Landkreis Vorpommern-Rügen
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern |
| Verwaltungssitz: | Stralsund |
| Fläche: | 3.188 km² |
| Einwohner: |
229.340 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 72 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | VR, GMN, NVP, RDG, RÜG, Stralsund: HST |
| Kreisschlüssel: | 13 0 73 |
| Kreisgliederung: | 106 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Carl-Heydemann-Ring 67 18437 Stralsund |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Ralf Drescher (CDU) |
| Lage des Landkreises Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern | |
Der Landkreis Vorpommern-Rügen ist ein Landkreis im deutschen Land Mecklenburg-Vorpommern und besteht aus dem nördlichen Teil Vorpommerns und einem kleinen Teil Mecklenburgs westlich von Recknitz und Trebel. Kreisstadt ist die Hansestadt Stralsund.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Der Landkreis Vorpommern-Rügen grenzt im Südosten an den Landkreis Vorpommern-Greifswald, im Südwesten an den Landkreis Rostock und ein kleiner Teil im Süden an den größten Landkreis Deutschlands, Mecklenburgische Seenplatte. Wichtigste Flüsse im Landkreis Vorpommern-Rügen sind die Recknitz, die Trebel und die Barthe. Zum Kreisgebiet gehört auch die größte Insel Deutschlands, Rügen, mit den zwei vorgelagerten kleinen Inseln Hiddensee und Ummanz. Ebenfalls gehört die Halbinselkette Fischland-Darß-Zingst südlich der Ostsee, die ein bedeutendes Tourismusgebiet darstellt, zum Kreisgebiet.
Vorpommern-Rügen ist der nach Fläche fünftgrößte Landkreis in der Bundesrepublik Deutschland.
Geschichte [Bearbeiten]
Der heutige Landkreis Vorpommern-Rügen umfasst den nordwestlichen Teil Vorpommerns, den nach dem Zweiten Weltkrieg bei Deutschland verbliebenen Teil der vormals preußischen Provinz Pommern, und im Westteil einen Streifen mecklenburgischen Kernlandes westlich von Recknitz und Trebel.
DDR [Bearbeiten]
1945 wurde auf Veranlassung der sowjetischen Besatzungsmacht das Land Mecklenburg-Vorpommern gegründet, das 1947 in „Mecklenburg“ umbenannt wurde. Die mittlere Ebene der staatlichen Verwaltung in der DDR wurde 1952 umorganisiert. An die Stelle von Ländern traten DDR-Bezirke. Das Gebiet des „Landes Mecklenburg“ wurde auf die Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg aufgeteilt.
Im Bezirk Rostock wurden zeitgleich auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Vorpommern-Rügen die DDR-Kreise Rügen, Stralsund, Grimmen und Ribnitz-Damgarten sowie der Stadtkreis Stralsund gebildet. Die historische Grenze zwischen Pommern und Mecklenburg wurde bei der Planung der Kreise außer Acht gelassen. Dem Kreis Ribnitz-Damgarten wurden in diesem Zusammenhang einige westlich des ehemaligen Grenzflusses Recknitz gelegene mecklenburgische Gemeinden zugeordnet, was zur Folge hat, dass der „Landkreis Vorpommern-Rügen“ auch aus Teilen mecklenburgischen Gebietes gebildet wird.
Kreisgebietsreform 1994 [Bearbeiten]
1994 entstand durch die Fusion der DDR-Kreise Grimmen, Stralsund und Ribnitz-Damgarten der Landkreis Nordvorpommern. Der Landkreis Rügen bestand weiter, und der „Stadtkreis Stralsund“ wurde zur kreisfreien „Hansestadt Stralsund“.
Kreisgebietsreform 2011 [Bearbeiten]
Der jetzige Landkreis Vorpommern-Rügen (Planungsname: Landkreis Nordvorpommern) entstand im Zuge der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 am 4. September 2011 aus den Landkreisen Nordvorpommern und Rügen sowie der bislang kreisfreien Hansestadt Stralsund. Als Kreisstadt wurde Stralsund festgelegt.
Am Tag des Inkrafttretens der Kreisgebietsreform und zeitgleich mit der Landtagswahl wählten die Wähler den neuen Kreistag und stimmten über den Kreisnamen ab.[2] Zur Wahl stand auch der Name Ostseekreis Stralsund, vorgeschlagen vom Landkreis Nordvorpommern und der Hansestadt Stralsund.[3] „Vorpommern-Rügen“ gewann mit einer knappen Mehrheit von lediglich 51,0 %.[4]
Städte, Gemeinden und Ämter [Bearbeiten]
(Einwohner am 31. Dezember 2011[5])
- Binz (5399)
- Grimmen, Stadt (10.330)
- Marlow, Stadt (4662)
- Putbus, Stadt (4540)
- Sassnitz, Stadt (10.276)
- Stralsund, Hansestadt (57.862)
- Süderholz [Sitz: Poggendorf] (4004)
- Zingst (3129)
Ämter mit amtsangehörigen Gemeinden und Städten
* Sitz der Amtsverwaltung
Politik [Bearbeiten]
Kreistag [Bearbeiten]
Aufgrund der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 wurde eine Neuwahl des Kreistags erforderlich. Der Kreistag des neuen Landkreises Vorpommern-Rügen besteht aus 69 Abgeordneten. Nach der Wahl vom 4. September 2011 setzt er sich wie folgt zusammen:
| Partei | Sitze |
|---|---|
| CDU | 24 |
| SPD | 14 |
| Die Linke | 14 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 4 |
| FDP | 3 |
| NPD | 3 |
| Bauernverband (BV) | 2 |
| Bürger für Stralsund (BfS) | 2 |
| Bündnis für Rügen (BfR) | 2 |
| Einzelbewerber Michael Adomeit | 1 |
Die Wahlbeteiligung betrug 48,3 %.[6] Nach der Wahl schlossen CDU und SPD ein Regierungsbündnis.
Näheres zum Wahlverfahren und zu rechtlichen Bestimmungen: Kreistag (Mecklenburg-Vorpommern) ![]()
Landrat [Bearbeiten]
Der Landrat oder die Landrätin wurde in einer Stichwahl zwischen Ralf Drescher (CDU, ehemaliger Landrat von Nordvorpommern) und Kerstin Kassner (Linke, ehemalige Landrätin von Rügen) am 18. September 2011 entschieden. In der Tabelle sieht man die Ergebnisse.
| Kandidat | 1. Wahlgang (4. Sept. 2011)[8] | Stichwahl (18. Sept. 2011)[9] | ||
|---|---|---|---|---|
| Stimmen | Anteil[Basis 1] | Stimmen | Anteil[Basis 2] | |
| Ralf Drescher (CDU) | 39.487 | 42,5 % | 33.206 | 51,7 % |
| Kerstin Kassner (Die Linke) | 33.121 | 35,7 % | 31.079 | 48,3 % |
| Peter van Slooten (SPD) | 14.047 | 15,1 % | ||
| Kai Danter (B90/ Die Grünen) | 6.203 | 6,7 % | ||
| Mögliche Stimmen | 198.301 | 100,0 % | 197.683 | 100,0 % |
| davon abgegebene Stimmen | 95.322 | 48,1 % | 64.767 | 32,8 % |
| davon gültige Stimmen | 92.858 | 97,4 % | 64.285 | 99,3 % |
Der Landrat des neuen Großkreises Vorpommern-Rügen ist der CDU-Kandidat Ralf Drescher.
Wappen [Bearbeiten]
Der Landkreis besitzt seit Ende Oktober 2012 ein Wappen. Der aufliegende Schild steht für Stralsund.
Beschreibung: Dem goldenen gespaltenen Wappen mit blauen Schildfuß liegt ein roter Schild mit silberner Pfeilspitze unter einem silbernem Kreuz auf. Im rechten Feld ein nach linksstehender aufrechter schwarzer Greif mit rotem Schnabel und Zunge und links ein rot gekrönter und bewehrter schwarzer Löwe mit Doppelschweif, der aus fünf roten Steinen gebildeten Stufengiebel hervorwächst. Im Schildfuß ein rotgezungter laufender goldener Greif.
Die Gemeindewappen des Landkreises sind in der Liste der Wappen im Landkreis Vorpommern-Rügen aufgeführt.
Verkehr [Bearbeiten]
Verkehr in Stralsund [Bearbeiten]
Das bedeutendste Verkehrsbauwerk bei Stralsund ist seit 2007 die als Hochbrücke errichtete neue Rügenbrücke über den Strelasund, die den alten Rügendamm entlasten soll. Stralsund hat einen Zubringer zur Bundesautobahn 20 und liegt an den Bundesstraßen B 105 aus Richtung Rostock bzw. Greifswald/Neubrandenburg, B 194 aus Richtung Grimmen und B 96 aus Richtung Bergen auf Rügen.
Per Bahn ist Stralsund über die Bahnhöfe Stralsund Hbf, Stralsund-Rügendamm und den Halt Stralsund-Grünhufe aus Richtung Berlin (über Prenzlau oder Neubrandenburg) und Rostock (und über Rostock aus Hamburg) erreichbar. Weiterhin existiert eine Bahnlinie nach Bergen, Sassnitz und Binz auf der Insel Rügen.
Stralsund hat einen Stadthafen und mehrere Yachthäfen und wird von Yachten, Fluss- und Seekreuzfahrtschiffen angefahren. Ebenfalls besteht ein Seehafen für Frachtschiffe. Im Jahre 2006 wurden mehr als 1.000.000 Tonnen Güter umgeschlagen. Die nächstgelegenen Flughäfen sind der Ostseeflughafen Stralsund-Barth, der Flughafen Rostock-Laage und der Flugplatz Stralsund (direkt nördlich von Stralsund).
Die Nahverkehr Stralsund GmbH bedient mit Bussen das Stadtgebiet und die nähere Umgebung. Bis 1966 verkehrten auch noch Straßenbahnen.
Der Radwanderweg entlang der Deutschen Alleenstraße und der Ostseeküsten-Radweg laufen an Stralsund vorbei.
Verkehr im ehemaligen Landkreis Rügen [Bearbeiten]
Die Bundesstraße 96 ist die Hauptader des Straßenverkehrs auf Rügen. Die erste Brücke, der Rügendamm zwischen Stralsund auf dem Festland und Altefähr auf Rügen, wurde im Jahre 1936, eine zweite Brücke 2007 fertiggestellt. Die Bahnstrecke von Lietzow bis Stralsund ist zweigleisig und elektrifiziert. Die weiteren Abschnitte nach Sassnitz und Binz sind eingleisig ausgeführt. Flugverkehr mit kleinen Maschinen erfolgt über den Flugplatz Rügen.
Große Straßen im Kreisgebiet [Bearbeiten]
Durch den Landkreis Vorpommern-Rügen verläuft die Bundesautobahn A 20, die vom Kreuz Uckermark in Brandenburg bis nach Bad Segeberg in Schleswig-Holstein reicht. Darüber hinaus ziehen sich mit der B 105, der B 194 und der B 96 drei Bundesstraßen durch den Großkreis.
Kfz-Kennzeichen [Bearbeiten]
Seit dem 1. Februar 2012 gilt das neue Unterscheidungszeichen VR (abgeleitet von Vorpommern-Rügen) für den Großkreis. HST (für die Hansestadt Stralsund) und RÜG (für den Altkreis Rügen) werden parallel dazu weiterhin ausgegeben. »NVP« für den Altkreis Nordvorpommern allerdings nicht, dieses Unterscheidungszeichen gilt nun als aufgehoben. Vor dem 1. Februar 2012 ausgegebene Kennzeichen dürfen, wie in Deutschland üblich, für die Dauer der Zulassung des Fahrzeuges weiterverwendet werden.
Bildung und Forschung [Bearbeiten]
Hochschulen [Bearbeiten]
Die Fachhochschule Stralsund ist die einzige Hochschule im Landkreis. Die Hochschule ist in staatlicher Trägerschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Schulen [Bearbeiten]
Im Kreis gibt es unter anderem folgende staatlichen Gymnasien:
- Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Bergen auf Rügen
- Gymnasium Grimmen in Grimmen
- Richard-Wossidlo-Gymnasium in Ribnitz-Damgarten
- Hansa-Gymnasium in der Hansestadt Stralsund
- Schulzentrum am Sund mit dem Goethe-Gymnasium in der Hansestadt Stralsund
- Integrierte Gesamtschule Grünthal (mit gymnasialer Oberstufe) in der Hansestadt Stralsund
Religion [Bearbeiten]
Im Landkreis Vorpommern-Rügen gibt es evangelisch-lutherische Kirchgemeinden, diese gehören größtenteils zum Kirchenkreis Stralsund der Pommerschen Evangelischen Kirche und zu einem geringen Teil zum Kirchenkreis Rostock der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs. Die katholischen Gemeinden gehören größtenteils zum Dekanat Vorpommern des Erzbistums Berlins und geringfügig zum Dekanat Rostock des Erzbistums Hamburg.
Weblinks [Bearbeiten]
-
Commons: Landkreis Vorpommern-Rügen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien - Informationen zur Kreisgebietsreform
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden am 31.12.2011 (XLS) (Hilfe dazu)
- ↑ Ergebnis der Abstimmung zum Namen des neuen Landkreises
- ↑ Namensvorschläge für die Benennung der neuen Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern
- ↑ Wahlabstimmung über die neuen Kreisnamen vom 4. September 2011
- ↑ Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden am 31.12.2011 (XLS)
- ↑ a b Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 5. September 2011
- ↑ Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern, Endergebnis der Kreistagswahl 2009, umgerechnet auf das Wahlgebiet 2011, abgerufen am 5. September 2011
- ↑ Wahlergebnisse vom 4. September 2011 (PDF; 11 kB)
- ↑ Stichwahlergebnisse vom 18. September 2011
