Sagard

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sagard
Sagard
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sagard hervorgehoben
54.51666666666713.5526Koordinaten: 54° 31′ N, 13° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Amt: Nord-Rügen
Höhe: 26 m ü. NHN
Fläche: 27,93 km²
Einwohner: 2422 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18551
Vorwahl: 038302
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 078
Adresse der Amtsverwaltung: Ernst-Thälmann-Straße 37
18551 Sagard
Webpräsenz: www.amt-nord-ruegen.de/gemeinden/sagard/
Bürgermeisterin: Aenne Sahr (Die Linke)
Lage der Gemeinde Sagard im Landkreis Vorpommern-Rügen
Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Altenpleen Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Klausdorf (bei Stralsund) Kramerhof Preetz (bei Stralsund) Prohn Saal (Vorpommern) Barth Divitz-Spoldershagen Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Karnin (bei Barth) Kenz-Küstrow Löbnitz (Vorpommern) Lüdershagen Pruchten Saal (Vorpommern) Trinwillershagen Bergen auf Rügen Buschvitz Garz/Rügen Gustow Lietzow Parchtitz Patzig Poseritz Ralswiek Rappin Sehlen Ahrenshoop Born a. Darß Dierhagen Prerow Wieck a. Darß Wustrow (Fischland) Franzburg Glewitz Gremersdorf-Buchholz Millienhagen-Oebelitz Papenhagen Richtenberg Splietsdorf Velgast Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) Wendisch Baggendorf Elmenhorst (Vorpommern) Sundhagen Wittenhagen Baabe Gager Göhren (Rügen) Lancken-Granitz Middelhagen Sellin Thiessow Zirkow Groß Kordshagen Jakobsdorf Kummerow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Neu Bartelshagen Niepars Pantelitz Steinhagen (Vorpommern) Wendorf Zarrendorf Altenkirchen (Rügen) Breege Dranske Glowe Lohme Putgarten Sagard Wiek (Rügen) Bad Sülze Dettmannsdorf Deyelsdorf Drechow Eixen Grammendorf Gransebieth Hugoldsdorf Lindholz Tribsees Ahrenshagen-Daskow Schlemmin Ribnitz-Damgarten Semlow Altefähr Dreschvitz Dreschvitz Gingst Hiddensee Kluis Neuenkirchen (Rügen) Neuenkirchen (Rügen) Rambin Samtens Schaprode Schaprode Trent (Rügen) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Binz Grimmen Marlow Putbus Putbus Sassnitz Stralsund Stralsund Süderholz Zingst Zingst ZingstKarte
Über dieses Bild

Sagard ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist gleichzeitig Sitz des am 1. Januar 2005 neu gebildeten Amtes Nord-Rügen, zu dem weitere sieben Gemeinden gehören.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Sagard liegt rund 16 Kilometer nordöstlich von Bergen auf Rügen und sieben Kilometer westlich von Sassnitz auf der Halbinsel Jasmund. Die B 96 führt an der Ortschaft vorbei. Hier zweigt die L 30 Richtung Altenkirchen auf der Halbinsel Wittow ab. Die Gemeinde verfügt über einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz, von dem aus Züge der RE-Linie 9 stündlich nach Sassnitz sowie in der Gegenrichtung nach Lietzow, Stralsund und im Zwei-Stundentakt nach Rostock fahren. Sagard grenzt an den Nationalpark Jasmund. Im Südwesten grenzt die Gemeinde an den Großen Jasmunder Bodden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Folgende Ortsteile gehören zu Sagard:

  • Groß Volksitz
  • Gummanz
  • Marlow
  • Neuhof
  • Polkvitz
  • Quatzendorf
  • Sagard
  • Wostevitz
  • Neddesitz
  • Pluckow

Geschichte[Bearbeiten]

Sagard[Bearbeiten]

Sagard wurde erstmals im Jahr 1250 als Zagard erwähnt. Der Name der Gemeinde Sagard stammt aus dem Slawischen und bedeutet so viel wie Einfriedung oder Burgort. Dies deutet auf den ehemals hier befindlichen aber eingeebneten slawischen Burgwall aus dem 12. Jahrhundert hin.

Seit dem Jahr 1750 gab es schon Anfänge eines Kurbetriebes. Im Jahr 1795 eröffnete der Pastor Heinrich Christoph von Willich mit seinem Bruder, dem Landarzt Dr. Moritz von Willich, eine Brunnen-, Bade- und Vergnügungsanstalt. Der Badebetrieb erfolgte bis etwa 1830. Heute erinnert die Historische Parkanlage Brunnenaue an den damaligen idyllischen Kurpark mit seinen Promenaden, Brunnen- und Badehäusern.

Der Ort war bis 1326 Teil des Fürstentums Rügen und danach des Herzogtums Pommern. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde Rügen und somit auch das Gebiet von Sagard ein Teil von Schwedisch-Pommern. Im Jahr 1815 kam Sagard als Teil von Neuvorpommern zur preußischen Provinz Pommern.

Seit 1818 gehörte Sagard zum Kreis bzw. Landkreis Rügen. Nur in den Jahren von 1952 bis 1955 war es dem Kreis Bergen zugehörig. Die Gemeinde gehörte danach bis 1990 zum Kreis Rügen im Bezirk Rostock und wurde im selben Jahr Teil des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Der seit 1990 wieder so bezeichnete Landkreis Rügen ging 2011 im Landkreis Vorpommern-Rügen auf.

Seit 1991 wurde der historische Ortskern im Rahmen der Städtebauförderung saniert; das Stadtbild hat sich dadurch verbessert.

Ortsteile[Bearbeiten]

Neuhof

Zu DDR-Zeiten wurde vom VEB Kleiderwerk Wernigerode im Ortsteil Neuhof das Kinder-Ferienlager „Wilder Schwan“ betrieben und unterhalten.

Neddesitz

Der Ortsname kommt aus dem slawischen Nedasici und bedeutet Leute des Nedas. In Neddesitz befindet sich seit den 1990er Jahren die Jasmar-Therme sowie eine große Ferien- und Hotelanlage des Jasmar Resort Rügen. Ein nahe Neddesitz gelegener Kreidebruch wurde vom 19. Jahrhundert bis 1954 betrieben.

Pluckow

Am 12. Mai 1932 wurde bei Drainagearbeiten am ehemaligen Gut Pluckow etwa 45 Meter westlich des Gutes und 25 Meter nördlich der Straße ein bronzezeitlicher Depotfund festgestellt. Der geborgene Fund wog 7,5 Kilogramm und wurde abgeliefert, er wurde später nach Stettin ins Provinzial-Museum verbracht.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei den Bürgermeisterwahlen im Rahmen der Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern 2014 war in der Stichwahl am 15. Juni 2014 Sandro Wenzel (BFR, Bündnis für Rügen) gegen die Amtsinhaberin Aenne Sahr (Die Linke) erfolgreich.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde Ende 1988/Anfang 1989 von der Gemeindevertretung angenommen und unter der Nr. 11 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert. Es wurde von der Sagarderin Aenne Sahr gestaltet.

Blasonierung: „In Blau über einer erniedrigten goldenen Spitze, darin drei (1:2) blaue Bügelkronen, zwischen zwei seitlich leicht gebogenen goldenen Ähren ein silberner Brunnentempel.“

Kirche St. Michael in Sagard

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Sagard

Trivia[Bearbeiten]

Am 25. Juni 1975 stürzte unweit des Ortes eine MiG-21M gegen 17.28 Uhr nach Orientierungsverlust des Piloten ab. Der Pilot, Oberleutnant Konrad Ritter, konnte sich noch katapultieren, verstarb jedoch.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sagard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vorläufiges Wahlergebnis auf der Webseite des Amtes Nord-Rügen (PDF).
  3. [1]