Oblast Leningrad

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Subjekt der Russischen Föderation
Oblast Leningrad
Ленинградская область
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Fläche 83.908 km²[1]
Bevölkerung 1.716.868 Einwohner
(Stand: 14. Oktober 2010)[2]
Bevölkerungsdichte 20 Einw./km²
Verwaltungszentrum Sankt Petersburg
Offizielle Sprache Russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Russen (89,6 %)
Ukrainer (2,5 %)
Weißrussen (1,6 %)
(Stand: 2002)[3]
Gouverneur Alexander Drosdenko
Gegründet 1. August 1927
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahlen (+7) 813xx
Postleitzahlen 187000–188999
Kfz-Kennzeichen 47
OKATO 41
ISO 3166-2 RU-LEN
Website www.lenobl.ru
Iran Turkmenistan China Kasachstan Usbekistan Mongolei Japan Nordkorea China Norwegen Dänemark Deutschland Schweden Vereinigte Staaten Finnland Kirgisistan Georgien Türkei Armenien Aserbaidschan Ukraine Polen Litauen Letttland Estland Weissrussland Norwegen Oblast Sachalin Region Kamtschatka Jüdische Autonome Oblast Region Primorje Region Chabarowsk Tuwa Chakassien Oblast Kemerowo Republik Altai Region Altai Oblast Nowosibirsk Oblast Omsk Oblast Tjumen Oblast Tomsk Burjatien Region Transbaikalien Oblast Amur Oblast Magadan Autonomer Kreis der Tschuktschen Oblast Irkutsk Sacha Region Krasnojarsk Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen Autonomer Kreis der Chanten und Mansen/Jugra Oblast Swerdlowsk Oblast Tscheljabinsk Oblast Kurgan Oblast Orenburg Autonomer Kreis der Nenzen Republik Komi Baschkortostan Region Perm Oblast Wologda Republik Karelien Oblast Murmansk Oblast Archangelsk Oblast Kaliningrad Sankt Petersburg Oblast Leningrad Tatarstan Udmurtien Oblast Kirow Oblast Kostroma Oblast Samara Oblast Pskow Oblast Twer Oblast Nowgorod Oblast Jaroslawl Oblast Smolensk Moskau Oblast Moskau Oblast Wladimir Oblast Iwanowo Mari El Tschuwaschien Mordwinien Oblast Pensa Oblast Nischni Nowgorod Oblast Uljanowsk Oblast Saratow Oblast Brjansk Oblast Kaluga Oblast Tula Oblast Rjasan Oblast Orjol Oblast Lipezk Oblast Woronesch Oblast Belgorod Oblast Kursk Oblast Tambow Oblast Wolgograd Oblast Rostow Oblast Astrachan Kalmückien Dagestan Adygeja Region Krasnodar Karatschai- Tscherkessien Kabardino-Balkarien Region Stawropol Nordossetien-Alanien Inguschetien TschetschenienLage in Russland
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59.8531.3Koordinaten: 59° 51′ N, 31° 18′ O

Die Oblast Leningrad (russisch Ленинградская область/ Leningradskaja oblast) ist eine Oblast im nordwestlichen Teil Russlands. Das Gebiet umschließt Sankt Petersburg, der Sitz der Verwaltung befindet sich ebenfalls dort, die Stadt selbst ist aber eine eigene Verwaltungseinheit. Im Gegensatz zur Stadt hat die Oblast nach einem Beschluss des dortigen Gebietssowjets ihren aus sowjetischer Zeit stammenden Namen beibehalten.[4]

Geographie[Bearbeiten]

Die Oblast umfasst den Großraum Sankt Petersburg und reicht von der finnischen und der estnischen Grenze über die Südhälfte des Ladogasees bis zum Onegasee. Die West-Ost-Ausdehnung beträgt 450 km, die maximale Nord-Süd-Ausdehnung 320 km. Wichtigste Flüsse sind Newa und Wolchow. Auf dem Territorium des Gebiets Leningrad befinden sich 1800 Seen. Unter ihnen sind mit dem Ladogasee und Onegasee der größte und der zweitgrößte Süßwassersee Europas.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft ist vielfältig, zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen zählen Maschinenbau, Holzverarbeitung, chemische Industrie und Energiegewinnung.

Geschichte[Bearbeiten]

Im 17. Jahrhundert gehörte das heutige Gebiet der Oblast Leningrad zum Schwedischen Reich

Das Gebiet am Finnischen Meerbusen war als Ingermanland bekannt und lange Zeit von finno-ugrischen Völkern bewohnt. Mit den Wepsen, Woten und Ischoren (Ingriern) leben noch kleine Reste dieser Völker in der Region. Im 8. Jahrhundert n. Chr. ließen sich die Slawen auf diesem Territorium fest nieder. Die Slawen rückten entlang der wichtigsten Wasserstraßen, der Ostsee und des Ladogasees, vor und erschlossen das Land. Die Beziehungen der Ostslawen zu den weniger zahlreichen Ureinwohnern hatten aber einen friedlichen Charakter.

In diese Zeit fällt die Entstehung von Alt-Ladoga am Ufer des Flusses Wolchow, der ältesten Siedlung in Nordwestrussland. Im 9. bis 10. Jahrhundert bildete Alt-Ladoga als politisches und wirtschaftliches Zentrum bei der Herausbildung des altrussischen Staates eine bedeutende Rolle. Ein mit damit verbundenes Ereignis ist die 862 erfolgte Einladung der warägischen Dynastie der Rjuriks mit Brüdern und Gefolge nach Alt-Lagoa, die die Streitigkeiten unter des Stämmen nach dem Tod des letzten Angehörigen der lokalen slawischen Stammesfürsten beenden sollten. Dieses Ereignis gilt als Gründungsdatum des russischen Staates (vgl. Geschichte Russlands).

Das Territorium des heutigen Gebiets Leningrad gehörte zu den Ländern der Republik Nowgorod zwischen 1136 bis 1478. Im 13. und 14. Jahrhundert wurden diese Länder zum Kampfplatz bei der Abwehr der Angriffe des Meistertums Livland und Schwedens. Im Jahre 1240 fand die berühmte Schlacht an der Newa statt, in der die russischen Truppen unter dem Kommando des Fürsten Alexander Newski die Schweden zurückschlugen. Im Januar 1478 endete die Existenz der Nowgoroder Republik. Ihre Länder gingen an das Großfürstentum Moskau über.

In der Zeit der Wirren, im frühen 17. Jahrhundert ging das Gebiet an Schweden. Russlands Versuch, in den Jahren 1656-1658 die eingebüßten Territorien auf militärischem Wege zurückzuerobern scheiterten zunächst. Anfang des 18. Jahrhunderts während des Großen Nordischen Krieges wurde das Gebiet von Peter I. zurückerobert. Um Russland den Zugang zur Ostsee zu sichern, gründete Peter I. am 16. Mai 1703 auf einer Insel im Newadelta die neue Festung St. Petersburg, die dann zur Hauptstadt des Russischen Kaiserreiches wurde. Die Oblast Leningrad wurde am 1. August 1927 gebildet. Sein historischer Vorgänger war das Gouvernement Ingermanland (später St. Petersburg, Petrograd, Leningrad), das 1708 gebildet wurde.

Die Leningrader Oblast in den Grenzen von 1940

Nach dem Winterkrieg (1939–1940) verlor Finnland einige Territorien an die Sowjetunion. Dadurch wurde die Oblast Leningrad vergrößert. Seit dem Juli 1941 bis zum August 1944 fanden hier erbitterte Schlachten des Zweiten Weltkriegs statt. Der Kampf um Leningrad zählt zu den wichtigsten Schlachten. 900 Tage und Nächte hielten die Soldaten der Leningrader und der Wolchow-Front die Truppen der Wehrmacht und finnische Truppen auf den Zugangswegen zu Leningrad auf. Während der Leningrader Blockade verlief auf dem Territorium des Gebiets die „Straße des Lebens“, die einzige Verbindungslinie zwischen der belagerten Stadt und dem Hinterland. Der Krieg hat der Oblast Leningrad riesigen Schaden zugefügt. In den besetzten Bezirken war die Industrie fast völlig vernichtet. 16 Städte und gut 4000 Siedlungen wurden verwüstet. Im Januar 1945 zählte die Oblast nur noch 483.000 Einwohner, im Vergleich zu den 1.258.000 Einwohnern vor dem Krieg.

Bis 1978 wurde die Fläche der Stadt Leningrad um die Satellitenstädte Kolpino, Puschkin, Lomonossow, Kronstadt, Peterhof und angrenzende Vororte erweitert. Diese Städte gelten jetzt als Stadtbezirke von Sankt Petersburg und gehören daher administrativ und territorial nicht mehr zur Oblast.

Verwaltungsgliederung und Städte[Bearbeiten]

Die Oblast ist in 17 Rajons und einen Stadtkreis (Sosnowy Bor) unterteilt.

Insgesamt gibt es 31 Städte und 32 Siedlungen städtischen Typs.

Größte Städte
Name Russisch Einwohner
(14. Oktober 2010)[2]
Gattschina Гатчина 92.937
Wyborg Выборг 79.962
Sosnowy Bor Сосновый Бор 65.788
Wsewoloschsk Всеволожск 59.704
Tichwin Тихвин 58.459
Kirischi Кириши 52.309

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oblast Leningrad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Administrativno-territorialʹnoe delenie po subʺektam Rossijskoj Federacii na 1 janvarja 2010 goda (Administrativ-territoriale Einteilung nach Subjekten der Russischen Föderation zum 1. Januar 2010). (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  3. Naselenie po nacional'nosti i vladeniju russkim jazykom po sub"ektam Rossijskoj Federacii. In: Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2002 goda. Rosstat, abgerufen am 1. November 2011 (XLS, russisch, Ethnische Zusammensetzung und Kenntnis der russischen Sprache nach Föderationssubjekt, Ergebnisse der Volkszählung 2002).
  4. Sowet, roschdjonny „wetrom peremen“ auf газетавести.рф (abgerufen am 5. Februar 2013)