Liste lateinischer Phrasen/P

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

(Weitergeleitet von Plazet)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Initiale des Buchstaben P(salmus) von der Insel Reichenau
Initiale des Buchstaben P(salmus) von der Insel Reichenau

[Bearbeiten] Pabulum

Pabulum Acherontis
„Futter für den Acheron“

Der Acheron ist in der griechischen Mythologie einer der fünf Flüsse der Unterwelt, in den die anderen einmünden. Er gilt - neben dem Styx - als Totenfluss, über den Charon mit seiner Fähre die toten Seelen in den Hades gebracht hat.

[Bearbeiten] Pace

Pace
„Mit Frieden“ -d. h. „der anschließend Benannte möge meine Bemerkung mit Gleichmut tragen“; man gebraucht den Ausdruck um klarzustellen, dass man mit einer Ansicht in Widerspruch zu einer anderen Autorität tritt: „… doch erworbene Eigenschaften sind nicht ererbt, pace Lamarck …“
Pace facta
„Nach dem Friedensschluss“
Pace tua
„Mit Deiner Erlaubnis“

[Bearbeiten] Pacem

Pacem te poscimus omnes.
„Frieden fordern wir alle von dir.“
Pacem volo, bellum paro.
„Den Frieden will ich, daher rüste ich zum Krieg.“

[Bearbeiten] Pacta

Pacta sunt servanda.
„Verträge sind einzuhalten.“

[Bearbeiten] Paete

Arria und Paetus, Skulptur im Louvre
Arria und Paetus, Skulptur im Louvre
Paete, non dolet.
„Paetus, es tut nicht weh.“

Mit diesen Worten reichte Arria die Ältere, die Frau des römischen Politikers Caecina Paetus ihrem Mann den Dolch, den sie sich in den Hals gestoßen hatte, zum gemeinsamen Suizid. Paetus sollte nämlich nach einer aufgedeckten Verschwörung gegen Kaiser Claudius Selbstmord begehen, zögerte aber.

[Bearbeiten] Pallida

Pallida mors aequo pulsat pede pauperum tabernas regumque turres.
„Der bleiche Tod klopft mit gleichem Fuß an die Schenken der Armen und die Türme der Reichen.“

Entspricht in etwa dem deutschen Sprichwort „Arm oder reich, der Tod macht alle gleich.“

[Bearbeiten] Palma

Wappen des Fürstentums Waldeck
Wappen des Fürstentums Waldeck
Palma sub pondere crescit.
„Die Palme wächst unter der Last.“ - Wappendevise des Fürstentums Waldeck-Pyrmont

[Bearbeiten] Palmam

Palmam, qui meruit, ferat.
„Die Siegespalme erhalte, wer sie verdient hat!“ - Inschrift auf dem Grab Lord Horatio Nelsons und Motto der University of Southern California

[Bearbeiten] Pane

Pane egeo iam mellitis potiore placentis.
„Brot brauche ich mehr als süßen Kuchen.“ - Zitat aus den Briefen (X) des Dichters Horaz

[Bearbeiten] Panem

Panem et circenses
„Brot und Zirkusspiele“ - Der Ausdruck stammt vom römischen Dichter Juvenal, der in einer Satire das römische Volk kritisiert, das die Macht an Feldherren verliehen habe und sich nur noch diese beiden Dinge wünsche: Brot und Spiele.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie.
„Unser tägliches Brot gib uns heute.“ - Bitte aus dem Vaterunser, die auch unter „Panem nostrum supersubstantialem da nobis hodie“ bekannt ist (Evangelium nach Matthäus 6,11)

[Bearbeiten] Panis

Panis sine fermento
„Ungesäuertes Brot“ - Ungesäuertes Brot wird gebacken, noch bevor die Sauerteiggärung beginnt. Matzen sind die koscheren, flachen, ungesäuerten Brotfladen der jüdischen Küche, die in der Pessach-Woche zur Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten verspeist werden.

[Bearbeiten] Pange

Pange Lingua
„Besinge, Zunge“

Anfangsworte einer Hymne des Venantius Fortunatus. Sie wird vor allem zur Feier des Fronleichnamsfestes und am Gründonnerstag gesungen. Die erste Strophe lautet auf Lateinisch und auf Deutsch so:

Thomas von Aquin 1263/64 Heinrich Bone 1847
Pange, lingua, gloriosi
Corporis mysterium,
Sanguinisque pretiosi,
quem in mundi pretium
fructus ventris generosi
Rex effudit Gentium.
Preise, Zunge, das Geheimnis
dieses Leibs voll Herrlichkeit
und des unschätzbaren Blutes,
das, zum Heil der Welt geweiht,
Jesus Christus hat vergossen,
Herr der Völker aller Zeit.

[Bearbeiten] Par / Pari

Par et impar
„Gleich und ungleich“
Par nobile fratrum
„Ein edles Brüderpaar“
Par pari respondere
„Gleiches mit Gleichem vergelten“
Pari passu
„In gleichem Schritt“

In gemeinsamer, simultaner Bewegung

[Bearbeiten] Parce

Parce mihi Domine quia Dalmata sum.
„Sei mir gnädig, Gott, weil ich Dalmatiner bin.“

Kirchenvater Hieronymus

Parce, pater, virgis, nolo componere versus.
„Schone die Ruten, Vater, ich will keine Verse mehr dichten!“

Und das in der Form eines Hexameters! Auch in der Version „Parce, pater, virgis: iam numquam carmina dicam!“

Peter Paul Rubens: „Der Sturz des Phaethon“
Peter Paul Rubens: „Der Sturz des Phaethon
Parce, puer, stimulis et fortius utere loris.
„Sei zurückhaltend mit dem Treibstachel, Knabe, und benutze mehr die Zügel!“

Zitat aus den Metamorphosen des Ovid, wo beschrieben wird, wie der Sonnengott Phoebus seinen Sohn Phaeton davor warnt, die Pferde, die den Sonnenwagen ziehen, schnell laufen zu lassen. Doch Phaethon hält sich nicht daran, das Viergespann rast los und gerät außer Kontrolle. Phaethon verlässt die tägliche Fahrstrecke zwischen Himmel und Erde und löst eine Katastrophe aus.
In diesen Zusammenhang gehört auch die Wendung „Medio tutissimus ibis“ - „In der Mitte wirst du am sichersten gehen“.

[Bearbeiten] Parcere

Parcere subiectis et debellare superbos
„Unterworfenen schonen und Hochmütige niederschlagen“

Vergil Zitat aus der Aeneis des Vergil (6,853), in der Anchises seinem Sohn Aeneas, der ihn in der Unterwelt besucht, die künftige Maxime Roms prophezeit.

[Bearbeiten] Par

Par et impar
„Gleich und ungleich“
Par nobile fratrum
„Ein edles Brüderpaar“ - Ironische Bezeichnung
Par pari
Gleich zu gleich

„Par pari referre“ - „Gleiches mit Gleichem vergelten“

[Bearbeiten] Pares

Pares cum paribus facillime congregantur.
Gleich und Gleich gesellt sich sehr leicht.

[Bearbeiten] Pari

Pari passu
„Im gleichen Schritt“ - Im Gleichschritt oder Zug um Zug

[Bearbeiten] Paria

Paria paribus
„Gleiches mit Gleichem“

[Bearbeiten] Pars

Pars pro toto
„Ein Teil für das Ganze“

Pro Kopf. Kopf steht hier als pars pro toto für Mensch.

[Bearbeiten] Parva

Wappen der kanadischen Provinz Prince Edward Island
Wappen der kanadischen Provinz Prince Edward Island
Parva sub ingenti
„Die Kleine unter den Riesen“ - Wappenspruch der kanadischen Provinz Prince Edward Island, der sowohl flächenmäßig als auch von der Einwohnerzahl her kleinsten Provinz Kanadas. Benannt ist sie nach Eduard August, dem Vater der Königin Victoria.

[Bearbeiten] Parvum

Parvum addas parvo, magnus acervus erit.
„Kleines gib zu Kleinem und es wird ein großer Haufen sein.“

[Bearbeiten] Passim

Passim
„Allenthalben“, „hier und da“, „häufig“

Von einem Ausdruck, der mehrmals in einem zitierten Text vorkommt; als Korrekturhinweis: die Änderung soll, wo immer nötig, wiederholt werden.

[Bearbeiten] Pater / Patres / Patris

Pater familias
„Familienoberhaupt“

Das Familienoberhaupt bzw. der „Herr im Haus“ – meist der älteste oder „ranghöchste“ Mann im römischen Haushalt.

Pater historiae
„Vater der Geschichtsschreibung“

Der griechische Historiograf Herodot laut Cicero

„Pater noster“, naiv bebilderter Wandschmuck, vor 1900
„Pater noster“, naiv bebilderter Wandschmuck, vor 1900
Pater noster
„Vater unser“

Das Vaterunser ist das bekannteste Gebet des Christentums. Der Anfang lautet: „Pater noster, qui es in caelis“ - „Vater unser, der du bist im Himmel“.

Pater patriae
„Vater des Vaterlands“

Vom Senat verliehener Titel. Der erste, der ihn erhielt, war der Senator Marcus Tullius Cicero für seinen Anteil an der Unterdrückung der Verschwörung des Catilina während seines Konsulats. Landesvater

Pater peccavi.
„Vater, ich habe gesündigt.“

Worte des verlorenen Sohnes bei der Rückkehr ins Vaterhaus. Der ganze Satz lautet: „Pater, peccavi in caelum et coram te“ - „Vater, ich habe gesündigt, gegen den Himmel und vor dir“.

Pater semper incertus est.
Der Vater ist immer ungewiss.

Rechtssprichwort im Gegensatz zu Mater semper certa est - „Die Mutter ist immer sicher“. Um einer solchen Rechtsunsicherheit vorzubeugen, heißt es: „pater est, quem nuptiae demonstrant“ - „Vater ist, wen die Verheiratung bezeichnet“.

Patres (et) conscripti
„Väter (und) Beigeordnete“

Senatoren und Plebejer

Patris est filius.
„Er ist seines Vaters Sohn.“

[Bearbeiten] Patria / Patriae

Patria est, ubicumque est bene.
Das Vaterland ist, wo immer es gut ist.

Zitat aus den Werken des Dichters Cicero. Vergleiche „Ubi bene, ibi patria“.

Patriae in serviendo consumor.
„Für das Vaterland zehre ich mich auf.“

Variante von „Aliis inserviendo consumor.“ - „Im Dienst für andere verzehre ich mich.“ Von Otto von Bismarck in Briefen als persönliches Motto verwendet.

Patriae fumus igne alieno luculentior.
Der Rauch des Vaterlandes ist leuchtender als fremdes Feuer.

[Bearbeiten] Patrimonium

Patrimonium pauperum
„Das Vermögen der Armen“

Im Mittelalter Bezeichnung für das Kirchenvermögen

[Bearbeiten] Pax

Pax Americana
„Amerikanischer Frieden“

Moderne Anspielung auf Pax Romana q. v., ein Euphemismus für die USA und ihre Einflusssphäre.

Pax Arabica
Arabischer Frieden

Friedenstiftung nach arabischem Muster, notfalls auch mit Anwendung militärischer Macht, zur Sicherung der von ihren Verfechtern gewünschten Vorherrschaft arabischer Werte.

Pax Augusta
Augusteischer Frieden

Die langanhaltende innere Friedenszeit, die mit der Herrschaft des römischen Kaisers Augustus begann.

Pax Augustana
Augsburger Frieden

Der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden wurde 1555 auf dem Reichstag zu Augsburg zwischen Ferdinand I., der seinen Bruder Kaiser Karl V. vertrat, und den Reichsständen geschlossen. Als Reichsgesetz für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation sicherte er den Anhängern der Confessio Augustana Frieden und ihre Besitzstände zu.

Pax Britannica
„Britischer Frieden“

Euphemismus für das Britische Empire, analog zu Pax Romana q. v.

Pax Dei
„Göttlicher Frieden“

Gottesfriedensbewegung, die im 10. Jahrhundert in Frankreich aufkam. Die Kirche fühlte sich durch die Privatkriege des Adels und seine Übergriffe auf das Kirchengut bedroht und versuchte, durch Anteilnahme an der Friedenswahrung Einfluss auf das politische Leben zu gewinnen.

Wappen von Saint Vincent
Wappen von Saint Vincent
Pax et iustitia
„Frieden und Gerechtigkeit“

Wapppendevise von Saint Vincent

Pax hominibus bonae voluntatis.
„Friede den Menschen guten Willens.“

Zitat aus der Weihnachtsgeschichte

Pax Mongolica
„Mongolischer Frieden“

Ein durch westliche Autoren geprägter Ausdruck, um die relativ stabilen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Inneren des Mongolischen Reiches zu beschreiben. Die Legende spricht davon, dass eine Jungfrau mit einem Topf voll Gold das Territorium unbegleitet durchqueren konnte, ohne sich vor Belästigungen fürchten zu müssen.

Pax optima rerum.
„Frieden ist das höchste der Güter.“

Motto zum Westfälischen Frieden, wie auch die Inschrift auf dem Siegel der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Pax Romana
„Römischer Frieden“

Aufgezwungene Herrschaft Roms über die Völker im Römischen Reich. Befriedetes Gebiet des römischen Kaiserreichs. Identisch mit Pax Augusta

Pax Sinica
„Chinesischer Frieden“

Euphemismus für die Friedensphasen in Ostasien unter einem starken Chinesischen Reich, abgeleitet von Pax Romana q. v.

Pax tecum.
„Friede sei mit Dir.“
Pax vobiscum.
„Friede sei mit euch.“

Aus der Liturgie der katholischen Kirche. Die Gemeinde antwortet darauf mit „Et cum spiritu tuo“ - „Und mit deinem Geiste“.

[Bearbeiten] Pecca

Pecca fortiter.
„Sündige tapfer!“

Martin Luther in einen Brief an Philipp Melanchthon vom August 1521:

„Esto peccator et pecca fortiter, sed fortius fide et gaude in Christo, qui victor est peccati, mortis et mundi!“
„Sei ein Sünder und sündige kräftig, aber vertraue noch stärker und freue dich in Christus, welcher der Sieger ist über die Sünde, den Tod und die Welt!“

Luther führt dann weiter aus:

„Wir müssen sündigen, so lange wir hier sind. Dieses Leben ist nicht eine Wohnung der Gerechtigkeit. Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde, in welchen Gerechtigkeit wohnt.“

[Bearbeiten] Pecunia / Pecuniae

Pecunia est nervus belli.
Geld ist der Nerv des Krieges.

Zitat aus den Werken des Dichters Cicero

Münze mit dem Bild des Kaisers Vespasian
Münze mit dem Bild des Kaisers Vespasian
Pecunia non olet.
„Geld stinkt nicht.“

Das Zitat geht auf den römischen Kaiser Titus Flavius Vespasian und dessen Idee zurück, auf die Benutzung der Bedürfnisanstalten eine Steuer zu erheben. Überliefert hat dies der Geschichtsschreiber Sueton in seinem Werk „Vespasian“.

Pecunia, si uti scias, ancilla est, si nescias, domina.
„Das Geld, wenn du es zu nutzen weißt, ist eine Magd, wenn nicht, eine Herrin.“

Zitat aus den Werken des Dichters Publilius Syrus

Pecuniae imperae oportet, non servire.
Man muss dem Geld befehlen, nicht dienen.

[Bearbeiten] Peius

Peius
„Der schlechtere“

Heute wird der Begriff v. a. in der Rechtssprache als Abgrenzung verwendet für eine Leistung oder einen Zustand schlechter als der normierte Zustand.

[Bearbeiten] Pendent / Pendente

Pendent opera interrupta
„Die unterbrochenen Werke hängen in der Schwebe“

„Die Arbeit an den Werken ruht unterbrochen“; aus Vergils Aeneis, (Buch 4.)

Pendente lite
In hängendem Streit

Bei schwebendem Verfahren

[Bearbeiten] Per

Per annum
„Pro Jahr“

Aufs Jahr gerechnet. Begriff aus dem Finanzwesen. Fälschlich oft Per anno; siehe Pro anno

Per aspera ad astra
„Durch Mühsal (gelangt man) zu den Sternen“

Aus Seneca, Hercules furens. Eine Variante ist Ad astra per aspera.

Per ardua ad astra
„Durch Elend zu den Sternen“

Variation des vorigen Zitats

Wappen des brasilianischen Bundesstaates Bahia
Wappen des brasilianischen Bundesstaates Bahia
Per ardua surgo.
„Durch Beschwerden erhebe ich mich.“

Motto des brasilianischen Bundesstaates Bahia

Per capsulam
Durch ein Behältnis

Gemeint ist damit brieflich.

Per caput oder per capita
„Pro Kopf“

Der Kopf steht hier als Pars pro toto für die ganze Person.

Per curiam
„Für das Gericht“

Im Namen des Gerichts

Per definitionem
„Durch die Definition“

Der Definition nach, erklärtermaßen

Fiktives Portrait der Heloisa
Fiktives Portrait der Heloisa
Per faciem non erat infima, per abundantium litterarum erat suprema.
„Vom Aussehen her war sie nicht die schlechteste, vom Überfluss ihres Wissens her war sie die beste.“

Der Philosoph Peter Abaelard über seine Geliebte Heloisa

Per fas
„Dem Recht entsprechend“

Auf dem Rechtsweg. Das Gegenteil ist „Per nefas“ - „zu Unrecht“. „Per fas et nefas“ ist entsprechend „durch Recht und Unrecht“, das heißt mit allen Mitteln.

Per maiora
Durch (Stimmen)Mehrheit

Durch Stimmenmehrheit, mit Majoritätsbeschluss

Per me reges regnant.
Durch mich regieren Könige.

Rote Inschrift auf der vierten, der Christus-Platte, der Reichskrone, die den auferstandenen und über dem Weltkreis thronende Christus zeigt, von zwei Erzengeln gerahmt.

Per mensem
„Monatlich“
Per os (p. o.)
„Durch den Mund“

Auf ärztlichen Verschreibungen: „oral“. Gegenstück zu per rectum, rektal

Per pedes Apostolorum
„Auf den Füßen der Apostel“

Verkürzt auch „per pedes“. Zu Fuß gehen statt mit einem Fahrzeug.

Per procurationem (p. p.)
„Im Auftrag“
Per se
„Von sich selbst aus“

Als solches; d. h. ohne Bezug auf etwas anderes, intrinsisch, ohne Einschränkungen etc.

Persona non grata
„Unerwünschte Person“

In der Diplomatensprache, ein Vertreter eines Landes, der vom Gastland abgelehnt wird.

Per stirpes
„Pro Familienzweig“

Gebraucht in einem Testament um festzulegen, dass das Erbe gleichmäßig auf die Stämme einer Familie verteilt werden soll; Der Gegensatz dazu ist „per capita“.

[Bearbeiten] Perge

Perge perge (pp.)
„Fahre fort“

Und so weiter

[Bearbeiten] Periculum

Periculum in mora
„Gefahr im Verzug“

Wenn Zögern verhängnisvoll erscheint

[Bearbeiten] Perpetuo / Perpetuum

Perpetuo risu pulmonem agitare solebat.
Durch ständiges Lachen schüttelte er die Lunge.

Aussage des Dichters Juvenal über den Philosophen Demokrit

Perpetuum mobile
„Ständig Bewegliches“

Etwas, das sich ohne Energiezuführung in ununterbrochener Bewegung befindet.

[Bearbeiten] Persona

Persona est naturae rationalis individua substantia.
Person ist die unteilbare Substanz der vernünftigen Natur.

Definition der [Person] bei Boethius

Persona non grata
Unerwünschte Person

Im diplomatischen Verkehr gebrauchter Ausdruck für eine unerwünschte Person im diplomatischen Dienst eines anderen Landes

Persona gratissima
Höchst willkommene Person
Persona ingrata
In Ungnade gefallene Person

[Bearbeiten] Pessima / Pessimum

Pessima res publica, plurimae leges.
Je schlechter der Staat, desto mehr Gesetze.
Pessimum genus inimicorum laudantes.
Die schlimmste Art von Feinden sind die Lobredner.

[Bearbeiten] Petitio

Petitio principii
„Forderung des Beweisgrundes“

„Zirkelschluss“; ein logischer Fehlschluss. Das zu Beweisende darf nicht in den Beweisgründen enthalten sein

[Bearbeiten] Philippis

Brutus und der Geist Caesars
Brutus und der Geist Caesars
Philippis iterum me videbis.
„In Philippi wirst du mich wieder sehen.“ - Ursprünglich griechisch überlieferter Satz: Ὄψει δέ με περὶ Φιλίππους. („Bei Philippi sehen wir uns wieder.“)
Nach der Erzählung des griechischen Schriftstellers Plutarch (Leben des Caesar, 69, 11) erscheint Cäsars seinem Mörder Brutus als Geist und prophezeit ihm seine Niederlage bei Philippi:
Tuus sum, inquit, Brute, malus genius; in Philippis me videbis.
Meist wird auch nur der zweite Teil wiedergegeben:
(Cras) Philippis (iterum) me videbis.

[Bearbeiten] Philosophia

Philosophia ancilla theologiae.
„Die Philosophie ist die Magd der Theologie.“ - Hilfsfunktion der Philosophie für die Theologie laut Petrus Damiani, eine Formulierung, die auf eine Deutung von Dtn 21,10-13 EU durch Origenes zurückgeht.
Philosophia perennis
„Immerwährende Philosophie“ - Bezeichnung für den Kern der abendländischen Philosophie
Philosophia prima
„Erste Philosophie“ - Bezeichnung für die Metaphysik des Aristoteles

[Bearbeiten] Pia / Piae

Pia desideria
(Vergebliche) „fromme Wünsche“
Pia fraus
„Frommer Betrug“

Aus Ovid; oft für „Betrug zum Wohle der Kirche“ gebraucht.

Piae memoriae
Frommen Andenkens

Seligen Andenkens

[Bearbeiten] Piget

Piget, pudet, poenitet, taedet atque miseret.
„Es verdrießt, es geniert, es reut, es ekelt und dauert mich.“

Wilhelm Raabe: Horacker

[Bearbeiten] Piscem / Pisces

Piscem natare doces.
„Du lehrst einem Fisch schwimmen.“ - Formulierung, die auf das griechische Ἰχθὺν νηχέσθαι διδάσκεις. zurückgeht. Es ist der Inbegriff für etwas völlig Unnötiges. Es gibt außerdem die Version des Humanisten Erasmus von RotterdamDelphinum natare doces“ - „Du lehrst einem Delfin schwimmen“, bei der der Fisch durch einen Delfin ersetzt wird.
Pisces natare oportet.
„Fische müssen schwimmen.“ Zitat aus den Werken des römischen Dichters Petronius, das im Zusammenhang mit dem Weintrinken nach Fischgenuss verwendet wird.

[Bearbeiten] Pittacus

Pittacus atque Bias, Periander cum Clebulo, Spartanus Chilo cumque Solone Thales
Pittakos und Bias, Periander mit Kleobulos, der Spartaner Chilon und mit Solon Thales

Merkvers zum Memorieren der Sieben Weisen, einer Gruppe von bis zu 22 legendären griechischen Persönlichkeiten in der griechischen Antike des 7. und 6. Jahrhunderts v. Chr.

[Bearbeiten] Placebo

Flaschen mit Placebo-Inhalt
Flaschen mit Placebo-Inhalt
Placebo.
„Ich werde gefallen.“ - Medizinisches Präparat, welches keinen pharmazeutischen Wirkstoff enthält und somit per Definition auch nicht durch einen solchen Stoff eine pharmazeutische Wirkung verursachen kann.
Das Gegenstück ist der Nocebo-Effekt („Nocebo“ - „Ich werde schaden“). Hierbei handelt es sich um negative Wirkungen.

[Bearbeiten] Placet

Placet.
„Es gefällt.“ - Eingedeutscht als Plazet. Mit einem Plazet zeigt jemand sein Einverständnis an.

[Bearbeiten] Plaudite

Plaudite cives, plaudite amici, finita est comoedia.
„Applaudiert Bürger, applaudiert Freunde, die Komödie ist zu Ende!“

Nach Sueton die letzten Worte des Kaisers Augustus. Eigentlich handelte es sich dabei um die Aufforderung an das Publikum am Ende einer Theater- oder Zirkus-Aufführung.

[Bearbeiten] Pleno

Pleno iure
„Mit vollem Recht“
Pleno titulo
„Mit vollem Titel“

[Bearbeiten] Plenus

Plenus venter non studet libenter.
„Voller Bauch studiert nicht gern.“ - Schülerspruch mit der weniger bekannten Variante:
Plenus si venter, renuit studere libenter.
Wenn der Bauch voll ist, verweigert er williges Studieren.
Plenus venter facile de ieiuniis disputat.
„Ein voller Bauch disputiert leicht über das Fasten.“ - Zitat aus den Schriften des Hieron

[Bearbeiten] Pluralis

Pluralis auctoris
„Autorenmehrzahl“

Der Autor meint sich selbst, will jedoch durch die Verwendung von wir statt ich Einverständnis mit dem Leser ausdrücken.

Pluralis maiestatis
„Majestätische Mehrzahl“

Auch Pluralis maiestaticus, demzufolge der Herrscher „wir“ statt „ich“ sagt. Hintergrund der Wahl der Mehrzahl ist, dass Monarchen oder andere Autoritäten immer für ihre Untergebenen sprechen und gleichzeitig eine Hervorhebung der eigenen Person stattfindet.

Pluralis modestatis
„Mehrzahl der Bescheidenheit“
Pluralis modestiae
„Bescheidenheitsmehrzahl“

Teils mit dem Pluralis auctoris gleichzusetzen. Die Mehrzahl wird gewählt, um ein permanentes „Ich“ zu vermeiden und Bescheidenheit auszudrücken.

[Bearbeiten] Plurimum

Plurimum valet gallus in aedibus suis.
„Der Hahn vermag am meisten auf seinem Hof.“

[Bearbeiten] Plus

Plus docet quam scit.
„Er lehrt mehr, als er weiß.“ - Zitat aus Titus Petronius, Satyricon 46
Plus dolet, quam necesse est, qui ante dolet, quam necesse est.
„Mehr leidet, als nötig ist, wer vorher leidet, bevor es nötig ist.“ - Zitat aus Seneca, Epistulae morales, 98, 8
Plus exempla quam peccata nocent.
„Beispiele schaden mehr als Sünden.“ - Zitat nach Cicero, de legibus 3, 32: "plusque exemplo quam peccato nocent": …und sie (führende Leute im Staat) schaden mehr durch ihr schlechtes Beispiel als durch die eigentliche Verfehlung.
Plus ratio quam vis caeca valere solet.
„Vernunft pflegt mehr auszurichten als blinde Gewalt.“ - Davon abgeleitet das Motto der Krakauer Jagiellonen-Universität:
Plus ratio quam vis.
Mehr mit Verstand als mit Kraft!
Plus Ultra
„Noch weiter!“ - Motto Karls V. und Wappenspruch Spaniens. Das Motto bezieht sich auf die Säulen des Herakles an der Meerenge von Gibraltar. Von alters her galten die Säulen des Herakles als Grenze der bewohnbaren Welt, dies war ein Non plus ultra (hier ging es nicht mehr weiter). Als die spanischen Könige im Laufe des 16. Jahrhunderts begannen, ihr Weltreich mit den Besitzungen in Amerika aufzubauen, verstießen sie ihrer Ansicht nach erfolgreich gegen die Mahnung des „nicht mehr weiter“ und modifizierten den Spruch in Plus Ultra („Darüber hinaus“, „Immer weiter“).
Plus vident oculi quam oculus.
„Augen sehen mehr als ein Auge.“

[Bearbeiten] Poeta

Poeta doctus
„Gelehrter Dichter“ - Als Poeta doctus wird ein Schriftsteller bezeichnet, der in seinen Werken die Kenntnis der Literatur seiner Vorgänger voraussetzt und darauf Bezug nimmt. In der Antike waren die Dichter gelehrte Dichter, weil sie ausnahmslos auf den Inhalt der Epen Homers Bezug nahmen
Dichterkrönung Piccolominis durch Friedrich III.
Dichterkrönung Piccolominis durch Friedrich III.
Poeta laureatus
„Lorbeerbekränzter Dichter“ - Ein poeta laureatus ist ein mit einem immergrünen Lorbeerkranz bekränzter Dichter. Die Verleihung der Dichterkrone lehnte sich an den antiken Brauch an, den Sieger im Dichterwettstreit mit Lorbeer zu krönen
Poeta nascitur, non fit.
„Ein Dichter wird geboren, nicht gemacht.“ - Verkürzung des folgenden Zitats

[Bearbeiten] Poetae

Poetae nascuntur, oratores fiunt.
„Dichter werden geboren, Redner gemacht.“ - Zitat aus den Werken des römischen Redners Marcus Tullius Cicero, das besagen soll, dass man zum Dichter geboren sein muss, zum Redner wird man durch eigene Anstrengung.

[Bearbeiten] Poetica

Poetica licentia
„Dichterische Freiheit“ - Damit werden Abweichungen vom üblichen Sprachgebrauch und Abänderungen historischer Gegebenheiten aus stilistischen Gründen oder zur Steigerung der poetischen Intensität bezeichnet. So kann zum einen die Wortfolge des Reimes wegen oder die Ereignisfolgen einer dichterischen Idee zuliebe abgeändert werden.

[Bearbeiten] Pollice

Pollice Verso von Jean-Léon Gérôme
Pollice Verso von Jean-Léon Gérôme
Pollice verso
„Mit abwärtsgerichteten Daumen“ - Der römische Dichter Iuvenal kommentierte die Gladiatorenkämpfe mit folgenden Worten:
Munera nunc edunt et, verso pollice vulgus cum iubet, occidunt populariter.
Nun geben sie Gladiatorenkämpfe und, wie der Pöbel es mit gedrehtem Daumen verlangt, töten sie volkstümlich.

[Bearbeiten] Pollices

Pollices premere
„Die Daumen drücken“ - Zitat aus den Werken des Dichters Plinius

[Bearbeiten] Pons

Pons asini
Eselsbrücke“ - Mnemotechnik zum Einprägen von Fakten. Es gibt auch die Mehrzahlvariante pons asinorum

[Bearbeiten] Pontifex

Pontifex Maximus
„Der oberste Brückenbauer“ - Römisches Kultamt und dann traditionelles Epithet für den Papst

[Bearbeiten] Posse

Posse comitatus
„Macht über die Grafschaft“

US-amerikanisches Gesetz von 1878 zum Verbot des Einsatzes der Armee im Inneren

[Bearbeiten] Post

Post cenam stabis, aut mille passus meabis.
„Nach dem Essen sollst du stehen oder tausend Schritte gehen.“
Post Christum natum
Nach Christi Geburt

Die Bezeichnung entstammt der christlichen Zeitrechnung.

Post cibum (p. c.)
„Nach Mahlzeiten“
Post festum
„Nach dem Fest“

Zu spät, nachträglich. Der Ausdruck stammt aus späteren lateinischen Übersetzungen des Dialogs „Gorgias“ von Platon, in dem zu Anfang geschildert wird, wie Sokrates zu einem Fest unterwegs ist, wo auch der berühmte Redner Gorgias zu Gast ist. Sokrates trifft erst ein, als Gorgias schon einige Redebeiträge zum Besten gegeben hat, und fragt, ob er und sein Gefährte zu spät gekommen seien, eben „nach dem Fest“.

Post hoc, ergo propter hoc
„Danach, also deshalb“
Post hoc, non propter hoc.
„Danach, nicht deswegen“

Ein logischer Fehlschluss.

Post meridiem (p. m.)
„Nach Mittag“

Die Zeit zwischen 12:00 und 23:59 Uhr, und wird im englischsprachigen Raum auch als pm oder p. m. Uhrzeitangaben nachgestellt (Beispiel: 19:00 Uhr schreibt man: 7:00 pm) Zwischen Mittag und Mitternacht.

Post mortem
„Nach dem Tod“

Der Begriff wird in der Medizin oder Kriminologie benutzt. Wenn etwas nach dem Tod mit dem toten Körper passiert.

Post nubila Phoebus.
„Nach den Wolken (kommt) Phoebus.“

Phoebus ist ein Beiname des Gottes Apollon, der auch mit dem Sonnengott Helios gleichgesetzt wird.

Post scriptum (p. s.)
„Nachträglich Geschriebenes“

Briefzusatz nach der Unterschrift. Während im Schriftverkehr der eigentliche Text unterschrieben wird, so tut man dies nicht mit dem Postskriptum.

Post tenebras lux
„Nach Finsternis Licht“

Motto des Schweizer Kantons Genf

Post urbem conditam
„Nach der gegründeten Stadt“

Nach der Stadtgründung Roms, d. h. 753 v. Chr. Gleichbedeutend mit ab urbe condita.

[Bearbeiten] Potuit

Potuit, decuit, ergo fecit.
„Er konnte (es), es ziemte (sich), also machte er (es).“

[Bearbeiten] Potus

Potus non frangit ieiunium.
„Trinken bricht das Fasten nicht.“

Klosterregel, geschätzt als Begründung für den Genuss von Wein und Bier in der Fastenzeit

[Bearbeiten] Praecepta

Praecepta ecclesiae
„Gebote der Kirche“ - Fünf Kirchengebote der Katholiken, die oft als Weisungen bezeichnet werden um sie von den Zehn Geboten abzusetzen. Es sind dies:
  1. Sonntag als „Tag des Herrn“
  2. regelmäßige Teilnahme an der Eucharistiefeier an Sonn- und Feiertagen
  3. Freitagsopfer.
  4. regelmäßige Beichte und Teilnahme an der Eucharistie
  5. Mithilfe in der Kirche und der Gemeinde

[Bearbeiten] Praeceptor

Philipp Melanchthon, Praeceptor Germaniae
Philipp Melanchthon, Praeceptor Germaniae
Praeceptor Germaniae
„Lehrer Deutschlands“ - Ehrentitel Philipp Melanchthons, der wichtige Lehrbücher zu Fächern wie Rhetorik, Ethik, Physik, Geschichte und Geographie schrieb, die in vielen Schulen des 16. Jahrhunderts als Unterrichtsstoff vorgeschrieben waren. Er vertrat auch die Meinung, man könne nicht Theologie betreiben, ohne die drei alten Sprachen (Hebräisch, Griechisch und Latein) zu beherrschen.

[Bearbeiten] Praedicare

Die kapitolinische Wölfin säugt die Knaben Romulus und Remus.
Praedicare de Romulo et Remo
„Von Romulus und Remus erzählen“

Romulus und Remus waren die sagenhaften Begründer der Stadt Rom. Vergleiche Ab ovo. Entspricht der deutschen Redewendung „Bei Adam und Eva anfangen“.

[Bearbeiten] Praemissis

Praemissis praemittendis (pp.)
„Unter Vorausschickung des Vorauszuschickenden“ - Als Abkürzung in Schreiben für die eigentlich vorauszuschickenden Titel, Anreden usw.; auch im Amtsstil des 19. Jahrhunderts: „Der pp. Meier hat…“ Eine moderne Abwandlung in pp. findet sich in der Rechtssprache „in der Sache“, als Abkürzung für das Rubrum einer Entscheidung.

[Bearbeiten] Praemisso

Praemisso titulo (P.T.)
„Nach vorausgeschicktem gebührendem Titel“ - Form der schriftlichen Anrede anstelle der Aufzählung sämtlicher Titel

[Bearbeiten] Praeter

Praeter propter
„etwa“ - mehr oder weniger, ungefähr - Beispielssatz:
Damals wäre es so gewesen, daß wir praeter propter 80 Millionen hätten daraufzahlen müssen, um zu erwirken, daß die teureren Importe uns nicht zwingen, die Abgabepreise - bleiben wir bei dem Beispiel Brot! - in Mehl zu erhöhen.[1]
Praeter speciam sapit.
„Er ist klüger, als er aussieht.“

[Bearbeiten] Praetereunt

Praetereunt anni more fluentes aquae.
„Die Jahre gehen vorbei nach Art fließenden Wassers.“

[Bearbeiten] Praeterita

Praeterita mutare non possumus.
„Vergangenes können wir nicht ändern.“

[Bearbeiten] Prima

Prima facie
„Auf den ersten Blick“ - „Dem ersten Anschein nach“ – bezeichnet in einer Gerichtsverhandlung einen einleuchtenden aber nicht sicheren Beweis.
Prima vista
„Auf den ersten Blick“

[Bearbeiten] Primas

Primas sum. Primatum nil a me alienum puto.
„Ich bin ein Primat. Nichts von den Primaten ist mir fremd.“ - Replik des US-amerikanischen Anthropologen Earnest Hooton auf das bekannte Zitat des römischen Dramatikers Publius Terentius Afer, das er auf Primaten erweitert:
Homo sum, humani nil a me alienum puto.
Ich bin ein Mensch und nichts Menschliches ist mir fremd.

[Bearbeiten] Primum

Primum movens
„Das bewegende Erste“ - Das selber also nicht bewegt wird.
Primum non nocere
„Vor allem darf man nicht schaden“ - Eine ärztliche Grundregel, die dem antiken Arzt Hippokrates zugeschrieben wird.
Primum vivere, deinde philosophari
„Zuerst leben, dann philosophieren“

[Bearbeiten] Primus

Primus inter pares
„Erster unter Gleichen“ - Mitglied einer Gruppe, das dieselben Rechte innehat wie alle anderen auch, aber trotzdem eine erhöhte Ehrenstellung genießt. Der Begriff primus wurde unter Kaiser Augustus eingeführt, um seine Stellung im römischen Staatsgefüge zu beschreiben.

[Bearbeiten] Principiis

Principiis consentit exitus.
„Das Ende passt zu den Anfängen.“ - Zitat aus den Werkend des Dichters Cicero
Principiis obsta.
„Wehre den Anfängen!“ - Vernichte das Übel im Keim; nach Ovid aus „Remedia Amoris, 91“ (Mittel gegen die Liebe).
Principiis obsta. Sero medicina parata, cum mala per longas convaluere moras.
Wehre den Anfängen! zu spät wird die Medizin bereitet, wenn die Übel durch langes Zögern erstarkt sind.

[Bearbeiten] Principium

Principium dimidium totius.
„Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.“ Dieser Spruch wird von Platon [50] und Aristoteles [51] als sprichwörtlich angeführt und lautet auf Griechisch:
Ἀρχὴ ἥμισυ παντός.

[Bearbeiten] Pro

Pro anno
„Pro Jahr“

Fälschlich oft Pro annum; siehe Per annum

Pro arœ et regni custodia
"Für den Schutz von Altar und Königreich" - Wahlspruch von Maria I., von 1553 bis 1558 Königin von England, Irland und Frankreich
Pro bono (publico)
Für das (Allgemein-)Wohl

Von unberechneter Arbeit eines Rechtsanwalts

Wappen des brasilianischen Bundesstaates São Paulo
Wappen des brasilianischen Bundesstaates São Paulo
Pro Brasilia fiant eximia.
Für Brasilien soll Außerordentliches entstehen.

Motto des brasilianischen Bundesstaates São Paulo

Pro captu lectoris habent sua fata libelli.
Je nach dem Verständnis des Lesers haben Bücher ihre eigenen Schicksale.

Dieser Satz von Terentianus Maurus, der oft in seiner Kurzform „Habent sua fata libelli“ zitiert wird, soll bedeuten, dass die Bestimmung der Bücher verschieden ist.

Pro Deo et patria (mori)
„Für Gott und Vaterland (sterben)“

Motto, Kriegen eine Legitimation zu verschaffen, Geld dafür aufzubringen (Kontributionstaler) oder qua Orden Tapferkeit auszuzeichnen. Wahlspruch mehrerer Burschenschaften und Religionsgemeinschaften.

Pro domo
Für das (eigene) Haus

In eigener Sache, im eigenen Interesse; nach Ciceros Rede De domo sua, in der er sich nach seiner Verbannung für die Rückerstattung seines Besitzes einsetzte.

Pro et contra
Das Für und Wider
Pro forma
Der Form halber

Zum Schein

Pro hac vice
Für diesen einen Fall

An einen speziellen Fall gebundene Ausnahmeregelung; z. B. im amerikanischen Rechtssystem, Sondergenehmigung für einen nicht im jeweiligen Bundesstaat akkreditierten Anwalt.

Pro Helvetia
Für die Schweiz

Kulturstiftung für die kulturelle Darstellung der Schweiz im Ausland, für den kulturellen Dialog zwischen den verschiedenen Landesteilen sowie für die Förderung der Künste im überregionalen Zusammenhang

Pro memoria
„Zur Erinnerung bzw. zum Andenken“.

Ein Promemoria bedeutet auch ein Memorandum oder eine Denkschrift.

Pro mille (p.m.)
Je Tausend

Die Bezeichnung Promille wird bei in Tausendstel ausgedrückten Bruchteilen benutzt.

Pro rege, lege et grege
„Für die Königin, das Gesetz und die Menschen“ - Wahlspruch des Australian Capital Territory (ACT)
Pro patria est, dum ludere videmur.
Für das Vaterland ist es, während wir zu spielen scheinen.

Theoderich der Große, nach Cassiodor. Heute Inschrift über den Eingängen zu Sportplätzen und Motto der STRPGA (Star Trek Role Playing Game Association)

Pro rata
„Im Verhältnis“

D. h' „proportional“

Pro rata temporis
„Entsprechend dem Zeitablauf“

Im Versicherungswesen ist hiermit die taggenaue Abrechnung der Prämie gemeint.

Pro re nata (prn)
Wie benötigt

Auf ärztlichen Verschreibungen.

Pro studio et labore
Für Eifer und Arbeit
Pro tempore
Für den Augenblick

D. h. „einstweilig“.

[Bearbeiten] Probatio

Probatio diabolica
„Teuflischer Beweis“ - Der schwere Beweis des zivilen Eigentums im römischen Privatrecht

[Bearbeiten] Probatum

Probatum est.
„Es hat sich bewährt.“ - „So ist es erwiesen.“

[Bearbeiten] Procul

Procul a Iove, procul a fulmine.
Fern von Jupiter, fern vom Blitz.
Procul absit.
Es sei fern.
Procul ex oculis, procul ex mente.
Fern den Augen, fern dem Sinn.
Procul omnes esto clamor et ira.
Fern sei aller Lärm und Zorn!

Zitat aus den Werken des Dichters Horaz

[Bearbeiten] Profanum

Profanum vulgus
„Das gemeine Volk“

Stammbuch der expressionistische Künstlergruppe Die Brücke nach einem Zitat aus den Werken des Dichters Horaz:

„Odi profanum vulgus.“ - „Hasse den gemeinen Pöbel!“

Profanum bedeutete ursprünglich „sich vor dem Heiligtum befindend“.

[Bearbeiten] Prognosis

Unter einer Prognose versteht man in der Medizin die Vorhersage des wahrscheinlichen Krankheitsverlaufs. Diese Prognose werden unterschiedlich klassifiziert:

Prognosen nach der Perspektive des Patienten
Prognosis quoad vitam Prognosis quoad restitutionem Prognosis quoad rehabiltationem Prognosis quoad valetudinem Prognosis quoad laborem Prognosis quoad functionem Prognosis quoad vitam, valetudinem, restitutionem
Prognose in Bezug auf das Leben Prognose in Bezug auf die Wiederherstellung Prognose in Bezug auf die Rehabilitation Prognose in Bezug auf die Gesundheit Prognose in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit Prognose in Bezug auf die Funktion Aussicht auf Leben, Gesundung, Wiederherstellung der Verrichtungen


Prognosen nach dem Ausgang der Krankheit
Prognosis bona Prognosis incerta Prognosis dubia Prognosis mala Prognosis infausta Prognosis letalis
Gute Prognose Unsichere Prognose Zweifelhafte Prognose Schlechte Prognose Hoffnungslose Prognose Tödliche Prognose


[Bearbeiten] Propria

manu propria
manu propria
Propria manu (p. m.)
„Mit eigener Hand“

Eigenhändig. War vor allem wichtig, als es noch keine technischen Kopierverfahren gab und Schriftstücke von Hand kopiert wurden, um den Namenszug durch einen Kopisten von der eigenhändigen Unterschrift zu unterscheiden. Die eigenhändige Unterschrift ersetzte zu Beginn der Renaissance das Siegel. In Dokumenten des 16. und 17. Jahrhunderts wurde die „m.p.“-Abkürzung gern in Form von kalligrafischen Schleifen, im 18. Jahrhundert als gitterförmiges Ornament an die Unterschrift angehängt.

[Bearbeiten] Prodesse / Prodest / Prosit

Prodesse et delectare
Nützen und erfreuen

Siehe auch Aut prodesse volunt aut delectare poetae.

Prodest cautela post quam postremo querela.
Vorsicht nützt mehr als Klage danach.

Entspricht dem deutschen Sprichwort „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“.

Prosit.
Es möge nützen!

Trinkspruch aus der Studentensprache zu Beginn des 18. Jahrhu