Republik Altai

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Subjekt der Russischen Föderation
Republik Altai
Республика Алтай
Алтай Республика
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Sibirien
Fläche 92.903 km²[1]
Bevölkerung 206.168 Einwohner
(Stand: 14. Oktober 2010)[2]
Bevölkerungsdichte 2,2 Einw./km²
Hauptstadt Gorno-Altaisk
Offizielle Sprachen Altaisch, Russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Russen (56,6 %)
Altaier (33,9 %)
Kasachen (6,2 %)
Kumandiner (0,5 %)
Deutsche (0,4 %)
Schoren (0,1 %)
(Stand: 2010)Vorlage:Infobox Föderationssubjekt Russlands/Wartung/Ethnien
Präsident Alexander Berdnikow
Gegründet 3. Juli 1991
(1. Juni 1922)
Zeitzone UTC+7
Telefonvorwahlen (+7) 3884x
Postleitzahlen 649000–649999
Kfz-Kennzeichen 04
OKATO 84
ISO 3166-2 RU-AL
Website www.altai-republic.com
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50.87586.9Koordinaten: 50° 53′ N, 86° 54′ O

Die Republik Altai (russisch Республика Алтай/Respublika Altai, altaisch Алтай Республика) – nicht zu verwechseln mit der größeren Region Altai im Nordwesten – ist eine autonome Republik im asiatischen Teil Russlands.

Geografie[Bearbeiten]

Die Republik liegt im südwestlichen Sibirien im nördlichen Altaigebirge (Russischer oder Hoher Altai). Sie grenzt an Kasachstan, China und die Mongolei. Aufgrund der malerischen Lage im Gebirge mit vielen Seen und Flüssen wurde der Region die Bezeichnung „Russisches Tibet“ gegeben. Im Bergmassiv der Belucha erreicht das Gebirge an der Grenze zu Kasachstan eine Höhe von 4506 m. In der Republik haben die zwei Quellflüsse des Ob ihren Ursprung, der dem gleichnamigen Gletscher an der Südwestflanke der Belucha entfließende Katun sowie die Bija als Abfluss des Telezker Sees, eines der tiefsten Seen Russlands.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima der Republik Altai ist als gemäßigt kontinental einzustufen. Die altaischen Sommer sind meist kurz und heiß, während die Winter lang und sehr kalt sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach einer wechselvollen Geschichte kam das Gebiet 1756 unter russische Herrschaft.

Am 1. Juni 1922 wurde das Oirotische Autonome Gebiet (Oblast) gegründet (nach der damaligen Bezeichnung Oiroten für die Ethnie der Altaier), das später der Region Altai unterstellt und am 7. Januar 1948 in Autonomes Gebiet Gorno-Altaisk umbenannt wurde. Am 25. Oktober 1990 wurde das Gebiet der Russischen SFSR direkt unterstellt und erhielt den Status einer Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik (ASSR), ab 3. Juli 1991 nur noch unter der Bezeichnung Sozialistische Sowjetrepublik (SSR), aber weiterhin als Teil der RSFSR. Seit Mai 1992 nannte sich das Gebiet Republik Gorny Altai (Berg-Altai), seit 12. Dezember 1993 trägt es die heutige Bezeichnung.

Präsident der Republik Altai ist seit dem 20. Januar 2006 der parteilose Alexander Berdnikow (* 1953).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Republik ist vorwiegend landwirtschaftlich geprägt, diese Entwicklung kam aus den Reformen der sowjetischen Machthaber, die ihre Getreideproduktion erhöhen wollten. Bekannt ist die dortige Schafs- und Ziegenfellproduktion. Zu den Industriezweigen zählt die Lebensmittelverarbeitung und die Leichtindustrie. Eine wichtige Rolle nimmt der Fremdenverkehr ein. Es gibt mittlerweile viele touristische Infrastrukturprojekte in der Region, besonders im Bereich Wintersport.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die gebirgige Republik ist dünn besiedelt. Die letzte Volkszählung am 14. Oktober 2010 ergab eine Bevölkerungszahl von 206.168 Einwohnern.[2] Von diesen wohnt mehr als ein Viertel in der Hauptstadt Gorno-Altaisk. Namensgebendes Volk sind die Altaier, ein Turkvolk, dessen Sprache Altaisch zu den Turksprachen gehört. Sie machen jedoch nur eine Minderheit der Bevölkerung aus. Die (langsam schwindende) Mehrheit bilden die Russen. Die einzig nennenswerte weitere Minderheit sind mit 12.524 Angehörigen (= 6,2 %) die Kasachen. Amtssprachen sind Russisch und Altaisch. 2002 lebte ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.

Religionen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung gehört verschiedenen Religionen an. Die meisten Altaier bekennen sich zum Buddhismus tibetischer Prägung, einige auch zum Christentum. Die Mehrheit der Russen sind russisch-orthodoxe Christen, die Kasachen sunnitische Muslime. Die deutschstämmige Minderheit, die in den letzten Jahrzehnten zum größten Teil nach Deutschland ausgesiedelt ist, ist protestantisch.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Administrative Gliederung der Republik Altai

Die Republik Altai untergliedert sich in einen Stadtkreis, der die einzige Stadt Gorno-Altaisk mit 56.933 Einwohnern umfasst, und zehn Rajons mit heute ausschließlich ländlichen Siedlungen (die ehemaligen Siedlungen städtischen Typs Aktasch, Sjoika und Tschemal verloren diesen Status in den 1980er- bis 1990er-Jahren). Die insgesamt 244 Ortschaften der Republik sind zu 92 Landgemeinden (Selskoje posselenije) zusammengefasst. Mit Abstand zweitgrößter Ort ist Maima mit 16.174 Einwohnern (alle Angaben Stand 14. Oktober 2010)[2]

[A 1] Rajon/
Stadtkreis
Einwohner[4] Fläche (km²) Bevölkerungs-
dichte
(Ew./km²)
Verwaltungssitz Anzahl
Gemeinden
Anzahl
Ortschaften
  Gorno-Altaisk[A 2] 56.013 90 622   1 1
1 Kosch-Agatsch 19.242 19.845 1,0 Kosch-Agatsch 12 15
2 Maima 28.787 1.286 22,4 Maima 7 25
3 Ongudai 15.270 11.696 1,3 Ongudai 10 29
10 Schebalino 14.841 3.792 3,9 Schebalino 9 42
8 Tschemal 10.331 3.019 3,4 Tschemal 7 13
9 Tschoja 8.694 4.526 1,9 Tschoja 11 24
4 Turotschak 12.637 11.060 1,1 Turotschak 13 24
5 Ulagan 12.284 18.394 0,7 Ulagan 7 19
6 Ust-Kan 15.128 6.244 2,4 Ust-Kan 7 21
7 Ust-Koksa 17.498 12.952 1,4 Ust-Koksa 9 32

Anmerkungen:

  1. Nummer des Rajons (in alphabetischer Reihenfolge der Namen im Russischen)
  2. Stadtkreis, gebildet von der gleichnamigen Stadtgemeinde; umschlossen vom Rajon Maima (2)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Republik Altai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Administrativno-territorialʹnoe delenie po subʺektam Rossijskoj Federacii na 1 janvarja 2010 goda (Administrativ-territoriale Einteilung nach Subjekten der Russischen Föderation zum 1. Januar 2010). (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. a b c Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  3. Bevölkerung der russischen Gebietseinheiten nach Nationalität 2010 (russisch) http://demoscope.ru/weekly/ssp/rus_etn_10.php?reg=64
  4. Einwohnerzahlen 2010 beim Föderalen Dienst für staatliche Statistik Russlands (Berechnung per 1. Januar; Exceldatei; 562 kB)