Mitsubishi Lancer

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Mitsubishi Lancer
Produktionszeitraum: seit 1973
Klasse: Untere Mittelklasse, Kompaktklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombilimousine, Kombi, Coupé
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der Lancer ist ein seit Anfang 1973 produziertes Fahrzeug der unteren Mittelklasse (später: Kompaktklasse) von Mitsubishi. Er ist in einigen Fällen die Stufenheck-, Schrägheck- oder auch Kombivariante des Mitsubishi Colt.

Bekannt ist der Lancer unter anderem auch durch dessen Hochleistungs-Version namens „Evolution“ mit Vierradantrieb, der mehrere Rallye-Siege zu verzeichnen hatte. Zurzeit ist mit dem „Mitsubishi Lancer Evolution X“ mit 295 PS Leistung die zehnte und letzte Auflage des Sportlers auf dem Markt.

Karosserievarianten[Bearbeiten]

Der Mitsubishi Lancer wurde im Laufe seiner Bauzeit in verschiedenen Karosserieausführungen angeboten. Darunten fielen folgende Varianten:

Modellgeschichte[Bearbeiten]

Da die Bezeichnungen der in Japan angebotenen Mitsubishi-Modelle oft nicht mit den europäischen Bezeichnungen übereinstimmten, wurden die in Europa angebotenen Fahrzeuge mit dem Namen Lancer in Japan auch als Lancer EX bezeichnet. Der Lancer der achten Generation wird in Japan unter der Bezeichnung „Galant Fortis“ vertrieben.

Lancer (A70, 1973–1979)[Bearbeiten]

Mitsubishi Lancer (1973–1979)

Im Februar 1973 wurde der erste Mitsubishi Lancer vorgestellt. Er sollte das Fahrzeugprogramm von Mitsubishi ergänzen und wurde zwischen dem Kleinwagen Mitsubishi Minica und dem Mittelklassemodell Mitsubishi Galant angesiedelt. Er wurde in zwölf unterschiedlichen Modellvarianten mit Motoren von 1,2 bis 1,6 Litern Hubraum angeboten.

Anfang 1975 wurde auf Basis des Lancer ein Sportcoupé mit dem Namen Lancer Celeste vorgestellt, welches in Europa nur als Celeste und in den USA bis 1980 als Plymouth Arrow verkauft wurde.

Der Lancer gehörte zu den ersten in Europa angebotenen Mitsubishi-Fahrzeugen und wurde ab Frühjahr 1977 dort angeboten. Es gab ihn in drei Versionen, wobei Motoren und Ausstattung zwingend miteinander kombiniert wurden:

  • 1200 (Basis), 1238 cm³, 40 kW (55 PS), 145 km/h, 9.490 DM (zweitürig)[1]
  • 1400 GL, 1439 cm³, 50 kW (68 PS), 150 km/h, 10.690 DM (viertürig)[1]
  • 1600 GSR, 1597 cm³, 60 kW (82 PS), 155 km/h, 11.990 DM (zweitürig)[1]
(alle Preise für 1978)

Nur den 1400 GL gab es für 10.990 DM auch als fünftürigen Kombi. Die Preise lagen damit nur wenig unter denen der größenmäßig vergleichbaren Modelle Opel Kadett C und Ford Escort, doch war der Mitsubishi serienmäßig besser ausgestattet.

Lancer (A171/A172/A174/A176, 1979–1983)[Bearbeiten]

Im September 1979 wurde die zweite Baureihe des Lancer vorgestellt. Das Design des Fahrzeugs wurde dem Stil der europäischen Fahrzeuge der damaligen Zeit angepasst und wirkte wesentlich moderner als das beim Vorgänger. Das Modell wurde ausschließlich als viertürige Stufenhecklimousine angeboten.

Diese Generation wurde in Europa mit einem 1,4-Liter-Motor (Lancer 1400 GLX) und einer Leistung von 50 kW sowie mit einem 1,6-Liter-Motor (Lancer 1600 GSR) und einer Leistung von 60 kW angeboten.

Ende 1980 wurde mit dem Lancer 2000 ECI eine weitere Motorvariante mit Turboaufladung und einer Leistung von 125 kW vorgestellt. Diese Variante verfügte über zwei Liter Hubraum. In Japan wurden weitere Motoren, darunter auch ein 1,2-Liter, angeboten.

Zusätzlich gab es von Mitte 1982 bis Sommer 1983 noch einen Lancer „F“ (oder „Fiore“). Dieser war die Stufenheckversion des Colt A150. Der Lancer F besaß zudem Frontantrieb.

Lancer (C12V–C37V, 1983–1990)[Bearbeiten]

3. Generation
Mitsubishi Lancer Limousine (1983–1988)

Mitsubishi Lancer Limousine (1983–1988)

Produktionszeitraum: 1983–1990
Karosserieversionen: Limousine, Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,2–1,8 Liter
(40–66 kW)
Dieselmotor:
1,8 Liter (43 kW)
Länge: 4125-4135 mm
Breite: 1635 mm
Höhe: 1360–1415 mm
Radstand: 2380 mm
Leergewicht: 835–1045 kg

Im Herbst 1983 kam die dritte Ausführung des Mitsubishi Lancer auf den Markt. Auch diese wurde zunächst ausschließlich als viertürige Stufenhecklimousine angeboten.

Im Sommer 1985 kam eine Kombivariante hinzu, welche ab Anfang 1987 optional mit Allradantrieb erhältlich war. Das Angebot der angebotenen Motoren wurde auch für die in Europa erhältlichen Modelle erweitert, ebenso waren ab dieser Baureihe Katalysatoren erhältlich.

Während die Limousine im Herbst 1988 eingestellt wurde, lief der Kombi mit Allrad noch bis Ende 1990 vom Band.

Motorenpalette für Europa
Modell Hubraum Leistung Max. Drehmoment Getriebe Bauzeit Bemerkung
Benzin
1200GL 1183 cm³ 40 kW (55 PS) bei 5000 min−1 90 Nm bei 3500 min−1 5-Gang 11/1983–12/1988 Limousine
1500GLX 1458 cm³ 55 kW (75 PS) bei 5500 min−1 113 Nm bei 4000 min−1 5-Gang 11/1983–12/1988 Limousine
1500GLX Öko Automatik 1458 cm³ 55 kW (75 PS) bei 5500 min−1 113 Nm bei 4000 min−1 3-Stufen Öko Automatik 11/1983–12/1988 Limousine
1500GL 1458 cm³ 55 kW (75 PS) bei 5500 min−1 118 Nm bei 3500 min−1 5-Gang 06/1985–12/1988 Kombi
1500GL Katalysator 1458 cm³ 51 kW (70 PS) bei 5500 min−1 110 Nm bei 3500 min−1 5-Gang 09/1985–12/1988 Kombi mit Katalysator, 16V
1500GLX 1458 cm³ 55 kW (75 PS) bei 5500 min−1 118 Nm bei 3500 min−1 5-Gang 06/1985–12/1988 Kombi
1800 cm³ 61 kW (83 PS) bei 5500 min−1 135 Nm bei 3500 min−1 01/1987–12/1990 Kombi mit Allrad und Katalysator
1800 cm³ 66 kW (90 PS) bei 5500 min−1 137 Nm bei 3500 min−1 01/1987–12/1990 Kombi mit Allrad
Diesel
1800 D GL 1779 cm³ 43 kW (58 PS) bei 4500 min−1 108 Nm bei 2500 min−1 5-Gang 06/1985–09/1986 Limousine und Kombi
  • Motoren für Japan ab 1983 (Lancer EX)
    • Benziner
      • 1,4 Liter, 59 kW (80 PS) bei 5500/min, Drehmoment 121 Nm bei 3500/min
      • 1,6 Liter, 63 kW (85 PS) bei 5500/min, Drehmoment 135 Nm bei 3000/min
      • 1,8 Liter, 118 kW (160 PS) bei 5800/min, Drehmoment 220 Nm bei 3500/min

Die Ausstattungsvarianten hießen in Europa GL und GLX. Die GLX-Version hatte unter anderem elektrisch einstellbare Außenspiegel, Tankklappe vom Fahrersitz aus zu öffnen, höhenverstellbarer Fahrersitz, Helligkeitsregler für Instrumententafel. Zur generellen Serienausstattung gehörten unter anderem ein Bremskraftverstärker. Die wichtigsten Teile wurden galvanisch verzinkt, tatsächlich war der Lancer an tragenden Teilen resistent gegen Rost.

Lancer (C6A/C7A, 1988–1992)[Bearbeiten]

Im April 1988 wurde die nächste Generation des Mitsubishi Lancer vorgestellt. Diese vierte Baureihe war als Stufen- und Schräghecklimousine konzipiert. Während beim Vorgängermodell im Bereich der Fahrzeugfront noch Unterschiede zum Colt bestanden, war ab Frühjahr 1988 die Front mit der des Colt nahezu identisch.

Die Kombivariante des Vorgängers wurde mit einem erweiterten Motorenangebot parallel zu dieser Baureihe angeboten. Diese war äußerlich kaum von der dritten Generation zu unterscheiden. Alle Benzinmotoren waren mit Katalysator ausgestattet.

Neben dem Kombi war in dieser Baureihe auch das Schrägheck Lancer GLXi mit Allradantrieb ausgestattet. Der Motor der von Anfang 1990 bis Mitte 1991 gebauten Schrägheckvariante Lancer 1800 GTi-16V war als erster Lancer Motor mit vier Ventilen pro Zylinder ausgestattet.

Ab Frühjahr 1992 wurden kurzzeitig (bis zum Ende der Produktion im Herbst desselben Jahres) zwei Zwittermodelle mit den Motoren vom Nachfolger und der alten Karosserie des C60 gebaut. Das Modell C66 wurde mit dem 1,6-Liter-Motor 4G92 mit 83 kW (113 PS) und diversen optischen Änderungen wie Bodykit und weißen Frontblinkern ausgestattet.

Das Modell C69 (1992) bekam den 1,8-Liter-Motor 4G93 mit 103 kW (140 PS) verbaut. Er war und ist bis heute äußerst selten. Laut KBA gibt es vom C69 nur noch zwei angemeldete Fahrzeuge in ganz Deutschland (Stand 1. Januar 2009).

  • Motoren für Europa
    • Benziner
      • 1,3 Liter Vergasermotor Typ 4G13, 55 kW (75 PS) bei 6000/min, Drehmoment 102 Nm bei 4000/min
      • 1,5 Liter Einspritzmotor 8 Ventile Typ 4G15, 62 kW (84 PS) bei 6000/min, Drehmoment 118 Nm bei 4000/min
      • 1,5 Liter Einspritzmotor 12 Ventile Typ 4G15, 66 kW (90 PS) bei 5500/min, Drehmoment 126 Nm bei 3000/min
      • 1,6 Liter Einspritzmotor 16 Ventile Typ 4G92, 83 kW (113 PS) bei 6000/min, Drehmoment 137 Nm bei 5000/min
      • 1,8 Liter Einspritzmotor Typ 4G37, 71 kW (97 PS) bei 5500/min, Drehmoment 141 Nm bei 4000/min (nur Schrägheck mit Allradantrieb)
      • 1,8 Liter Einspritzmotor Typ 4G67, 100 kW (136 PS) bei 6500/min, Drehmoment 162 Nm bei 5000/min (nur Schrägheck, Vorderradantrieb, vier Ventile pro Zylinder)
      • 1,8 Liter Einspritzmotor Typ 4G93, 103 kW (140 PS) bei 6500/min, Drehmoment 167 Nm bei 5500/min (nur Schrägheck, Vorderradantrieb, vier Ventile pro Zylinder, ab 1992)
    • Diesel
      • 1,8 Liter Typ 4D65, 44 kW (60 PS) bei 4.500/min, Drehmoment 113 Nm bei 3.000/min
  • Motoren für Japan
    • Benziner
      • 1,3 Liter, 49 kW (67 PS) bei 5500/min, Drehmoment 106 Nm bei 3500/min
      • 1,5 Liter, 54 kW (73 PS) bei 5500/min, Drehmoment 119 Nm bei 3500/min
      • 1,6 Liter, 92 kW (125 PS) bei 6500/min, Drehmoment 140 Nm bei 5200/min
      • 1,6 Liter, 107 kW (145 PS) bei 6000/min, Drehmoment 210 Nm bei 2500/min (Turboaufladung)
Mitsubishi Lancer GTi-16V (1990–1991)
    • Diesel
      • 1,8 Liter, 45 kW (61 PS) bei 4.500/min, Drehmoment 113 Nm bei 3.000/min

-

  • Fahrwerte laut Hersteller
    • Benziner ohne Katalysator
      • Modelle 1.5 Liter M/T: 166 km/h
    • Benziner mit Katalysator
      • Modelle 1.3 Liter M/T: 163 km/h, 0–100 13,8 s
      • Modelle 1.5 Liter M/T: 170 km/h, 0–100 11,9 s
      • Modelle 1.5 Liter A/T: 160 km/h, 0–100 14,0 s
      • Modelle 1.8 Liter M/T 2WD: 200 km/h, 0–100 8,3 s
      • Modelle 1.8 Liter M/T 4WD: 168 km/h,
    • Dieselmotor
      • Modelle 1.8 Liter M/T: 148 km/h, 0–100 16,4 s

Die Stückzahl der heute noch angemeldete Fahrzeuge des Lancer GTi-16V (Typ C68) einschließlich der vorübergehend stillgelegten Fahrzeuge in Deutschland: 8 (Stand 1. Januar 2012; KBA)

Lancer (CB1A–CD8A, 1991–1996)[Bearbeiten]

5. Generation
Mitsubishi Lancer Limousine (1991–1996)

Mitsubishi Lancer Limousine (1991–1996)

Produktionszeitraum: 1991–1996
Karosserieversionen: Limousine, Kombilimousine, Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,3–1,8 Liter
(55–103 kW)
Dieselmotor:
2,0 Liter (50 kW)
Länge: 4235 mm
Breite: 1670 mm
Höhe: 1405 mm
Radstand: 2455 mm
Leergewicht: 930–1120 kg

Bereits im Herbst 1991 wurde die fünfte Auflage des Lancer als Stufenheck präsentiert. Im Herbst 1992 folgte nun auch eine neue Kombivariante. Im Sommer 1995 gab es leichte Modellpflegemaßnahmen.

Der optische Unterschied zum Vorgängermodell war jedoch gering. Eine Schrägheckvariante, die noch auf dem C50-Modell basierte, wurde durch den Mitsubishi Carisma ersetzt.

Daer neue Kombi war mit dem 1,6-Liter-Motor auch wieder mit Allradantrieb erhältlich. Den 1,3-Liter-Motor gab es für den Kombi nicht. Dieser Motor war mit drei Ventilen pro Zylinder ausgestattet. Der Kombi auf Basis dieser Baureihe wurde bis Ende 2000 gebaut.

Das Topmodell für Deutschland war der 103 KW (140 PS) starke GTi-16V, bis dahin auch der letzte GTi von Mitsubishi. Es gab ihn nur als Stufenheck. Anders als beim Typ „C68" unterschied er sich kaum vom normalen Lancer: man erkannte die 1,8-Liter-Variante lediglich am Heckspoiler, dem Doppelendrohr, 14-Zoll-Felgen und dem GTi-Schriftzug.

In Japan wurde dieses Modell als Mitsubishi Mirage vermarktet.

Motoren für Europa

Benziner
  • 1,3 Liter, 55 kW (75 PS) bei 6000/min, Drehmoment 108 Nm bei 3000/min (drei Ventile pro Zylinder)
  • 1,5 Liter, 66 kW (90 PS) bei 6000/min, Drehmoment 126 Nm bei 3000/min (drei Ventile pro Zylinder)
  • 1,6 Liter, 83 kW (113 PS) bei 6000/min, Drehmoment 137 Nm bei 5000/min (vier Ventile pro Zylinder)
  • 1,8 Liter, 103 kW (140 PS) bei 6500/min, Drehmoment 167 Nm bei 5500/min (vier Ventile pro Zylinder)
Diesel
  • 2,0 Liter, 50 kW (68 PS) bei 4500/min, Drehmoment 123 Nm bei 2800/min

Motoren für Japan

Benziner
  • 1,3 Liter, 58 kW (79 PS) bei 6000/min, Drehmoment 106 Nm bei 3500/min (Vergaser)
  • 1,5 Liter, 71 kW (97 PS) bei 6000/min, Drehmoment 126 Nm bei 3500/min (Vergaser)
  • 1,6 Liter, 107 kW (145 PS) bei 7000/min, Drehmoment 149 Nm bei 5500/min (vier Ventile pro Zylinder)
  • 1,6 Liter, 129 kW (175 PS) bei 7500/min, Drehmoment 167 Nm bei 7000/min (vier Ventile pro Zylinder)
Diesel
  • 2,0 Liter, 65 kW (88 PS) bei 4500/min, Drehmoment 177 Nm bei 2500/min (Turbodiesel)

Lancer (CJ0, 1996–2003)[Bearbeiten]

6. Generation
Mitsubishi Lancer Limousine (1996–1998)

Mitsubishi Lancer Limousine (1996–1998)

Produktionszeitraum: 1996–2003
Karosserieversionen: Limousine, Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,3–1,6 Liter
(55–66 kW)
Länge: 4295 mm
Breite: 1690 mm
Höhe: 1385–1470 mm
Radstand: 2500 mm
Leergewicht: 1070–1105 kg

Im Herbst 1996 folgte die sechste Generation auf Basis des kurz zuvor eingeführten Mitsubishi Colt (CJ0). Diese Variante wurde in Deutschland zwei Jahre lang ausschließlich als 1,3 Liter-Benziner verkauft.

Die Einstellung zum Jahresende 1998 könnte auch an der Konkurrenz zum hauseigenen Carisma Stufenheck gelegen haben. Den damaligen Spekulationen zufolge bekam Mitsubishi zu der Zeit ein Einfuhrverbot für einige Modelle bzw. eine Obergrenze der einzuführenden Fahrzeuge. Daher wurden die Werke in den Niederlanden gebaut, um die Einfuhrzahlen zu senken. Der Lancer und der Carisma waren technisch zwar verschieden, ähnelten sich aber sowohl in optischer Hinsicht wie auch in den Maßen. Die Stufenheckvariante des Carisma wurde im Herbst 2002 wegen ebenfalls mangelnden Verkaufszahlen aus dem Programm genommen.

Im Frühjahr 2000 wurde die Baureihe des Lancer ausschließlich für den asiatischen Markt überarbeitet und bis Sommer 2003 verkauft.

Heckansicht

In Venezuela dagegen wird der Lancer des Typs CJ0 von der MMC Automotriz weiterhin montiert, trägt dort aber den Namen Mitsubishi Signo und wird dort parallel zu der aktuellen Lancer-Generation angeboten.

Motorenpalette

Benziner:

  • 1,3 Liter, 1298 cm³ mit 55 kW (75 PS) bei 6000/min, Drehmoment 108 Nm bei 3000/min
  • 1,6 Liter, 1597 cm³ mit 66 kW (90 PS) bei 5500/min, Drehmoment 133 Nm bei 4500/min

Lancer (CS0, 2003–2007)[Bearbeiten]

7. Generation
Mitsubishi Lancer Stufenheck (2003–2007)

Mitsubishi Lancer Stufenheck (2003–2007)

Produktionszeitraum: 2003–2008 (außerhalb Europas noch in Produktion)
Karosserieversionen: Limousine, Kombi
Motoren: Ottomotor:
1,3−2,0 Liter
(60−99 kW)
Länge: 4480 mm
Breite: 1695 mm
Höhe: 1445 mm
Radstand: 2600 mm
Leergewicht: 1240–1350 kg

Die siebte Lancer-Generation ist nicht mehr mit dem Colt verwandt, weil dieser in Zusammenarbeit mit smart entwickelt wurde. Im Herbst 2003 kam sie als Limousine und Kombi auf den Markt.

Im Herbst 2007 erschien die nächste Generation der Limousine. Der Kombi lief noch bis Sommer 2008 weiter.

Auf dem südamerikanischen Kontinent wird die siebte Generation noch in einigen Ländern gebaut und angeboten. Da dort parallel auch die neueren Modellgeneration im Angebot sind, trägt das Fahrzeug dort die lokalen Modellbezeichnungen Lancer 1600 (Uruguay),[2] Lancer GL (Curacao)[3] und Lancer GLX (Chile).[4] In der Ukraine und in Volksrepublik China wurde das Modell unter anderem auch von der chinesischen Soueast Motor hergestellt und als Soueast Lioncel II angeboten. Das Design des Fahrzeuges der 2003er Facelift-Version stammt von der TJ Innova Engineering & Technology Co., Ltd. und ist der erste internationale Erfolg des Designbüros. Die Variante der Dewan Mushtaq Motor Company erhielt zum Modelljahr 2008 eine geringfügige Modellpflege.

Motorenpalette
Modell Hubraum Leistung Max. Drehmoment Getriebe
1.3 1299 cm³ 60 kW (82 PS)
bei 5000 min−1
120 Nm bei 4000 min−1 mit Fünfgang-Schaltgetriebe
1.6 1584 cm³ 72 kW (98 PS)
bei 5000 min−1
150 Nm bei 4000 min−1 mit Fünfgang-Schaltgetriebe oder 6-Stufen-CVT-Getriebe
2.0 1997 cm³ 99 kW (135 PS)
bei 5750 min−1
176 Nm bei 4500 min−1 mit Fünfgang-Schaltgetriebe

Lancer (CY0, seit 2007)[Bearbeiten]

8. Generation
Mitsubishi Lancer Sportlimousine (seit 2007)

Mitsubishi Lancer Sportlimousine (seit 2007)

Produktionszeitraum: seit 2007
Karosserieversionen: Limousine, Kombilimousine
Motoren: Ottomotor:
1,5–2,0 Liter
(80–217 kW)
Dieselmotor:
1,8–2,0 Liter
(85–110 kW)
Länge: 4570 mm
Breite: 1760 mm
Höhe: 1490 mm
Radstand: 2635 mm
Leergewicht: 1395–1500 kg
Sterne im Euro NCAP-Crashtest[5] Crashtest-Stern 5.svg

Im November 2007 wurde der neue Lancer als „Sportlimousine“ in Deutschland eingeführt, während der Kombi des Vorgängers noch rund ein Jahr im Angebot blieb.

Die Limousine teilt sich die Plattform u. a. mit dem neuen Mitsubishi Outlander und wurde bis Mai 2010 auch wieder mit einem von VW zugekauften 2.0-Liter-Dieselmotor angeboten. Der seit Juni 2010 angebotene 1,8 Liter-Diesel ist eine Eigenentwicklung. Das Design der Limousine stammt vom italienischen Designer Pininfarina.

Am 15. November 2008 folgte eine als „Sportback“ bezeichnete Schrägheckausführung, die die bisherige Kombiversion ablöste. Anfang 2009 kam noch ein neuentwickelter Dieselmotor hinzu, der die Euro-5-Norm erfüllt.

Im Juni 2010 wurde die Baureihe einem technischen Facelift unterzogen, dies macht sich vor allem durch ein höheres Ausstattungsniveau und ein erneuertes Innenraumdesign bemerkbar.

Im Oktober 2009 wurde auf der Pariser Motor Show die Sportback-Variante „Ralliart“ vorgestellt. Die Motorisierung besteht aus dem auf 241 PS gedrosselten Turbomotor des Evolution. Neben dem Motor und dem Doppelkupplungsgetriebe teilt sich der Ralliart auch die Aluminiummotorhaube und die aggressive Front mit dem Evolution. Die Limousine ist inzwischen ebenfalls in der Ralliart-Ausführung mit der Front des Evolution erhältlich.

Anfang 2011 wurde er aufgrund der zu geringen Nachfrage wieder eingestellt.

In Japan selbst heißt der Lancer der achten Generation „Galant Fortis“; die Modellreihe Galant wurde 2008 aufgegeben.

Motorenpalette

Mitte 2010 wurde die gesamte Motorenpalette umgestellt, sodass ein Benzinmotor und zwei Dieselmotoren für den Lancer verfügbar sind. Der Lancer Evolution wird durch einen 2.0-Liter Benzinmotor mit Turbolader angetrieben.

Aktuelle Motorisierung
1.6 MIVEC 2.0 MIVEC 1.8 DI-D 1.8 DI-D+

(nur Sportback)

Motortyp Vierzylinder-Ottomotor in Reihenbauart Vierzylinder-Ottomotor in Reihenbauart mit Turbolader Vierzylinder-Dieselmotor in Reihenbauart, Common-Rail-Einspritzung, Turbolader Vierzylinder-Dieselmotor in Reihenbauart, Common-Rail-Einspritzung, Turbolader
Hubraum 1590 cm³ 1998 cm³ 1798 cm³ 1798 cm³
max. Leistung bei min−1 86 kW (117 PS)/6000 217 kW (295 PS)/6500 85 kW (116 PS)/3500 110 kW (150 PS)/4000
max. Drehmoment bei min−1 154 Nm/4000 366 Nm/3500 300 Nm/1750–2250 300 Nm/2000-3000
Getriebeart, serienmäßig 5-Gang-Schaltgetriebe 5-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
Getriebeart, optional - 6-Gang Doppelkupplungsgetriebe mit Super Sport Modus - -
Leergewicht, inkl. 75 kg Fahrergewicht 1335-1375 kg 1635-1665 kg 1490 kg 1535 kg
maximale Zuladung 415-425 kg 375-405 kg 450 kg 455 kg
Beschleunigung, 0–100 km/h 10,7-11,1 s 5,4-5,6 s 10,2 s 10,1 s
Höchstgeschwindigkeit 188-191 km/h 242 km/h 193 km/h 204 km/h
Kraftstoffverbrauch
auf 100 km (kombiniert)
5,5 l Super 10,5 l Super Plus 4,8 l Diesel 5,1 l Diesel
CO2-Emission (kombiniert) 128 g/km 243 g/km 129 g/km 137 g/km
Abgasnorm nach EU-Klassifikation Euro 5

Mitsubishi Aspire[Bearbeiten]

Ausschließlich in Australien wird dort die Limousine des Lancer neben höherwertiger Ausstattung mit einem 2,4 Liter Benzinmotor ausgestattet und als Mitsubishi Aspire vermarktet.

Lancer Evolution[Bearbeiten]

Mitsubishi Lancer Evo II bei der AvD-Sachsen-Rallye 2005 der DRM
Ein Mitsubishi Lancer Evo VIII bei einem Eisrennen im Bregenzerwald
Raimund Baumschlager bei der Jänner-Rallye 2008 mit einem Mitsubishi Lancer Evo IX

Bekannt wurde der Lancer vor allem im Motorsport bzw. Autosport – und hier ganz besonders durch zahlreiche Rallye- und Rallycross-Erfolge des Modells Mitsubishi Lancer Evolution, in seinen diversen Entwicklungsstufen von Evo (I) bis derzeit Evo X. Ende 2005 wurde auch der Evo X bereits als Studie vorgestellt. Der Lancer Evolution ist darüber hinaus der Technologieträger für das Fahrdynamiksystem Active Yaw Control.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Produktion des Evolution I startete im Jahr 1992 mit 250 PS und wurde 5.000 Mal gebaut. In der Rallye-WM debütierte dieses Fahrzeug 1993 mit einem aufsehenerregenden aktiven Differenzial. 1994 folgte der EVO II mit 260 PS, überarbeitetem Fahrwerk und verbesserter Aerodynamik. Umfassende optische Änderungen und 270 PS wurden dem EVO III 1995 mit auf den Weg gegeben. 1996 schaffte Tommi Mäkinen mit diesem Modell fünf WM-Lauf-Siege und gewann den Titel. 1996 überraschte eine völlig neue Karosserie und ein 280-PS-Motor im EVO IV. Mit dem EVO V schickte Mitsubishi 1998 eine noch aggressiver wirkende Karosserie ins Rennen.

Nach zwei weiteren Fahrertiteln holt Mäkinen 1999 auch mit dem neuen, im Detail verbesserten EVO VI die Rallye-Krone. In der siebten Evolutionsstufe namens EVO VII zeigt Mitsubishi erstmals eine Rallye-Basis mit einstellbaren, aktiven Differenzialen und Alu-Leichtbaufahrwerk.

Da es den Mitsubishi Lancer von 1999 bis 2003 offiziell in Deutschland nicht gab wurde der auf ihm basierende Evolution zeitweise als Carisma GT Evolution verkauft.

Als Motor des inzwischen auf dem Fahrwerk des Mitsubishi Pajero basierenden Sportwagens dient ein turbogeladener Reihenvierzylinder mit 2 Liter Hubraum (entsprechend den geltenden FIA-Vorschriften für WRCs, Gruppe-A- und Gruppe-N-Fahrzeuge) mit den Kennbuchstaben 4G63, der seit seinem ersten Einsatz im Evo (I) kontinuierlich weiterentwickelt wurde und im Lancer Evo IX über eine verstellbare Einlassnockenwelle verfügt und die Euro-4-Abgasnorm erfüllt.

Anfang 2006 wurde in Japan zum ersten Mal auch eine Kombivariante des Evo IX angeboten, die jedoch nie auf dem europäischen Markt erhältlich war.

Bei der OMV-ADAC Rallye Deutschland im Rahmen der WRC wurde erstmals ein auf Basis des Evo VI von OMV (ein internationales Öl- und Gas-Unternehmen aus Österreich) entwickelter Rallyewagen mit Erdgasantrieb als Vorausfahrzeug eingesetzt.

Evolution X[Bearbeiten]

Seit 2009 ist die zehnte und letzte Auflage des Klassikers auf dem Markt. Der aktuelle Mitsubishi Lancer Evolution X leistet nunmehr 295 PS und erzeugt dabei ein Drehmoment von 366 Nm. Im Ausland erreicht derselbe Motor bis zu 422 Nm Drehmoment; das maximal erreichbare Drehmoment musste wegen der Abgasnorm „Euro 4“ für den europäischen Markt gedrosselt werden.

Der neue EVO X hat Annehmlichkeiten wie z. B. Xenon-Scheinwerfer, Kurvenlicht und Regensensor, die erstmals in einem Evolution-Modell erscheinen. Der Motor basiert auf dem mit Chrysler und Hyundai gemeinsam entwickelten „Weltmotor“;[6] ein Triebwerk, das in verschiedenen Modellen (mit teils verschiedenen Leistungen) eingebaut wird. Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen besteht der neue Motor aus Aluminium und die Ansaugseite des Zylinderkopfes liegt in Fahrtrichtung vorn und die Abgasseite hinten, wodurch der Motor tiefer eingebaut werden kann, dies trägt zur besseren Gewichtsverteilung bei. Zur Gewichtsreduktion trägt bei, dass Motorhaube, beide Frontkotflügel und das Dach (sowie der Heckflügel) aus Aluminium bestehen.

Das 5-Gang-Schaltgetriebe ist zwar immer noch Serie (Ausführung „GSR“), man kann jedoch erstmals im Lancer Evolution auch das sequenzielle Doppelkupplungsgetriebe namens SST ordern (Ausführung „MR“). Damit kann man von den Schaltprogrammen zwischen „Normal“ zu „Sport“ oder sogar zu „Super-Sport“ wechseln. Das Wechseln der Gänge des SST-Getriebes geschieht mit Wippen am Lenkrad, ein Kupplungspedal entfällt. Auch kann der Wagen im 6-Gang Automatikmodus gefahren werden.

Der EVO ist außerdem serienmäßig mit einem aktiven Mittendifferenzial (ACD) und Giermomentregelung (AYC) ausgestattet. Diese Rallye-Features regulieren das Drehmoment an allen vier Rädern stets im Sinne des Fahrers. Bei Lastwechseln dreht sich das Heck hilfreich ein, schwenkt aber nie unkontrolliert aus.

Konkurrenten[Bearbeiten]

Als einzigen „echten“ Gruppe-N-Konkurrenten der Evo-Modelle wertet man bei Rallyes meistens den Subaru Impreza WRX STi, der den „Evos“ in der Konzeption gleicht (Limousinenkarosserie, Vierzylindermotor, Turboaufladung, Allradantrieb), allerdings über einen Boxermotor verfügt, während der Lancer Evolution über einen herkömmlichen Reihenmotor verfügt.

Die beiden Fahrzeuge werden auch oft in verschiedenen Tests von Autozeitschriften gegeneinander „duelliert“ und verglichen.

Evolutionsstufen[Bearbeiten]

Technische Daten Mitsubishi Lancer Evo VI/IX/X[Bearbeiten]

Prototyp mit Elektromotoren[Bearbeiten]

2005 präsentierte Mitsubishi den auf dem Lancer Evolution IX basierenden Mitsubishi Lancer Evolution MIEV (Mitsubishi In-wheel motor Electric Vehicle). Das Fahrzeug verfügt über vier elektrisch angetriebene Radnabenmotoren mit einer Gesamtleistung von 200 kW (50 kW pro Motor) und über ein maximales Drehmoment von 518 Nm. Es erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h und hat eine Reichweite von 250 km. Bei der Shikoku EV Rallye 2005, einer japanischen Rennveranstaltung für Elektrofahrzeuge, sollte der Lancer Evolution MIEV erstmals an den Start gehen..[7]

Der Lancer in anderen Ländern[Bearbeiten]

Proton Pert (Evo 7, Gruppe N) bei der Rallye Deutschland 2004

In einigen wenigen Ländern wird der Lancer ebenfalls unter dem Namen Carisma oder Mirage angeboten. Darüber hinaus wurde er von der malaysischen Firma Proton zuerst als Proton Wira und später als Proton Pert in Lizenz gebaut oder vertrieben und u. a. auch als Rallye-Fahrzeug eingesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Automobil Revue, Katalognummer 2007 (technische Daten, Preise)
  • Mitsubishi Lancer Evo X, japanischer Verkaufsprospekt, Drucknummer 3SXGA8A070 (10/2007) (technische Daten, Preise)
  • Mitsubishi Lancer Evolution, deutsches Vorabprospekt (04/2008) (technische Daten)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mitsubishi Lancer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Auto Katalog 1978, S. 200–201
  2. Mitsubishi Uruguay (spanisch)
  3. caribbeanmotors.com (Mitsubishi auf den Niederländischen Antillen) (Version vom 6. März 2009 im Internet Archive) (englisch)
  4. Lancer GLX auf mitsubishi-motors.cl (spanisch)
  5. Der Lancer im Euro NCAP-Crashtest 2009
  6. http://www.autobild.de/artikel/fahrbericht-mitsubishi-lancer-evolution-mr-699123.html
  7. MITSUBISHI LANCER EVOLUTION MIEV – Motoren-Quartett, Spiegel Online, 11. Mai 2007.