Bad Gandersheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Gandersheim
Bad Gandersheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Gandersheim hervorgehoben
51.87194444444410.025277777778143Koordinaten: 51° 52′ N, 10° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Northeim
Höhe: 143 m ü. NHN
Fläche: 90,49 km²
Einwohner: 9946 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 37575–37581
Vorwahl: 05382
Kfz-Kennzeichen: NOM, EIN, GAN
Gemeindeschlüssel: 03 1 55 001
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 10
37581 Bad Gandersheim
Webpräsenz: www.bad-gandersheim.de
Bürgermeister: Franziska Schwarz (SPD)
Lage der Stadt Bad Gandersheim im Landkreis Northeim
Uslar Uslar Bodenfelde Hardegsen Nörten-Hardenberg Katlenburg-Lindau Dassel Moringen Bad Gandersheim Northeim Kalefeld Einbeck Einbeck Landkreis Northeim Niedersachsen Hessen Landkreis Göttingen Landkreis Holzminden Landkreis Hildesheim Landkreis Goslar Landkreis Osterode am Harz Nordrhein-Westfalen Solling (gemeindefreies Gebiet)Karte
Über dieses Bild
Links: Rathaus
Mitte: Marktplatz
rechts: Bracken und Rickesches Haus (vorne)

Bad Gandersheim ist eine Stadt im Landkreis Northeim, Bundesland Niedersachsen (Deutschland). Die Stadt, deren Namensbestandteil Bad sich auf ihr Solebad bezieht, liegt westlich des Harzes. Nach der Dichterin Roswitha von Gandersheim wird die Stadt auch Roswithastadt genannt.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt Bad Gandersheim liegt zwischen Leinebergland, Weserbergland und Harzvorland im Tal des Flusses Gande, in den im Stadtgebiet die Eterna mündet. Im Norden liegt der Höhenzug Heber. Das Stadtgebiet ist überwiegend bergig. Etwa zehn Kilometer östlich der Stadt beginnt der Harz, fünf Kilometer westlich liegt das Leinetal.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Bad Gandersheim besteht aus folgenden Stadtteilen:

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Das Stift Gandersheim wurde 852 von Sachsenherzog Liudolf, dem Namensgeber der Liudolfinger, gegründet. Bereits in früherer Zeit bestand eine Kaufmannsniederlassung (der Wiek) an der Stelle der heutigen Georgskirche. Die Stadt erlebte ihre Blütezeit unter den Liudolfingern im 10. Jahrhundert. Zu dieser Zeit lebte auch die Dichterin Roswitha von Gandersheim. Das Markt-, Münz- und Zollrecht wurde ihr 990 von der Kaiserin Theophanu im Namen ihres (unmündigen) Sohnes Otto III. verliehen.

Merian-Stich um 1654 von Gandersheim

Um 1300 wurde die herzoglich-braunschweigische Burg als Gegenpunkt zum Stift errichtet. 1329 kauften sich die Bürger der Stadt endgültig aus ihrer Abhängigkeit vom Stift frei (Magna Charta Gandershemensis). Die drei Machtzentren Stift, Stadt und Burg waren künftig für Gandersheim bestimmend.

Neuzeit[Bearbeiten]

1568 wurde auf Betreiben des Herzogs Julius von Braunschweig die Reformation auch für das Stift durchgeführt. 1570 wurde ein Paedagogium Ilustre als Vorstufe einer Universität gegründet, jedoch schon bald nach Helmstedt verlegt. Eine weitere Blüte erlebte das Stift im Barock unter der Äbtissin Elisabeth von Sachsen-Meiningen (Äbtissin von 1713 bis 1766). Mit dem Reichsdeputationshauptschluss verlor das Stift 1803 seine Unabhängigkeit und wurde 1810 nach dem Tod der letzten Äbtissin ganz aufgelöst. Das Vermögen ging an das Königreich Westphalen.

1833 wurde der Landkreis Gandersheim gegründet und 1977 im Wesentlichen zwischen den Landkreisen Goslar und Northeim aufgeteilt. 1878 wurde das erste Solebad in Gandersheim gegründet, und der Kurbetrieb setzte langsam ein. Nach dem Ersten Weltkrieg folgte der Einstieg in eine professionelle Fremdenverkehrswerbung, und ab 1932 durfte die Stadt sich „Bad“ Gandersheim nennen. Zur Entwicklung des Postwesens in Gandersheim siehe: Postroute Braunschweig-Göttingen

1944 wurde im ehemaligen Kloster Brunshausen bei Gandersheim das KZ Bad Gandersheim als Außenlager des KZs Buchenwald errichtet, in dem hunderte Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen leben mussten. Sie mussten Zwangsarbeit im zu den Heinkel-Werken gehörenden Flugzeugwerk und in einem nahegelegenen Steinbruch verrichten. Der französische Schriftsteller Robert Antelme, der dort interniert war, schildert das Leben und Sterben im Lager Gandersheim eindringlich in seinem Werk „Das Menschengeschlecht“. Außerdem existierte in Bad Gandersheim der Betrieb Gandersheimer Flachsröste GmbH, welcher 1935 als Zweigbetrieb der Deutschen Flachsbau GmbH Berlin gegründet wurde. Bald entwickelte sich der Zweigbetrieb zur größten Flachsröste im Deutschen Reich. Mit der Weiterverarbeitung von Rohstoffen zu Garnen und Stoffen, welche unter anderem für Fallschirme benutzt werden sollten, zählte die Einrichtung in der NS-Kriegswirtschaft zu den kriegswichtigen Betrieben, welche beim Arbeitseinsatz nachdrücklich zu unterstützen waren. Die Gandersheimer Flachsröste verfügte in der Karl-Dinklage-Straße im Gandersheimer Stadtgebiet über ein eigenes Lager für Zwangsarbeiter. Spätestens ab Mai 1940 wurden in der Flachsröste 40 Polinnen, die zwischenzeitlich im Lager Meierhof wohnten, später noch 20 Russinnen und 15 Ukrainerinnen eingesetzt.[2] Diese wohnten in der örtlichen Molkerei, da das Zwangsarbeiterlager zu diesem Zeitpunkt noch nicht errichtet, beziehungsweise dieses durch die Unterbringung von Kriegsgefangenen beansprucht war. Einwohnermeldekarten zeugen für den Zeitraum zwischen 1940 und 1945 von mindestens 51 osteuropäischen „Zivilarbeiterinnen“ und „Zivilarbeitern“, welche in der Flachsröste eingesetzt wurden.

Marktplatz
links: Hotel „Weißes Roß“, Nr. 2, Haus „Zur Ecke“
rechts: „Bracken“

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Heimatvertriebene im Stadtgebiet angesiedelt. Durch den Zuzug, vor allem aus Schlesien, wurde in den 1950er Jahren eine neue katholische Kirche in der Innenstadt errichtet. Der an die neu erbaute Kirche angrenzende ehemalige Domänenhof des Stiftes wurde vollständig umgebaut und zu einem zentralen Busbahnhof entwickelt. An dessen südlicher Seite wurde für die evangelische Stiftskirchengemeinde auf dem Gelände des ehemaligen Kreuzgangs des Klosters das Martin-Luther-Haus als modernes Zentrum der Kirchengemeinde gebaut.

Vor allem in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren ist der Kurbetrieb in der Stadt Bad Gandersheim maßgeblich erweitert worden. Zahlreiche neue Kuranlagen mit Sole-Trinkpavillon, Wassertretbecken, Musikpavillon, Kleingolfanlage und Naturwanderwegen wurden angelegt. Daneben sind ein neues Kurhaus sowie ein halbes Dutzend Kurkliniken am Rande der Parkanlagen errichtet worden (siehe Abschnitt ansässige Unternehmen). Der Kurbetrieb wurde zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor der Stadt und des Umlandes.

In den neunziger Jahren ist die gesamte Innenstadt umgestaltet worden: Am Markt und neben der Stiftskirche lädt seitdem eine kleine Fußgängerzone zum Verweilen ein. Außerdem wurde die Moritzstraße – die Haupteinkaufsstraße der Stadt – verkehrsberuhigt und etliche Gebäude des historischen Stadtkerns saniert. Hinzu kamen zwei Naturlehrpfade im Bad Gandersheimer Norden, der Bergkurpark in steiler Hanglage, und ein Weg durch ein Feuchtgebiet mit hölzernem Beobachtungsturm.

In jüngster Zeit ist der innerstädtische Park Plangarten neugestaltet worden, unter anderem mit einem großzügigen Spielplatz.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Ackenhausen, Altgandersheim, Clus, Dankelsheim, Dannhausen, Ellierode, Gehrenrode, Gremsheim, Hachenhausen, Harriehausen (bisher im Landkreis Osterode am Harz), Heckenbeck, Helmscherode, Seboldshausen, Wolperode und Wrescherode eingegliedert.[3]

Katholische Kirche, hinten evang. Stiftskirche

Religionen[Bearbeiten]

Im Mittelalter gab es in und bei Gandersheim 5 Klöster: Stift Gandersheim, Kloster Brunshausen, Kloster Clus, St. Marien, Franziskaner.

Die Bewohner der Stadt sind seit der Reformation mehrheitlich evangelisch-lutherisch. Das bis dahin nahezu reichsunmittelbare Kanonissenkloster bestand zunächst als evangelisches Damenstift fort, die Territorien fielen an den Herzog von Braunschweig. Seit der Säkularisierung ist die Stiftskirche evangelische Pfarrkirche.

1953 wurde in unmittelbarer Nähe der Stiftskirche die neue katholische Kirche Mariä Himmelfahrt gebaut, zu der heute (einschließlich der umliegenden Dörfer) 1800 Gemeindemitglieder gehören.

Zudem gibt es eine Freie evangelische Gemeinde (FeG) und die Agape Gemeinde, die dem Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden angehört.

Seit 1987 befindet sich auf dem Osterberg im Kasernengebäude der ehemaligen Zollschule Bad Gandersheim, welches von 1936 bis 1945 als Motorsportschule des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) genutzt wurde, das Glaubenszentrum Bad Gandersheim, das sich als konfessionsübergreifendes Glaubenswerk bezeichnet und der charismatisch-evangelikalen Richtung zugeordnet werden kann.

Die Neuapostolische Kirche in der Neuen Straße 32 wurde 2007 geschlossen.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2011
Wahlbeteiligung: 55,52 % (2006: 62,31 %)
 %
50
40
30
20
10
0
43,36 %
39,62 %
11,40 %
4,12 %
1,50 %
keine
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-2,26 %p
+3,65 %p
+11,40 %p
+1,57 %p
-3,11 %p
-11,25 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
f 2006: Gandersheimer Wählergemeinschaft/Unabhängige Wählergemeinschaft (GWG/UWG)

Rat der Stadt[Bearbeiten]

Der Rat von Bad Gandersheim besteht aus 20 Mitgliedern. Nach der Kommunalwahl vom 11. September 2011 sind die Sitze wie folgt auf die einzelnen Parteien und Listen aufgeteilt:

SPD CDU GRÜNE LINKE
9 Sitze 8 Sitze 2 Sitze 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten]

Derzeitige amtierende Bürgermeisterin ist seit 2014 Franziska Schwarz (SPD).

Bisherige Bürgermeister:

  • 1851-1855: Karl Stegemann (1803-1887)
  • 19??: Friedrich von Ernst (1850-1928)
  • 1960er Jahre: Rudolf Cahn von Seelen (1904-1992)
  • 1960er Jahre: Hermann Cramme (1907-1983)
  • 1968-1970: Hans-Dieter Gottschalk (1933-2005)
  • 1974-1986: Heinz Köhler (*1919)
  • 2001-2014: Heinz-Gerhard Ehmen (parteilos)

Ehemalige Stadtdirektoren[Bearbeiten]

  • -1970: Rudolf Cahn von Seelen
  • 1970-1993 Hans-Dieter Gottschalk (1933-2005)
  • 1993-2001 Heinz-Gerhard Ehmen

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein blauer Helm mit abhängenden schwarzen Bändern, auf diesem zwei mit grünen Pfauenfedern besteckte schwarze Hörner; unten eine heraldische Lilie.“ Kurz nach 1300 entstand das erste Stadtsiegel, welches seit 1335 nachweisbar ist. Seit 1906 entspricht das Wappen wieder dem Bildnis im Schild des ersten Stadtsiegels. Spätere Siegel lassen die Lilie aus, welches als Zeichen des Fürststifts galt. Die Helme und Helmzier verweisen auf die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. In den Stadtsiegeln des 18. Jahrhunderts ist ein Stechhelm mit einzelnen Pfauenfedern und gezähnten Sicheln zu sehen. Weiterhin wurde in dieser Zeit, als auch im 19. Jahrhundert, ein gekröntes „G“ in den Siegeln der Stadt verwendet.[4]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften mit:[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stiftskirche
Westwerk der Stiftskirche
Abtei

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Romanische Kirche des Stiftes Gandersheim (Erstweihe 881), fälschlicherweise häufig als Gandersheimer Dom bezeichnet. Das Westportal dient den Gandersheimer Domfestspielen als Kulisse.
  • Georgskirche (älteste Pfarrkirche der Stadt)
  • Historische Altstadt mit Fachwerkhaus Bracken von 1473
  • Historisches Rathaus – Neubau nach Stadtbrand 1580 unter Einbeziehung der ehemaligen Moritzkirche im Stil der Renaissance (dat. 1583, 1589), Ratskeller, ehem. Ratswaage, Freitreppe, je zwei Halseisen und Lästersteine, Stadtwappen (s. o.), Leopardenwappen der Herzöge von Braunschweig als Vögte, Narrenmaske; Mitwirkung von Johann von Mehle (Edeler), unter dessen Leitung 1584/86 das Rathaus von Alfeld errichtet wurde.
  • Abtei mit Kaisersaal, Elisabethbrunnen und Marienkapelle
  • Ehemalige Burg der Braunschweiger Herzöge (jetzt Amtsgericht und Justizvollzugsanstalt)
  • Kloster Brunshausen
  • Klosterkirche Clus

Bad Gandersheim liegt an der Deutschen Fachwerkstraße

Parks[Bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Naturdenkmal „Kopfbuche“

Museum[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Jährliche Verleihung des Roswitha-Preises
  • Domfestspiele (Niedersachsens größtes Freilichttheater im Sommer vor der Stiftskirche)
  • Theaterfest zu Beginn der Domfestspiele
  • Altstadtfest (jährlich stattfindend am ersten Septemberwochenende)
  • Frühlingsfest
  • Bauernmarkt
  • Weihnachtsmarkt
  • Mittsommernachtslauf
  • Sektlauf
  • Jährliches Outbreak (Ende April/Anfang Mai) im Glaubenszentrum Bad Gandersheim

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die größten Unternehmen der Stadt sind: Auer-Lighting (ehemals: Schott AG) (Spezialglasprodukte), Loro-X-Rohr (verzinkte Metallrohre für Entwässerungssysteme), Baumüller (Kleinmotoren), Prahmann & Neidhardt (Fleisch- und Wurstwaren – Marke „Harzländer“), part AG (Investor und Immobilienprojektentwickler) sowie AEET Energy Group GmbH (Hersteller von Photovoltaikmodulen und Projektentwickler von Solarprojekten).

Als Kurort verfügt die Stadt über vier Kurkliniken mit fast 800 Betten (Paracelsus-Gruppe). Die Roswitha Klinik ist auf Psychosomatik spezialisiert, die Klinik an der Gande und die Osterbergklinik auf die Anschlussheilbehandlung (AHB) von orthopädischen Eingriffen sowie Bandscheibenvorfälle und Osteoporose, die Klinik am See behandelt schwerpunktmäßig Anschlussheilbehandlungen onkologischer Erkrankungen. Weiterhin verfügt die Stadt über ein Krankenhaus der Grundversorgung (Helios Klinik) – unter anderem mit einer internistischen Station, chirurgischen Station, Gynäkologie, Geburtshilfe, Privatstation, Intensivstation mit sechs bis sieben Betten, Ambulanzen, OP, Computertomograph - Notarztstützpunkt und Standort einer Rettungswache mit je einem RTW, KTW und NEF. Vor allem die Abteilungen für Orthopädie und Geburtshilfe sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Medien[Bearbeiten]

Für die Stadt Bad Gandersheim erscheint das Gandersheimer Kreisblatt. In dieser täglich (außer sonntags) erscheinenden Lokalzeitung wird auch über das Geschehen in den an das Stadtgebiet angrenzenden Gemeinden Kreiensen und Kalefeld berichtet.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Bürgerbüro
  • Finanzamt. Hauptsitz, zuständig für Teile der Landkreise Northeim und Goslar (2004 erweitert)
  • Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Gandersheim (früher: Straßenbauamt). Zuständig für Teile Südniedersachsens; u. a. Landkreise Northeim und Göttingen sowie Autobahn A7 zwischen Hildesheim und Landesgrenze bei Hann. Münden
  • Polizeikommissariat
  • Amtsgericht Bad Gandersheim
  • Justizvollzugsanstalt
  • Feuerwehrtechnische Zentrale, eine von drei des Landkreises Northeim.
  • Freiwillige Feuerwehr Bad Gandersheim, organisiert als Schwerpunktfeuerwehr (150-jähriges Jubiläum 2008)
  • Helios Klinik, Bad Gandersheim
  • Touristen-Information
  • Sole-Waldschwimmbad
  • Stadtbücherei
  • Turner-Musik-Akademie e. V.

Bildung[Bearbeiten]

Bad Gandersheim verfügt über eine Grundschule mit zwei Außenstellen in den Ortsteilen Dankelsheim und Altgandersheim, über die Freie Schule Heckenbeck, über eine Oberschule, eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen und das Roswitha-Gymnasium. Im Jahr 1923 gründeten der jüdische Reformpädagoge Max Bondy und seine Frau Gertrud Bondy das Internat Schulgemeinde Gandersheim im Ort. 1929 zog die Einrichtung auf das Gut Marienau in der Gemeinde Dahlem um, wo sie bis heute als Landerziehungsheim Schule Marienau besteht.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Karl Stegemann, * 28. August 1803, † 4. August 1887 – Justizrat, Obergerichtsadvokat und Notar, Bürgermeister von 1851 bis 1855
  • Karl Stöter, * 25. Juni 1803, † 14. November 1881 – Kirchenrat, Generalsuperintendent in Gandersheim
  • Otto Orth, * 22. August 1826, † 6. März 1903 – Oberamtsrichter in Gandersheim, Stadtverordnetenvorsteher
  • Albrecht Wilke, * 10. Januar 1843, † 5. Oktober 1902 – Professor, Gymnasialdirektor in Gandersheim
  • Louis Ballin, * 3. November 1834, † 22. März 1918 – Bankherr in Gandersheim, Stadtrat
  • Friedrich von Ernst, * 8. Oktober 1850, † 24. Mai 1928 – Oberstleutnant a. D., Bürgermeister der Stadt Gandersheim
  • Friedrich Meiners, * 31. Oktober 1860, † 28. Februar 1933 – Oberbauverwalter in Bad Gandersheim
  • August Jürries, * 15. März 1880, † 26. Juli 1949 – Zigarrenhersteller in Bad Gandersheim, Stadtverordneter, Stadtrat
  • August Warmbold, * 26. Februar 1874, † 27. März 1960 – Werkmeister, Stadtverordnetenvorsteher in Bad Gandersheim
  • Heinrich Fritzel, * 20. Februar 1886, † 6. September 1954 – Fabrikant in Bad Gandersheim
  • Heinz Gerhardt, * 12. Mai 1905, † 21. Juli 1994 – Generaldirektor der Alten Leipziger Versicherungsgruppe in Oberursel
  • Albert Rohloff, * 29. Dezember 1896, † 11. März 1961 – Oberkreisdirektor in Bad Gandersheim
  • Rudolf Schütz, * 19. Oktober 1906, † 2. Oktober 2003 – Direktor der Alten Leipziger Versicherungsgruppe“, Frankfurt am Main
  • Johannes Nissen, * 15. September 1881, † 3. Mai 1972 – Photograph, Museumskustos in Bad Gandersheim
  • Friedrich August Knost, * 21. September 1899, † 22. August 1982 – Präsident des Niedersächsischen Verwaltungsbezirks Braunschweig
  • Rudolf Cahn von Seelen, * 10. Dezember 1904, † 8. Juli 1992 – Bürgermeister, dann Stadtdirektor in Bad Gandersheim
  • Kurt Kronenberg, * 4. Februar 1905, † 7. Juli 1987 – Pfarrer an der Stiftskirche in Bad Gandersheim, Heimathistoriker
  • Willi Thiele, * 3. Oktober 1915, † 6. Februar 2000 – Präsident des Niedersächsischen Verwaltungsbezirks Braunschweig
  • Willi Muhs, * 22. Oktober 1910, † 19. April 1982 – Landrat des Landkreises Gandersheim
  • Hermann Cramme, * 21. August 1907, † 12. April 1983 – Notar, Ratsherr, Bürgermeister der Stadt Bad Gandersheim
  • Hans-Dieter Gottschalk, * 31. Mai 1932, † 6. Februar 2005 – Bürgermeister, dann Stadt- und Kurdirektor von 1968 bis 1993
  • Heinz Köhler, * 12. November 1919 – Bürgermeister der Stadt Bad Gandersheim von 1974 bis 1986

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernd-Ulrich Hergemöller: Quellen zur Verfassungsgeschichte der deutschen Stadt im Mittelalter. Darmstadt 2000, (= Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, Bd. 34.), Urk. 12 = Markt-, Münz- und Zollrecht (letzteres bereits 877 mit der Erteilung der königlichen Immunität für das 852 gegründete Kanonissenstift) durch Theophanu namens König Otto III. am 4. August 990 für die Äbtissin des Reichsstiftes
  • Gerd Weiß u. a. (Hrsg.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Bremen, Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München und Berlin 1992, S. 149–155.
  • Adolf Mühe: Geschichte der Stadt Bad Gandersheim. Hertel, Bad Gandersheim, 1950.
  • Kurt Kronenberg: Chronik der Stadt Bad Gandersheim. Bad Gandersheim, 1978.
  • Familienblätter Gandersheim 1750-1940. Kopie der Familienkarten. Leipzig 1995. 12 Teilbände, 5500 Familien, laut Bestandsverzeichnis Teil IV der Deutschen Zentralstelle für Genealogie, S. 303
  • Christof Römer: Gandersheim als landesherrliche Residenzstadt. In: Harz-Zeitschrift 34 (1982), S. 1–15.
  • Michael Scholz: Reichsfreies Stift und herzogliche Landstadt. Gandersheim als weltliche und geistliche Residenz im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. In: Harz-Zeitschrift 50/51 (1998/1999), S. 59–81.
  • Martin Hoernes, Thomas Labusiakm (Hrsg.): Portal zur Geschichte. Schätze neu entdecken! Auswahlkatalog. Delmenhorst 2007.
  • Miriam Gepp: Die Stiftskirche in Bad Gandersheim. Gedächtnisort der Ottonen. München 2008.
  • Birgit Heilmann: Aus Heiltum wird Geschichte. Der Gandersheimer Reliquienschatz in nachreformatorischer Zeit. Regensburg 2009. (= Studien zum Frauenstift Gandersheim und seinen Eigenklöstern, Band 1.)
  • Jan Friedrich Richter: Gotik in Gandersheim. Die Holzbildwerke des 13. bis 16. Jahrhunderts. Regensburg 2010. (= Studien zum Frauenstift Gandersheim und seinen Eigenklöstern, Band 2.)
  • Christian Popp: Der Schatz der Kanonissen. Heilige und Reliquien im Frauenstift Gandersheim. Regensburg 2010. (= Studien zum Frauenstift Gandersheim und seinen Eigenklöstern, Band 3.)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Gandersheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Gandersheim – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2.  Marc Czichy: NS-Zwangsarbeit auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Northeim - ein Überblick über die Ergebnisse einer regionalgeschichtlichen Studie. In: Volker Zimmermann (Hrsg.): Leiden verwehrt Vergessen. Zwangsarbeiter in Göttingen und ihre medizinische Versorgung in den Universitätskliniken. Wallstein-Verlag, Göttingen 2007, ISBN 3-8353-0152-7, S. 148 f..
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 269.
  4.  Klemens Stadler: Deutsche Wappen Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeindewappen der Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein. 5, Angelsachsen-Verlag, Bremen 1970, S. 18.
  5. Städtepartnerschaften
  6. Rotselaar
  7. Skegness
  8. [1]