Süderholz

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Süderholz in Mecklenburg-Vorpommern. Für den Ort in Schleswig-Holstein siehe Schwesing.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Süderholz führt kein Wappen
Süderholz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Süderholz hervorgehoben
54.08333333333313.13333333333310Koordinaten: 54° 5′ N, 13° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Höhe: 10 m ü. NHN
Fläche: 148,96 km²
Einwohner: 4002 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18516
Vorwahl: 038331
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 089
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rakower Str. 1
18516 Süderholz
Webpräsenz: www.suderholz.de
Bürgermeister: Alexander Benkert
Lage der Gemeinde Süderholz im Landkreis Vorpommern-Rügen
Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Altenpleen Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Klausdorf (bei Stralsund) Kramerhof Preetz (bei Stralsund) Prohn Saal (Vorpommern) Barth Divitz-Spoldershagen Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Karnin (bei Barth) Kenz-Küstrow Löbnitz (Vorpommern) Lüdershagen Pruchten Saal (Vorpommern) Trinwillershagen Bergen auf Rügen Buschvitz Garz/Rügen Gustow Lietzow Parchtitz Patzig Poseritz Ralswiek Rappin Sehlen Ahrenshoop Born a. Darß Dierhagen Prerow Wieck a. Darß Wustrow (Fischland) Franzburg Glewitz Gremersdorf-Buchholz Millienhagen-Oebelitz Papenhagen Richtenberg Splietsdorf Velgast Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) Wendisch Baggendorf Elmenhorst (Vorpommern) Sundhagen Wittenhagen Baabe Gager Göhren (Rügen) Lancken-Granitz Middelhagen Sellin Thiessow Zirkow Groß Kordshagen Jakobsdorf Kummerow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Neu Bartelshagen Niepars Pantelitz Steinhagen (Vorpommern) Wendorf Zarrendorf Altenkirchen (Rügen) Breege Dranske Glowe Lohme Putgarten Sagard Wiek (Rügen) Bad Sülze Dettmannsdorf Deyelsdorf Drechow Eixen Grammendorf Gransebieth Hugoldsdorf Lindholz Tribsees Ahrenshagen-Daskow Schlemmin Ribnitz-Damgarten Semlow Altefähr Dreschvitz Dreschvitz Gingst Hiddensee Kluis Neuenkirchen (Rügen) Neuenkirchen (Rügen) Rambin Samtens Schaprode Schaprode Trent (Rügen) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Binz Grimmen Marlow Putbus Putbus Sassnitz Stralsund Stralsund Süderholz Zingst Zingst ZingstKarte
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Süderholz ist eine amtsfreie Gemeinde im Süden des Landkreises Vorpommern-Rügen und liegt südlich von Grimmen. Der Verwaltungssitz der Gemeinde befindet sich im Ortsteil Poggendorf. Die Gemeinde entstand am 1. Januar 1999 aus den Gemeinden des aufgelösten Amtes Süderholz.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Süderholz liegt ca. 10 km südöstlich der Stadt Grimmen und ca. 20 km südlich von Stralsund. Die Gemeinde liegt in einer sehr waldreichen Umgebung. Durch das Gemeindegebiet fließen die Flüsse Ryck und Trebel.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

(die ehemaligen Gemeinden sind kursiv gekennzeichnet)

  • Bartmannshagen
  • Willerswalde
  • Kaschow
  • Griebenow
  • Kreutzmannshagen
  • Willershusen
  • Klein Bisdorf
  • Schmietkow
  • Kandelin
  • Zarnewanz
  • Lüssow
  • Groß Bisdorf
  • Neuendorf
  • Wüsteney
  • Wüst Eldena
  • Behnkenhagen
  • Prützmannshagen
  • Klevenow
  • Barkow
  • Boltenhagen
  • Poggendorf

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend war schon in der Steinzeit besiedelt, davon zeugen Großsteingräber in der Region. Bis zum 13. Jahrhundert wurde die Gegend hauptsächlich von Slawen bewohnt. Im Zuge der Ostkolonisation und der Gründung des Klosters Eldena kamen immer mehr deutsche Siedler ins Land. Die Region hatte unter den Kriegen zu leiden. Von 1648 bis 1815 gehörte die Region zu Schwedisch-Pommern und danach zu preußischen Provinz Pommern. Bis 1992 war die Region Bestandteil des Kreises Grimmen. Danach wurde daraus der Kreis Nordvorpommern. Seit 2011 gehört die Gemeinde zum Landkreis Vorpommern-Rügen.

Von 1992 bis 1999 war die Gemeinde das Amt Süderholz (benannt nach dem Waldstück bei Poggendorf). Der Ort Poggendorf war Sitz des Amtes und ist jetzt Sitz der Gemeinde Süderholz.

Rakow

Der Ortsteil Rakow wurde 1232 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name kommt aus dem Slawischen und bedeutet so viel wie „Krebsort“.

Klevenow

Klevenow wurde im Jahr 1387 erstmals urkundlich erwähnt. Klevenow war wichtige Grenzbefestigung von Pommern gegen Mecklenburg. Das ritterschaftliche Gut gehörte den von Wakenitz. Schon 1612 wurde auf den geschleiften Wallanlagen eine Kapelle errichtet. Die Burg Klevenow und auch die Kapelle wurden im Dreißigjährigen Krieg zerstört, wieder aufgebaut und später umgebaut.[3] 1627 noch erweiterte Carl von Wakenitz die Wasserburganlage. 1816, bereits zu preußischer Zeit, gelangt der Besitz durch Heirat an die Familie von Lancken, die sich jetzt von Lancken-Wakenitz nennt. 1848 brennt die Burg aus. Jetzt werden die Wassergräben zugeschüttet, die Wälle planiert und darauf ein Park angelegt. Fritz Freiherr von Lancken-Wakenitz war der Auftraggeber dieses Umbaus, einschließlich des Gutshauses. Letzter Besitzer des 500 ha großen Gutes war 1945 Malte Freiherr von der Lancken-Wakenitz.[4]

Neuendorf

Neuendorf wurde als „Niendorp“ am 12. Juli 1276 erstmals genannt. Neuendorf wurde 1677 während des Holländischen Krieges zerstört.

Griebenow

Griebenow 1248 erstmals urkundlich erwähnt. Das ritterschaftliche Gut gehörte ab Mitte des 17. Jahrhunderts der Familie von Keffenbrinck, die unter dem Namen von Rehnskiöld ab 1650 die schwedische Nobilität erhielt. Der schwedische Einfluss wird auch im Herrenhaus – Schloss Griebenow sichtbar, das 1702-1706 erbaut wurde. Die Linie starb in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus, die westfälische Linie der von Keffenbrinck erbte das Gut. Sie erhielten 1875 den Grafentitel für den Fideikommiss Griebenow mit Willershusen und Kreutzmannshagen. Durch Heirat gelangte das Gut dann nach 1900 an die Familie der Freiherren von Langen, die sich dann von Langen-Keffenbrinck nannte. Während des Zweiten Weltkrieges war Schloss Griebenow Müttererholungsheim, sowie Tuberkulose-Genesungsheim. Letzteres bestand noch bis 1958 und das Schloss wurde dann Altersheim.[5]

Kandelin

Kandelin wurde 1677 während des Holländischen Krieges zerstört.

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Süderholz – nicht vollständig

Schlosspark in Griebenow
Kapelle in Willerswalde
Kirche in Kandelin

Kirchen[Bearbeiten]

  • Kirche Groß Bisdorf (erste Erwähnung im 13. Jhr.)
  • Kirche Bretwisch: Ein rechteckiger Feldsteinbau. Wurde 1852 in neogotischen Formen erbaut. Die Kirche besitzt eine einheitliche, neogotische Ausstattung aus dem 19. Jahrhundert. Die Orgel wurde von Friedrich Albert Mehmel gefertigt.
  • Schlosskapelle Griebenow, im 17. Jahrhundert errichteter 15-seitiger Holzbau
  • Kirche Rakow, von 1238 (älteste Kirche im ehemaligen Landkreis Nordvorpommern): Ein einschiffige Feld- und Backsteinbau. Mit dem Bau des Chores wurde Mitte des 13. Jahrhunderts begonnen. Das breitere Kirchenschiff mit dem Westturm wurde bis zum 15. Jh. fertiggestellt. Im Inneren finden sich Reste ornamentaler Wandmalerei aus dem 13., 15. und 18. Jahrhundert.
  • Kapelle Willerswalde
  • Kapelle Klevenow[6]
  • Kapelle Kaschow[7]
  • Kapelle Poggendorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Ortsteil Boltenhagen befinden sich Geschäftssitz und Produktion eines Versandhändlers für Garten- und Wildkräuter sowie deren Sämereien, wie sie für die Bereitstellung ausgefallener Kräuter der vegetarischen Gourmetküche benötigt werden („Essbare Landschaften GmbH“).

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Durch die Ortsteile Poggendorf und Klevenow führt die Bundesstraße 194. Die Ostseeautobahn A 20 ist über die Anschlüsse Grimmen-Ost und Greifswald zu erreichen. Im Gemeindegebiet liegt das Gewerbegebiet Pommerndreieck. Hier zweigt unweit der Rügenzubringer, die Bundesstraße 96, von der A20 ab.

Die Bahnstrecke Berlin–Stralsund (Berliner Nordbahn) führt durch das Gemeindegebiet, die Regionalzüge halten in Rakow.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  3. Norbert Buske, Sabine Bock: Die Marienkirche in Grimmen und die zum Kirchspiel gehörenden Kirchen und Kapellen in Kaschow, Klevenow und Stoltenhagen. Thomas Helms Verlag Schwerin 2012, ISBN 978-3-940207-85-2
  4. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, S. 100, ISBN 3-88042-636-8
  5. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, S. 68, ISBN 3-88042-636-8
  6. Norbert Buske, Sabine Bock: Die Marienkirche in Grimmen und die zum Kirchspiel gehörenden Kirchen und Kapellen in Kaschow, Klevenow und Stoltenhagen. Thomas Helms Verlag Schwerin 2012, ISBN 978-3-940207-85-2
  7. Norbert Buske, Sabine Bock: Die Marienkirche in Grimmen und die zum Kirchspiel gehörenden Kirchen und Kapellen in Kaschow, Klevenow und Stoltenhagen. Thomas Helms Verlag Schwerin 2012, ISBN 978-3-940207-85-2

Weblinks[Bearbeiten]