Soltau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Soltau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Soltau
Soltau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Soltau hervorgehoben
52.98599.843357Koordinaten: 52° 59′ N, 9° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Heidekreis
Höhe: 57 m ü. NHN
Fläche: 203,24 km²
Einwohner: 21.120 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29614
Vorwahlen: 05191 (Ortsteile teilweise abweichend)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HK
Gemeindeschlüssel: 03 3 58 021
Webpräsenz: www.soltau.de
Bürgermeister: Wilhelm Ruhkopf (SPD)
Lage der Stadt Soltau im Landkreis Heidekreis
Landkreis Heidekreis Niedersachsen Landkreis Nienburg/Weser Region Hannover Landkreis Verden Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Harburg Landkreis Lüneburg Landkreis Uelzen Landkreis Celle Lindwedel Buchholz Schwarmstedt Essel Hademstorf Gilten Grethem Eickeloh Hodenhagen Böhme Häuslingen Ahlden Frankenfeld Rethem Walsrode Neuenkirchen Bomlitz Schneverdingen Osterheide Bad Fallingbostel Wietzendorf Soltau Munster BispingenKarte
Über dieses Bild

Soltau ist eine niedersächsische Mittelstadt sowie ein Mittelzentrum im Landkreis Heidekreis. Die Stadt liegt mitten in der Lüneburger Heide und hat insbesondere durch touristische Attraktionen wie den Heide-Park und die Soltau-Therme überregionale Bekanntheit erlangt.

Geographie[Bearbeiten]

Soltau liegt zentral zwischen Bremen, Hamburg und Hannover in der Lüneburger Heide am Fluss Böhme.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Folgendene frühere Gemeinden und heutige Ortschaften bzw. Stadtteile bilden das Stadtgebiet von Soltau:[2]

Satellitenbild von Soltau und Ortsteilen (Quelle: NASA World Wind 1.4)
  1. Ahlften (ca. 515)
  2. Brock (ca. 140)
  3. Deimern mit Timmerloh und Harmelingen (ca. 185)
  4. Dittmern mit Friedrichseck und Hambostel (ca. 700)
  5. Harber (ca. 1150)
  6. Hötzingen (ca. 300)
  7. Leitzingen (ca. 60)
  8. Marbostel (ca. 105)
  1. Meinern (ca. 285)
  2. Mittelstendorf (ca. 130)
  3. Moide (ca. 35)
  4. Oeningen (ca. 160)
  5. Tetendorf (ca. 180)
  6. Wiedingen (ca. 120)
  7. Woltem (ca. 240)
  8. Wolterdingen (ca. 1100)

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Neuenkirchen, Rotenburg (Wümme)
11 km, 33 km
Schneverdingen, Hamburg
15 km, 63 km
Bispingen, Lüneburg
15 km, 48 km
Visselhövede, Verden
17 km; 42 km
Nachbargemeinden Munster, Uelzen
17 km, 48 km
Bomlitz, Walsrode
15 km; 22 km
Bad Fallingbostel, Hannover
16 km; 69 km
Bergen, Celle
21 km; 43 km

Klima[Bearbeiten]

Mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 741 mm liegt Soltau knapp über dem deutschlandweiten Mittelwert von 700 mm. Die durchschnittliche Temperatur beträgt 8,4 °C und schwankt zwischen -0,1 °C im Januar und 17,6 °C im Juli.

Soltau
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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-1
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Soltau
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2 4 7 12 17 21 22 22 18 13 7 4 Ø 12,5
Min. Temperatur (°C) −3 −2 0 3 7 10 12 12 9 6 2 −1 Ø 4,6
Niederschlag (mm) 73 49 60 55 60 82 76 77 64 59 75 82 Σ 812
Sonnenstunden (h/d) 1,4 2,3 3,5 5,0 6,8 6,8 6,3 6,5 4,6 3,3 1,6 1,1 Ø 4,1
Regentage (d) 19 16 14 16 14 15 17 16 15 16 19 18 Σ 195
Luftfeuchtigkeit (%) 89 85 81 76 72 74 76 77 82 85 88 90 Ø 81,2
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Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die Landschaft in der Lüneburger Heide war bereits seit Beginn der Jungsteinzeit vor etwa 4000 Jahren besiedelt. Im Raum Soltau lagen zunächst einige vereinzelte Höfe. Vermutlich um 830 wurde die Parochie Soltau gegründet und die erste hölzerne Kirche Sante Johannis Baptista gebaut.[3]

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Soltau im Jahr 936 als „Curtis Salta“ (Hof an der Salzaue). König Otto der Große schenkte das Erbgut aus der Karolingerzeit dem Stift Quedlinburg. In einem Zeitraum von fast 600 Jahren wurde aus dem Hof „Curtis Salta“ das Dorf „Soltouwe“. Es befand sich im Gebiet zwischen Johanniskirche und Waldmühle. Alte Bezeichnungen waren Salzowe (im 10. Jahrhundert), Saltowe (1068 und 1197) und Soltowe (1304). Der Name Soltau wurde erstmals 1791 verwendet und entstand aus den Wortstämmen Solt (Salz) und -au (Fluss/Bach)[4].

Erinnerung an den Abbruch der Burg im Jahre 1388

1304 wurde die Vogtei Soltau an das Domkapitel zu Verden verkauft. Zwischen 1383 und 1388 wurde das Dorf auf Anordnung des Herzogs zum Schutz vor Raubrittern an den Zusammenfluss der Flüsse Böhme und Soltau in die Nähe von Hagen und Burg, die heute die Innenstadt darstellen, verlegt. Im Anschluss wurde im Friedensvertrag des Lüneburger Erbfolgekrieges der Abbruch der Burg beschlossen, gleichzeitig erhielt Soltau am 15. Juli 1388 als Ausgleich das Stadtrecht. Im Jahr 1400 wurde der Gildebrief ausgestellt, welcher zum Handel berechtigt. 1440 wurde ein weiterer Gildebrief speziell an die Schmiede, Schneider, Schuster, Laken- und Tuchmacher verliehen.

Die Folgen des Erbfolgekrieges waren in Soltau deutlich zu spüren und verhinderten ein schnelles Wachstum der jungen Stadt, die Verhältnisse waren elend und führten viele bäuerliche Betriebe in den Ruin. Dazu kam, dass Soltau weit entfernt von den Herrschaftssitzen lag, sodass es kaum direkte Unterstützung gab und kein Zugehörigkeitsgefühl zu einer Herrschaft entstehen konnte.

1479 kam Soltau an das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, eine Amtsvogtei wurde eingerichtet. Im Jahr 1511 wurde die Stadt durch einen Brand vollständig zerstört.

Die letzte bekannte Ritterschlacht überhaupt fand im Juni 1519 auf dem 'Wiehe Holt' in der Nähe von Soltau statt und ist als Schlacht bei Soltau bekannt, welche den Höhepunkt der Hildesheimer Stiftsfehde darstellte. Nach alten Überlieferungen soll es nur einer List des Soltauer Bürgers Harm Tyding, der den anrückenden Braunschweigern die Lagerung eines großen Lüneburger Heeres vortäuschte und sie zu einem Umweg verleitete, zu verdanken sein, dass die Stadt nicht erneut zerstört wurde.[5]

Kaum Auseinandersetzungen gab es in Soltau beim Problem der Glaubensspaltung durch die klare Haltung des Lüneburger Herzogs Ernst I. und dessen verbindliche Einführung des evangelisch-lutherischen Glaubens im Jahr 1527.

Neuzeit[Bearbeiten]

Karte der Vogtei Soltau im Fürstentum Lüneburg um das Jahr 1600

1533 wurde das Rathaus in einer ehemaligen Kapelle in der Marktstraße eingerichtet. 1567 zerstörte ein weiterer Großbrand große Teile der Stadt. 1588 wurde das erste Schulgebäude gebaut, der erste nachweisliche Schulunterricht fand bereits 1563 statt. Die Pest wütete 1626 und ließ die Einwohnerzahl dramatisch sinken. Vor 1620 gab es mehrjährige gerichtliche Auseinandersetzungen um die Beschaffung von Bauland außerhalb der Stadtmauern.

Bürgermeisterhaus im Hagen – Ältestes Gebäude Soltaus aus dem Jahr 1599

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Soltau ein weiteres Mal komplett zerstört. Alles was blieb, war eine große Ruine in der Landschaft, nur ein einziges Gebäude aus der damaligen Zeit ist erhalten geblieben. Die Auswirkungen des Krieges waren verheerend; es dauerte lange bis Soltau sich von den Folgen erholte. Die Spuren des Krieges und die Besetzung durch schwedische Truppen, die 1632 begann, dokumentiert noch heute der „Ellinger Grenzstein“.

Das Marktprivileg - das Recht zwei Jahrmärkte und einen Pferdemarkt ausrichten zu dürfen - wurde 1668 bestätigt. Die noch heute existierende Alte Stadtapotheke eröffnete 1796 als erste Apotheke Soltaus.[6]

Zum ersten Mal Garnisonsstadt wurde Soltau im Jahr 1712, in diesem Jahr wurde auch die erste Tuchfabrik errichtet. Napoleonische Truppen besetzten die Stadt 1803 und machten sie 1810 zur französischen Grenzstadt zum Königreich Westphalen. Soltau gehörte zum Kanton Harburg im Departement der Nieder-Elbe. 1813 beendeten Lützower Jäger und Kosaken die zehnjährige Besatzungszeit („Franzosenzeit“). Im Jahr 1826 entstand das heutige Alte Rathaus an der Poststraße.

Ab 1873 führte die erste Bahnstrecke, welche Bremen und Berlin verband, durch Soltau, später folgten noch die Strecken der Heidebahn, die seit 1901 Hamburg und Hannover verbindet und 1912 die Strecken der Osthannoversche Eisenbahnen AG nach Celle und Lüneburg. 1885 wurde Soltau zur Kreisstadt ernannt. 1896 wurde die Gasanstalt gebaut,[7] zwei Jahre später die Turn- und Schützenhalle.

An Heiligabend 1906 zerstörte ein Brand die (1464 erstmals urkundlich erwähnte) St.-Johannis-Kirche; diese wurde wieder aufgebaut und steht noch heute. 1911 wurde die Lutherkirche als zweite evangelische Kirche eingeweiht, 1915 folgte die katholische St.-Marien-Kirche. Eine königliche Offizier-Reitschule wurde 1913 gegründet.

Das Lager Soltau, das größte deutsche Kriegsgefangenenlager des Ersten Weltkrieges, wurde 1914 errichtet. Im selben Jahr wurde im Schacht Heinrichssegen mit dem Abbau von Kalisalz begonnen, doch bereits vier Jahre später musste der Bergbau kriegsbedingt in nur 6 m Tiefe wieder beendet werden.

1919 wurde ein 2.000 Kubikmeter fassender Gasbehälter errichtet. Bis zu seinem Abriss im Jahre 1971 galt er als ein Wahrzeichen Soltaus.

Ab 1934 beherbergte das Lager Wolterdingen mehrere Einheiten der Wehrmacht und nach Ende des Zweiten Weltkrieges bis etwa 1960 Flüchtlinge und Zwangsarbeiter. Zeitweise verlief die Front durch Soltau.

In Soltau kam es kurz vor der Befreiung der Stadt durch alliierte Truppen im April 1945 zu einem Verbrechen an entflohenen KZ-Häftlingen. Diese hatten sich aus einem durch Bombenangriffe in Soltau liegen gebliebenen Gütertransportzug befreien können. In den folgenden Tagen wurden über 100 von ihnen durch Angehörige der Wehrmacht, SS, der örtlichen Hitler-Jugend sowie von einigen Soltauer Bürger gejagt, eingefangen und anschließend an Ort und Stelle oder an Sammelplätzen im Stadtgebiet erschlagen bzw. erschossen. Einige wenige Bürger unterstützten Geflohene unter Gefahr für das eigene Leben mit Nahrungsmitteln und Kleidung. Gerichtsverfahren gegen Beteiligte in der Nachkriegszeit endeten mit Freisprüchen aus Mangel an Beweisen.

Am 17. April besetzten britische Truppen nach starkem Artilleriebeschuss Soltau. Zuvor hatten Wehrmachttruppen erbittert versucht, an der Aller ihren Vormarsch zu stoppen.[8] Die Angriffe trafen um ein Vielfaches mehr Zivilisten als Soldaten; die Stadt wurde im April 1945 teilweise zerstört.

Holocaust-Mahnmal

Zur Erinnerung an diese in Soltau ermordeten Menschen wurde seit 2005 über die Errichtung eines Mahnmals diskutiert. Die 'Soltau Geschichtswerkstatt' erstellte unter Auswertung zahlreicher Zeitzeugenaussagen im Auftrage des Rates der Stadt Soltau eine umfangreiche Studie zu dem Verbrechen im April 1945[9] Im April 2007 wurde unter Anteilnahme der Soltauer Bevölkerung das Mahnmal zur Erinnerung an diese Opfer sowie zur Erinnerung an alle Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft eingeweiht. Das Mahnmal, errichtet aus acht Musterstelen des Berliner Holocaust-Mahnmals, befindet sich am Stadtrand, im so genannten „Forst Sibirien“.

Gegenwart[Bearbeiten]

Von 1949 bis 1993 war Soltau britische Garnisonsstadt. Das britische Kasernengelände wurde 1993 als erstes in Deutschland in private Nutzung umgewandelt, heute steht auf dem Gelände unter anderem das 2003 eröffnete Veranstaltungszentrum Alte Reithalle. 1972 wurde Soltau staatlich anerkannter Erholungsort und im Jahr 1987 als „staatlich anerkannter Ort mit Solekurbetrieb“ ausgezeichnet.

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Ahlften, Brock, Deimern, Dittmern, Harber, Hötzingen, Leitzingen, Marbostel bei Soltau, Meinern, Mittelstendorf, Moide, Oeningen, Tetendorf, Wiedingen, Wolterdingen und Woltem eingegliedert.[10] Im Jahr 1977 wurden die Landkreise Soltau und Fallingbostel zum Landkreis Soltau-Fallingbostel zusammengelegt; Soltau verlor den Kreissitz.

Heide-Park, Freiheitsstatue mit Colossos

Der Heide-Park wurde im Jahr 1978 eröffnet, heute ist er der größte Freizeitpark Norddeutschlands, in dem unter anderem im Jahr 2001 „Colossos“, die damals größte und steilste Holzachterbahn der Welt, und im Jahr 2003 „Scream“, der höchste Freifallturm der Welt, eingeweiht wurden. Weitere Touristenattraktionen kamen mit der Soltau-Therme 1990 und mit dem Norddeutschen Spielzeugmuseum im Jahr 1984 hinzu. 1988 wurde der „Showpalast“ an der Hauptschule Soltau gegründet, bis 2014 war er Deutschlands einziges Schülervarieté und absolvierte bereits zahlreiche Auftritte auf Messen und in Fernsehsendungen.

Am 20. Oktober 2004 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 4.5 auf der Richterskala mit Epizentrum in Neuenkirchen die Region. Bereits am 2. Juni 1977 war Soltau Epizentrum eines Erdbebens der Stärke 4.

2006 wählte das Deutsche Kinderhilfswerk Soltau und sein Stadtmarketingprojekt „spielraum SOLTAU“, welches mit zahlreichen Aktionen das Image Soltaus als kinder- und familienfreundliche Stadt prägen soll, als Musterkommune für das Projekt „Spiel! Platz ist überall“ aus.

Im März 2007 wurde ein Konzept für die Umgestaltung der Innenstadt vorgestellt. Der in den 1970er Jahren gebaute und seit 2004 ungenutzte „Schaper-Markt“, eine Fußgängerbrücke (im Volksmund „Fenner-Kringel“) und ein Parkhaus wurden 2008 abgerissen und die Bühne im Hagen versetzt, sodass ein neues Gebäude mit einer Gesamtverkaufsfläche von etwa 4000 m² entstehen kann. Das neue Geschäftsgebäude wurde im März 2009 eröffnet.

Ende August 2012 eröffnete in Soltau-Harber das Designer Outlet Soltau auf einer Gesamtfläche von 13.500 m². Bereits seit 1996 wurde in Soltau über den Bau eines FOC diskutiert. Die Stadt scheiterte zunächst mehrmals vor Gericht, zuletzt 2006 endgültig vorm Bundesverwaltungsgericht. Ab 2006 lief ein Zielabweichungsverfahren, das den Bau trotzdem ermöglichen sollte. Mit Änderung des Landesraumordnungsprogramms 2008 wurde dann die Ansiedlung eines DOC in der Tourismusregion Lüneburger Heide ermöglicht. Im Februar 2009 entschied die oberste Landesplanungsbehörde (Landwirtschaftsministerium) schließlich, dass der Bau eines FOC in Soltau zulässig sei und gleichzeitig, dass ein FOC in Bispingen und FOC nicht raumverträglich sei.[11] Mit dem Bau wurde 2010 begonnen, eine Klage Bispingens gegen die Vergabe stoppte die Bauarbeiten zwischenzeitlich.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von 1860 bis 2008

Die älteste Bürgerliste im Stadtbuch aus dem Jahr 1452 zählte 42 Haushalte in Soltau, dies entsprach nach den damaligen Verhältnissen gut 200 Einwohnern. Um 1600 gab es etwa 100 Haushalte in Soltau, dies entsprach etwa 500 Einwohnern, die in ca. 70 Wohnhäusern lebten. Die Pest wütete 1626 und ließ die Einwohnerzahl dramatisch sinken. Die Einwohnerzahl stieg dann zunächst langsam, ab 1940 schneller an. Die große Zunahme 1974 ist durch eine Gebietsreform und der damit verbundenen Eingemeindung von 16 umliegenden Ortschaften zu erklären. Nach einem kurzen Einbruch der Zahlen wuchs die Einwohnerzahl in den 1990er Jahren weiter an und erreichte 2005 die bisherige Höchstmarke von 22.044. Nach internen Zählungen gibt die Stadt zum Teil größere Zahlen an, so z. B. für das Jahr 2001 23.508 Bewohner, dies ist meist mit dem Mitzählen von Zweitwohnsitzen zu erklären. Seitdem sinkt die Bevölkerungszahl jährlich leicht. Auch in den nächsten Jahren soll nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung dieser Trend anhalten. Für das Jahr 2025 prognostiziert die Studie eine Einwohnerzahl von 21.614.[12]

Jahr Einwohner
1452 ca. 220
1600 ca. 500
1626 ca. 60
3. Dezember 1864 ¹ 2.000
1. Dezember 1890 ¹ 3.419
2. Dezember 1895 ¹ 4.025
1. Dezember 1905 ¹ 4.861
16. Juni 1925 ¹ 5.723
16. Juni 1933 ¹ 6.746
17. Mai 1939 ¹ 8.318
13. September 1950 ¹ 14.560
1. Oktober 1960 14.483
6. Juni 1961 ¹ 14.366
Jahr Einwohner
27. Mai 1970 ¹ 15.674
31. Dezember 1972 15.873
31. Dezember 1974 20.189
31. Dezember 1980 18.921
31. Dezember 1985 18.940
31. Dezember 1990 19.714
31. Dezember 1991 20.031
31. Dezember 1995 21.040
31. Dezember 2000 21.906
31. Dezember 2005 22.044
31. Dezember 2007 21.950
31. Dezember 2008 21.831
31. Dezember 2011 21.672

¹ Volkszählungsergebnis

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

In Soltau entstanden eine Reihe sehenswerter Kirchen, so die St.-Johannis-Kirche, die 1464 erstmals urkundliche Erwähnung fand. Die Lutherkirche wurde 1911 als zweite evangelische Kirche Soltaus erbaut, nachdem 1906 die St.-Johannis-Kirche abbrannte und nur kleiner wieder errichtet wurde.

Weitere religiöse Gebäude sind die katholische St.-Marien-Kirche mit dem Baujahr 1915, die Heilig-Geist-Kirche in Wolterdingen als alte gotische Heidekirche aus dem Jahr 1245, die 1349 erbaute Heidenhof-Kapelle und die Zionskirche der SELK aus dem Jahr 1888.

Museen und Freizeitangebote[Bearbeiten]

Heiratsbrunnen in der Soltauer Innenstadt

Gegenüber vom ebenfalls sehenswerten Alten Rathaus im Zentrum der Stadt steht das Gebäude des Spielmuseum Soltaus mit 600 m² Ausstellungsfläche und das Museum Soltau. Dieses Museum verfolgt die Geschichte Soltaus bis zu 200.000 Jahre in die Vergangenheit.

Weit über die Region hinaus ist der Freizeitpark Heide-Park Soltau bekannt. Weitere Freizeitangebote findet man in der Soltau-Therme, dem Designer Outlet Soltau und der Golfanlage Hof Loh.

Weitere Objekte sind der Hagen mit Zugbrücke und dem im Volksmund genannten Heiratsbrunnen, der 1978 von Karlheinz Goedtke errichtet wurde, sowie die Waldmühle und die Ratsmühle.

Grünanlagen, Naturschutzgebiete und Friedhöfe[Bearbeiten]

In Innenstadtnähe befindet sich der unter Denkmalschutz stehende Landschaftspark Breidings Garten. Er wurde etwa um 1850 nach englischem Vorbild angelegt und ist 11 ha groß. Neben einer Villa im italienischen Stil befinden sich auch eine künstliche Burgruine, ein alter Bauernhof und Fisch- und Zierteiche auf dem Gelände. Momentan ist er im Privatbesitz, kann jedoch besichtigt werden.

Im Stadtgebiet befinden sich außerdem der Böhmepark und der Röders’ Park am Halifax. Naherholungsgebiete sind der Wacholderpark, eine Heidefläche mit Schafstall, das Ahlftener Flatt, ein See aus der letzten Eiszeit, der im Winter gern zum Eislaufen genutzt wird, und der Kuhbachforst. Rund um Soltau befinden sich Teile des insgesamt 14.500 ha großen Klosterforsts Soltau, der vom Klosterforstamt Soltau betreut wird.

Grundlose Kuhle, eine geologische Karstform

In Soltauer Ortsteilen befinden sich die Naturschutzgebiete Böhmetal bei Huckenrieth, Ehbläcksmoor und das Schwarze Moor bei Dannhorn.

Ein Naturdenkmal besonderer Art ist die „Grundlose Kuhle“. Ein kreisförmiger Erdtrichter von etwa 40 m Durchmesser, mit einem fast kreisrunden kleinen Teich von etwa 5 m Tiefe und 20 m im Durchmesser. Der Wasserspiegel liegt 1 ½ m über der nahen Böhme. Obwohl er weder einen Zu- noch einen Abfluss hat, verändert er sich kaum. Der Erdfall ist durch Salzauswaschungen im Erdreich entstanden und stellt eine geologische Karstform von landesweiter Bedeutung dar. [13]

Soltau unterhält zwei Friedhöfe, den Stadtfriedhof und den Waldfriedhof. Daneben sind noch Reste des Jüdischen Friedhofs erhalten, auf dem von 1721 bis 1926 beigesetzt wurde.

Kultur[Bearbeiten]

Der Kulturverein Soltau und die Kulturinitiative organisieren immer wieder Lesungen und Konzerte in der Böhmestadt. Seit 2008 findet jährlich die Kulturwoche Zwischenspiel – Das Zelt statt, in der Lesungen, Konzerte, Kabarett- und Theateraufführungen in einem Zirkuszelt durchgeführt werden. Es gibt zudem die Initiativen „Soltauer Gespräche“ und die Soltauer Künstlerwohnung, die seit 1995 Schriftsteller, Maler oder Musiker aufnimmt. Die Bibliothek Waldmühle nimmt am Projekt Sommerleseclub des Kultursekretariats NRW teil.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Frühjahrsmarkt (letztes Wochenende im April)
  • Stadtfest (erstes Wochenende im Juni)
  • Ritter, Topf und Deckel (Mittelalterfest)
  • Schützenfest (erste volle Juliwoche)
  • Soltauer Sommer (wöchentliche Musikveranstaltung, Juli-August)
  • Zwischenspiel – Das Zelt (Kulturtage)
  • Sommerabend im Halifax mit Leuchtenden Fontänen (zweijährlich, letzter Samstag im Juli)
  • Lichterfest (erster Samstag im September)
  • Bauernmarkt (viertes Wochenende im Oktober)
  • Weihnachtsmarkt (erstes Adventwochenende)

Sport[Bearbeiten]

Der älteste Sportverein Soltaus ist der MTV Soltau, der im Jahr 1864 gegründet wurde. Heute umfasst er 16 verschiedene Sparten, von denen insbesondere die Turn- und die Fußballabteilung die größten sind. Die Handball-Abteilung des MTV erreichte 2010 mit der Teilnahme am DHB-Pokal und dem Aufstieg in die viertklassige Oberliga einen besonderen Erfolg.

Der zweitälteste Sportverein Soltaus ist der SV Soltau, der 1912 gegründet wurde. Auch hier liegt das Hauptaugenmerk auf dem Fußball, daneben bestehen jedoch noch vier weitere Sparten. 2002 gründete sich zudem mit der SG Inter Soltau ein dritter Fußballverein in der Stadt, der sich jedoch 2008 wieder auflöste.

Der älteste Tennisverein ist der TC Blau-Weiß Soltau. Im Jahr 1952 gegründet, entsteht so der erste Tennisplatz Soltaus. Daneben besteht außerdem ein zweiter Tennisverein, der TVC Soltau. 1993 folgt mit dem TTC 93 Soltau auch ein Tischtennisverein.

Seit 1987 wird Poolbillard Sport in Soltau beim Pool Billard Sport Club Triangel gespielt. Der Verein spielt in der höchsten Niedersächsischen Liga und nahm an mehreren deutschen Meisterschaften teil.

Neben der Schützengilde Soltau Stadt und Land, die ihre Anfänge mit ersten Schützenfesten bereits im 15. Jahrhundert hatte und seit 1741 fast jährlich ein Schützenfest veranstaltet, gibt es zudem noch rund 20 kleinere Vereine in etwa 30 verschiedenen Sportarten.

An Sporteinrichtungen gibt es ein Hallen- und Freibad, sechs Sportplätze, acht Sporthallen, eine Reithalle, eine Golfanlage, drei Tennisanlagen, vier Kegelbahnen, eine Bowlingbahn, eine Squash-Anlage, eine Inline-Skater-Anlage, einen Poloplatz, eine Teichanlage des Sportanglervereins und den 2000 m² großen Indoor-Spielplatz Heidewitzka.

In Soltau fanden zwischen 1960 und 1971 vier Mal die Endspiele um die Deutsche Meisterschaft im Wasserball statt. Die Deutschen Meisterschaften im Voltigieren wurden 1984, 1987, 1994 und 1997 ebenfalls in der Stadt ausgetragen. Zudem ist der Heide-Park seit 2004 jährlich der Austragungsort für den Kanu Wildwasser-Sprint im Rahmen des Deutschlandcups. Im Heide-Park fanden außerdem im April 2003 die WWCL Finals und im September 2006 die deutsche Qualifikation der World Cyber Games 2006 im E-Sport und zwischen 1997 und 2003 die jährliche Weltmeisterschaft im Pfahlsitzen statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Industrie[Bearbeiten]

In Soltau haben sich zahlreiche Firmen aus Industrie und Handel niedergelassen. Insbesondere in der Metallverarbeitung und im Maschinenbau gibt es mit den Firmen Röders-Tec (HSC-Fräsmaschinen, Blasformen, Zinn), G.A.Röders (Druck-/Spritzguss, Werkzeugbau), ISI Industrie Service International (Industriemontage), Röhrs AG (Anlagenbau, Industriemontagen, Kraftwerksservices), Saxlund International (Fördermaschinen, Pumpen), Nortec (Maschinenbau) und Colt International (technischer Gebäudeschutz) ein breites Angebot. Daneben sind im Lebensmittelbereich Harry-Brot (Backwaren) und HST Pack Service (Teebeutelverpackung) und in der Textilbranche Gebr. Röders AG (Filz) tätig. Zudem stellt die Firma MVG® Mathé-Schmierstofftechnik Schmierstoffe her und der Greenpeace Energy Windpark erzeugt Strom.

Handel[Bearbeiten]

Einkaufsmöglichkeiten bieten sich in Soltau neben den Geschäften in der Innenstadt in dem 1998 eröffneten Fachmarktzentrum im Gewerbegebiet Alm und in über 60 Geschäften im 2012 eröffneten Designer Outlet Soltau im Ortsteil Harber.

In Soltau befinden sich die Zentralen von hagebau (Einkaufskooperation im Baustoff-, Holz- und Fliesenhandel) und JAWOLL (Sonderpostenmarkt) und ein Distributionszentrum der Firma Deichmann (Schuhe). Die Systemzentrale für Baumärkte ZEUS hat seinen Hauptsitz in der Stadt, auch der Vieh- und Fleischhändler Raiffeisen Viehvermarktung Zentralheide und das SLC Container Terminal mit 250.000 Containern für den Hamburger Hafen sitzen in Soltau. Von 1923 bis Mitte der 1990er Jahre befand sich eine Zentrale der Edeka-Gruppe in Soltau, die jedoch nach Minden verlegt wurde.

Banken[Bearbeiten]

Soltau ist Hauptsitz der Kreissparkasse Soltau und war bis 2008 Sitz der Volksbank Lüneburger Heide. Nachdem diese mit der Volksbank Lüneburg fusionierte, wechselte die Hauptgeschäftsstelle nach Lüneburg. Zudem gibt es je eine Filiale der Deutschen Bank und der Postbank.

Bildung[Bearbeiten]

Der erste nachweisliche Schulunterricht fand 1563 in der Wohnstube des Küsters statt. 1588 wurde das erste kirchliche Schulgebäude in der Marktstraße eingerichtet, die erste staatliche Schule folgte erst 1844. Das Gebäude in der Mühlenstraße beherbergt noch heute die Freudenthal-Grundschule. 1894 gründen Bürger eine höhere Privatschule. 1923 wird eine Mittelschule eingerichtet.

Heute besitzt Soltau drei Grundschulen, ein Gymnasium mit rund 1300 Schülern und je eine Oberschule und Förderschule.

Zudem unterhält die Lebenshilfe Soltau eine Tagesbildungsstätte, einen Sprachheilkindergarten, einen Heilpädagogischen Kindergarten und eine Krippe zur Frühförderung.

Die BBS Soltau fasst als Bündelschule viele verschiedene Schulformen unter einem Dach zusammen. So etwa ein Fachgymnasium Wirtschaft, Fachoberschulen für Technik und Wirtschaft, und zahlreiche Berufsfachschulen aus den Bereichen Wirtschaft, Informatik, Technik, Hauswirtschaft, Pflegeassistenz, Kosmetik, Gastronomie, Agrarwissenschaft, Bau-, Holz-, Metall- oder Friseurtechnik. Etwa 2400 Schülerinnen und Schüler besuchen sie.

Die Volkshochschule Heidekreis mit Sitz in Soltau und Walsrode bietet zurzeit etwa 930 Kurse an.

Die Bibliothek Waldmühle ist die größte des Landkreises, zudem hat die Heidekreis-Musikschule ihren Hauptsitz in Soltau.

Medien[Bearbeiten]

Als Tageszeitung erscheint seit 1864 die Böhme-Zeitung mit einer IVW-Auflage von 11.298 Exemplaren (2. Quartal 2011). Zudem erscheint wöchentlich das Anzeigenblatt Mittwoch aktuell mit einer Auflage von 29.000 Exemplaren und zweimal in der Woche der Heide-Kurier mit einer Auflage von 44.000 Exemplaren.

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Soltaus Bahnhof, der bei der Deutschen Bahn immer noch Soltau (Han) heißt, weil er zur Eisenbahndirektion Hannover gehörte, befindet sich an der Eisenbahnstrecke „Amerikalinie“ (KBS 116) von Bremen nach Uelzen und an der „Heidebahn“ (KBS 123) von Buchholz (Nordheide) nach Bennemühlen(-Hannover). Daneben bestehen zwei weitere Haltepunkte („Soltau Nord“ und „Wolterdingen“) an der Heidebahn. Die Bahngesellschaft Erixx GmbH hat als neuer Betreiber der beiden Bahnlinien seit 2011 ihren Sitz in Soltau.

Außerdem besitzt Soltau einen Güterbahnhof („Soltau Süd“) im Netz der OHE. Von dort bestehen Verbindungen im Güterverkehr nach Celle (Bahnstrecke Celle–Soltau), Uelzen (Bahnstrecke Uelzen–Langwedel) und Lüneburg (Bahnstrecke Lüneburg–Soltau). Früher wurden auch auf diesen Strecken regulärer Personenverkehr durchgeführt. Die „Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg e. V.“ bietet auf diesen Strecken mit dem „Heide-Express“ auch heute noch vereinzelte Personenfahrten nach Celle und Lüneburg an. Im Sommer kann man zudem mit dem „Ameisenbär“, einem historischen Triebwagen der „Bauart Wismar“ aus dem Jahr 1937, von Soltau aus über Bispingen nach Döhle und wieder zurück fahren.

Die früher vorhandene Bahnstrecke Soltau–Neuenkirchen wurde zwischenzeitlich demontiert. Zwischen 1998 und 2001 gab es einen Roadrailer-Pendelverkehr von Soltau-Harber nach Verona in Italien, auf der mehrmals wöchentlich für die ehemals in Soltau ansässige Firma 'alli-Frischdienst' gefahren wurde. Der Haltepunkt „Harber“ wird heute nur noch als Ausweichanschlussstelle genutzt.

Straße[Bearbeiten]

Soltau besitzt seit 1959 die Autobahn-Ausfahrten Soltau-Süd und Soltau-Ost an der A 7 (Teil der Europastraße E 45). Weitere Verbindungen bestehen über die Bundesstraßen 3, 71 und 209 und Landesstraße 163.

Neben dem regulären regionalen Linienbusverkehr der 'Verkehrsgemeinschaft Heidekreis', der Soltau mit den umliegenden Städten und Dörfern verbindet, fährt zudem zwischen Juli und Oktober ein kostenloser 'Erlebnisbus' durch die Heide, der die zahlreichen touristischen Sehenswürdigkeiten der Region miteinander verbindet. Die beiden Linien des 'Erlebnisbusses' haben mehrere Haltestellen in Soltau und am Heide-Park. Zum Heide-Park gibt es im Sommer außerdem direkte Busverbindungen aus Hamburg, Hannover, Lüneburg und Celle.

Die Fernbuslinie 'Berlin-Cuxhaven' der 'Berlin Linien Bus-Gesellschaft' hat einen täglichen Halt in der Stadt. Ab August 2014 hält die Linie 20 (Stuttgart-Frankfurt-Hannover-Hamburg-Kiel) des ADAC Postbus auch am Designer Outlet Soltau.

Radverkehr[Bearbeiten]

In Soltau schneiden sich die Radfernwege RFW 4 (Leine-Heide-Radweg) und RFW 15 (Heide-Radweg) des niedersächsischen Radfernwegenetzes.[14] Im Jahr 2003 wurde ein Radverkehrskonzept entwickelt und umgesetzt, so wurden zum Beispiel Fahrradboxen am Bahnhof errichtet und das Radwegenetz ausgebaut. In Soltau gibt es vier Bett+Bike-Betriebe, die vom ADFC als besonders fahrradfreundlich ausgezeichnet wurden.

Politik und Gesellschaft[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2011[15]
Wahlbeteiligung: 48,72 %
 %
40
30
20
10
0
37,85 %
28,12 %
13,21 %
12,09 %
4,34 %
2,69 %
1,42 %
0,28 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+2,82 %p
-3,28 %p
-6,24 %p
+6,95 %p
+4,34 %p
+0,10 %p
-4,98 %p
+0,28 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
f 2006: Linkes Bündnis Soltau

Stadtrat[Bearbeiten]

Altes Rathaus Soltau

Der Stadtrat besteht aus 35 Ratsmitgliedern. Die Sitze verteilen sich seit der Kommunalwahl 2011 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien oder Listen:

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bis 2001 wurde die Stadt durch eine Doppelspitze aus ehrenamtlichen Bürgermeister und Stadtdirektor als Leiter der Verwaltung geführt. 2001 wurden die beiden Posten im Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters zusammengefasst.

Direkt gewählter Bürgermeister der Stadt Soltau ist Wilhelm Ruhkopf (SPD). Ab 1. November 2014 übernimmt der bereits gewählte Helge Röbbert (parteilos) die Amtsgeschäfte.

Liste ehemaliger Stadtdirektoren[Bearbeiten]

Liste ehemaliger Bürgermeister (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1832–1848: Carl Breiding
  • 1848–1853: Eduard Weinlig
  • 1884–1887: Friedrich Freudenthal
  • 1896–1904: Viktor Pfeiffer
  • 1913–1945: Willy Klapproth
  • 1945–1946: Dr. Werner Peterssen
  • 1946–1948: Hermann Wilkens
  • 1948–1972: Hartwig Lindloff
  • 1972–1974: Wolfgang Buhr
  • 1974–1976: Walter Rothardt
  • 1976–1981: Dr. Jochen Rothardt
  • 1981–1991: Emil Werner
  • 1991–1996: Wolfgang Bargmann
  • 1996–2006: Christa Erden
  • 2006-2014: Wilhelm Ruhkopf
  • ab 11/2014: Helge Röbbert

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Soltau.jpg

Das Stadtwappen zeigt ein rotes, befestigtes Tor mit drei Türmen auf goldenem Grund, welches die Stadt symbolisiert. Hinter dem Tor wacht ein blauer Löwe, der aus dem Wappen des Fürstentums Lüneburg stammt, zu dem Soltau einmal gehörte. Ursprünglich lag der Löwe auf dem Tor, doch zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde dies geändert. Die ältesten Wappen stammen aus der Zeit um 1400 und zeigten damals noch nur den blauen Löwen.[16]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wahlen[Bearbeiten]

Bei den Wahlen zum niedersächsischen Landtag bildet Soltau mit den Städten Munster und Schneverdingen sowie den Gemeinden Bispingen und Neuenkirchen den Wahlkreis Soltau.

Bei Bundestagswahlen hat Soltau Zugehörigkeiten zu verschiedenen Bundestagswahlkreisen vorzuweisen:

Bundestagswahlen Wahlkreisnummer Bezeichnung
1949, 1953, 1957, 1961 36 Harburg – Soltau
1965, 1969, 1972, 1976 30 Soltau – Harburg
1980, 1983 30 Soltau-Fallingbostel – Rotenburg
1987, 1990, 1994, 1998 30 Soltau-Fallingbostel – Rotenburg II
2002, 2005 36 Soltau-Fallingbostel – Winsen L.
2009 36 Rotenburg I – Soltau-Fallingbostel
2013 35 Rotenburg I – Heidekreis

Religion[Bearbeiten]

Die Mehrheit der konfessionell gebundenen Einwohner gehört zur evangelisch-lutherischen Kirche. Soltau ist Sitz der Superintendentur des Kirchenkreises Soltau und war von 1936 bis 1959 Sitz der Landessuperintendentur des Sprengels Celle.

Daneben existiert eine römisch-katholische Gemeinde mit einer Pfarrkirche, eine neuapostolische Gemeinde sowie Zeugen Jehovas und Angehörige des Islam. Letztere richteten 2010 die erste Moschee des Landkreises in Soltau ein.

Öffentliche und soziale Einrichtungen[Bearbeiten]

Amtsgericht Soltau

In Soltau befinden sich das Amtsgericht Soltau, ein Finanzamt, ein Gesundheitsamt und ein Zollamt. Daneben haben sich in der Böhmestadt eine Geschäftsstelle der Bundesagentur für Arbeit und eine Nebenstelle der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben inklusive des Regionalbüros Nord der Schadensregulierungsstelle des Bundes (SRB) eingerichtet. Des Weiteren sitzen ein Klosterforstamt der Klosterkammer Hannover und ein Kirchenkreisamt in der Stadt.

Reha-Klinik

Soltau ist einer von zwei Standorten des Heidekreis-Klinikums. Daneben existiert das Reha-Zentrum Soltau, eine Klinik der MediClin AG und ein ambulantes Reha-Zentrum.

Es gibt drei Kindertagesstätten, drei Kindergärten und zwei Kinderspielkreise. Neben dem Alten- und Pflegeheim „Stiftung Haus Zuflucht“ gibt es mehrere Pflegedienste und ein Diakonisches Werk. Die Lebenshilfe Soltau betreibt neben den Bildungseinrichtungen auch ein Wohnheim und eine Werkstatt für Behinderte. Außerdem existieren die Soltauer Tafel, ein Frauenschutzhaus, ein Mütterzentrum, eine Jugendfreizeitbegegnungsstätte und eine Außenstelle der Lobetalarbeit e.V. Celle. Die Teestube Soltau e.V. bietet einen Treffpunkt für Suchtkranke an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die am Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Ehrenbürgerwürde wird an Personen verliehen, die sich für die Gemeinde besonders verdient gemacht haben. Die Ehrenbürgerschaft erlischt mit dem Tod des Betroffenen. Derzeit hat Soltau keinen lebenden Ehrenbürger.

  • Eduard Röders, Fabrikant, verliehen am 3. November 1912
  • Wilhelm Röders, verliehen am 29. August 1937
  • Otto Telschow, Nationalsozialist, verliehen am 29. August 1937, aberkannt am 13. Februar 2014
  • Otto Röders, Fabrikant, verliehen 1961
  • August Röders, Fabrikant, verliehen 1963
  • Hartwig Lindloff, Bürgermeister, verliehen 1977
  • Friedrich Einhoff, Maler, verliehen 1988
  • Wilhelm Worthmann, Stadtentwickler, verliehen 1993

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Bargmann: Die Siedlung Soltau in der Niedersächsischen Geschichte: Band I. Von der germanischen Siedlung bis zum Dreißigjährigen Krieg. 2003, ISBN 3-933802-09-1 (Zusammenfassung).
  • Wolfgang Bargmann: Die Stadt Soltau in der Niedersächsischen Geschichte: Band II. Vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1620 bis 1919. 2005, ISBN 3-933802-14-8.
  • Wolfgang Bargmann: Die Stadt Soltau in der Niedersächsischen Geschichte: Band III. Vom Ende des Ersten Weltkriegs 1918 bis zum Beginn der zweiten Phase der Stadterneuerung Anfang 2009. 2009, ISBN 978-3-933802-19-4.
  • Wilhelm Schaeffer: Geschichte der Stadt Soltau. Stadtverwaltung Soltau, Soltau 1937.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Soltau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Soltau – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Soltau. Stadt Soltau, 9. Dezember 2011, abgerufen am 21. März 2014 (PDF; 17 kB).
  3. Zusammenfassung aus Die Siedlung Soltau in der Niedersächsischen Geschichte: Band I. Von der germanischen Siedlung bis zum Dreißigjährigen Krieg von Wolfgang Bargmann.
  4. Namensherkunft vom Ortsnamenforscher Prof. Jürgen Udolph auf ndr.de.
  5. Informationen über die Schlacht bei Soltau und Harm Tyding (PDF, 3,7 MB).
  6. Informationsbroschüre der Stadt Soltau aus dem Jahr 2005.
  7. Stadtwerke.
  8. Bruno Nitsche/Hans-Heinrich Wolfes: Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Jesteburg (PDF, 1,0 MB, S. 6).
  9. veröffentlicht in den „Soltauer Schriften/Binneboom“, Jahresband 2009.
  10.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 236.
  11. Presseinformation des niedersächsischen Landwirtschaftsministerium zum FOC Soltau vom 3. Februar 2009 (abgerufen am 4. September 2009).
  12. Bevölkerungsprognose der Bertelsmann Stiftung Wegweiser Kommune.
  13. Foto, Erklärung und Karte der Grundlose Kuhle bei Soltau.
  14. Karte des niedersächsischen Radfernwegenetzes (PDF; 651 kB)
  15. Soltau.de.
  16. Erläuterungen zum Soltauer Wappen auf www.ngl.nl (engl.)