Leon Draisaitl

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DeutschlandDeutschland Leon Draisaitl Eishockeyspieler
Leon Draisaitl
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 27. Oktober 1995
Geburtsort Köln, Deutschland
Spitzname The German Gretzky
Größe 188 cm
Gewicht 92 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Center
Nummer #29
Schusshand Links
Draftbezogene Informationen
NHL Entry Draft 2014, 1. Runde, 3. Position
Edmonton Oilers
Spielerkarriere
2003–2009 Kölner Haie
2009–2012 Jungadler Mannheim
seit 2012 Prince Albert Raiders

Leon Draisaitl (* 27. Oktober 1995 in Köln) ist ein deutscher Eishockeyspieler. Er ist der Sohn von Peter Draisaitl, einem ehemaligen Eishockeyspieler und heutigen -trainer.

Karriere[Bearbeiten]

Deutsche Nachwuchsligen (bis 2012)[Bearbeiten]

Leon Draisaitl begann seine Karriere bei den sog. Bambinis (U10) der Kölner Haie. In den folgenden Jahren spielte er jahrgangsgemäß bei den Kleinschülern (U12), den Knaben (U14, Knaben NRW-Liga) und zuletzt in der Schüler-Bundesliga bei der Juniorenabteilung der Kölner Haie. Dort spielte er zwei Spielzeiten in der U16-Mannschaft, für die er in 44 Saisonspielen 22 Tore und 33 Vorlagen für insgesamt 55 Scorerpunkte erzielte. Der Linksschütze wechselte zur Saison 2009/10 zu den Mannheimer Adlern, wo er ebenfalls im U16-Team der Mannschaft zum Einsatz kam. Dort konnte Draisaitl seine persönlichen Bestmarken bereits in seiner ersten Saison deutlich überbieten. Er stellte persönliche Bestrekorde in erzielten Toren und gegebenen Vorlagen auf, die Saison schloss der Stürmer schließlich mit 103 Scorerpunkten ab. Diese Leistungen konnte Draisaitl in der nachfolgenden Spielzeit 2010/11 aber noch steigern: seine 97 Tore und 95 Vorlagen in 29 Spielen brachte ihm das Interesse von ausländischen Scouts ein, die großes Talent in dem gebürtigen Kölner sahen. Nach seiner Rekordsaison wechselte Draisaitl zu den Jungadlern, der ersten Nachwuchsmannschaft des DEL-Teams Adler Mannheim. Auch dort konnte der Außenstürmer sein Talent unter Beweis stellen. Am Ende der Saison konnte nur Mitspieler Dominik Kahun mit einer Vorlage mehr auf dem Konto den Scorertitel der Deutschen Nachwuchsliga gewinnen.[1]

Prince Albert Raiders (seit 2012)[Bearbeiten]

Aufgrund seiner vielversprechenden Leistungen im deutschen Nachwuchssystem wurde Draisaitl bei dem 2012 CHL Import Draft in der ersten Runde an insgesamt zweiter Stelle von den Prince Albert Raiders ausgewählt.[2][3] Die Raiders waren im Vorjahr mit 48 Punkten aus 72 Spielen das schlechteste Team der Liga. Dennoch konnten sich die Raiders nach zehn Jahren ohne Playoff-Teilnahme, auch dank der guten Leistungen Draisaitls, wieder für die Endrunde qualifizieren. Seine Leistungen in seinem ersten Jahr in Nordamerika wurden von der WHL so groß eingeschätzt, dass Draisaitl neben Seth Jones für die Jim Piggott Memorial Trophy, der Auszeichnung des besten Rookies der Saison, nominiert wurde.[4] In 64 Spielen mit den Raiders schoss er 21 Tore, zwei davon im Powerplay. Weiterhin gab er zudem 37 Vorlagen für eine Gesamtpunktzahl von 58 Punkten. Bemerkenswert war auch die Plus/Minus-Statistik von +22. In den Playoffs scheiterten die Raiders jedoch mit einer klaren Serien-Niederlage ohne einen einzigen Sieg (sog. Sweep) von 0:4 Spielen gegen die Red Deer Rebels bereits in der ersten Runde.

Bereits zu Beginn der Saison 2013/14 wurde von Draisaitl neben Mitspieler Josh Morrissey erwartet, dass er die Rolle des Leistungsträgers für die Prince Albert Raiders einnehmen könne. Der ursprüngliche Außenstürmer war nun der unangefochtene Mittelstürmer der ersten Reihe und spielte die meiste Zeit mit Teamkollege Dakota Conroy zusammen. Nachdem der linke Außenstürmer Collin Valcourt nach einem Trade der Raiders mit den Saskatoon Blades neu zum Team stieß, entwickelte der damals 20-jährige eine gute Chemie mit Draisaitl und Conroy. Fortan stellten die drei Spieler daher die erste Linie der Raiders bis zum Ende der Saison und spielten auch in gleicher Formation im Powerplay der Raiders. Die Raiders erreichten am Ende der regulären Saison die gleiche Punkteanzahl wie die Red Deer Rebels, die die Prince Albert ein Jahr zuvor aus den Play-Offs warfen. Da kein anderweitiger Tie-Breaker vom Regelwerk der WHL vorgesehen ist als die Gesamtanzahl der Punkte, musste ein K.O.-Spiel zwischen beiden Teams ausgetragen werden, um den letzten Play-Off Platz in der Eastern Conference zu vergeben.[5] Dieses letzte Spiel gewannen die Prince Albert Raiders mit einem Endergebnis von 5:3, wobei Draisaitl in diesem entscheidenden Spiel zwei Vorlagen zum Sieg beisteuern konnte.[6] Insgesamt erlangte der Kölner Angreifer in der Saison eine Karrierebestmarke von 38 Toren und 67 Vorlagen für insgesamt 105 Punkte, was auch für das Team der Raiders in allen drei Kategorien jeweils Bestwerte in dieser Saison darstellten. Im Ligavergleich teilte sich Draisaitl am Ende der Saison mit Sam Reinhart der Kootenay Ice punktegleich Platz vier der Liste der WHL-Topscorer.[7] Da Leon Draisaitl altersbedingt nur knapp nicht im NHL Entry Draft 2013 gezogen werden durfte, wurde der deutsche Stürmer durch seine gute Rookie-Saison seit Beginn der zweiten Spielzeit bei den Raiders stark von NHL-Scouts beobachtet. Im sog. CSS Midterm-Ranking, der zur NHL-Halbzeit veröffentlichten Auflistung der Top-Rookies als eingeschätzte Draftrangfolge des anstehenden NHL Entry Draft 2014, wurde Draisaitl Mitte Januar 2014 auf Platz zwei der in Nordamerika spielenden Nachwuchsspieler gesetzt.[8][9] Leon Draisaitl wurde beim NHL Entry Draft von den Edmonton Oilers an dritter Stelle gezogen. Damit ist er der am höchsten gedraftete deutsche Spieler aller Zeiten.

International[Bearbeiten]

Draisaitl im Dress der deutschen Nationalmannschaft

Den ersten Einsatz im Dress der deutschen Nationalmannschaft absolvierte der Stürmer bei der World U-17 Hockey Challenge im Jahr 2011. Ein Jahr darauf gelang ihm ein weiteres Mal die Berufung in das DEB-Team, nun mit der Nominierung für den deutschen Kader für die Eishockey-Weltmeisterschaft der U18-Junioren 2012. In diesen Spielen gelangen ihm mit zwei Toren und fünf Assists in sechs Spielen durchschnittlich knapp mehr als ein Punkt pro Spiel. Beim 4:2-Sieg der DEB gegen die russische Auswahl punktete er mit zwei Vorlagen[10] und beim Spiel gegen die Schweiz am 17. April steuerte er zum 6:2-Sieg zwei Tore und eine Vorlage bei.[11] Die zweite und letzte Rückkehr in diese Auswahl absolvierte Draisaitl bei der Eishockey-Weltmeisterschaft der U18-Junioren 2013 und erreichte bei einem Spiel weniger die gleiche Punkteausbeute.

Durch die als gut bewerteten Leistungen Draisaitls in den U18-Auswahlen galt der gebürtige Kölner nun als eine sichere Stütze des DEB-Teams. Daraus folgend wurde er auch für die nächsthöhere Altersklasse, die U20-Junioren, regelmäßig nominiert. Die erste U-20 Weltmeisterschaft spielte der Center im russischen Ufa im Jahr 2013, das Turnier endete für den DEB in der Abstiegsrunde. Die deutsche Nationalmannschaft konnte mit einem Sieg gegen Norwegen den Abstieg jedoch verhindern. Im entscheidenden Spiel schoss Draisaitl zwei Tore und bereitete zwei weitere Treffer vor. Bei der WM erlangte Draisaitl insgesamt sechs Einsätzen zwei Treffer und vier Vorlagen. Seine zweite WM der U20-Junioren, der Eishockey-Weltmeisterschaft der U20-Junioren 2014 war zunächst von sehr durchwachsenen Spielen des Mittelstürmers durchzogen. Vor allem die Matchstrafe für einen Check von hinten gegen den Gegenspieler Andrew Copp der amerikanischen Auswahl hatte große Folgen für den Turnierverlauf des Stürmers: die Matchstrafe zog eine daran anschließende automatische Spielsperre von einer Begegnung nach sich.[12] Erst in der Relegationsrunde konnte Draisaitl wieder am Geschehen teilnehmen, bei denen Deutschland drei Spiele gegen Norwegen zu absolvieren hatte. Bereits im ersten Spiel nach der Sperre erhielt Draisaitl für einen hohen Stock eine weitere Matchstrafe,[13] die aber im Gegensatz zu der Strafe für einen Check von hinten nach IIHF-Regeln keine automatische Spielsperre von einem Spiel vorsieht. Draisaitl kam insgesamt bei dieser U-20-WM in Schweden auf fünf Einsätze, in denen er zwei Tore und zwei Vorlagen erreichte. Durch die beiden Matchstrafen kam er weiterhin auf 52 Strafminuten, einen deutlich höheren Wert als jemals in seiner internationalen Karriere zuvor.[14] Der Kölner Stürmer wurde, wie bereits bei anderen Turnieren zuvor, stets mit seinem ehemaligen Teamkollegen aus den Juniorenzeiten bei Mannheim, Dominik Kahun, in einer Reihe eingesetzt.

Seinen ersten WM-Auftritt der Senioren absolvierte Draisaitl als 18-jähriger am 10. Mai 2014 im Rahmen der Eishockey-WM 2014 in Minsk, Weißrussland. Bei seinem ersten Spiel wurde der Linksschütze in einer Reihe mit Matthias Plachta und Tobias Rieder eingesetzt. Draisaitl bereitete einen Treffer seines Mitspielers Plachta vor und wurde als bester Spieler seines Teams am Ende der Begegnung ausgezeichnet.[15] Die DEB-Auswahl konnte nach Penaltyschießen das Spiel schließlich für sich entscheiden. Draisaitl stand bei seiner ersten Partie auf diesem Niveau in der vierten Stürmerreihe insgesamt 12:05 Minuten auf dem Eis.[16]

Spielstil[Bearbeiten]

Draisaitl gilt als großes Offensivtalent, der mit seiner Körpergröße von 1,89 m und einem Gewicht von 90 kg bereits gute körperliche Voraussetzungen für eine Karriere im Profibereich hat. Der Kölner wird als zukünftiger kompletter Spieler angesehen, der neben gefährlichen offensiven Aktionen seinem Team auch in der Defensive aushelfen kann. Vor allem sein Wille den Puck in die Offensivzone zu tragen und eigenständig für Chancen zu sorgen bringt Draisaitl Lob ein; dabei wird er besonders als Passgeber gefürchtet, der im Angriff seinen Schuss allerdings im Vergleich zum Abspiel relativ wenig verwendet.[4] Eine der zentralen Fähigkeiten, die Draisaitl bereits in den Juniorenzeiten auch von hochrangigen NHL-Scouts bescheinigt wurden, ist die hohe Durchsetzungsfähigkeit und Zweikampfmentalität in der gegnerischen Zone. Die gute Durchsetzungsgabe erlangte er bereits in Juniorenzeiten vor allem mit seiner großen Statur, welche der Angreifer häufig für das Abschirmen des Pucks vor dem verteidigenden Gegner einsetzt. Die gewonnene Zeit des längeren Puckbesitzes kann der Mittelstürmer dafür verwenden, um auf eine geeignete Passsituation für seine Mitspieler zu warten.[17]

Karrierestatistik[Bearbeiten]

Reguläre Saison Play-offs
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM
2005/06 Kölner EC U14 17 17 13 30 4
2006/07 Kölner EC U14 20 28 32 60 26
2007/08 Kölner EC U14 18 30 29 59 12
2007/08 Kölner EC SBL 14 2 10 12 11
2008/09 Kölner EC SBL 30 20 23 43 26 5 1 6 7 4
2009/10 Jungadler Mannheim SBL 26 48 55 103 22 5 8 3 11 4
2010/11 Jungadler Mannheim SBL 29 97 95 192 42 5 16 15 31 0
2010/11 Jungadler Mannheim DNL 6 0 1 1 2
2011/12 Jungadler Mannheim DNL 35 21 35 56 39 8 6 6 12 2
2012/13 Prince Albert Raiders WHL 64 21 37 58 22 4 0 4 4 0
2013/14 Prince Albert Raiders WHL 64 38 67 105 24 5 1 4 5 4
Knaben NRW-Liga (U14) gesamt 55 75 74 149 42
SBL - Schüler Bundesliga (U16) gesamt 99 167 183 350 101 15 25 24 49 8
DNL gesamt 41 21 36 57 41 8 6 6 12 2
WHL gesamt 128 59 104 163 46 9 1 8 9 4

International[Bearbeiten]

Vertrat Deutschland bei:

Jahr Team Veranstaltung Sp T V Pkt SM
2011 Deutschland WHC-17 5 1 4 5 0
2012 Deutschland U18-WM 6 2 5 7 2
2013 Deutschland U20-WM 6 2 4 6 2
2013 Deutschland U18-WM 5 1 6 7 4
2014 Deutschland U20-WM 5 2 2 4 52
2014 Deutschland WM 7 1 3 4 0
Junioren gesamt 27 8 21 29 60
Senioren gesamt 7 1 3 4 0

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leon Draisaitl – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Adrian Bohrdt: Mit "Gretzky like numbers" in die NHL. spox.com, abgerufen am 1. Mai 2013.
  2. CHL Import Draft. chl.ca, abgerufen am 1. Mai 2012.
  3. CHL-Import-Draft: Leon Draisaitl an zweiter Stelle ausgewählt. eishockeynews.de, abgerufen am 1. Mai 2013.
  4. a b Brian Fogarty: Beyond Tomorrow: Draisaitl makes a solid first impression. hockeysfuture.com, abgerufen am 1. Mai 2013.
  5. Prince Albert, Red Deer to play tiebreaker to determine last playoff spot in WHL. nhl.com, abgerufen am 20. März 2014.
  6. Raiders in playoffs after downing the Rebels 5-3. globalnews.ca, abgerufen am 20. März 2014.
  7. WHL Top Scorers. whl.ca, abgerufen am 20. März 2014.
  8. Draisaitl Ranked 2nd, Gardiner 40th, by NHL CSS. raiderhockey.com, abgerufen am 20. März 2014.
  9. NHL CSS 2014 N. American skaters midterm rankings. nhl.com, abgerufen am 20. März 2014.
  10. Game Summary RUS-GER 14. April 2012. iihf.com, abgerufen am 9. Januar 2014.
  11. Game Summary SUI-GER 17. April 2012. iihf.com, abgerufen am 9. Januar 2014.
  12. U20-WM: Draisaitl für ein Spiel gesperrt. zeit.de, abgerufen am 9. Januar 2014.
  13. Game Summary GER-NOR 2. Januar 2014. iihf.com, abgerufen am 9. Januar 2014.
  14. Player Statistics Team Germany. iihf.com, abgerufen am 9. Januar 2014.
  15. John Sanful: Draisaitl delivers in Minsk. Germany's young charge making a difference. iihf.com, abgerufen am 13. Mai 2014.
  16. Game Summary KAZ - GER 1 - 2. iihf.com, abgerufen am 13. Mai 2014.
  17. Chris Wescott: DRAFT WATCH. oilers.nhl.com, abgerufen am 13. Mai 2014.