Oblast Woronesch

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Subjekt der Russischen Föderation
Oblast Woronesch
Воронежская область
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Fläche 52.216 km²[1]
Bevölkerung 2.335.380 Einwohner
(Stand: 14. Oktober 2010)[2]
Bevölkerungsdichte 45 Einw./km²
Verwaltungszentrum Woronesch
Offizielle Sprache Russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Russen (94,1 %)
Ukrainer (3,1 %)
(Stand: 2002)[3]
Gouverneur Alexei Gordejew
Gegründet 13. Juni 1934
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahlen (+7) 473xx
Postleitzahlen 394000–397999
Kfz-Kennzeichen 36, 136
OKATO 20
ISO 3166-2 RU-VOR
Website admin.vrn.ru
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50.8540.6Koordinaten: 50° 51′ N, 40° 36′ O

Die Oblast Woronesch (russisch Воронежская Область/ Woroneschskaja Oblast) entstand 1934 und liegt im südwestlichen Russland, rund 500 bis 600 km südlich von Moskau. Verwaltungszentrum ist die Stadt Woronesch. Die Oblast grenzt an die russischen Oblaste Belgorod, Kursk, Lipezk, Tambow, Saratow, Wolgograd und Rostow sowie im Südwesten an die Ukraine.

Naturraum[Bearbeiten]

Die Oblast Woronesch liegt im Zentrum der Osteuropäischen Ebene, nördlich des Donezbeckens. Im Westen des Gebiets erstreckt sich der Mittelrussische Landrücken, im Osten – die Oka-Don-Ebene und der Kalatscher Höhenzug. Der nördliche Teil des Gebiets liegt in der Waldsteppenzone, der südliche – in der Steppenzone mit vorherrschenden Schwarzerdeböden. Auf dem Territorium dieses Gebiets gibt es 738 Seen, dort fließen 1343 Flüsse und Bäche die über 10 Kilometer lang sind. Der wichtigste Fluss ist der Don, der die Oblast in nord-südlicher Richtung durchfließt. Auf 530 seiner 1870 Kilometer Gesamtlänge fließt er durch das Gebiet Woronesch. Der zweitwichtigste Fluss ist der Woronesch. Etwa 10 Prozent des Territoriums sind mit Wäldern bedeckt, wobei die Laubwälder dominieren, darunter besonders Eichen, Eschen, Ahorne, Linden.

Auf dem Territorium der Oblast befinden sich zwei staatliche Naturschutzgebiete, das Woronescher Biosphärenaturschutzgebiet und das Choperskij Naturschutzgebiet, mit einer Gesamtfläche von 35.000 Hektar.

Klimatisch liegt die Oblast in der Zone des gemäßigten kontinentalen Klimas. Im Winter liegt die Durchschnittstemperatur bei – 9 °C, bei einer vorwiegend trüben Wetterlage. Die Mittelwerte im Juli liegen bei +21 °C, es dominiert trockenes, heiteres Wetter bei nicht selten vorherrschender Windstille . Die Vegetationsperiode dauert zwischen 185 (im Norden) und 200 Tagen (im Süden). Die jährlichen Niederschlagsmengen belaufen sich im Schnitt auf 500 mm pro Quadratmeter.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Gebiet verfügt über Bodenschätze, darunter Kupfer, Nickel, Titan und Phosphorit.

Die Industrie erbringt als führender Wirtschaftszweig ein Viertel des regionalen Bruttosozialprodukts, dort sind 22 Prozent der berufstätigen Bevölkerung beschäftigt. In der Oblast befinden sich 5450 Industrieunternehmen, von diesen gehören etwa 300 zu den großen und mittleren Unternehmen. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen zählen der Flugzeugbau (Langstreckenflugzeuge wie z.B. IL-96, Regionalstreckenflugzeuge wie z.B. AN-148) sowie die chemische und lebensmittelverarbeitende Industrie. Die fruchtbaren Schwarzerdeböden ermöglichen intensive Landwirtschaft. Die Oblast verfügt über 3812,6 Tausend Hektar landwirtschaftlich Nutzbarer Flächen, darunter 2916,0 Tausend Hektar Ackerböden. Angebaut werden Getreide, Zuckerrüben und Sonnenblumen, daneben besteht Obstbau und es wird Viehzucht betrieben.

Die Oblast Woronesch ist aufgrund seiner geographischen Lage ein wichtiger Transport- und Logistikknoten im südlichen Zentralrussland.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Territorium der Oblast Woronesch wurde seit dem Paläolithikum von Menschen (z.B. Skythen, Petschenegen oder Chasaren) besiedelt. Seit 1240 befand sich das Gebiet im Einflussbereich der Goldenen Horde. Nach dem Zerfall der Horde fiel das Gebiet an einen Splitterstaat der Goldenen Horde, dem Krimkhanat, das zusammen mit der Nogaier-Horde weite Teile der Steppe beherrschte und regelmäßige Raubzüge nach Russland unternahm, bei denen viele Sklaven genommen wurden. Nach der allmählichen Zurückdrängung der Krimtataren und der weiteren Konsolidierung des Moskauer Großfürstentums im 16. Jahrhundert wurde das Gebiet Teil des Russischen Zarentums, das hier zunächst Grenzfestungen gegen die Krimtataren errichtete. 1711 wurde Woronesch Hauptstadt des Gouvernements Asow, das 1725 in Gouvernement Woronesch umbenannt wurde. Durch den Bau von Eisenbahnstrecken in den 1860er bis 1870er Jahren hielt in dem Territorium die Industrialisierung einzug. Offiziell wurde die Oblast Woronesch in ihren jetzigen Grenzen am 13. Juni 1934 gebildet. Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Teil des Gebietes von den Deutschen erobert, die Frontlinie verlief entlang des Flusses Woronesch. Nach heftigen Kämpfen wurde das Gebiet 1943 befreit.

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Das Hochschulwesen im Gebiet Woronesch umfasst 39 Hochschulen in denen 133.300 Studenten ausgebildet werden. Daneben gibt es über 60 Wissenschafts- und Forschungsinstitute.

Verwaltungsgliederung und größte Städte[Bearbeiten]

Oblast Woronesch (Oblast Woronesch)
Oblast Tambow
Oblast Lipezk
Oblast Belgorod
Ukraine
Föderationskreis Südrussland

Die Oblast Woronesch gliedert sich in 31 Rajons und 3 Stadtkreise, die von der mit Abstand größten Stadt Woronesch sowie Borissoglebsk und Nowoworonesch gebildet werden. Weitere größere Städte sind Rossosch und Liski (in der Sowjetunion Georgiu-Desch nach Gheorghiu-Dej). 63,5 Prozent der Bevölkerung lebt in den 15 Städten und 17 Siedlungen städtischen Typs, 36,5 Prozent auf dem Land.

Größte Städte
Stadt Name Einwohner
(14. Oktober 2010)[2]
Woronesch Воронеж 889.680
Borissoglebsk Борисоглебск 65.585
Rossosch Россошь 62.865
Liski Лиски 55.864
Ostrogoschsk Острогожск 33.842
Nowoworonesch Нововоронеж 32.635

Siehe auch: Liste der Städte in der Oblast Woronesch

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oblast Woronesch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Administrativno-territorialʹnoe delenie po subʺektam Rossijskoj Federacii na 1 janvarja 2010 goda (Administrativ-territoriale Einteilung nach Subjekten der Russischen Föderation zum 1. Januar 2010). (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  3. Naselenie po nacional'nosti i vladeniju russkim jazykom po sub"ektam Rossijskoj Federacii. In: Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2002 goda. Rosstat, abgerufen am 1. November 2011 (XLS, russisch, Ethnische Zusammensetzung und Kenntnis der russischen Sprache nach Föderationssubjekt, Ergebnisse der Volkszählung 2002).