Fabian Hambüchen

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Medaillenspiegel
Fabian Hambüchen 2013
Fabian Hambüchen 2013
DeutschlandDeutschland Deutschland
Olympische Spiele
Bronze 2008 Peking Reck
Silber 2012 London Reck
Weltmeisterschaften
Bronze 2006 Aarhus Mehrkampf
Bronze 2006 Aarhus Sprung
Gold 2007 Stuttgart Reck
Silber 2007 Stuttgart Mehrkampf
Bronze 2007 Stuttgart Mannschafts-Mehrkampf
Bronze 2010 Rotterdam Reck
Bronze 2010 Rotterdam Mannschafts-Mehrkampf
Bronze 2013 Antwerpen Mehrkampf
Silber 2013 Antwerpen Reck
Europameisterschaften
Gold 2005 Debrecen Reck
Gold 2007 Amsterdam Reck
Silber 2007 Amsterdam Mehrkampf
Gold 2008 Lausanne Reck
Silber 2008 Lausanne Mannschafts-Mehrkampf
Bronze 2008 Lausanne Boden
Gold 2009 Mailand Mehrkampf
Gold 2009 Mailand Boden
Bronze 2009 Mailand Barren
Gold 2010 Birmingham Mannschafts-Mehrkampf
Bronze 2010 Birmingham Reck
Sommer-Universiade
Silber 2013 Kasan Mehrkampf
Silber 2013 Kasan Boden

Fabian Hambüchen (* 25. Oktober 1987 in Bergisch Gladbach) ist ein deutscher Kunstturner. Seine bisher größten Erfolge errang er am Reck mit dem Weltmeistertitel 2007 sowie dem Gewinn der Bronze- bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking und der Silbermedaille 2012 in London.

Hambüchen turnt seit Herbst 2012 im Mannschaftswettbewerb für die Kunstturnvereinigung Obere Lahn in der mittelhessischen Gemeinde Biedenkopf.[1]

Leben[Bearbeiten]

Fabian Hambüchen wurde als zweites Kind von Beate und Wolfgang Hambüchen geboren. Kurz nach der Geburt in Bergisch Gladbach ist seine Familie nach Wetzlar gezogen, da sein Vater dort einen Trainerjob angenommen hatte. Er besuchte bis zu seinem Abitur 2007 die Goetheschule Wetzlar. Seit Herbst 2011 ist Hambüchen mit seiner Freundin Caroline zusammen. Im Oktober 2012 begann er, Sportmanagement und -kommunikation an der Sporthochschule in Köln zu studieren.[2]

Aufgrund seiner Körpergröße von 1,65 Metern trägt er den Spitznamen „Turnfloh“. Er lebt in Köln unweit der Kölner Sporthochschule.[3]

Sportliche Entwicklung[Bearbeiten]

Hambüchen entstammt einer sportlichen Familie. Sein Vater war nach eigenen Aussagen selbst ein ehrgeiziger Turner, während die Lieblingssportart von Hambüchens Mutter das Laufen ist. Seinen Bruder beobachtete er als Dreijähriger beim Kunstturnen und dadurch angespornt bestritt er mit zwölf Jahren erste Länderkämpfe. Von Anfang 2004 bis Februar 2012 turnte Hambüchen für die KTV Straubenhardt (KTV) in der 1. Bundesliga. Seit dem Herbst 2012 verstärkt er die Bundesliga-Mannschaft der mittelhessischen Kunstturnvereinigung Obere Lahn.

Erfolge auf nationaler Ebene[Bearbeiten]

Am 11. Dezember 2005 errang er mit dem KTV Straubenhardt den ersten und am 28. November 2009 den zweiten deutschen Mannschaftsmeistertitel. 2013 wurde Hambüchen in Mannheim zum siebten Mal Deutscher Mehrkampfmeister und stellte damit den Rekord von Eberhard Gienger ein.[4] 2013 wurde Hambüchen mit der Mannschaft der KTV Obere Lahn deutscher Vize-Meister im Mannschaftswettbewerb.[5]

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Hambüchens erster internationaler Erfolg war der Gewinn der Jugend-Europameisterschaft 2002 am Barren. Zwei Jahre später, 2004, erlangte er den Jugend-Europameistertitel in den Disziplinen Boden, Reck und Sprung und wurde Dritter im Mehrkampf. Daneben hat Hambüchen mehrere Deutsche Meistertitel im Erwachsenenbereich errungen.

Bei den Olympischen Sommerspielen 2004 war Hambüchen der jüngste männliche Starter der deutschen Delegation. Er erreichte im Mannschaftswettbewerb einen achten Platz und qualifizierte sich im Einzel für die Finals am Reck und im Mehrkampf. Während er im Mehrkampffinale auf dem 23. Platz abschloss, belegte er am Reck Rang sieben.

Der Gewinn des Europameistertitels am 5. Juni 2005 am Reck stellt Hambüchens ersten großen internationalen Erfolg außerhalb des Juniorenbereichs dar, ebenso wie die gewonnenen Bronzemedaillen im Mehrkampf und im Sprung bei den Weltmeisterschaften 2006.

Bei den Europameisterschaften 2007 in Amsterdam gewann er Silber im Mehrkampf und zum zweiten Mal Gold am Reck. Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Stuttgart wurde er der jüngste deutsche Goldmedaillengewinner und Weltmeister am Reck. Im Mehrkampf gewann er in der Einzeldisziplin Silber und mit der Mannschaft die Bronzemedaille. Mit dem Einzug in das Mannschaftsfinale schaffte das Team gleichzeitig die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking.

Im Jahr 2008 holte Hambüchen bei den Europameisterschaften in Lausanne in den Disziplinen Reck, Mannschaftsmehrkampf und Boden eine Gold-, Silber- und Bronzemedaille. Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking gewann er am Reck die Bronzemedaille, erreichte am Boden und am Barren den vierten und im Mehrkampffinale den fünften Platz. 2012 konnte er seinen Erfolg von Peking bei der Olympiade in London nochmals steigern und holte Silber am Reck.

Anfang April 2009 gewann Hambüchen zum Auftakt der Europameisterschaften in Mailand als erster Deutscher den Mehrkampftitel vor dem Briten Daniel Keatings und Juri Rjasanow aus Russland und zusätzlich den Europameistertitel am Boden.[6] Zu den Weltmeisterschaften in London reiste Hambüchen zwar an, beim Training erlitt er aber einen Außenbandriss im linken Knöchel, so dass er nicht teilnehmen konnte.[7]

Mit der Mannschaft holte Hambüchen 2010 bei den Europameisterschaften in Birmingham den Titel, und erreichte bei den Weltmeisterschaften in Rotterdam erneut den dritten Platz. Am Reck gewann er jeweils Bronze.

Mitte Januar 2011 riss ihm beim Training die Achillessehne im linken Fuß, was eine erneute Zwangspause nach sich zog.[8]

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London und den Weltmeisterschaften 2013 in Antwerpen gewann Hambüchen am Reck hinter dem Niederländer Epke Zonderland jeweils die Silbermedaille. In Antwerpen holte er zudem die Bronzemedaille im Mehrkampf. Bei der Sommer-Universiade 2013 in Kasan belegte er am Boden und im Einzel-Mehrkampf jeweils den zweiten Platz.[9] 2014 gewann er die Gesamtwertung des Turn-Weltcups zusammen mit dem punktgleichen Briten Daniel Purvis.[10]

Sonstige Aktivitäten[Bearbeiten]

Fabian Hambüchen war mehrmals Teilnehmer des Fernseh-Prominenten-Wettbewerbs TV total Turmspringen. Zweimal gewann er den Einzelwettbewerb und 2011 auch das Synchronspringen mit dem Beachvolleyballspieler Jonas Reckermann.

Ende Mai 2010 erspielte er zusammen mit seinem Vater Wolfgang beim Wer wird Millionär-Prominenten-Special 125.000 Euro.

Im Dezember 2009 engagierte sich Hambüchen im Rahmen einer PR-Kampagne für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.[11]

Ein Buch von Fabian Hambüchen mit dem Titel Fabian Hambüchen – Die Autobiografie erschien 2010.[12]

Hambüchen gehört zu den 100 Köpfen von morgen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fabian Hambüchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesliga-Turnen: Hambüchen führt KTV zum zweiten Sieg; Oberhessische Presse, abgerufen am 8. Oktober 2012.
  2. Turnstar Hambüchen beginnt Studium in Köln Die Welt, 8. Oktober 2012, abgerufen am 22. November 2012.
  3. Neu-Kölner Fabian Hambüchen „Bei uns zu Hause bin ich der Koch Kölnische Rundschau, 14. Dezember 2012, abgerufen am 18. Dezember 2012.
  4. Hambüchen knackt Gienger-Rekord Spiegel online, 19. Mai 2013.
  5. Stuttgart und Wetzgau DTL-Mannschaftsmeister Deutsche Turnliga, 23. November 2013.
  6. Hambüchen feiert Mehrkampf-Sieg, abgerufen am 10. Februar 2012.
  7. Fabian Hambüchen muss WM-Teilnahme absagen, abgerufen am 10. Februar 2012.
  8. Hambüchen droht halbes Jahr Pause, abgerufen am 10. Februar 2012.
  9. Fabian Hambüchen mit Aufholjagd zu Silber. adh.de, 10. Juli 2013, abgerufen am 10. Juli 2013.
  10. Kunstturn-Weltcup: Hambüchen glänzt auf Platz zwei Focus online, 5. April 2014, abgerufen am 6. April 2014.
  11. Neuzugänge bei der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft NachDenkSeiten, 19. Juni 2009, abgerufen am 1. Dezember 2012.
  12. Fabian Hambüchen – Die Autobiografie, abgerufen am 10. Februar 2012.
  13. Fabian Hambüchen und Kim Bui erhalten adh-Auszeichnungen adh.de, abgerufen am 17. November 2013.
  14. Focus Online vom 17. Februar 2014, abgerufen am 20. Februar 2014.