Trinwillershagen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Trinwillershagen
Trinwillershagen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Trinwillershagen hervorgehoben
54.24861111111112.62333333333318Koordinaten: 54° 15′ N, 12° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Amt: Barth
Höhe: 18 m ü. NHN
Fläche: 34,21 km²
Einwohner: 1170 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18320
Vorwahl: 038225
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 094
Adresse der Amtsverwaltung: Teergang 2
18356 Barth
Webpräsenz: www.trinwillershagen.de
Bürgermeister: Achim Markawissuk (Wählergemeinschaft GKG)
Lage der Gemeinde Trinwillershagen im Landkreis Vorpommern-Rügen
Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Altenpleen Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Klausdorf (bei Stralsund) Kramerhof Preetz (bei Stralsund) Prohn Saal (Vorpommern) Barth Divitz-Spoldershagen Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Karnin (bei Barth) Kenz-Küstrow Löbnitz (Vorpommern) Lüdershagen Pruchten Saal (Vorpommern) Trinwillershagen Bergen auf Rügen Buschvitz Garz/Rügen Gustow Lietzow Parchtitz Patzig Poseritz Ralswiek Rappin Sehlen Ahrenshoop Born a. Darß Dierhagen Prerow Wieck a. Darß Wustrow (Fischland) Franzburg Glewitz Gremersdorf-Buchholz Millienhagen-Oebelitz Papenhagen Richtenberg Splietsdorf Velgast Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) Wendisch Baggendorf Elmenhorst (Vorpommern) Sundhagen Wittenhagen Baabe Gager Göhren (Rügen) Lancken-Granitz Middelhagen Sellin Thiessow Zirkow Groß Kordshagen Jakobsdorf Kummerow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Neu Bartelshagen Niepars Pantelitz Steinhagen (Vorpommern) Wendorf Zarrendorf Altenkirchen (Rügen) Breege Dranske Glowe Lohme Putgarten Sagard Wiek (Rügen) Bad Sülze Dettmannsdorf Deyelsdorf Drechow Eixen Grammendorf Gransebieth Hugoldsdorf Lindholz Tribsees Ahrenshagen-Daskow Schlemmin Ribnitz-Damgarten Semlow Altefähr Dreschvitz Dreschvitz Gingst Hiddensee Kluis Neuenkirchen (Rügen) Neuenkirchen (Rügen) Rambin Samtens Schaprode Schaprode Trent (Rügen) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Binz Grimmen Marlow Putbus Putbus Sassnitz Stralsund Stralsund Süderholz Zingst Zingst ZingstKarte
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Trinwillershagen ist eine Gemeinde im Westen des Landkreises Vorpommern-Rügen. Bis zum 1. Januar 2005 war die Gemeinde Teil des Amtes Ahrenshagen und ist seitdem Teil des Amtes Barth.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in einer flachen Ebene westlich der Barthe von Stralsund und etwa zehn Kilometer östlich von Ribnitz-Damgarten. In den Fluss mündet der das Gemeindegebiet durchströmende Langenhanshäger Bach. Ein weiteres Fließgewässer ist der Saaler Bach. Größere Seen und Waldgebiete fehlen, nennenswert ist nur das Waldgebiet Forst Schuenhagen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

  • Langenhanshagen
  • Mittelhof
  • Neuenlübke
  • Neuhof
  • Trinwillershagen
  • Wiepkenhagen
  • Balkenkoppel

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn von Norden beginnend: Bartelshagen II b. Barth, Lüdershagen, Divitz-Spoldershagen, Löbnitz, Velgast, Schlemmin und Ahrenshagen-Daskow.

Geschichte[Bearbeiten]

Trinwillershagen entstand im 14. Jahrhundert im Rahmen der deutschen Ostkolonisation und wurde als ein so genanntes Hagendorf angelegt. Der Begriff „Trin” leitet sich vom althochdeutschen Wort „Tründel” ab, welches einen Rundling bezeichnete. Karten von 1583 zeigen die Rund- bzw. Kreisform des Dorfes, in deren Mitte sich kleine Teiche befanden. Die erste Kenntnis des Dorfes geht auf eine Urkunde vom 17. April 1255 zurück. Hierbei verlieh Fürst Jaromir II. von Rügen dem Anwesen Barth das Stadtrecht. Als Zeuge dieser Urkunde tritt Albert advokatus de Sale auf, der Stellvertreter des rügenschen Fürsten in der Provinz Saal war. Zu Saal gehörte damals, wie der Heimatforscher Ernst Garduhn herausfand, auch der Ort Tründelwillershagen. Die erste urkundliche Erwähnung fand Trinwillershagen jedoch erst im Jahre 1320 im Pommerschen Urkundenbuch 5. Im Dreißigjährigen Krieg erlitten die Bauern und Leibeigenen beträchtlichen Schaden durch Wallensteins Truppen.

Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 gehörte Trinwillershagen zu Schwedisch-Pommern. Im Zuge der schwedischen Landvermessung wurde 1695 ein Kataster des Dorfes mit Umgebung angefertigt. Mitte des 18. Jahrhunderts gehörte Trinwillershagen zu einem Rittergut, dessen Pächter über die Jahre oft wechselten. Im Jahr 1815 kam die Gemeinde dann zur preußischen Provinz Pommern.

Der letzte Pächter des Gutes war ein gewisser Matthies, der bis zur Bodenreform 1945 die Felder um Trinwillershagen bewirtschaften ließ. Die von ihm angestellten Bauern lebten in Häusern, die an der einzigen Straße, dem Alten Dorf, lagen.

Im Zweiten Weltkrieg wurden einige neue Häuser gebaut, welche die Bombenopfer aus Stralsund bezogen.

Die Gemeinde war bis 1952 Teil des Landkreises Franzburg-Barth.

Nach der Gründung der DDR gehörte die Gemeinde zum Bezirk Rostock und dem Kreis Ribnitz-Damgarten.

Während der staatlichen Bodenreform, wurde in Trinwillershagen die LPG „Rotes Banner” gegründet, welche sich erst in der Wendezeit 1991 auflöste.

In den fast 40 Jahren der LPG wurde Trinwillershagen zu einem Vorzeigedorf der DDR. Nach einer Weile des Stillstandes durch ungeklärte Besitzansprüche in den 1990er Jahren, sind heute einige neue Einfamilienhäuser entstanden und alte durch privates Engagement renoviert. Man baute ein Großteil der einstigen LPG zurück, an Stelle der ehemaligen Stallanlagen entstand in einem aufwendigen Projekt der etwa 4000 m² große Tründelkernpark mit vielen neu gepflanzten Bäumen, Sträuchern, Grünpflanzen sowie einer Streuobstwiese.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 25. Februar 2011 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 335 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.[2]

Blasonierung: „In Rot schräg gekreuzt zwei silberne Hacken; bewinkelt oben von einem silbernen Hufeisen, beiderseits von goldenen Tulpenblüten, unten von einer silbernen Rübe.“[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Chor der Kirche Langenhanshagen

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Trinwillershagen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Trinwillershagen sind einige kleine Baufirmen, Handwerksbetriebe, ein Sägewerk, Landwirtschaften und ein Restaurant ansässig. Zudem gibt es eine Sparkassenfiliale, einen Getränkemarkt, einen Zahnarzt, eine Physiotherapie und einen Arzt für Allgemeinmedizin. Ein Gewerbegebiet und ein neu gebauter Windpark bei Trinwillershagen tragen zu einem bescheidenen Aufschwung des Dorfes bei.

Viele Einwohner Trinwillershagens sind Pendler und arbeiten als Handwerker, Angestellte und Landwirte in und bei Ribnitz-Damgarten, Barth, Stralsund und Rostock, viele andere sind aber wegen fehlender Arbeitsplätze nicht erwerbstätig.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt südlich der B 105.

Kultur und Bildung[Bearbeiten]

Das Dorf besitzt einen Kindergarten. Kulturelle Einrichtungen sind die regelmäßig stattfindenden Tanz- und Musikveranstaltungen im ehemaligen Kulturhaus, ein Familientreff der evangelisch-methodistischen Kirche, ein Beratungszentrum des ASB sowie eine Kegelbahn. Der örtliche Sportverein SV Rot-Weiß Trinwillershagen hat besonders im Fußball eine längere Tradition.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Walter Ulbricht und das sowjetische Politbüromitglied Anastas Mikojan besuchten 1957 die LPG und das Dorf, um sich ein Bild von der damals modernen sozialistischen Landwirtschaft zu machen.
  • Am 13. Juli 2006 besuchte der US-amerikanische Präsident George W. Bush nach Ende seines Arbeitsbesuches auf Einladung der Bundeskanzlerin Angela Merkel Trinwillershagen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Robert Holsten (1862–1954), deutscher Pädagoge und Volkskundler, aus Langenhanshagen
  • Ulrich Peters (1878–1939), deutscher Pädagoge und Geschichtsdidaktiker, aus Langenhanshagen

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Kell: Chronik Trinwillershagen. Eigenverlag, Trinwillershagen, OCLC 258641718.
  • Gemeinde (Hrsg.): Trinwillershagen gestern und heute. OCLC 837701156. (DVD)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. ostsee-zeitung.de
  3. Hauptsatzung § 2 Abs.2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trinwillershagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien