Republik Altai

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Subjekt der Russischen Föderation
Republik Altai
Республика Алтай
Алтай Республика
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Sibirien
Fläche 92.960 km²
Bevölkerung 206.195 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 2,2 Einwohner/km²
Hauptstadt Gorno-Altaisk
Offizielle Sprachen altaisch, russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Russen (57,4 %)
Altaier (30,6 %)
Kasachen (5,97 %)
(Stand: 2002)[2]
Präsident Alexander Berdnikow
Gegründet 3. Juli 1991
(1. Juni 1922)
Zeitzone UTC+7
Telefonvorwahlen (+7) 3884x
Postleitzahlen 649000–649999
Kfz-Kennzeichen 04
OKATO 84
Website www.altai-republic.com
Lage in Russland

Die Republik Altai (russisch Республика Алтай/Respublika Altai, altaisch Алтай Республика) – nicht zu verwechseln mit der größeren Region Altai im Nordwesten – ist eine autonome Republik im asiatischen Teil Russlands.

Administrative Gliederung der Republik Altai

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Die Republik liegt im südwestlichen Sibirien im nördlichen Altaigebirge (Russischer oder Hoher Altai). Sie grenzt an Kasachstan, China und die Mongolei. Aufgrund der malerischen Lage im Gebirge mit vielen Seen und Flüssen wurde der Region die Bezeichnung „Russisches Tibet“ gegeben. Im Bergmassiv der Belucha erreicht das Gebirge an der Grenze zu Kasachstan eine Höhe von 4.506 m. In der Republik haben die zwei Quellflüsse des Ob ihren Ursprung, der dem gleichnamigen Gletscher an der Südwestflanke der Belucha entfließende Katun sowie die Bija als Abfluss des Telezker Sees, eines der tiefsten Seen Russlands.

[Bearbeiten] Klima

Das Klima der Republik Altai ist als gemäßigt kontinental einzustufen. Die altaischen Sommer sind meist kurz und heiß, während die Winter lang und sehr kalt sind.

[Bearbeiten] Bevölkerung

Die gebirgige Republik ist dünn besiedelt. Die letzte Volkszählung am 14. Oktober 2010 ergab eine Bevölkerungszahl von 206.195 Einwohnern.[1] Von diesen wohnt mehr als ein Viertel in der Hauptstadt Gorno-Altaisk. Namensgebendes Volk sind die Altaier, ein Turkvolk, dessen Sprache Altaisch zu den Turksprachen gehört. Sie machen jedoch nur eine Minderheit der Bevölkerung aus. Die (schwindende) Mehrheit bilden die Russen. Die einzig nennenswerte weitere Minderheit sind nach Abwanderung der Ukrainer, Russlanddeutschen, Letten und Esten die 12.524 (= 6,2 %) Kasachen. Amtssprachen sind Russisch und Altaisch. 2002 lebte ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.

Volksgruppe VZ 1926 VZ 1939 VZ 1959 VZ 1970 VZ 1979 VZ 1989 VZ 2002 VZ 2010 1
Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  % Anzahl  %
Altaier 42.2131 42,4% 39.285 24,2% 38.019 24,2% 46.750 27,8% 50.203 29,2% 59.130 31,0% 68.0272 33,6% 69.9633 34,5%
Russen 51.812 52,0% 114.209 70,4% 109.661 69,8% 110.442 65,6% 108.795 63,2% 115.188 60,4% 116.510 57,5% 114.802 56,6%
Kasachen 2.326 2,3% 4.280 2,6% 4.745 3,0% 7.170 4,3% 8.677 5,0% 10.692 5,6% 12.108 6,0% 12.524 6,2%
Andere 3.309 3,3% 4.405 2,7% 4.736 3,0% 3.899 2,3% 4.365 2,5% 5.821 3,1% 5.914 2,9% 5.447 2,7%
Einwohner 99.667 100% 162.179 100% 157.161 100% 168.261 100% 172.040 100% 191.649 100% 202.947 100% 206.168 100%
1 3.432 Personen konnten keiner Volksgruppe zugeteilt werden. Diese Leute verteilen sich vermutlich anteilmässig gleich wie die ethnisch zugeschiedenen Einwohner.[3]
  1. einschliesslich 3414 Telengiten, 1384 Kumandiner and 344 Teleuten
  2. einschliesslich 2368 Telengiten, 1533 Tubalaren, 931 Kumandiner, 830 Tschelkaner, 141 Schoren und 32 Teleuten
  3. einschliesslich 3648 Telengiten, 1891 Tubalaren, 1062 Kumandiner, 1113 Tschelkaner und 87 Schoren

[Bearbeiten] Religionen

Die Bevölkerung gehört verschiedenen Religionen an. Die meisten Altaier bekennen sich zum Buddhismus tibetischer Prägung, einige auch zum Christentum. Die Mehrheit der Russen sind russisch-orthodoxe Christen, die Kasachen sunnitische Muslime. Die deutschstämmige Minderheit, die in den letzten Jahrzehnten zum größten Teil nach Deutschland ausgesiedelt ist, ist protestantisch.

[Bearbeiten] Geschichte

Nach einer wechselvollen Geschichte kam das Gebiet 1756 unter russische Herrschaft.

Am 1. Juni 1922 wurde das Oirotische Autonome Gebiet (Oblast) gegründet (nach der damaligen Bezeichnung Oiroten für die Ethnie der Altaier), das später der Region Altai unterstellt und am 7. Januar 1948 in Autonomes Gebiet Gorno-Altaisk umbenannt wurde. Am 25. Oktober 1990 wurde das Gebiet der Russischen SFSR direkt unterstellt und erhielt den Status einer Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik (ASSR), ab 3. Juli 1991 nur noch unter der Bezeichnung Sozialistische Sowjetrepublik (SSR), aber weiterhin als Teil der RSFSR. Seit Mai 1992 nannte sich das Gebiet Republik Gorny Altai (Berg-Altai), seit 12. Dezember 1993 trägt es die heutige Bezeichnung.

Präsident der Republik Altai ist seit dem 20. Januar 2006 der parteilose Alexander Berdnikow (* 1953).

[Bearbeiten] Wirtschaft

Die Republik ist vorwiegend landwirtschaftlich geprägt, diese Entwicklung kam aus den Reformen der sowjetischen Machthaber, die ihre Getreideproduktion erhöhen wollten. Bekannt ist die dortige Schafs- und Ziegenfellproduktion. Zu den Industriezweigen zählt die Lebensmittelverarbeitung und die Leichtindustrie. Eine wichtige Rolle nimmt der Fremdenverkehr ein. Es gibt mittlerweile viele touristische Infrastrukturprojekte in der Region, besonders im Bereich Wintersport.

[Bearbeiten] Verwaltungsgliederung

Die Republik Altai untergliedert sich in einen Stadtkreis, der die einzige Stadt Gorno-Altaisk mit 56.928 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010)[1] umfasst, und zehn Rajons mit heute ausschließlich ländlichen Siedlungen (die ehemaligen Siedlungen städtischen Typs Aktasch, Seika und Tschemal verloren diesen Status in den 1980er- bis 1990er-Jahren). Die insgesamt 244 Ortschaften der Republik sind zu 92 Landgemeinden (Selskoje posselenije) zusammengefasst. Mit Abstand zweitgrößter Ort ist Maima mit 15.344 Einwohnern (2002).

[A 1] Rajon/
Stadtkreis
Einwohner[4] Fläche (km²) Bevölkerungs-
dichte
(Ew./km²)
Verwaltungssitz Anzahl
Gemeinden
Anzahl
Ortschaften
  Gorno-Altaisk[A 2] 56.013 90 622   1 1
1 Kosch-Agatsch 19.242 19.845 1,0 Kosch-Agatsch 12 15
2 Maima 28.787 1.286 22,4 Maima 7 25
3 Ongudai 15.270 11.696 1,3 Ongudai 10 29
10 Schebalino 14.841 3.792 3,9 Schebalino 9 42
8 Tschemal 10.331 3.019 3,4 Tschemal 7 13
9 Tschoja 8.694 4.526 1,9 Tschoja 11 24
4 Turotschak 12.637 11.060 1,1 Turotschak 13 24
5 Ulagan 12.284 18.394 0,7 Ulagan 7 19
6 Ust-Kan 15.128 6.244 2,4 Ust-Kan 7 21
7 Ust-Koksa 17.498 12.952 1,4 Ust-Koksa 9 32

Anmerkungen:

  1. Nummer des Rajons (in alphabetischer Reihenfolge der Namen im Russischen)
  2. Stadtkreis, gebildet von der gleichnamigen Stadtgemeinde; umschlossen vom Rajon Maima (2)

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Republik Altai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c  Predvaritel'nye itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Rosstat, Statistika Rossii, Moskau 2011, ISBN 978-5-902339-98-4 (Vorläufige Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010; russisch; Download).
  2. Naselenie po nacional'nosti i vladeniju russkim jazykom po sub"ektam Rossijskoj Federacii. In: Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2002 goda. Rosstat, abgerufen am 1. November 2011 (XLS, russisch, Ethnische Zusammensetzung und Kenntnis der russischen Sprache nach Föderationssubjekt, Ergebnisse der Volkszählung 2002).
  3. Bevölkerung der russischen Gebietseinheiten nach Nationalität 2010 (russisch) http://www.gks.ru/free_doc/new_site/population/demo/per-itog/tab7.xls
  4. Einwohnerzahlen 2010 beim Föderalen Dienst für staatliche Statistik Russlands (Berechnung per 1. Januar; Exceldatei)
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