Pruchten

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Pruchten führt kein Wappen
Pruchten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pruchten hervorgehoben
54.37722222222212.6741666666672Koordinaten: 54° 23′ N, 12° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Amt: Barth
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 8,16 km²
Einwohner: 742 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18356
Vorwahl: 038231
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 069
Adresse der Amtsverwaltung: Teergang 2
18356 Barth
Webpräsenz: www.amt-barth.de/pruchten
Bürgermeister: Andreas Wieneke
Lage der Gemeinde Pruchten im Landkreis Vorpommern-Rügen
Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Altenpleen Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Klausdorf (bei Stralsund) Kramerhof Preetz (bei Stralsund) Prohn Saal (Vorpommern) Barth Divitz-Spoldershagen Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Karnin (bei Barth) Kenz-Küstrow Löbnitz (Vorpommern) Lüdershagen Pruchten Saal (Vorpommern) Trinwillershagen Bergen auf Rügen Buschvitz Garz/Rügen Gustow Lietzow Parchtitz Patzig Poseritz Ralswiek Rappin Sehlen Ahrenshoop Born a. Darß Dierhagen Prerow Wieck a. Darß Wustrow (Fischland) Franzburg Glewitz Gremersdorf-Buchholz Millienhagen-Oebelitz Papenhagen Richtenberg Splietsdorf Velgast Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) Wendisch Baggendorf Elmenhorst (Vorpommern) Sundhagen Wittenhagen Baabe Gager Göhren (Rügen) Lancken-Granitz Middelhagen Sellin Thiessow Zirkow Groß Kordshagen Jakobsdorf Kummerow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Neu Bartelshagen Niepars Pantelitz Steinhagen (Vorpommern) Wendorf Zarrendorf Altenkirchen (Rügen) Breege Dranske Glowe Lohme Putgarten Sagard Wiek (Rügen) Bad Sülze Dettmannsdorf Deyelsdorf Drechow Eixen Grammendorf Gransebieth Hugoldsdorf Lindholz Tribsees Ahrenshagen-Daskow Schlemmin Ribnitz-Damgarten Semlow Altefähr Dreschvitz Dreschvitz Gingst Hiddensee Kluis Neuenkirchen (Rügen) Neuenkirchen (Rügen) Rambin Samtens Schaprode Schaprode Trent (Rügen) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Binz Grimmen Marlow Putbus Putbus Sassnitz Stralsund Stralsund Süderholz Zingst Zingst ZingstKarte
Über dieses Bild

Pruchten ist eine Gemeinde im Westen des Kreises Vorpommern-Rügen. Sie liegt nördlich von Barth. Bis zum 1. Januar 2005 war die Gemeinde Teil des Amtes Barth-Land und ist seitdem Teil des Amtes Barth.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort Pruchten - bestehend aus den Ortsteilen Pruchten und Bresewitz - liegt etwa 2-4 Kilometer nördlich von Barth im nördlichsten Zipfel des Amtes Barth. Die Gemeinde liegt zwischen dem Barther Strom und dem Barther Bodden im Osten und dem Bodstedter Bodden im Westen am Übergang vom Festland zur Halbinsel Zingst. Ein Teil des Gemeindegebietes gehört zum Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Durch Pruchten und Bresewitz führt die Landstraße 21 von Barth nach Zingst. Im Nordteil überquert die Meiningenbrücke den Meiningenstrom zur Halbinsel Zingst. Bis zum Zweiten Weltkrieg führte durch den Ort auch die Darßbahn nach Zingst und Prerow. Diese wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgebaut. Die Gleise bis zum Ortsteil Bresewitz wurden in den 1960er Jahren wieder verlegt und bis 1990 als Verschiebebahnhof der Nationalen Volksarmee genutzt.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Bresewitz: Der Ortsteil Bresewitz liegt etwa 2 km nördlich von Pruchten auf einer Halbinsel vor dem Zingst. Die Eingemeindung von Bresewitz nach Pruchten erfolgte 1974 auf staatliche Anweisung der DDR.
  • Pruchten: Der Ortsteil Pruchten liegt südlich von Bresewitz auf dem Festland etwa 2,5 km nordwestlich vor der Stadt Barth.

Geschichte[Bearbeiten]

Pruchten wurde erstmals im Jahr 1278 und Bresewitz erstmals im Jahr 1302 urkundlich erwähnt. Beide Orte sind slawischen Ursprungs. Die Orte hatten während des Dreißigjährigen Krieges schwer zu leiden. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 gerieten Vorpommern und somit auch die Orte Pruchten und Bresewitz (Preschewitz) unter schwedische Herrschaft. 1815 kamen die Gemeinden und Vorpommern zur preußischen Provinz Pommern. 1910 wurde die Bahnlinie von Barth nach Prerow mit Bahnhöfen in Pruchten und Bresewitz eröffnet. Vorher bestand nur eine Fährverbindung von Bresewitz zum Zingst (Timmenort) über das flache Gewässer Fitt.

Die Gemeinden Pruchten und Bresewitz waren bis 1952 Teil des Landkreises Franzburg-Barth und gehörten nach der Eingemeindung von Bresewitz nach Pruchten bis 1994 zum Kreis Ribnitz-Damgarten im Bezirk Rostock. Seit 1994 gehörte Pruchten zum Landkreis Nordvorpommern, seit 2011 zum Landkreis Vorpommern-Rügen im Land Mecklenburg-Vorpommern.

Zu DDR-Zeiten errichtete und unterhielt die Volkswerft Stralsund ein Betriebs-Ferienlager für die Kinder ihrer Betriebsangehörigen in Pruchten, heute ist dieses Lager der „Naturcamp Pruchten“, ein Campingplatz im Nordwesten des Ortes. In Richtung Gutglück entstand in den 1980er Jahren ein großes Ferienobjekt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.

Pruchten mit Barther Strom

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Boddenküste: Das Territorium von Pruchten und Bresewitz wird im Norden, Westen und Osten durch die Lagune der Ostsee, die hiesigen Boddengewässer begrenzt. Diese Flachgewässer sind überwiegend Bestandteil des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Neben der ökologischen Bedeutung sind sie wichtig für den Fischfang und den maritimen Tourismus in der Region.
  • Meiningenbrücke: Die Brücke mit einer Länge von etwa 470 m wurde 1910 eingeweiht. Die genietete Stahlkonstruktion überquert das Gewässer Meiningen im Norden zwischen Bresewitz und dem Zingst. Die ursprünglich nur eingleisig für den Eisenbahn- und Straßenverkehr errichtete Brücke wurde zwischenzeitlich durch den Bau einer westlich und parallel davon gelegenen Ersatzbrücke für Straßenverkehr entlastet.
  • Bahnhof Bresewitz: Der ehemaliger Bahnhof Bresewitz mit touristischen Bahnbetriebswagen sowie einer Darßbahnausstellung
  • Von Standorten aus Bresewitz kann der alljährliche Zug der Kraniche im Frühjahr und vor allem im Herbst zu den Schlafplätzen auf den Vogelschutzinseln Kirr und Barther Oie sowie zu den Futterplätzen auf dem Festland beobachtet werden.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)