VOX

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Fernsehsender VOX; zu weiteren Bedeutungen siehe Vox.
VOX
Senderlogo
Logo des Senders
Allgemeine Informationen
Empfang: Analog: Kabel
Digital: DVB-T, DVB-C, DVB-S, DVB-S2, IPTV
Sitz: Köln, Deutschland
Eigentümer: RTL Group
Auflösung: 576i (SDTV)
1080i (HDTV) (VOX HD)
Geschäftsführer: Bernd Reichart
Sendebeginn: 25. Januar 1993
Programmtyp: Vollprogramm
Website: www.vox.de
Liste von Fernsehsendern

VOX ist ein deutschsprachiger Privatsender der RTL Group mit Sitz in Köln, der aus dem Westschienenkanal Film- und Fernseh-GmbH & Co. KG hervorging. Diesem wurde am 20. November 1991 nach dem Satellitenstaatsvertrag (SatStV) eine Teillizenz zur Veranstaltung eines Fernsehvollprogramms gemeinsam mit der DCTP (Development Company for Television Program) erteilt. Seit dem 1. Januar 2011 hält VOX die Sendelizenz alleine. VOX gehört seit 1999 dem deutschen Senderverbund der Mediengruppe RTL Deutschland an. IP Deutschland ist das Vermarktungsunternehmen von VOX. Es verkauft unter anderem die Werbezeiten.

Geschichte[Bearbeiten]

Start als Informationssender[Bearbeiten]

Im Januar 1993 startete VOX (lat. vox = „Stimme“) sein Programm mit dem Anspruch, als ereignisorientierter Privatsender mit vielen Live-Sendungen im Nachrichten- und Informationsbereich den öffentlich-rechtlichen Sendern Konkurrenz zu machen und Fernsehsendungen zu gestalten, die sich durch ein ungewöhnlich hohes Niveau auszeichnen. Dazu hatte man sich führende Köpfe von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten geholt (u. a. Ruprecht Eser, Wibke Bruhns), von denen aber nach den schlechten Quoten keiner bei VOX blieb.

Der Sender war als sogenannte „Westschiene“ neben Nord- und Südschiene (RTLplus und Sat.1) bereits in den 1980er-Jahren als dritter großer Privatsender geplant und hatte schon lange vor seiner Existenz reservierte Satellitenplätze, die oft als Westschienenkanal oder Punkt 6 bezeichnet wurden. Der Betreiber des Senders nannte sich dementsprechend zunächst Westschienenkanal Film- und Fernseh GmbH & Co. KG benannte sich aber später um in VOX Film- und Fernseh GmbH & Co. KG.[1] Westschienenkanal war auch der Arbeitstitel des Senders; am 13. Mai 1992 benannte sich der neue Sender in VOX um.[2]

Das Konzept des Senders stand unter dem Stichwort „Infotainment“ und beinhaltete in erster Linie eine Kombination aus einem Nachrichtensender mit hochaktueller Berichterstattung und verschiedenen Talkrunden. Als Programmdirektor wurde Ruprecht Eser gewonnen, der vielen Zuschauern als langjähriger Moderator des ZDF Heute-Journals kannten. Teile des Programms liefert bis heute dctp (Development Company for Television Program), die zusammen mit VOX bis einschließlich 2010 die Sendelizenz für ein Vollprogramm erteilt bekommen hatte. Der Sendestart wurde mit einer spektakulären Werbekampagne begleitet, z. B. Plakate mit dem Werbespruch: „Täglich sterben tausende Gehirnzellen. Retten Sie den Rest.“ Zu den bekanntesten Magazinen zählten beispielsweise Canale Grande mit dem Moderator Dieter Moor und Liebe Sünde mit Matthias Frings. Beide Magazine waren konzeptionell sehr anspruchsvoll und wurden einhellig gelobt. Für die Nachrichtensendungen wurde Deutschlands erste weibliche Nachrichtensprecherin Wibke Bruhns gewonnen.

Das Konzept des Senders scheiterte jedoch; die ehrgeizig gesteckten Ziele (Einschaltquoten) konnten nicht erreicht werden. In der Zielgruppe 3+ konnte der Sender im Schnitt nur 0,3 % Marktanteil erreichen. Die Fachpresse wie Konkurrenten sprachen vom "Senden unter Ausschluss der Öffentlichkeit".

Zudem liefen den Programmverantwortlichen die Kosten aus dem Ruder, weil weltweit ein aufwendiges Korrespondentennetz mit entsprechender fernsehtechnischer Ausstattung zu unterhalten war.

Die Gründe des Scheiterns waren vielfältig: Die ARD hatte zuvor ihr Sendeschema umgestellt und sendete nahezu stündlich die Tagesschau, sodass der Bedarf für einen Nachrichtensender begrenzt war. Hinzu kam, dass für VOX neue Mitarbeiter eingestellt werden mussten, die nicht über ausreichende journalistische Erfahrung und sicheres Auftreten im Fernsehen verfügten. Die Vielzahl eigenproduzierter Sendungen schon zum Sendestart konnte vorher nicht auf Zuschauerakzeptanz getestet werden, und der Sender hatte keinen Zugriff auf zuschauerträchtige Spielfilme und Serien.

Wenige Monate nach Sendestart ließ VOX die Möglichkeit ungenutzt, sich durch die Russische Verfassungskrise 1993 als Sender mit Nachrichtenkompetenz zu profilieren. Man zitierte lediglich Meldungen der Nachrichtenagenturen, teilweise sogar aus der ARD, die mit mehreren Korrespondenten vor Ort war und fast rund um die Uhr berichtete.

Übergangsphase[Bearbeiten]

Im September 1993 wurde die Programmstruktur von VOX radikal geändert. Bestimmten bis dahin vor allem noch Eigenproduktionen das Bild und die Programmstruktur, die fast zu jeder vollen Stunde Nachrichten bot, dominierten von nun an vor allem US-amerikanische Fernsehserien und Filme, welche zuvor verpönt waren. Als erste wurden Airwolf und Sledge Hammer! ins Programm genommen. Lediglich die eigenproduzierte Sendung Liebe Sünde blieb im Programm, die später in Wa(h)re Liebe umbenannt wurde. Aufgrund der neuen Programminhalte erfolgten erste Entlassungen, und auch erste Gerüchte über die Einstellung des Sendebetriebs wurden laut.

Nach dem Ausstieg der Süddeutschen Zeitung aus dem Projekt VOX war außer dem Anteilseigner Bertelsmann niemand mehr bereit, die hohen Programmkosten weiter zu finanzieren. Und auch Bertelsmann zog im März 1994 die Notbremse und erklärte, wenn bis 31. März kein neuer Investor gefunden werde, würde VOX liquidiert und der Sendebetrieb eingestellt.

Tatsächlich blieb VOX ab 1. April 1994 hingegen noch auf Sendung, jedoch nur mit einem Notprogramm, welches fast nur noch aus Filmen und Serien bestand. Zeitweise wurden viele Werbeblöcke ausschließlich mit Eigenwerbung gesendet, da offensichtlich keine Buchungen vorlagen. Branchenintern wurde auch offen über Gratis-Spots geredet, die VOX ausstrahlte, um Aufträge vorzutäuschen. Um die Kosten niedrig zu halten, wurden Filme im Abstand weniger Wochen mehrfach wiederholt. Deutlichstes Beispiel war der Film Der lange Tod des Stuntman Cameron, der ab dem 5. September 1994 so oft ausgestrahlt wurde, dass die Sendekopie schwerste Beschädigungen aufwies, was VOX nicht an weiteren Ausstrahlungen hinderte.

Mit dem Scheitern des ursprünglichen Sendekonzepts von VOX wurde klar, dass die Gründerzeit im Privatfernsehen zu Ende war und die großen Marktanteile vorerst verteilt waren. Danach gegründete Sender waren Sparten- und Regionalprogramme oder kleinere Sender für die Zweitverwertung von Wiederholungen.

Neues Konzept als Unterhaltungssender[Bearbeiten]

Am 1. November 1994 gelang es Bertelsmann, einen neuen Investor für VOX zu finden. Rupert Murdochs Newscorp übernahm die Mehrheitsanteile an VOX. Es folgte ein vollständiger Neustart des Senders und des Programms.

Die neue Geschäftsführung verwarf das alte Konzept und richtete binnen kürzester Zeit das bisherige Programm mehr auf Unterhaltung aus. VOX hatte jetzt durch Murdoch Zugang zu neuesten Produktionen von 20th Century Fox und konnte amerikanische TV-Serien zeigen, teilweise auch in Erstausstrahlung. Aufwändig beworbene Serien waren beispielsweise Space 2063 und Ally McBeal; die letztgenannte wurde zu einem Überraschungshit.

VOX gewann an Profil, als es den Schwerpunkt auf Reise-, Natur- und Tierdokumentationen legte, z. B. mit VOXTOURS, ein Reisemagazin mit Judith Adlhoch. Bekanntestes Aushängeschild war jedoch ein Jahrzehnt lang die Erotik-Sendung Wa(h)re Liebe, die als Moderatorin die Kunstfigur Lilo Wanders bekannt machte. Am späten Abend wurde weiterhin eine Vielzahl von (u. a. politischen) Magazinsendungen ausgestrahlt.

Heute zeigt der Kölner Sender vielfältige Dokumentationen und Reportagen, wie Die große Samstags-Dokumentation, hat viele aktuelle US-Serien, Spielfilm-Highlights sowie Eigenformate aus den Bereichen Kochen, Tiere und Doku-Soaps sowie die für den Deutschen Fernsehpreis nominierte Musik-Casting-Show X Factor im Programm.

Mit Serien wie CSI: NY und Criminal Intent – Verbrechen im Visier in der Hauptsendezeit setzt VOX besonders auf das Genre Krimi. Diese Formate gehören heute zur besten Sendezeit zu den VOX-Programmhöhepunkten. Ergänzt wurden sie in der Folge u.a. um US-Serien wie Boston Legal, Lie to Me, Burn Notice, Leverage und The Closer.

Erfolgreiche Eigenproduktionen bei VOX sind u.a. Menschen, Tiere & Doktoren, auto mobil, Der V.I.P. Hundeprofi, Goodbye Deutschland! Die Auswanderer, hundkatzemaus, Prominent!, Ab ins Beet!, Die Küchenchefs, mieten, kaufen, wohnen und das mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Vorabendformat Das perfekte Dinner.

Zugehörigkeit zur RTL Group[Bearbeiten]

Am 23. Dezember 1999 übernahm die CLT-Ufa Luxemburg Murdochs Anteil von 49,9 % an VOX zum Preis von 650 Millionen DM und wurde dadurch mit 74,8 % zum Mehrheitsgesellschafter. Die RTL Group, die zum Bertelsmann-Konzern gehört, erwarb im Jahr 2000 auch den Anteil der Canal+ am Sender in Köln-Ossendorf, wodurch VOX nunmehr zu 99,7 % der RTL Group gehört. Im Mai 2000 übernahm die IP Deutschland die Vermarktung der Werbezeiten des Senders.

Seit 2000 hat sich VOX kontinuierlich entwickelt und hat inzwischen die Konkurrenten kabel eins und RTL 2 in der Zuschauergunst überholt. Damit ist VOX nun der erfolgreichste Sender der sogenannten „2. Generation“. Ein Zuschauerrekord von 3,77 Millionen wird am 8. April 2004 erreicht, als Titanic gezeigt wird. Selbst der Muttersender RTL hat die bei VOX vorher sehr erfolgreiche US-Serie CSI: Miami in sein Programm übernommen und holte im November 2006 die US-Serie CSI ebenfalls vom Schwestersender weg.

Von 2005 bis 31. Januar 2013 war Frank Hoffmann Geschäftsführer von VOX. Er löste Anke Schäferkordt von ihrem jahrelangen Posten ab, die als Geschäftsführerin zu RTL wechselte.

Seit 1. Februar 2013 ist Bernd Reichart Geschäftsführer von VOX.

Neuaufstellung 2009[Bearbeiten]

Im März 2009 kündigte der Sender Umbaumaßnahmen an und stellte die eigenproduzierten Reisemagazine Wolkenlos und Voxtours ein. Im Juli 2009 reduzierte der Sender seine Spielfilm- und Serienredaktion erheblich. Die Sparte verlor ihre leitende Position und wurde der Programmdirektion von Vox zugeordnet. RTL übernahm die anfallenden Synchronisationsaufgaben. Jugendschutzangelegenheiten wurden dem Aufgabenfeld der Vox-Geschäftsleitung zugeordnet.[3] Seit dem 1. November 2009 überträgt VOX zusammen mit RTL die Ausstrahlung in HDTV über die kostenpflichtige Plattform HD+ des Satellitenbetreibers SES Astra.[4] Seit dem 10. August 2010 sendet VOX aus dem mit RTL gemeinsam geführten Sendezentrum in Köln-Deutz.

Marktanteile[Bearbeiten]

Im Jahr 2009 erreichte VOX einen durchschnittlichen Marktanteil von 7,5 % (14 bis 49 Jahre). Im Jahr 2010 lag der durchschnittliche Marktanteil von VOX bei 7,8 Prozent (14 bis 49 Jahre).

Die Marktanteile der Zuschauer ab 3 Jahren:

1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
1,3 % 2,0 % 2,6 % 3,0 % 3,0 % 2,8 % 2,8 % 2,9 % 3,1 % 3,4 % 3,6 % 4,1 % 4,4 % 5,4 % 5,7 % 5,3 % 5,7 % 5,6 %[5] 5,6 % 5,6 %

Programm[Bearbeiten]

Das Programm ist stark von US-Importen geprägt. Wochentags werden vorrangig erfolgreiche US-Serien gezeigt. Auch Serien aus anderen Ländern sind im Programm, etwa die australische Dramaserie McLeods Töchter.

Magazine und Unterhaltung[Bearbeiten]

Fester Bestandteil des Senders sind u. a. Sendungen wie


Regelmäßig werden Reportagen von BBC Exklusiv ausgestrahlt und verschiedene VOX-Themenabende gestaltet.

Nachrichten[Bearbeiten]

In den Anfangsjahren des Senders wurde die Hauptnachrichtensendung Welt-VOX von Wibke Bruhns moderiert, die Anfang der 1970er Jahre die erste Nachrichtenmoderatorin im öffentlich-rechtlichen Rundfunk war. Ab 1994 gab es nur noch eine Nachrichtensendung, die von Montag bis Freitag um 18 Uhr ausgestrahlt wurde. In der Folgezeit wurden die Nachrichten lange von Spiegel TV produziert, wodurch der Sender in dieser Hinsicht unabhängig von der RTL-Gruppe blieb. Die Redaktion teilte man sich hierbei mit dem direkt zum Spiegel gehörigen Sender XXP.

Seit Februar 2007 lässt VOX seine Nachrichten von infoNetwork produzieren; das Video-Material teilt man sich jetzt mit den anderen RTL-Sendern. Seitdem werden die Nachrichten nicht mehr von einem Moderator, sondern durch einen Off-Sprecher präsentiert. Die Präsentation folgt einem in Deutschland bisher neuartigen Konzept eines geteilten Bildschirms („Split-Screen“) mit zusätzlichen Informationseinblendungen während der gesprochenen Anmoderationen; ein Verfahren, wie es bereits von einigen US-Sendern praktiziert wird.

Montags bis freitags sendet VOX fünfminütige Kurznachrichten gegen 11 Uhr und eine 20 Minuten lange Spätausgabe gegen Mitternacht. Samstags und sonntags strahlt der Sender als einziges Vollprogramm in Deutschland keine Nachrichten aus.

Kochshows[Bearbeiten]

Besonders beliebt bei den Zuschauern sind die Kochshows auf VOX. Vom 1. September 1997 bis zum 27. August 2005 moderierte Britta von Lojewski die Sendung Kochduell. Vom 1. März 2004 (vom 8. Dezember bis 19. Dezember 2003 fand noch eine Pilotphase statt) bis zum 24. August 2007 sorgte Tim Mälzer in der werktäglichen Show Schmeckt nicht, gibt’s nicht für gute Quoten. Seine Nachfolgesendung Born To Cook im Abendprogramm erfüllte dagegen die Erwartungen nicht und wurde nach sechs Folgen wieder eingestellt. Auch ein Garant für hohe Marktanteile ist seit März 2006 das mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Format Das perfekte Dinner.

Tiermagazine[Bearbeiten]

VOX sendet eine ganze Reihe von Tiermagazinen:

Animes[Bearbeiten]

Der Sender hat häufiger im Rahmen einer dctp-Programmschiene auch Anime-Serien ausgestrahlt, welche jedoch in Form von sogenannten Specials am Stück gesendet wurden (meist über Nacht). Hierbei war VOX einer der wenigen Sender, welcher Animes für die Zielgruppe der 16–30-Jährigen gesendet hatte, z. B. DNA² und Samurai Champloo.

Senderlogos[Bearbeiten]

Abgesehen von kleineren Veränderungen und Modernisierungen hat sich das Logo in seiner Grundform seit 1993 nicht geändert (vgl. obige Galerie). Das Cornerlogo ist seit Sendestart in Grautönen und transparenten Ansätzen gehalten. Eine Ausnahme hierbei bildet der 14. Juli 2014, als das Logo in den Farben der deutschen Flagge gehalten wurde, als Anerkennung des 4. Weltmeistertitels der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Ab 0:00 Uhr war jeweils ein Drittel des Logos in schwarz, rot und gelb gehalten, für 24 Stunden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.kek-online.de/kek/medien/beteiligung/042vox.pdf
  2. Vox populi als Ereignisfernsehen – HORIZONT vom 15. Mai 1992
  3. Werben&Verkaufen: VOX sortiert sich neu, 15. Juli 2009, unter W&V
  4. magnus.de: RTL-HD und Vox-HD zunächst nicht im Kabel
  5. http://www.quotenmeter.de/cms/?p1=c&p2=28&p3=

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikinews: Kategorie: VOX – in den Nachrichten