Kreis Steinburg
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Schleswig-Holstein |
| Verwaltungssitz: | Itzehoe |
| Fläche: | 1.056,24 km² |
| Einwohner: |
130.543 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 124 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | IZ |
| Kreisschlüssel: | 01 0 61 |
| NUTS: | DEF0E |
| Kreisgliederung: | 111 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Viktoriastraße 16-18 25524 Itzehoe |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Torsten Wendt (parteilos) |
| Lage des Kreises Steinburg in Schleswig-Holstein | |
Der Kreis Steinburg ist ein Kreis im Land Schleswig-Holstein. Er gehört zur Metropolregion Hamburg.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie[Bearbeiten]
Der Kreis Steinburg grenzt im Norden an den Kreis Rendsburg-Eckernförde, im Osten an den Kreis Segeberg, im Südosten an den Kreis Pinneberg, im Südwesten an die Elbe und das Land Niedersachsen (mit dem Landkreis Stade) und im Westen an den Nord-Ostsee-Kanal, die Grenze zum Kreis Dithmarschen. Die höchste Erhebung im Kreis ist die Itzespitze mit 83,4 m ü. NN. Weitere Erhebungen sind der Moränenkamm bei Itzehoe mit einer Höhe von 72 m ü. NN und die Münsterdorfer Geestinsel mit einer Höhe von 32 m ü. NN.
Im Kreisgebiet liegt in der Wilstermarsch bei Neuendorf-Sachsenbande zudem die tiefste Landstelle Deutschlands (3,54 m unter Normalnull).
Landschaft[Bearbeiten]
Bestimmende Landschaftselemente sind die Marsch in einem 10 bis 15 Kilometer breiten Streifen im Südwesten entlang der Elbe und die durch Moränen geprägte wellige und waldreiche Geest, hier besonders die Heide-Itzehoer Geest. Im Nordosten beginnt der Naturpark Aukrug. Die Stör, der drittlängste Fluss Schleswig-Holsteins, fließt durch den Kreis Steinburg und mündet dort in die Elbe.
Verkehr[Bearbeiten]
Wichtige Straßenverbindungen[Bearbeiten]
- Itzehoe–Hamburg (A 23)
- Itzehoe–Kiel
- Itzehoe-Lübeck (B 206)
- Itzehoe–Heide (A 23)
- Itzehoe–Brunsbüttel
- Itzehoe–Glückstadt
Wichtige Fähren[Bearbeiten]
- Elbfähre Glückstadt–Wischhafen
- Störfähre Else in Beidenfleth
- Fähren über den Nord-Ostsee-Kanal: Brunsbüttel, Ostermoor, Kudensee, Burg, Hochdonn, Hohenhörn
Schienenverkehr[Bearbeiten]
- Hamburg–Itzehoe–Westerland (Sylt)
- Hamburg–Elmshorn–Horst–Wrist–Kiel
- Bahnstrecke Wrist–Itzehoe, 1975 im Personenverkehr eingestellt und heute (2012) fast vollständig abgebaut.
Häfen[Bearbeiten]
- Glückstadt (Außenhafen), Wassertiefe 6,00 m bei MHw (mittleres Hochwasser)
- Glückstadt (Binnenhafen), Wassertiefe 4,50 m bei Nw (Niedrigwasser)
- Itzehoe (Suder Hafen), Wassertiefe 3,80 m bei MThw (mittleres Tidehochwasser)
Politik[Bearbeiten]
Direkt gewählter Abgeordneter im Bundestag aus dem Kreis ist der CDU-Politiker Rolf Koschorrek. Der Gegenkandidat der SPD Jörn Thießen zog ebenso über die Landesliste ein wie der FDP-Abgeordnete Jürgen Koppelin. In den ländlichen Gemeinden des Kreises liegt der Stimmenanteil der CDU weit über dem Landesdurchschnitt, bei der letzten Bundestagswahl wurde in einer Gemeinde die SPD drittstärkste Kraft, hinter CDU und FDP. Insgesamt ist der Kreis eher bürgerlich geprägt.
Kreistag[Bearbeiten]
Die Kommunalwahlen am 25. Mai 2008 ergaben folgende Sitzverteilung im Kreistag:
- CDU: 24 Sitze
- SPD: 13 Sitze
- FDP: 5 Sitze
- Bündnis 90/Die Grünen: 5 Sitze
- Die Linke: 3 Sitze
- Wählerinitiative Steinburg (WISt): 2 Sitze
Landräte[Bearbeiten]
- 1868–1889: Ernst Christian von Harbou
- 1889–1891: Ferdinand Berg
- 1891–1903: Franz Karl Konstantin Hermann Jungé
- 1903–1904: Konrad Graf von Rittberg
- 1904–1923: Reinhard Pahlke
- 1923–1932: Konrad Göppert
- 1932–1936: Wilhelm Ide
- 1936–1945: Friedrich Karl von Lamprecht
- 1945–1946: Adolf Rohde
- 1946–1946: Carl Stein
- 1946–1947: Wilhelm Käber, SPD
- 1947–1948: Willi Steinhörster, SPD
- 1948–1950: Adolf Rohde
- 1950–1954: Georg Pahlke
- 1955–1972: Peter Matthiessen
- 1972–1982: Helmut Brümmer
- 1982–2009: Burghard Rocke, CDU
- 2009–2010: Heinz Seppmann, CDU
- 2010–2012: Jens Kullik, parteilos (abgewählt am 14. Mai 2012)[2]
- 2012–2013: Heinz Seppmann (CDU)[3] geschäftsführend, ehemals Stellvertreter von Jens Kullik
- 2013: Torsten Wendt[4]
Kreispräsidenten[Bearbeiten]
- 1950–1950: Hans Frese
- 1950–1951: Emil Staben, SPD
- 1951–1962: Peter Dohrn, CDU
- 1962–1966: Emil Staben, SPD
- 1966–1970: Peter Dohrn, CDU
- 1970–1974: Alfred von Rosenberg
- 1974–1982: Annemarie Degkwitz, CDU
- 1982–1990: Georg Rösler, CDU
- 1990–1994: Doris Reich, CDU
- 1994–2003: Klaus-Peter Wenzlaff, SPD
- Seit 2003: Hans-Friedrich Tiemann, CDU
Wappen[Bearbeiten]
Blasonierung: „In Rot über blauen Wellen eine silberne Burg mit drei blau bedachten Zinnentürmen; unter dem Zinnenkranz aufgelegt drei Schilde: 1. in Blau der silbern und golden gekleidete Christus mit zum Segen erhobener Rechten, in der Linken die rote Weltkugel haltend; 2. in Rot ein silbernes Nesselblatt; 3. in Rot ein flugbereiter silberner Schwan mit einer goldenen Krone um den Hals.“[5]
Flagge[Bearbeiten]
Blasonierung: „Die Flagge des Kreises Steinburg trägt im ersten Drittel des weißen Fahnentuches das Kreiswappen. Das Fahnentuch ist oben und unten durch einen blauen Rand begrenzt, der symbolisch die Flüsse Stör und Elbe darstellt.“[5]
Geschichte[Bearbeiten]
Der Name „Steinburg“ rührt von der 1307 zum ersten Mal urkundlich erwähnten, von den holsteinischen Grafen errichteten Schutz- und Trutzburg, der Steinburg her, die bis ins 17. Jahrhundert Sitz des Vogtes, der dieses Amt als erbliches Lehen innehatte, und somit Verwaltungssitz des Amtes Steinburg war. Die Vögte Steinburgs, die im eigenen Interesse ihre Stellung weiter ausbauten, gerieten jedoch zunehmend in Konflikt mit den gräflichen Landesherren. Nach dem Abbruch der Burg ca. 1630 wurde das Amt Steinburg dann zunächst von Glückstadt und sodann von Itzehoe aus verwaltet.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Steinburg zwar mehrfach mit Einquartierungen belegt und geplündert, größere Zerstörungen blieben jedoch meist aus. 1657 im Dänisch-Schwedischen Krieg (1657–1658) kam es indessen zu großen Brandschatzungen von schwedischen Soldaten.
In den napoleonischen Kriegen war Steinburg nur indirekt durch Transit und Einquartierungen sowie finanzielle Belastungen betroffen. Ab 1807 wurde Itzehoe jedoch kurzzeitig die Residenz des vor Napoléon ins Exil geflohenen Kurfürsten Wilhelm I. von Hessen-Kassel.
Vor der Schleswig-Holsteinischen Erhebung, an der ein großer Teil der Einwohner Steinburgs für die deutsch-gesinnte Schleswig-Holsteinische-Bewegung Partei nahm, tagte von 1835 bis 1848 und später erneut von 1852 bis 1863 in Itzehoe die Holsteinische Ständeversammlung und begründetet hierdurch die Geschichte des Parlamentarismus in Schleswig-Holstein. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg fiel das Herzogtum Holstein und somit auch Steinburg zunächst an Österreich, dessen Statthalter Ludwig Karl Wilhelm von Gablenz am 11. Juni 1866 die holsteinische Ständeversammlung schließlich ein letztes Mal zusammen rief. Eine Tagung wurde jedoch durch die Begleiterscheinungen des Deutsch-Deutschen Krieges verhindert. Nach Ende des Krieges fällt das Herzogtum Holstein, einschließlich Steinburgs, schließlich an Preußen.
Durch die „Verordnung, betreffend die Organisation der Kreis- und Distriktbehörden, sowie die Kreisvertretung in der Provinz Schleswig-Holstein“ vom 22. September 1867[6] wurden das Amt Steinburg, die Städte Itzehoe, Wilster, Crempe und Glückstadt sowie zahlreiche weitere Ortschaften zum Kreis Steinburg zusammengeschlossen. Die Grenzfestlegung von 1867 hatte bis zur Verabschiedung des zweiten Gesetzes über die Neuordnung von Gemeinde- und Kreisgrenzen sowie Gerichtsbezirken vom 23. Dezember 1969 Bestand.
Mit Wirkung vom 26. April 1970 wurden 17 Gemeinden des Kreises Rendsburg als neugebildetes Amt Schenefeld in den Kreis Steinburg eingegliedert. Hierdurch wuchs das Kreisgebiet um rd. 12.000 ha auf die heutige Größe.
Städte und Gemeinden[Bearbeiten]
(Einwohner am 31. Dezember 2011[7])
| Amtsfreie Gemeinden/Städte | |
|---|---|
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|
Ämter mit amtsangehörigen Gemeinden (* = Sitz der Amtsverwaltung)
Gemeinde- und Ämterkarte[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Paul Holtorf: Chronik des Kreises Steinburg 1307 bis 1967. Itzehoe 1967.
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Website des Kreises Steinburg
- Literatur von Kreis Steinburg im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ Steinburgs Landrat abgewählt
- ↑ Jetzt hält Seppmann die Fahne hoch
- ↑ Torsten Wendt zum Landrat gewählt
- ↑ a b Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
- ↑ PrGS 1867, 1587
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)
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