Ribnitz-Damgarten

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ribnitz-Damgarten
Ribnitz-Damgarten
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ribnitz-Damgarten hervorgehoben
54.2512.46666666666710Koordinaten: 54° 15′ N, 12° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Amt: Ribnitz-Damgarten
Höhe: 10 m ü. NHN
Fläche: 122,2 km²
Einwohner: 15.104 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 124 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18311
Vorwahl: 03821
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 075
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 1
18311 Ribnitz-Damgarten
Webpräsenz: www.ribnitz-damgarten.de
Bürgermeister: Frank Ilchmann (parteilos)
Lage der Stadt Ribnitz-Damgarten im Landkreis Vorpommern-Rügen
Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Altenpleen Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Klausdorf (bei Stralsund) Kramerhof Preetz (bei Stralsund) Prohn Saal (Vorpommern) Barth Divitz-Spoldershagen Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Karnin (bei Barth) Kenz-Küstrow Löbnitz (Vorpommern) Lüdershagen Pruchten Saal (Vorpommern) Trinwillershagen Bergen auf Rügen Buschvitz Garz/Rügen Gustow Lietzow Parchtitz Patzig Poseritz Ralswiek Rappin Sehlen Ahrenshoop Born a. Darß Dierhagen Prerow Wieck a. Darß Wustrow (Fischland) Franzburg Glewitz Gremersdorf-Buchholz Millienhagen-Oebelitz Papenhagen Richtenberg Splietsdorf Velgast Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) Wendisch Baggendorf Elmenhorst (Vorpommern) Sundhagen Wittenhagen Baabe Gager Göhren (Rügen) Lancken-Granitz Middelhagen Sellin Thiessow Zirkow Groß Kordshagen Jakobsdorf Kummerow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Neu Bartelshagen Niepars Pantelitz Steinhagen (Vorpommern) Wendorf Zarrendorf Altenkirchen (Rügen) Breege Dranske Glowe Lohme Putgarten Sagard Wiek (Rügen) Bad Sülze Dettmannsdorf Deyelsdorf Drechow Eixen Grammendorf Gransebieth Hugoldsdorf Lindholz Tribsees Ahrenshagen-Daskow Schlemmin Ribnitz-Damgarten Semlow Altefähr Dreschvitz Dreschvitz Gingst Hiddensee Kluis Neuenkirchen (Rügen) Neuenkirchen (Rügen) Rambin Samtens Schaprode Schaprode Trent (Rügen) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Binz Grimmen Marlow Putbus Putbus Sassnitz Stralsund Stralsund Süderholz Zingst Zingst ZingstKarte
Über dieses Bild

Ribnitz-Damgarten ist eine Stadt im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist außerdem Verwaltungssitz des gleichnamigen Amtes, dem weitere drei Gemeinden angehören. Die Stadt ist eines der 18 Mittelzentren des Landes und führt seit 2009 die Bezeichnung Bernsteinstadt vor ihrem Namen.

Historisch gehört der Stadtteil Ribnitz zu Mecklenburg, Damgarten zu Vorpommern. Die Ortsteile werden durch den Fluss Recknitz getrennt.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt zwischen den Hansestädten Rostock und Stralsund an der Mündung des Flusses Recknitz in den Ribnitzer See (Südteil des Saaler Boddens). Östlich der Recknitz in Vorpommern liegt Damgarten und westlich des Flusses, also in Mecklenburg, liegt Ribnitz.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

An Ribnitz-Damgarten grenzen folgende Gemeinden (in Uhrzeigerrichtung, von Norden beginnend): Saal, Ahrenshagen-Daskow, Stadt Marlow, Gelbensande und Dierhagen.

Ortsteile[Bearbeiten]

Neben den namensgebenden Ortsteilen Ribnitz und Damgarten besteht die Gemeinde zusätzlich aus folgenden Ortsteilen:

  • Altheide
  • Beiershagen
  • Borg
  • Dechowshof
  • Freudenberg
  • Hirschburg
  • Klein-Müritz
  • Klockenhagen
  • Körkwitz
  • Langendamm
  • Neuheide
  • Neuhof
  • Petersdorf
  • Pütnitz
  • Tempel
  • Wilmshagen

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Ribnitz und Damgarten

Ribnitz (1233–1950)[Bearbeiten]

Ribnitz im Jahr 1712

Entstanden ist Ribnitz aus der Ortschaft Rybanis (Ryba bedeutet „Fisch“), welche in der sumpfigen Recknitzniederung lag. Der Übergang über die Recknitz wird auch Mecklenburger Pass genannt. Auf der Ribnitzer Seite befindet sich unmittelbar am Fluss das Pass-Gehöft.

Zum Schutz des wichtigen Flussüberganges über die Recknitz ließen die mecklenburgischen Fürsten in Flussnähe um 1200 eine Burg errichten, die der Keim des späteren Ribnitzer Ortskerns wurde. Bis in das 14. Jahrhundert gehörte der Ort noch zur Herrschaft Rostock, danach zum Fürstentum, später (Groß-)Herzogtum Mecklenburg.

Ribnitz wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1233 erwähnt.[2] Im Jahr 1323 wurde das Klarissenkloster Ribnitz vom mecklenburgischen Fürsten Heinrich II. gegründet.[3] Bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1648 bildet die Recknitz zwischen Ribnitz und Damgarten die Grenze zwischen dem Herzogtum Mecklenburg und dem Herzogtum Pommern, danach bis zum Jahr 1815 zwischen Mecklenburg und Schwedisch-Pommern.

Ein weiterer wirtschaftlicher Aufschwung der Stadt Ribnitz begann 1934 unter anderem mit dem Bau kriegswichtiger Produktionsanlagen wie der Walther-Bachmann-Flugzeugbau KG.

Damgarten (1258–1950)[Bearbeiten]

Damgarten im Jahr 1759

Entstanden ist die Damgarten aus einer Grenzburg und der daneben entstehenden Ortschaft „Damgor“ („Dam“ bedeutet „Eiche“), die östlich der sumpfigen Recknitzniederung lagen. Als Damgartener Stadtgründer gilt der Fürst Jaromar II. von Rügen. Der Übergang über die Recknitz nach Ribnitz in Mecklenburg wurde auch Mecklenburger Pass genannt. Damgarten erhielt das Lübisches Recht 1258 vom Rügenfürsten Jaromar II..[4]

Bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1648 bildet die Recknitz zwischen Ribnitz und Damgarten die Grenze zwischen dem Herzogtum Pommern und den Herzogtum Mecklenburg. Danach bis zum Jahr 1815 zwischen Schwedisch-Pommern und Mecklenburg. 1809 kam es beim Durchzug der Freischärler unter Major Ferdinand von Schill zu vereinzelten Scharmützeln mit den napoleontreuen mecklenburgischen Regimentern. Nach 1815 fiel Schwedisch Pommern mit Damgarten an das Königreich Preußen und gehört zur Provinz Pommern.

Seit 1888 verfügt Damgarten über einen Bahnanschluss an der Bahnstrecke Stralsund–Rostock. Im Jahr 1934 wurde bei Damgarten ein Fliegerhorst bei Pütnitz gebaut. Der Flugplatz Pütnitz war nach dem Zweiten Weltkrieg einer der bedeutendsten Standorte der in der DDR stationierten sowjetischen Luftstreitkräfte. Bis 1991 war die 16. Jagdfliegerdivision der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland in Damgarten stationiert.

Ribnitz-Damgarten (seit 1950)[Bearbeiten]

Die Doppelstadt Ribnitz-Damgarten entstand 1950 durch Zusammenlegung der beiden Städte Ribnitz (in Mecklenburg) und Damgarten (in Pommern). Beide Stadtvertretungen hatten sich gegen den Zusammenschluss der Städte ausgesprochen. Die damals Regierenden wollten jede Erinnerung an Pommern und die damit verbundene historische mecklenburgisch-pommersche Grenze auslöschen. Offiziell wurde die Notwendigkeit einer größeren Kreisstadt für den 1952 gebildeten Kreis Ribnitz-Damgarten vorgeschoben.

Die Recknitz bildet die natürliche Grenze zwischen Mecklenburg und Pommern. Die beiden Stadtteile Ribnitz und Damgarten werden durch die breite sumpfige Flussniederung getrennt. Der Übergang über die Recknitz wird auch Mecklenburger Pass genannt. Auf der mecklenburgischen Seite befindet sich unmittelbar am Fluss das Pass-Gehöft.

Nach der politischen Wende wurden ab 1991 die historischen Stadtkerne von Ribnitz mit dem Kloster und von Damgarten im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert.

Religion[Bearbeiten]

Blick auf den Westturm der Marienkirche

Den historischen Gegebenheiten in Mecklenburg und Pommern entsprechend ist die vorwiegende christliche Konfession der Protestantismus. Während die Kirchgemeinde Ribnitz St. Marien zur Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs gehört, zählt die Kirchgemeinde St. Bartholomäus in Damgarten zur Pommerschen Evangelischen Kirche.

Weitere in Ribnitz-Damgarten vertretene Kirchen sind die römisch-katholische Maria-Hilfe der Christen St. Klara sowie die neuapostolische Kirchgemeinde Ribnitz.

Politik[Bearbeiten]

Stadtvertretung[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[5]
Wahlbeteiligung: 43,2 % (2004: 41,9 %)
 %
40
30
20
10
0
39,3 %
22,1 %
15,4 %
14,6 %
8,6 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
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   0
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-0,5 %p
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-1,2 %p
+4,7 %p
-2,1 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d 2004: PDS
Am Markt 1: Rathaus

Seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 verteilen sich die 25 Stadtvertreter folgendermaßen auf die einzelnen Fraktionen:

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 27. Januar 1993 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 64 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Gespalten; vorn in Silber ein hersehendes, rot gekleidetes, gold behaartes und gekröntes Brustbild eines Mannes mit goldbesäumtem blauem Umhang, hinten in Blau ein aufgerichteter, rot gezungter goldener Greif.“ [6]

Das Wappen wurde von dem Ribnitz-Damgartener Frank Rose gestaltet.

Auf der heraldisch rechten Seite des Wappens ist der Damgartener Stadtgründer Jaromar II. von Rügen zu sehen. Der Greif auf der linken Seite ist das Wappentier der Fürsten der historischen Herrschaft Rostock, zu welcher Ribnitz gehörte. Später hatte man ein Wappen mit dem mecklenburgischen Stierkopf, flankiert von zwei Fischen, was auf den slawischen Namen Rybanis – Fischort hinweist.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt Ribnitz-Damgarten ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Rot – Weiß – Blau – Gelb gestreift. Der rote und der gelbe Streifen nehmen je ein Achtel, der weiße und der blaue Streifen nehmen je drei Achtel der Länge des Flaggentuchs ein. In der Mitte des weißen Streifens liegt die Figur aus dem vorderen Feld des Stadtwappens. In der Mitte des blauen Streifens liegt die Figur aus dem hinteren Feld des Stadtwappens. Die Wappenfiguren nehmen jeweils die Hälfte der Höhe des Flaggentuchs ein. Die Länge der Flagge verhält sich zur Höhe wie 3:2.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1990 pflegt Ribnitz-Damgarten eine Partnerschaft mit der niedersächsischen Stadt Buxtehude und seit 2008 mit der polnischen Stadt Sławno in der Woiwodschaft Westpommern.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Fachwerkhaus in der Ribnitzer Altstadt
Ribnitz
  • Das Klarissenkloster Ribnitz von 1323/24 und die Klosterkirche mit gotischer Holzplastik.
  • Die Marienkirche Ribnitz von 1233 wurde mehrfach umgebaut.
  • Das Rostocker Tor wurde im 15. Jahrhundert errichtet an der Stelle eines Vorgängerbaus von 1290.
  • Die Lange Straße mit klassizistischer Architektur
  • Der Markt mit Bernsteinbrunnen und Rathaus von 1834
  • Das Deutsches Bernsteinmuseum im Klarissenkloster
  • Das Freilichtmuseum Klockenhagen im Ortsteil Klockenhagen, unter anderem mit der Museumskirche.
  • Die Galerie im Kloster
  • Das Stadtkulturhaus „Am Bleicherberg“ führt Gastspiele der niederdeutschen Bühne, Tanz, Kabarett, Konzerte, Lesungen, Diashows und Kinderveranstaltungen durch.
St. Bartholomäus in Damgarten
Damgarten
  • Die Evangelische Kirche Bartholomäuskirche aus dem 13. Jahrhundert.
  • Das Küsterhaus an der Kirche
  • Die Bernsteinmanufaktur
  • Das Rathaus von 1930 und daneben das älteste Haus der Stadt (Schillstr. 7, ca. 1700 erbaut)
  • Ein Fachwerkhaus von 1769 in der Stralsunder Straße 29 (Matheus).
  • Das Technikmuseum Pütnitz
Langendamm

Der sogenannte Moischenstein befindet sich im Schilfgürtel der Uferzone des südlichen Saaler Boddens. Das Flur- und Rechtsdenkmal aus dem 13. Jahrhundert war der Grenzstein zwischen Mecklenburg und Pommern. Heute besitzt der Stein für die Stadt Ribnitz-Damgarten noch eine juristische Funktion hinsichtlich des Umfangs ihrer Fischereirechte im westlichen Teil des Saaler Boddens. Neben dem heute größtenteils eingesunkenen Steinmal, dessen Oberfläche sich herzförmig zeigt, befindet sich ein Hochstand und ein imitierter Grenzpfahl.

Baudenkmale[Bearbeiten]

Blick vom Turm der Marienkirche über den Ostteil von Ribnitz

Mahnmale[Bearbeiten]

  • Gedenktafel am Rathaus für die verhinderte Ermordung weiblicher Häftlinge vom Todesmarsch des Außenlagers des KZ Ravensbrück im April 1945
  • Mahnmal von 1965 auf den Klosterwiesen von dem Bildhauer Wilhelm Löber für die Opfer des Faschismus
  • Erinnerungstafel in der Frankenstraße für den kommunistischen Antifaschisten Hans Burmeister, der 1934 an seinen im Zuchthaus Dreibergen-Bützow erlittenen Misshandlungen starb. Die Tafel wurde 1974 entfernt und die Straße, die seinen Namen trug, 1991 entwidmet und in „Rostocker Straße“ umbenannt
  • Granit-Obelisk auf dem Städtischen Friedhof zur Erinnerung an die jüdischen Opfer der Shoa

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Das Deutsche Bernsteinmuseum befindet sich im ehemaligen Klarissenkloster in Ribnitz.
Stadtarchiv (links) und Stadtbibliothek (rechts)
Mecklenburgischer Ganzmeilenstein der Kunststraße Lübeck-Wismar-Rostock-Ribnitz von 1842/46 an der B 105 zwischen Altheide und Borg bei Ribnitz-Damgarten

Tourismus[Bearbeiten]

Seit dem 28. April 2009 hat die Stadt die offizielle Bezeichnung „Bernsteinstadt“. Die Stadt trägt diesen Titel vor allem wegen des im Stadtteil Ribnitz liegenden „Deutschen Bernsteinmuseums“ und der im Stadtteil Damgarten angesiedelten Bernstein-Schau-Manufaktur. Neben zahlreichen Geschäften, die Bernsteinprodukte anbieten, ist der Beiname „Bernsteinstadt“ aber auch als regionaler Bezug auf die etwa 10 km entfernt liegende Ostsee zu werten. Die Stadt bezeichnet sich ebenfalls als „Das Tor zum Fischland“, da sie das letzte Mittelzentrum auf dem Weg zur Ostsee-Halbinsel „Fischland-Darß-Zingst“ ist. Bis 1948 gab es in Ribnitz den patentrechtlich geschützten „Fischland-Schmuck“. Es handelt sich um mit Meeresmotiven (Fische, Seesterne etc.) verzierte Silberarbeiten, denen ausgesuchte, polierte Bernsteine eingesetzt sind. Der Betrieb wurde 1948 verstaatlicht, nahm die Produktion mitsamt der Markenrechte jedoch in Lübeck, später Travemünde, wieder auf. Seither wird der Schmuck von der Ostsee-Küste als Ostsee-Schmuck bezeichnet.[8] Das Bernsteinmuseum befindet sich in der historischen Klosteranlage im Südosten der Stadt. Das Kloster Ribnitz ist mit seinen Kunstschätzen und einer Ausstellung zur Geschichte des einstigen Klarissenklosters und späteren evangelischen adligen Damenstiftes eines der schönsten Museen dieser Art im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Eine durch die Stadtverwaltung angestrebte staatliche Anerkennung als Erholungsort wurde auch deshalb ausgeschlossen, weil die Stadt nicht über die dazu minimal erforderliche Übernachtungskapazität verfügt.

Bildung[Bearbeiten]

Im Ortsteil Damgarten befindet sich das nach dem Volkskundler Richard Wossidlo benannte Richard-Wossidlo-Gymnasium. Des Weiteren gibt es verschiedene Grund-, Haupt- und Realschulen sowie eine Volkshochschule. Ein privates „Bildungszentrum“ ist von bedeutender überörtlicher Bedeutung, und der Beruflichen Schule des Kreises Nordvorpommern im Stadtteil Damgarten wird im Zuge der Reformierung der Schulstandorte in Mecklenburg-Vorpommern in der nächsten Zeit eine größere Bedeutung zukommen.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahn und Bus[Bearbeiten]

Bahn: Mit den Bahnhöfen Ribnitz-Damgarten West und Ribnitz-Damgarten Ost ist die Stadt an die Bahnstrecke Stralsund–Rostock angeschlossen. An beiden Bahnhöfen hält alle zwei Stunden der von der DB Regio betriebene Regionalexpress Rostock – Sassnitz. Am Westbahnhof fahren außerdem alle zwei Stunden die Intercity-Züge der DB Fernverkehr auf der Linie Karlsruhe – Frankfurt (Main) – Hamburg – Stralsund.

Zwischen 1895 und 1965 fuhren vom Bahnhof Damgarten die Züge der schmalspurigen Franzburger Kreisbahnen über Barth nach Stralsund. Weitere Bahnhöfe in Damgarten lagen am Hafen und am Stadtwald. Die ehemalige Bahntrasse parallel zum Templer Bach und im Norden von Damgarten neben der Saaler Chaussee wird heute als Radweg benutzt und ist noch gut erkennbar.

Bus: Den Busverkehr in der Region organisiert die Verkehrsgemeinschaft Nordvorpommern. Den innerstädtischen ÖPNV übernimmt dabei die Buslinie 201 von Damgarten nach Ribnitz (Drei Linden). Die Buslinie ist dabei am Bahnhof Ribnitz-Damgarten West mit den Zügen der Deutschen Bahn verknüpft und erschließt neben Damgarten auch die Boddenklinik, die Ribnitzer Innenstadt und die Wohngebiete im Ribnitzer Westen. Der Bahnhof Ribnitz-Damgarten Ost wird vom Stadtverkehr nicht bedient.

Von Bedeutung sind auch die Buslinien 202 über Graal-Müritz nach Hohe Düne und 210 über Dierhagen, Fischland und Darß nach Barth. Teilweise führen die Busse auch Fahrradanhänger mit.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die nächstgelegenen Autobahnanschlussstellen sind Sanitz an der A 20 und Rostock-Ost an der A 19.

Ribnitz-Damgarten liegt am Abschnitt Rostock – Stralsund der B 105. Jedoch werden Damgarten und seit dem 2. November 2004 auch Ribnitz auf Ortsumgehungen umfahren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Zu Persönlichkeiten der früheren Städte vor deren Zusammenschluss von 1950 siehe bei den Stadtteilen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern – Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 105–107 (Volltext).
  • Lutz Mohr: Der „Moischenstein“ von Ribnitz-Damgarten in Geschichte und Sage. In: Heimathefte für Mecklenburg-Vorpommern, 19. Jahrg., Heft 2, Schwerin 2009, S. 31–33.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ribnitz-Damgarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Ribnitz-Damgarten – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 695–698.
  3. Ingo Ulpts: Die Bettelorden in Mecklenburg. Ein Beitrag zur Geschichte der Franziskaner, Klarissen, Dominikaner und Augustiner-Eremiten im Mittelalter. Werl 1995 (Saxonia Franciscana 6), S. 111–134 (Gründung), S. 205–236 (vom 14. bis 16. Jahrhundert), S. 375–381 (Reformation und Aufhebung).
  4. Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 695–698.
  5. http://service.mvnet.de/statmv/daten_stam_berichte/e-bibointerth90/wahlen/b731__/b731g__/daten/b731g-2009-01.pdf#page=116
  6. Hauptsatzung § 2 Abs. 2
  7. Ribnitz-Damgartens Partnerstädte, www.ribnitz-damgarten.de
  8. Der Original Fischlandschmuck, abgerufen von fischlandschmuck.de am 30. August 2009