Hafen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hafen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Verkehrshafen in Wellington (Neuseeland)

Ein Hafen ist ein Ort an einer Küste, wo Schiffe anlegen können, um be- und entladen zu werden und/oder um Schutz vor stürmischem Wetter zu suchen. Er besteht insbesondere aus dem oder den Hafenbecken sowie aus Kais und Molen. Werden natürliche Gegebenheiten stark genutzt, spricht man von einem Naturhafen. Praktisch jeder Hafen hat Verkehrsanbindungen, zum Beispiel ans Eisenbahnnetz und ans Straßennetz. Manche Häfen haben einen Gleisanschluss (bzw. Gleisanschlüsse); andere haben einen eigenen Hafenbahnhof. Die Nutzung der Hafenanlagen ist in der Regel entgeltlich, die Höhe der Nutzungsentgelte wird im Hafentarif geregelt. Der Leiter des Hafens heißt Hafenmeister oder Hafenkapitän; die ihm unterstellte Behörde heißt z. B. Hafenamt (siehe auch Liste seemännischer Fachwörter).

Im Überseehandel ist es gängig, mehrere Häfen zu einer Range zusammenzufassen. Verträge lauten dann auf die Range (beispielsweise Nordrange für wichtige kontinentaleuropäische Häfen an der Nordsee; ARAG für die Häfen Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen, Gent).[1]

Unterscheidung von Häfen[Bearbeiten]

Der alte Hafen von Marseille (Le Vieux Port)

Unterscheidung nach Lage[Bearbeiten]

Je nach der Lage eines Hafens unterscheidet man

  • Binnenhäfen liegen an Flüssen, Kanälen und Seen
  • Seehäfen liegen an der Küste zum Meer bzw. Ozean
    • Tiefwasserhäfen sind Seehäfen mit einem Tiefgang von mindestens 18m[2]
    • Tidewasserhafen – in Tidegewässern werden offene und Dockhäfen unterschieden: Während offene Häfen von den Wasserstandsschwankungen der Gezeiten beeinflusst werden, liegen Dockhäfen hinter einer Schleuse; der Wasserstand ändert sich dort nicht im Rhythmus der Gezeiten.

Unterscheidung nach Nutzung[Bearbeiten]

Eine weitere Unterscheidung zwischen den verschiedenen Hafentypen kann man nach ihrem Verwendungszweck vornehmen:


Die größten Häfen[Bearbeiten]

Beispiel für einen modernen Containerhafen: Das Containerterminal Altenwerder in Hamburg

Bei dem Größenvergleich mehrerer Häfen ist jeweils zu beachten, nach welchen Kriterien die Größe eines Hafens evaluiert wird. Gängig sind u. a. Gesamtumschlag oder Anzahl der umgeschlagenen Container (in TEU).

Weltweit[Bearbeiten]

Handelsvolumen in Millionen Tonnen im Jahr 2006

1. Shanghai China VolksrepublikChina Volksrepublik China 537,0
2. Singapur SingapurSingapur Singapur 448,6
3. Rotterdam NiederlandeNiederlande Niederlande 378,4
4. Ningbo China VolksrepublikChina Volksrepublik China 309,7
5. Guangzhou China VolksrepublikChina Volksrepublik China 302,9
6. Tianjin China VolksrepublikChina Volksrepublik China 257,6
7. Busan Korea SudSüdkorea Südkorea 243,5
8. Hongkong HongkongHongkong Hongkong 238,2
9. Tsingtao China VolksrepublikChina Volksrepublik China 224,2
10. Hamburg DeutschlandDeutschland Deutschland 134,9

Europa[Bearbeiten]

Containerumschlag in 1000 TEU[3]

Zufahrt zum Fährhafen von Genua
Hafen Land 2007 2008 Diff.
Rotterdam NiederlandeNiederlande Niederlande 10791 10784 00,1 %
Hamburg DeutschlandDeutschland Deutschland 09890 09737 01,5 %
Antwerpen BelgienBelgien Belgien 08176 08663 06,5 %
Bremen/Bremerhaven DeutschlandDeutschland Deutschland 04912 05529 12,6 %
Valencia SpanienSpanien Spanien 02772 03593 29,6 %
Gioia Tauro ItalienItalien Italien 03445 03468 00,7 %
Algeciras SpanienSpanien Spanien 03414 03324 02,6 %
Felixstowe Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 03300 03200 03,0 %
Barcelona SpanienSpanien Spanien 02710 02570 01,6 %
Le Havre FrankreichFrankreich Frankreich 02638 02500 05,2 %
Marsaxlokk MaltaMalta Malta 01887 02300 21,9 %
Zeebrügge BelgienBelgien Belgien 02021 02210 09,4 %
St. Petersburg RusslandRussland Russland 01665 01972 18,5 %
Genua ItalienItalien Italien 01855 01767 04,8 %
Southampton Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 01900 01710 –10,0 %

Deutschland[Bearbeiten]

Binnenhäfen: Handelsvolumen in Millionen Tonnen

Hafen 2002 2012[4]
Duisburg 47,2 48,8
Köln 13,2 11,7
Hamburg 9,4 9,9
Mannheim 8,0 7,9
Ludwigshafen 7,8 7,4
Neuss 4,5 6,8
Karlsruhe 6,9 6,2
Bremen 4,2 4,4
Frankfurt 4,1 3,9
Marl 3,9
Heilbronn 4,9 3,7

Anmerkungen[5]

  • Die Zahlen für Hongkong und Shanghai umfassen auch den Handel über die jeweiligen Flüsse
  • Die Zahlen für Platz 4–10 wurden professionell geschätzt
  • Es lassen sich im Internet noch andere Quellen finden, in denen die Daten teilweise abweichen
  • Nicht einbezogen ist der Duisburger Duisport als europa-, bzw. inklusive privater Anlagen, weltgrößter Binnenhafen mit 52,9 Millionen Tonnen[6]

Hafenentwicklung[Bearbeiten]

Die meisten Häfen stehen mit anderen Häfen in einer gewissen räumlichen Entfernung in einem Konkurrenzverhältnis und einem Wettbewerb. Sie versuchen, ihre Wettbewerbsposition zu halten oder zu verbessern und sich auf zukünftige Entwicklungen und mögliche Trends vorzubereiten.[7] Alle Häfen arbeiten am Erhalt oder der Verbesserung ihrer Infrastruktur.[8]

Unternehmen in Häfen[Bearbeiten]

In den meisten Häfen gibt es Unternehmen, die (unmittelbar und/oder mittelbar) am dortigen Güterumschlag beteiligt sind und/oder anderweitig den dort verkehrenden Schiffen dienen (z. B. Tankstellen, Werften, Catering).[9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Hafen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Seehäfen und Häfen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Hafen – Zitate
  • Die Hafentechnische Gesellschaft e.V. befasst sich mit allen wissenschaftlichen und praktischen Fragen technischer und wirtschaftlicher Natur aus den Bereichen Hafen, Schifffahrt und Logistik sowie deren Anforderung an die Verkehrsträger und den Küstenschutz.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Begriffserklärung der LLH Hessen
  2. citation required
  3. Hafen Hamburg Marketing e.V.
  4. Güterverkehrsstatistik der Binnenschifffahrt. Statistisches Bundesamt, 2. April 2013, abgerufen am 17. April 2013 (PDF).
  5. World Port Ranking 2006, (XLS-Datei)
  6. Zahlen und Fakten – Übersicht beim duisportal
  7. siehe z. B. Prognose des Umschlagpotenzials des Hamburger Hafens für die Jahre 2015, 2020 und 2025 (PDF; 4,6 MB)
  8. Maritimes Trendbarometer (Umfrage), Februar 2010 (PDF; 1,1 MB)
  9. in manchen Häfen gibt es lokale Vereinigungen solcher Unternehmen; diese Vereinigungen sind in Deutschland im ZDS (Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e. V., Homepage) zusammengeschlossen.