Sternwarte am purpurnen Berg

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Das Purple-Mountain-Observatorium
Das Purple-Mountain-Observatorium

Die Sternwarte am purpurnen Berg (chinesisch 紫金山天文台Pinyin Zĭjīnshān Tiānwéntái) ist eine Sternwarte nahe der Stadt Nanjing in der Volksrepublik China. Das Observatorium liegt im östlichen Randgebiet der Stadt auf einer Hügelkuppe im Westen der Purpurberge in einer Höhe von 267 m über dem Meeresspiegel.

Der Bau der Sternwarte begann 1929. Fünf Jahre später, 1934, wurde der Beobachtungsbetrieb aufgenommen. Heute ist sie ein modernes astronomisches Observatorium, das der Chinesischen Akademie der Wissenschaften unterstellt ist.

An der Sternwarte am purpurnen Berg wurden drei Kometen entdeckt, darunter der periodische 60P/Tsuchinshan. Zu den Entdeckungen zählen darüber hinaus 147 Asteroiden, unter anderem die Trojaner (2223) Sarpedon, (2363) Cebriones und (2456) Palamedes, sowie ferner auch der nach der Warte benannte (3494) Purple Mountain.

Das Observatorium steht seit 1996 auf der Denkmalliste der Volksrepublik China.

Historische astronomische Instrumente[Bearbeiten]

Auf dem Gelände sind originale historische astronomische Instrumente zu besichtigen, wie z. B eine Armillarsphäre. Mit diesem Instrument, das im Jahre 1437 erbaut wurde, konnte man die equatoriale Ekliptik und die horizontalen Koordinaten von Himmelskörpern bestimmen. Die Ringe sind unterteilt in Skalen von 365,25 und 100. Diese Art von Skalensystemen kennzeichnet die Eigenschaften der Astronomie im Alten China. Deutsche Truppen brachten diese Armillarsphäre 1900 nach Berlin, als die Vereinigten acht Staaten (Boxerkrieg) in Peking einmarschierten. Das Instrument wurde 1920 nach China zurückgebracht.

Ein weiteres historisches Gerät ist die vereinfachte Armillarsphäre. Mit diesem Instrument auf der Basis der Armillarsphäre konnten sowohl äquatoriale als auch horizontale Koordinaten von Himmelskörpern ohne gegenseitige Interferenz gemessen werden. Dieses Instrument wurde 1437 nach einer Idee von Guo Shou-jing (1231–1316) hergestellt. Ebenfalls als Kriegsbeute wurde dieses Instrument 1900 nach Frankreich gebracht, es kam 1905 wieder nach China zurück.

Weblinks[Bearbeiten]

32.066913888889118.82496944444Koordinaten: 32° 4′ 1″ N, 118° 49′ 30″ O