbeiten]

Feynman besuchte in seinen letzten Lebensjahren auch Deutschland, wo er 1987 auf der Insel Wangerooge „kurte“ und dabei an einer Konferenz über Variationsverfahren in der Quantenfeldtheorie (Hilf, Polley, Pottinger (Hrsg.): Variational principles in quantum field theory. World Scientific 1989, Bericht in Physikalische Blätter. 1988, S. 282) teilnahm. Er kritisierte die gängigen Anwendungen, wie er auch die „Gittermethoden“ der 1970er und 80er Jahre relativ einfallslos fand. Er selbst versuchte noch Anfang der 1980er Jahre, mit Pfadintegralmethoden (engl. Feynman path integral) zum qualitativen Verständnis von Yang-Mills-Theorien (confinement, mass gap) beizutragen.

Eugene Paul Wigner lud Feynman 1941 in Princeton zu einem Seminarvortrag am Institute for Advanced Study ein, in dem er über seine Arbeit mit Wheeler an einer Neuformulierung der klassischen Elektrodynamik („action at a distance“-Theorie) berichtete. Diese hatte zum Ziel, Divergenzen, die sich schon in der klassischen Theorie aus der Selbstwechselwirkung des Elektrons ergeben, zu untersuchen (eine gute Diskussion dieser Divergenzen findet sich in den Feynman Lectures, Band 2). Dabei waren u. a. John von Neumann, Henry Norris Russell, Wolfgang Pauli und Albert Einstein anwesend. Einstein wies ihn dabei auf seine eigenen Arbeiten und Diskussionen mit Walter Ritz hin, wie Feynman in seinem Nobelvortrag erzählt. In dieser Zusammenarbeit mit John Archibald Wheeler wurden schon Grundlagen für seine spätere Formulierung der QED gelegt.

Zitate[Bearbeiten]

„Nachdem ich Feynmans Beschreibung einer Rose gelesen hatte – in der er erläuterte, dass er den Duft und die Schönheit der Blume zu würdigen wisse wie jeder andere, dass aber seine physikalischen Kenntnisse dieses Erlebnis außerordentlich intensivierten, weil er auch das Wunder und die Herrlichkeit der zugrunde liegenden molekularen, atomaren und subatomaren Prozesse einbeziehen könne –, war ich den Naturwissenschaften auf immer verfallen.“

Brian Greene[18]

„Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“

Richard P. Feynman[19]

„Naturwissenschaft ist der Glaube an die Unwissenheit der Experten.“

Richard P. Feynman 1966[20]

„Es gab eine Zeit, als Zeitungen sagten, nur zwölf Menschen verstünden die Relativitätstheorie. Ich glaube nicht, dass es jemals eine solche Zeit gab. Auf der anderen Seite denke ich, sicher sagen zu können, dass niemand die Quantenmechanik versteht.“

Richard P. Feynman[21]

Werke[Bearbeiten]

Bücher von Feynman über Physik
  • mit Leighton, Sands: The Feynman Lectures on Physics. 3 Bände, ISBN 0-201-02115-3 (dt. Vorlesungen über Physik. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2007, ISBN 978-3-486-58444-8), zuerst 1963/1965 bei Addison/Wesley (in Band 3 Quantenmechanik über Diracs Bra-Ket-Notation behandelt, als Anwendung Maser, Transistor, Josephson-Effekt)
  • QED. The Strange Theory of Light and Matter 1985 (dt. QED. Die seltsame Theorie des Lichts und der Materie. 1987, ISBN 3-492-21562-9)
  • Six Easy Pieces. penguin 1998 (dt. Sechs physikalische Fingerübungen. Piper, 2003, ISBN 3-492-04283-X) (Sechs Kapitel aus den Feynman Lectures über Atome, Gravitation, Quantentheorie, Verhältnis Physik zu anderen Wissenschaften)
  • Six Not So Easy Pieces. penguin 1999 (dt. Physikalische Fingerübungen für Fortgeschrittene. Piper, 2004, ISBN 3-492-04425-5) (Sechs weitere Kapitel aus den Feynman Lectures über Relativitätstheorie, Symmetrie, Raum-Zeit)
  • The Character of Physical Law (dt. Vom Wesen physikalischer Gesetze. ISBN 3-492-21748-6) (Messenger Lectures Cornell 1964 sowie BBC Serie)
  • Theory of fundamental processes. 1961 (Caltech lectures von 1959), neu Addison Wesley, 1998, ISBN 0-201-36077-2
  • Quantenelektrodynamik. BI Hochschultaschenbuch 1969 (im Anhang Abdruck einiger Physical Review Artikel von ihm zur QED, diese Aufsätze sind auch in Schwinger (Hrsg.): Selected papers on QED. dover)
  • Photon-Hadron interactions. Addison-Wesley 1972, ISBN 0-8053-2511-5 (Parton-Bild)
  • Lectures on gravitation. zuerst mimeographed notes Caltech 1962/63, neu Addison Wesley, 1995, ISBN 0-201-62734-5
  • Gauge theories. Les Houches lectures Band 29, 1976 (auch in Selected Papers)
  • Statistical mechanics- a set of lectures. Frontiers in Physics 1972 (u. a. Suprafluidität, Supraleitung)
  • Quantum Mechanics and Path Integrals (zusammen mit A. R. Hibbs) 1965, ISBN 0-07-020650-3
  • Elementary particles and the laws of physics. Dirac memorial lectures 1986. Cambridge University Press, 1987, ISBN 0-521-34000-4 (dort gibt er die elementare Ableitung des Spin-Statistik-Theorems, die er schon in seinen Lectures on physics Band 3 ankündigte; im gleichen Band auch Vorlesung von Weinberg)
  • Anthony Hey (Hrsg.) und Robin Allen (Hrsg.): Lectures on computation. Addison-Wesley, 1996, ISBN 0-201-48991-0
  • Laurie Brown (Hrsg.): Selected Papers of Richard Feynman, with Commentary. World Scientific, 2000, ISBN 981-02-4130-5
  • David Goodstein (Hrsg.) und Judith Goodstein (Hrsg.): Feynmans lost lecture. W. W. Norton, 1999, ISBN 0-393-31995-4 (geometrische Ableitung Keplergesetz aus 1/r Potential, Feynman auf Newtons Spuren)
  • Laurie Brown (Hrsg.): Feynmans Thesis. World Scientific, 2005, ISBN 981-256-366-0 (Feynmans Dissertation von 1942, mit den beiden Aufsätzen von Dirac und Feynman zur Begründung der Wegintegrale)
  • Tipps zur Physik. 1. Auflage 2009, Oldenbourg Wissenschaftsverlag. ISBN 978-3-486-58932-0 (weitere bis dato unveröffentlichte Vorlesungen Feynmans)
  • Quantenelektrodynamik. Eine Vorlesungsmitschrift. 4. Auflage 1997, Oldenbourg Wissenschaftsverlag. ISBN 978-3-486-24337-6
Wichtige Aufsätze (Auswahl)
  • Forces in molecules, In: Physical Review, Band 56, 1939, S. 340-343.
  • mit John Archibald Wheeler: The interaction with the absorber as the mechanism for radiation. In: Reviews of modern physics. Band 17, 1945, S. 157–181, doi:10.1103/RevModPhys.17.157, sowie Classical electrodynamics in terms of direct interparticle action. In: Reviews of modern physics Band 21, 1949, S. 425–433, doi: 10.1103/RevModPhys.21.425(„action at a distance“-Formulierung der Elektrodynamik, symmetrisch in retardierten und avancierten Potentialen)
  • Space-time approach to non relativistic quantum mechanics. In: Reviews of modern physics. Band 20, 1948, S. 367–387, doi: 10.1103/RevModPhys.20.367 (Pfadintegral Formulierung Quantenmechanik, aus seiner Dissertation 1942 bei Wheeler)
  • Theory of positrons. In: Physical Review. Band 76, 1949, S. 749–759, doi:10.1103/PhysRev.76.749 (Antiteilchen rückläufig in Zeit)
  • Spacetime approach to Quantum Electrodynamics. In: Physical Review. Band 76, 1949, S. 769–789, doi:10.1103/PhysRev.76.769
  • Mathematical formulation of the quantum theory of electromagnetic interaction. In: Physical Review. Band 80, 1950, S. 440–457 doi:10.1103/PhysRev.80.440 (mit den vorherigen zwei Aufsätzen Feynman-Diagramm-Formulierung QED)
  • Atomic theory of lambda transition in Helium. In: Physical Review. Band 91, 1953, S. 1291–1301 doi:10.1103/PhysRev.91.1291, sowie Atomic theory of liquid Helium near absolute zero, ibid., S. 1301–1308 doi:10.1103/PhysRev.91.1301 (schon von Landau postulierte Roton-Anregungen von flüssigem Helium)
  • Slow electrons in a polar crystal. In: Physical Review. Band 97, 1955, S. 660–665 doi:10.1103/PhysRev.97.660 (elegante Wegintegral-Behandlung der Polaron-Anregung in Ionenkristallen)
  • mit Murray Gell-Mann: Theory of Fermi interaction. In: Physical Review. Band 109, 1958, S. 193–198 doi:10.1103/PhysRev.109.193 (V-A-Theorie schwache Wechselwirkung)
  • There is plenty of room at the bottom. Engineering and Science 1960 (Caltech Hauszeitschrift, gilt als Gründungsschrift der Nanotechnologie, vielfach online)
  • Quantum theory of gravitation. In: Acta physica polonica. Band 24, 1963, S. 697 (Einführung von ghost-Freiheitsgraden in Eichtheorien, ausgeführt in der Wheeler-Festschrift Klauder (Hrsg.): Magic without Magic. 1972. Alle diese Arbeiten auch in Selected Papers)
  • The development of the spacetime view of QED. Nobel lectures 1965
  • Very high energy collisions of hadrons. In: Physical Review Letters. Band 23, 1969, S. 1415–1417 doi:10.1103/PhysRevLett.23.1415 (Partonen)
  • Qualitative theory of Yang-Mills fields in 2+1 dimensions. In: Nuclear physics B. Band 188, 1981, S. 479–512 doi:10.1016/0550-3213(81)90005-5 (Variationsrechnungs-Zugang)
  • Quantum mechanical computers. In: Foundations of physics. Band 16, 1986, S. 507–531 doi:10.1007/BF01886518 (reversible Computer, keine theoretischen Verbote aus dem zweiten Hauptsatz bis zur Quantengrenze, nachgedruckt in den Lectures on computation und in Selected Papers)
Bücher von Feynman über Feynman
  • Surely You're Joking, Mr. Feynman. 1985 (dt. Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman. Abenteuer eines neugierigen Physikers. ISBN 3-492-21347-2) (u. a. Safe-Knacken in Los Alamos, seine Zeit in Brasilien, Las Vegas, John Lilly's „Think tanks”, frühe Jobs in einer Analogrechner-Fabrik, Erfahrung mit Militärpsychiatern)
  • What do you care what other people Think?!, Norton 1988 (dt. Kümmert Sie, was andere Leute denken? Neue Abenteuer eines neugierigen Physikers. ISBN 3-492-22166-1) (u. a. über die Challenger-Katastrophe, sein Hobby Zeichnen, seine erste Frau Arlene, seinen Vater; mit dem Vortrag The value of science)
Bücher von Feynman über anderes
  • The Art of Richard P. Feynman. Images by a Curious Character. ISBN 2-88449-047-7
  • The Meaning of it all (dt. Was soll das alles?: Gedanken eines Physikers. ISBN 3-492-23316-3) (drei populäre Vorlesungen Anfang der 60er Jahre an University of Washington, u. a. value of science)
  • The Pleasure of Finding Things out. The Best Short Works of Richard P. Feynman. penguin 2001 (dt. Es ist so einfach. Vom Vergnügen, Dinge zu entdecken. ISBN 3-492-04251-1) (u. a. seine Aufsätze There is plenty of room at the bottom, The value of science, Cargo cult science, Los Alamos from below)
  • Michelle Feynman (Hrsg.): Perfectly reasonable deviations from the beaten track. 2005 (dt.Absolut vernünftige Abweichungen vom ausgetretenen Pfad. ISBN 3-492-04744-0) (Briefsammlung, herausgegeben von seiner Tochter)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lawrence Krauss Quantum man- Richard Feynman’s life in science, Norton 2011
  • John Gribbin und Mary Gribbin: Richard Feynman – A Life in Science. 1997 (dt. Richard Feynman. Biographie eines Genies, 2000. ISBN 3-492-04041-1)
  • James Gleick: Genius. The Life and Science of Richard Feynman. 1992 (dt. Richard Feynman – Leben und Werk des genialen Physikers. ISBN 3-426-26679-2)
  • Jagdish Mehra: The Beat of a Different Drum. The Life and Science of Richard Feynman. 1994, ISBN 0-19-851887-0 (ging aus Gesprächen hervor, die Mehra noch bis kurz vor dessen Tod mit Feynman führte)
  • Mehra Meine letzte Begegnung mit Richard Feynman, Physikalische Blätter, Band 44, 1988, S. 146-148, Online
  • Christopher Sykes: No Ordinary Genius. The Illustrated Richard Feynman. ISBN 0-393-31393-X
  • Ralph Leighton: TUVA or BUST. Richard Feynman’s Last Journey. ISBN 0-393-32069-3
  • Physics today, Feynman memorial issue. Februar 1989 (Bjorken zu Partonen, Schwinger zu QED, Erinnerungen von Dyson, Gell-Mann und Wheeler, Goodstein zu Feynman als Lehrer, Hillis zu Feynman und connection machine, Pines zu Feynman und Festkörperphysik, Zeichnungen von Feynman)
  • Freeman Dyson: Disturbing the universe. 1979 (berichtet über die Zusammenarbeit mit Feynman Ende der 1940er Jahre)
  • Silvan S. Schweber: Quantum Electrodynamics and the men who made it, Princeton University Press 1994
  • Leonard Mlodinow: Feynman’s Rainbow. A Search for Beauty in Physics and in Life. 2003 (dt. Feynmans Regenbogen. Die Suche nach Schönheit in der Physik und im Leben. Reclam, 2005, ISBN 3-379-00826-5) – beschreibt autobiografisch die Zeit des Autors Anfang der 1980er Jahre am Caltech, wo er mit Feynman zusammenarbeitete
  • Theodore Welton: Memories of Richard Feynman, Physics Today Februar 2007

Videos[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Richard Feynman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richard Feynman: The 1979 The Sir Douglas Robb Lectures Teile 1-4, University of Auckland, Grundlage des populärwissenschaftlichen Buches: QED. Die seltsame Theorie des Lichts und der Materie.
  2. CARGO CULT SCIENCE by Richard Feynman
  3. Übersicht über Feynmans Biographie (engl.)
  4. Feynman, Richard P. (1988). Ralph Leighton, ed. What Do You Care What Other People Think?: Further Adventures of a Curious Character. W. W. Norton & Co. ISBN 0-393-02659-0
  5. Richard Feynman im Mathematics Genealogy Project (englisch)
  6. Internet Movie Database Infinity 1996
  7. diese Theorie wurde auch unabhängig von George Sudarshan und Robert Marshak etwa zur gleichen Zeit entwickelt.
  8. Richard Feynman: There’s Plenty of Room at the Bottom
  9. Interview in Davies, Brown ed. superstrings 1988
  10. Beispiele erwähnt Bjorken in physics today, Februar 1989. Ein weiteres Beispiel ist seine kombinatorische Behandlung des Ising-Modells, die er in seinen „Lectures on statistical mechanics“ darstellt, aber schon lange vorher Mark Kac mitteilte.
  11. R. P. Feynman: Appendix F - Personal observations on the reliability of the Shuttle. Persönlicher Anhang von Feynman zum Bericht der Untersuchungskommission zur Challenger-Katastrophe.
  12. Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman
  13. geboren 1949. Sohn von Robert Leighton. Er nahm Interviews mit Feynman auf, die Basis für dessen Autobiographien waren, und war Ko-Produzent des Films Genghis Blues
  14. Ralph Leighton: Tuva or Bust! Richard Feynman's Last Journey. W. W. Norton, New York 2000, ISBN 978-0-393-32069-5
  15. Gleick Genius, S.30
  16. Gleick, S.83, Putnam Fellows, Liste
  17. Benennung des Asteroiden (7495) Feynman (englisch)
  18. Der Stoff, aus dem der Kosmos ist. ISBN 3-88680-738-X, S. 37
  19. Es ist so einfach. ISBN 3-492-23773-8, S. 148
  20. Rede vor der National Science Teachers' Association; The Physics Teacher. Band 7, Nr. 6, 1968, S. 313–320 (online)
  21. Original engl.: „[…] I think I can safely say nobody understands Quantummechanics“The Character of Physical Law. MIT Press, 1967, Kapitel 6, zitiert nach Anthony J. G. Hey et. al.: The new Quantum Universe. Cambridge University Press, 2003, ISBN 0-521-56457-3, Seite 335