Schapen

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Schapen im Emsland; für den gleichnamigen Ortsteil von Braunschweig, siehe Braunschweig-Schapen.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schapen
Schapen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schapen hervorgehoben
52.3833333333337.566666666666738Koordinaten: 52° 23′ N, 7° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Spelle
Höhe: 38 m ü. NN
Fläche: 26,63 km²
Einwohner: 2486 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 93 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48480
Vorwahl: 05458
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 046
Adresse der Gemeindeverwaltung: Kirchstraße 16
48480 Schapen
Bürgermeister: Franz Austermann (CDU)

Schapen ist eine Gemeinde im Landkreis Emsland in Niedersachsen. Sie gehört seit dem 1. März 1974 der Samtgemeinde Spelle an.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Schapen im Landkreis Emsland

Die Gemeinde Schapen liegt im Südlichen Teil des Landkreises Emsland in Niedersachsen. Durch die Gemeinde fließen die Moosbeeke und die durchaus fischreiche Giegel Aa.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Glockenturm der alten Katholischen Kirche

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinden Beesten und Freren in der Samtgemeinde Freren, im Osten und Südosten die Gemeinde Hopsten und die Stadt Hörstel im Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen und im Westen die Gemeinden Spelle und Lünne.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Die Gemeinde Schapen besitzt sechs Bauernschaften Barwöste, Borken, Bramhof, Kirchhof, Kranenmoor und Veerkamp.

[Bearbeiten] Geschichte und Namensherleitung von Schapen und seinen Bauernschaften

Das Dorf Schapen wird im Jahre 890 als Scapaham (1302 Scaphem) im Heberegister des Klosters Werden genannt. Der Name setzt sich aus dem Bestimmungswort scap, wahrscheinlich gleichbedeutend mit Schaf, vergl. niederdtsch. schaap, schoap, und dem Grundwort ham, hem für Heim, Wohnstelle, Lager, Siedlung zusammen. Ob das Siegel der reformierten, alten Kirche, welches ein Schaf abbildet, sich auf diese Herleitung des Namens bezieht, oder lediglich ein christl. Symbol darstellen soll, ist nicht geklärt.

Neue Katholische Kirche

Aus Schapen kamen einige Tödden, wie der Kaufmann Berend Bruns (1747 - 1782). Die Tödden waren Wanderkaufleute und Hausierer, die sich nach dem Dreißigjährigen Krieg, mit der Blütezeit im 18. Jahrhundert, aus Hollandgängern entwickelten und die ihre Waren zunächst in den Niederlanden, dann auch in den nordischen und baltischen Ländern anboten. Der Töddenhandel brachte den Heimatgemeinden einigen Wohlstand, was heute noch die Töddenhäuser mit ihren häufig aufwendig gestalteten Giebeln bezeugen.

Das alte Pfarrhaus aus dem Jahre 1739 wurde 1993 zur Bildungsstätte ausgebaut und ist das Zentrum des kulturellen Gemeindelebens. Im Dachgeschoss wird eine Ausstellung über die Tödden vorbereitet. In das ehemalige Brauhaus zog der Heimatverein. Der Glockenturm wurde 1903 an die damalige Kirche angebaut. Nach der Errichtung eines neuen Gotteshauses erfolgte zwischen 1930 und 1931 der Abriss der alten Kirche. Der seither freistehende Turm wurde 1933 der Freiwilligen Feuerwehr übergeben und bis 1975 als Feuerwehrhaus genutzt. Heute kann der renovierte Turm frei betreten werden.

Barwöste, hergeleitet von wüste = abgeholzte Fläche. Dieses ist im Emsland eine späte Bezeichnung und kommt nur vereinzelt vor wie in Weuste, Engdener Wüste oder Wöste-Moor.

Borken (alt: Burgiun 890, Burcnun 1000, Burk 1150, Borcken 1461). Das Bestimmungswort stellt ein Synonym für Birke dar. Das Grundwort -en steht für Heim, Wohnsitz. Zusammen: Wohnsitz am Birkengehölz.

Bramhof, von bram = Dorn, Stachel; aus indogerm. bhrom/bhrem= eine Spitze bilden, vgl. althochdtsch. bráma = Dornstrauch. Hof auf einem mit Dornengestrüpp bewachsenen Gelände.

Kirchhof, Bauernschaft rund um den alten Kirchhof. ?

Kranenmoor, von kran = schreien, rufen; aus germ. -krana, vgl. althochdtsch. / altsächs. krano, benennt Ort, an dem gesprochen oder auch orakelt wurde. Beispiele: Krandorf, Kranenburg, Kranichborn, Kranichfeld. Möglicherweise besteht auch eine direkte Verbindung zu Kranichen, die an diesem Ort gehäuft auftraten.

Veerkamp, Herleitung des Namens unbekannt.

Einwohnerzahl 1880 1900 1925 1933 1939 1950
Schapen 1.354 1.307 1.459 1.413 1.451 1.877

[Bearbeiten] Das Wappen

Straße in Schapen

Das Wappen der Gemeinde Schapen zeigt in Rot einen schrägen, silbern bordierten, grünen Wellenbalken; oben ein silbernes Schaf, unten eine silberne Urne. Die zwei gefluteten silbernen Wellenbalken stehen für die zwei die Gemeinde durchfließenden Bäche, die Giegel-Aa und die Moosbeeke, deren sechs Wellen sich auf die sechs Bauernschaften Kirchhof, Bramhof, Borken, Veerkamp, Barwöste und Kranenmoor beziehen. Das Schaf in der rechten Oberecke spielt auf den Klang des Ortsnamens an. Das Keramikgefäß weist auf die vorchristliche Besiedlung dieser Gegend vor mehr als 2000 Jahren hin.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 13 gewählte Mitglieder. Ihm gehören als Ergebnis der Kommunalwahl vom 10. September 2006 Ratsfrauen und Ratsherren von zwei Parteien an.

Die nächsten Kommunalwahlen werden 2011 stattfinden.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Der Marktplatz von Schapen ist von Töddenhäusern umgeben. Auf dem Platz befindet sich ein Schäferdenkmal und der Handwerkerbaum. Das Schäferdenkmal ist auch heute noch ein Hinweis auf die stark überdurchschnittlich vielen Schafe (Plattdeutsch: Schaap) und Hirten, die es im Dorf gab. Im Jahre 1990 wurde ein symbolisches "Tor zum Emsland" aufgebaut, welches die örtliche Lage Schapens an der Grenze zum Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen darstellt. Neben den Sehenswürdigkeiten von Schapen bietet der Ort eine schöne Landschaft die besonders unter Fahrradfahrern beliebt ist.

[Bearbeiten] Sport

Als ihr Aushängeschild sehen die Schapener die 1.Fußballseniorenmannschaft ihres Vereines FC 27 Schapen. Die Mannschaft wird von mehreren Sympathisanten aus der heimischen Industrie gesponsert und konnte aufgrund einer Auswahl guter Spieler so verstärkt werden, dass sie binnen weniger Jahre mehrmals aufstieg (zuletzt 2006). Von anderen Seiten wird hierbei jedoch kritisiert, dass nur noch wenige Schapener in der 1. Mannschaft spielen. Nach dem vorläufigen Ausstieg eines Mäzen setzte man jedoch wieder auf einheimische Spieler und stieg kehrtwendend drei mal in Folge ab, das erstemal davon trotz sportlicher Qualifikation freiwillig. Um einen weiteren, vierten Abstieg zu verhindern (man stand wiedermals auf einem Abstiegsplatz), kaufte man sich im Winter 08/09 ehemalige Leistungsträger zurück und legte eine starke Rückrunde hin, in der man fast noch die Relegation zum Aufstieg erreichte.

Neben Fußball kann im Verein auch Tennis und Volleyball gespielt werden, wofür die Spieler jedoch keine Gelder erhalten und somit spielen diese Abteilungen auch jeweils regional keine große Rolle.

[Bearbeiten] Literatur

  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück - Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905
  • Werner Kaemling - Atlas zur Geschichte Niedersachsens, Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3
  • Hermann Abels - Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
  • Chr. Oberthür, Fr. Busche, Fr. Barth , Heinrich Dünheuft - Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber) - Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)

[Bearbeiten] Weblinks

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