Tarotblatt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Tarotblatt enthält die Spielkarten des Tarot.

Inhaltsverzeichnis

Die Karten der Großen Arcana (auch Trumpfkarten oder Trionfi)[Bearbeiten]

0 / XXII Der Narr[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Die Karte zeigt meist einen Jüngling, doch gehen die Darstellungen oft weit auseinander.

Beim Visconti-Sforza-Spiel zeigt die Karte einen jungen, bärtigen Mann mit Doppelkinn und Federn im Haar, er trägt nur Lumpen, und die Hosen (oder Unterhosen?) hängen an seinen Beinen.

Bei Arthur Edward Waite sieht man einen reich gekleideten Jüngling, der unbeschwert und in den Himmel schauend auf einen Abgrund hin läuft. In der einen Hand trägt er eine kleine weiße Blume, in der anderen einen Stock, an dem ein Bündel hängt.

Bei Crowley sieht man einen vor Kraft und Geilheit strotzenden Dionysos, der in der Luft hängt. Er befindet sich in einem angedeuteten Ei. Symbole, die auf der Karte zu finden sind: Stab des Hermes, Ei, Wein, Krokodil, zwei kleine Kinder, eine dreifaltige Blume, die Sonne als Phallus, einen Kelch, Weintrauben, Geldstücke sowie eine Luzifuge.

Bei Hermann Haindl sieht man einen Hofnarr mit stark androgyner Ausstrahlung und hat in der Darstellung des Gesichts eine ähnliche Unergründlichkeit wie die Mona Lisa. Ein Finger des Narres zeigt auf die Wunde in der Brust eines Schwanes, dessen Hals enorme Überlänge hat und nach oben hin mäandert.

Deutung[Bearbeiten]

Als 0 symbolisiert der Narr die jugendliche Unwissenheit und Unbekümmertheit, das Sorglose ins Leben hineintreten. Als XXII symbolisiert er das Aufgehen des „Helden“ ins Nichts. Éliphas Lévi, einer der Begründer des modernen Okkultismus, ordnet den Narren als 0 zwischen den Karten Gericht (XX) und Die Welt (XXI) ein und deutet sie als Versagen auf der ganzen Linie, als Scheitern auf der Zielgerade.

Entsprechungen[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Karte weist keine Nummerierung bis auf zwei alte Decks auf (z. B. Sola Busca mit „0“ sowie das belgische Tarot mit XXII). Die Karte ist historisch teilweise sowohl der höchste Trumpf als auch eine niedrigwertige Karte.[1].

I Der Magier[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Meist sieht man den Magier mit der rechten Hand in den Himmel zeigen und mir der linken auf die Erde. Auf einem Tisch vor ihm liegen die Paraphernalien, welche identisch sind mit den Symbolen der kleinen Arkana.

Bei Crowley ist der Magier der griechische Gott Hermes, dessen Arme und Paraphernalien ein Aleph bilden. Symbole der Karte sind: Geflügeltes Ei, Stab des Hermes, Pfeil, Schriftrolle und geflügelte Sonnenscheibe.

Bei Haindl sieht man einen zweigesichtigen Mann, der sowohl in den Tag wie auch in die Nacht blickt. Sein „Taggesicht“ ist alt und ruhig, sein „Nachtgesicht“ wirkt jung und unruhig.

Deutung[Bearbeiten]

Der Magier symbolisiert Selbstvertrauen, Willen, zeigt einen Menschen, der sich seines Könnens absolut bewusst ist und deswegen gelegentlich zu ein wenig Überheblichkeit tendiert. Als Mittler zwischen Himmel und Erde, zwischen Materiellem und Geistigem, symbolisiert er den Menschen an sich, welcher aus Geist und Körper besteht.

Entsprechungen[Bearbeiten]

II Die Hohepriesterin[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Die Hohepriesterin trägt eine Tiara (Papstkrone) sowie eine Halskette mit einem großen Kreuz. Zu ihren Füßen befindet sich eine Mondsichel. In ihrer Hand hält sie eine Papierrolle mit der Aufschrift Tora . Die Rolle wird etwas durch ihren Umhang verdeckt. Sie sitzt zwischen einer schwarzen und einer weißen Säule — 'J' steht für Jachin und 'B' für Boas — in einem mystischen Tempel. Der Vorhang des Tempels befindet sich hinter ihr, er enthält eingestickte Palmen und Granatäpfel.

Deutung[Bearbeiten]

Die Bedeutung der Karte umfasst Intuition, beide Seiten einer Situation sehen oder sich ansehen müssen, Klärung der Situation und deren Vergangenheit sowie Klugheit und Umsicht.

Im weiteren Sinne stellt sie auch die Übermutter dar, d. h. ein helles Abbild derselben.

Entsprechungen[Bearbeiten]

III Die Herrscherin[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Meist sieht man eine üppige Frau in einem Garten.

(In manchen esoterischen Schulen heißt die Karte nicht „Herrscherin“ sondern „Horus“ und hat als Symbol ein Kreuz)

Deutung[Bearbeiten]

Die Karte steht für Fruchtbarkeit, Mütterlichkeit, Natur, Schönheit und Üppigkeit, kann aber auch den reinen Hedonismus bedeuten.

Entsprechungen[Bearbeiten]

IV Der Herrscher[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Ein König sitzt auf einem Steinblock und kreuzt seine Beine. In den Händen hält er ein Zepter und einen Reichsapfel, oft sind noch Widdersymbole vorhanden.

Deutung[Bearbeiten]

Sie symbolisiert den Wunsch nach Macht im persönlichen Nahbereich oder auch die notwendige Akzeptanz, beherrscht zu werden.

Entsprechungen[Bearbeiten]

V Der Hierophant[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Ein Hohepriester mit Tiara sitzt zwischen zwei Säulen und hält einen Stab mit drei Querbalken, die andere Hand ist segnend über zwei Schüler erhoben.

Deutung[Bearbeiten]

Der Hierophant repräsentiert den Willen Gottes und dessen Auslegung auf der Erde. Im Tarot steht der Hierophant für Fragen nach dem Sinn und die Wahrheitssuche. Der göttliche Aspekt kann als Offenbarung oder auch Erleuchtung gedeutet werden. Im Extrem können die Eigenschaften des Hierophanten bis hin zur Intoleranz oder gar Anmaßung reichen.

Entsprechungen[Bearbeiten]

VI Die Liebenden (Die Entscheidung)[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Sie zeigt einen jungen Mann und eine junge Frau, meistens Seite an Seite, und oft entblößt. Das Rider-Waite-Tarot stellt sie als Adam und Eva im Garten Eden dar. Der Baum des Lebens erscheint hinter Adam, und der Baum der Erkenntnis erscheint hinter Eva (mit Serpent). Die Sonne scheint direkt über ihren Köpfen.

Deutung[Bearbeiten]

Die Karte repräsentiert Beziehungen und Optionen.

Die Karte wird mit dem Tierkreiszeichen Zwillinge assoziiert und wird auch in einigen Decks mit der Karte Die Zwillinge in Verbindung gebracht. Andere assoziieren die Karte mit Luft, Merkur oder dem hebräischen Buchstaben ז (Zajin).

Entsprechungen[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Karte hat zwei verschiedene Traditionen:

  1. Die italienische Geschichte, in der eine einfache Allegorie mit Liebe hergestellt wird.
  2. Die Marseiller Tradition, die eine Permutation der Themen „Wahl“ oder „Versuchung“ darstellen.

VII Der Wagen[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Meist zeigt die Karte einen reich gekleideten und gepanzerten Jüngling, der in einem Wagen sitzt, der aus Stein zu sein scheint. Gezogen wird der Wagen von einer weißen und einer schwarzen Sphinx.

Deutung[Bearbeiten]

Die Karte wird oft als äußere Vollendung gewertet, sie stellt einen Menschen dar, der im Leben sicher verwurzelt ist und so den nötigen Hintergrund hat, um seine Persönlichkeit zu entfalten. Teilt man die große Arkana in drei Siebenerreihen, so kommt der Wagen unter der Mäßigkeit und der Welt zu liegen. Dies deutet man als die drei Ebenen des Menschen, die Karte VII als das Äußere, den Körper (äußere Festigkeit), die XIV. Karte als das Geistige (Gleichmaß, Gleichmut, innere Ruhe) und die XXI. Karte als das Spirituelle / Seelische (Unio Mysica). In dieser Anordnung bedeutet der Wagen auch der vollendete Magier bzw. den vollendeten Weisen.

Entsprechungen[Bearbeiten]

VIII / XI Die Gerechtigkeit[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Meist wird eine Justitia mit verbundenen Augen dargestellt, die in der einen Hand eine Waage, in der anderen ein Schwert hält.

Deutung[Bearbeiten]

Die Karte symbolisiert Fairness, Verantwortlichkeit, Regelung von öffentlichen Angelegenheiten, Gerechtigkeit und Richterspruch (auch im eigenen Inneren).

Entsprechungen[Bearbeiten]

als Karte VIII

als Karte XI

IX Der Eremit[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Ein alter Mann in einem langen Kapuzenmantel steht einsam auf einem Berg und stützt sich auf einen Stock. Er hält eine Laterne. Bei Haindl sieht man den Eremiten auf einem Berg den Mond preisen, im Hintergrund sieht man das Auge Gottes (Pyramide mit Auge). Er ist umgeben von Käuzen.

Deutung[Bearbeiten]

Die Karte IX simbolisiert die innere Umkehr, die Andacht, aber auch Weltentfremdung, innere Emigration

Entsprechungen[Bearbeiten]

X Rad des Schicksals[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Es ist ein Rad dargestellt in das meist TORA geschrieben steht. Eine Sphinx sitzt auf dem Rad, eine Schlange und ein Schakal sind auf den Seiten des Rades, die Cherubim sind in den vier Ecken der Karte abgebildet.

Bei Haindl ist oben das Gesicht eines Mannes abgebildet und unten das Gesicht einer Frau. Auf dem Rad sieht man eine Hand, die ein Stigma trägt, welches die Nabe des Rades bildet. Bilder, die auf der Karte vorhanden sind: ein alter Mann, eine Schildkröte, Fliegenpilze, eine Schlange, ein Einhorn, ein Auge, Blitze und Wassertropfen.

Beim Visconti-Sforza-Spiel sieht man ein Rad mit vier Figuren, welche jede ein Spruchband besitzt. Auf den Bändern steht (in Latein): Ich herrsche (oben), ich habe geherrscht (rechts), ich habe kein Reich (unten), ich werde herrschen (links).

Deutung[Bearbeiten]

Die Karte symbolisiert das Eingebundensein in das Wirken des Lebens, ins Schicksalsrad und zeigt uns, dass keine Situation ewig herrscht.

Entsprechungen[Bearbeiten]

XI / VIII Die Kraft[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Die Karte zeigt eine Frau mit einem Löwen an der Seite. Die Frau schaut ruhig und freundlich, erscheint jedoch dominant gegenüber dem Löwen.

Deutung[Bearbeiten]

Sie bedeutet Kraft, Stärke, Mut, Mobilisierung von Energiereserven, innere geistige Kraft, Selbstvertrauen, gute körperliche Konstitution u. a.

Entsprechungen[Bearbeiten]

als Karte VIII

als Karte XI

Geschichte[Bearbeiten]

Die Karte hieß ursprünglich Fortitude.

XII Der Gehängte[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Die Karte zeigt einen Mann an einem Fuße kopfüber aufgehängt über einem Abgrund. Der Galgen wird aus zwei Baumstämmen und einem Querbalken gebildet, das freie Bein ist verschränkt und bildet mit dem anderen eine umgekehrte vier. Bei Crowley ist der Gehängte an eine Wand festgenagelt. Bei Haindl ist das Haar des Gehängten mit dem Boden verwachsen, welcher wie ein weiblicher Körper aussieht.

Deutung[Bearbeiten]

Früher war der Gehängte der Verräter, Judas, der schändliche Mensch. Heute gilt die Karte als Symbol der Einweihung (ähnlich wie Odin, der sich neun Tage an der Weltenesche Yggdrasil aufhängt) und der dazu notwendigen Geduld und die Fähigkeit, die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Entsprechungen[Bearbeiten]

XIII Der Tod[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Ein Skelett sitzt auf einem weißen Pferd, vor ihm knien verschiedene Menschen, auf dem Boden liegen Körperteile von Toten.

Deutung[Bearbeiten]

Sie steht symbolisch/archetypisch für einen Wechsel, Abschied respektive ein Ende, nicht jedoch zwingend den Tod. Die Karte muss also nicht unbedingt etwas Negatives bedeuten (Ende unangenehmer Lebenssituationen; Jedes Ende impliziert meist einen Neubeginn als logische Folge). Die Karte bedeutet einen abrupten Wandel, ein freiwilliges oder unfreiwilliges Ende, das Werden und Vergehen oder den leiblichen Tod, in jedem Falle ein unabwendbares und endgültiges Ereignis (Scott Hollander, S. 89).

Entsprechungen[Bearbeiten]

XIV Die Mäßigkeit[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Ein Engel steht mit einem Fuß auf der Erde und hält den anderen in ein Gewässer. Er gießt eine Flüssigkeit von einem Kelch in einen anderen.

Deutung[Bearbeiten]

Die Karte symbolisiert den Fluss von Geschehnissen, gemäßigten Energiehaushalt, Geduld, Gleichklang der Energien und Ausgewogenheit.

Im weiteren Sinne bedeutet die Karte eine Einbindung von Elementen in eine Gesamtheit oder die Synthese von Gegensätzen.

Entsprechungen[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Sie wurde in älteren italienischen Decks auch mit VI oder VII nummeriert. Im Thoth-Tarot und deren Derivate heißt die Karte Kunst.

XV Der Teufel[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Ein gehörnter und geflügelter Dämon mit Adlerklauen steht auf einem Altar, an dem zwei kleinere Teufel festgebunden sind. In der linken Hand hält er eine Fackel.

Deutung[Bearbeiten]

Der Teufel symbolisiert das Totale und Widerspruchslose, seine Thematik ist die Macht und die Ohnmacht. Auf dem Weg des Helden symbolisiert sie die Gewissensprüfung.

Entsprechungen[Bearbeiten]

XVI Der Turm[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Bei den meisten Darstellungen sieht man einen Blitz in einen Turm einschlagen und zwei Menschen, die aus diesem Turm herausfallen. Bei Crowely sieht man eine Schlange aus dem Turm wachsen, deren Feuer dann die Wurzel des Turms in Asche legt. Bei Haindl wird ein Feuerball inmitten eines Turmes gezeigt, bei dem man weder den Grund noch die Spitze sieht.

Deutung[Bearbeiten]

Der Turm symbolisiert das Gefängnis der Gedankenkonstrukte, Weltbilder usw., in das wir Menschen uns selber einspinnen. Der Blitz zeigt an, dass äußere Umstände unser Weltbild oft erschüttern oder gar zerstören, vor allem dann, wenn wir uns zu sehr auf unser Weltbild festlegen (die bekannte Metapher vom Gefangensein im Elfenbeinturm). Die beiden Menschen, die vom Turm fallen, symbolisieren zwei unterschiedliche Menschen: Diejenigen, die sich nur auf das Geistige verlassen und diejenigen, die sich nur aufs Materielle stützen.

Durch seine Lage zwischen dem Teufel (XV) und dem Stern (XVII) zeigt der Turm einen Wechsel von Überheblichkeit hin zur Demut.

Entsprechungen[Bearbeiten]

XVII Der Stern[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Eine nackte Frau gießt aus zwei Krügen Wasser auf den Boden. Sie kniet auf dem Boden, hat aber einen Fuß im Wasser. Über ihr strahlt ein großer Stern, der von sieben kleinen Sternen umgeben ist. Bei Haindl sieht man eine Frau, die ihre Haare in einer Quelle auswäscht. Bei Crowley sieht man eine nackte, ätherische Frau, die sich mit dem Wasser des einen Kelches übergießt und aus dem anderen Wasser auf den Boden leert.

Deutung[Bearbeiten]

Die Karte symbolisiert Demut, Schlichtheit und wahre Religiosität, welche nicht frömmelnd ist.

Entsprechungen[Bearbeiten]

XVIII Der Mond[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Meistens ist ein Weg abgebildet, der zwischen zwei Säulen oder Türmen hindurch mäandert, und von einem Schakal und einem Hund flankiert wird. Ein Hummer krabbelt aus dem Wasser heraus. Der Mond selber sieht man sowohl als Vollmond wie als Mondsichel mit einem Gesicht. Bei Crowely ist die Karte mit Sinuskurven ausgestaltet. Bei Haindl sieht man einen Einhornkopf, der scheinbar aus dem Hintergrund gewachsen ist.

Deutung[Bearbeiten]

Der Mond steht für die Haltung der Gelassenheit und Hingabe, aus der sich die Anderwelt der Träume, des zweiten Gesichts, des Unterbewussten, der Irrationalität und der unterbewussten Ängste öffnet. Steht die Sonne für die philosophische Geistesklarheit, so steht der Mond für Mythen, Symbole, Märchen und gleichnishaftes Wissen.

Entsprechungen[Bearbeiten]

XIX Die Sonne[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Die Karte bildet ein Kind ab, dass auf einem weißen Pferd unter einer personifizierten Sonne reitet. Im Hintergrund sind Sonnenblumen zu sehen. Klassische Darstellungen zeigen einen Jungen und ein Mädchen, die Hand in Hand vor einer Mauer stehen. Bei Haindl sieht man eine Sonne und eine Rose und im Hintergrund eine Morgenröte. Im Visconti-Sforza sieht man einen Jungen, der auf einer Wolke dahinzieht und eine Sonnenmaske in den Händen hält.

Deutung[Bearbeiten]

Die Sonne symbolisiert die Hoffnung, den Idealismus, das Streben nach „höheren“ Werten. Sie steht aber auch für geistige Klarheit, also nicht für Illusionen und Utopien. Alchemistisch stellt sie den „Stein der Weisen“ dar.

Entsprechungen[Bearbeiten]

XX Das Gericht[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Ein Erzengel bläst in eine Posaune, aus Gräbern steigen Menschen mit ausgestreckten Armen hervor.

Deutung[Bearbeiten]

Sie symbolisiert Auferstehung, Neubeginn, das Hören auf innere und äußere Botschaften, Beginn einer neuen Phase oder eine Wiederkehr. Außerdem kann das Ende von Leidenszeiten bevorstehen.

Entsprechungen[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

In moderneren Spielen heißt die XX. Karte oft auch Aeon, eine Änderung die auf Crowely zurückgeht. Oft stellt das Aeon ein Kind in einer Fruchtblase dar (ähnlich wie das Ende in Stanley Kubricks Film 2001 Odyssee im Weltraum). Die Deutung ist grundsätzlich dieselbe, nur ist beim Gericht der Hauptschwerpunkt mehr beim Untergang des Alten, beim Aion aber bei der Geburt des Neuen.

XXI Die Welt[Bearbeiten]

Darstellung[Bearbeiten]

Meist sieht man ein nacktes Mädchen, das zwei Stäbe hält, in einem Siegeskranz, umgeben von den Cherubim (bzw. den Symbolen der Evangelisten). Beim Visconti-Sforza-Spiel sieht man zwei kleine Kinder, die eine Kugel tragen, in der eine Stadt (himmlisches Jerusalem) abgebildet ist.

Deutung[Bearbeiten]

Die Welt steht für Erfolg und das Erreichen des (eines) Ziels. Im Mystischen stellt sie die Unio Mysica dar, das Eintauchen des einzelnen Menschen in einen größeren Sinnzusammenhang. Klassisch in der Tarotdeutung ist die Ansicht, dass der Narr der Weise ist, wie er von den anderen Menschen wahrgenommen wird, die Welt aber, was ihn im Innern ausmacht.

Entsprechungen[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Diese Karte heißt in vielen Varianten des Tarock-Kartendecks Mond (eine Verballhornung von franz. monde, Welt), und ist eines der drei Trullstücke. In esoterischen Tarot-Decks wird die Trumpfkarte XVIII als „Der Mond“ bezeichnet und die Karte Nr. XXI korrekt übersetzt als „das Universum“.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tarot cards – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien