Wesseling
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| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Köln | ||||
| Kreis: | Rhein-Erft-Kreis | ||||
| Höhe: | 53 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 23,4 km² | ||||
| Einwohner: | 35 251 (31. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 1506 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 50389 | ||||
| Vorwahlen: | 02236, 02232 (Berzdorf) | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | BM | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 62 040
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| Stadtgliederung: | 4 Stadtteile | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Alfons-Müller-Platz 1 50389 Wesseling |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Günter Ditgens (CDU) | ||||
| Lage der Stadt Wesseling im Rhein-Erft-Kreis | |||||
Wesseling ist eine Stadt im Rhein-Erft-Kreis im Süden Nordrhein-Westfalens. Sie grenzt am linken Ufer des Rheins südlich an die Kölner Stadtteile Godorf und Meschenich an. Weitere Nachbarstädte sind Brühl im Westen, Bornheim im Südwesten und Niederkassel auf der rechten Rheinseite.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Die Stadt ist unterteilt in die Stadtteile Wesseling-Mitte, Keldenich, Berzdorf und Urfeld sowie die Gewerbegebiete Rheinbogen und Eichholz.
| Ortsteil | Einwohner (Gesamt 36.729) |
Fläche [m²] (Gesamt 23.373.148) |
|---|---|---|
| Wesseling-Mitte | 12.409 | 7.787.685 |
| Keldenich | 15.394 | 5.535.832 |
| Berzdorf | 4.869 | 4.293.268 |
| Urfeld | 4.057 | 5.756.363 |
Stand: 31. Dezember 2006
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen ist in Rot gehalten. Es zeigt vorne auf der linken Seite ein weißes Schild, in dem sich ein roter Löwe befindet. Auf der rechten Seite ist im Hintergrund ein Lilienstab mit Querbalken am unteren Ende dargestellt, auf dem zwei sich einander zugekehrte weiße Vögel stehen.
Das Wappen wurde durch Erlass des Oberpräsidenten der Rheinprovinz vom 4. Januar 1937 verliehen. Es ist mit nur geringen Veränderungen aus dem jüngeren Schöffensiegel des 14. Jahrhunderts entwickelt worden. Dieser doppelschwänzige Bergische Löwe, ohne die blaue Krone und die blaue Bewehrung, weist auf den früheren Landesherren hin. Wesseling gehörte zum Territorialgebiet der Grafen von Sayn, wobei dessen Herrschaftssitz in Löwenburg in Folge zahlreicher Besitzerwechsel im Jahr 1484 an die Herzöge von Berg und damit an das Herzogtum Berg fiel. Wesseling gehörte damit verwaltungsmäßig und gerichtlich zum Amt Löwenburg. Der Lebensbaum, ein altes christliches Symbol, findet sich auf dem Schöffensiegel der Freiheit Nieder-Wesseling aus dem 14. Jahrhundert.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Fund römischer Weihealtäre, die Ausgrabung eines römischen Landhauses und fränkische Grabfelder sind frühe Belege der Besiedlung des Ortes. Der Ortsname geht auf die 820 n. Chr. an das Kloster Montfaucon überschriebene Gutsherrschaft „Waslicia“ zurück. Der Name Oberwesseling erscheint 1238 als „Weslic superior“. Die alten Wortformen „Waslicia“ oder „Weslic“ entstanden, wie das latinisierte „Waslicia“, entstand aus „Waslic“, dies lässt sich anscheinend auf „Was(i)liacum“ zurückführen, der Siedlung eines Was(i)lio. Mithin gehört es zu der uralten Ortsnamengruppe mit der Endung „-acum“ ähnlich wie „Juliacum“ dem heutigen Jülich, der Siedlung eines Julius.
Um 1700 bestand in Wesseling eine Gespannwechselstelle der Treidelschifffahrt. Bis zur Industrialisierung schien der Ort aber zwischen Köln und Bonn eher unbedeutend geblieben zu sein. Erst 1793 deutete ein Gerbereibetrieb auf das kommende Industriezeitalter hin.
1848 wurde in Wesseling ein demokratischer Arbeiterverein gegründet. In diesem Jahr griff auch der Aufstand der Treidler (Rheinhalfen) auf die Wesselinger Treidelstation über, die ihr Gewerbe durch die aufkommende Dampfschifffahrt gefährdet sahen.
1880 gründeten Heinrich und Franz Zimmermann die „Chemische Fabrik Wesseling“ zur Verwertung von Gasreinigungsmasse als Ursprung der heutigen Degussa-Werke.
1904 begann der Bau der Rheinuferbahn von Köln über Wesseling nach Bonn. Eine Querbahn verbindet Wesseling seit 1900 mit Brühl. Diese Strecke dient heute jedoch nur noch dem Güterverkehr.
1932 ergaben die letzten freien Reichstagswahlen in Wesseling für die Deutsche Zentrumspartei: 45 %, gefolgt von KPD: 24 %, SPD: 16 % und NSDAP: 8 %.
1937 wurde die Union Rheinische Braunkohlen Kraftstoff AG (UK) in Wesseling gegründet, heute befindet sich dort an gleicher Stelle das Rheinland-Raffinerie Werk der Shell Deutschland Oil GmbH
Innerhalb der Zeit des Nationalsozialismus waren in der Wesselinger Industrie, während des Zeitraumes von 1939 bis 1945, etwa 10.000 Fremd- und Zwangsarbeiter beschäftigt[2]. Die Stadt selber zählte zum Vergleich nur 7.500 Einwohner. Die zum großen Teil in der UK-Raffinerie und der Deutschen Norton beschäftigten Zwangsarbeiter waren in Holzbaracken-Lager[3] untergebracht. Das sogenannte Südlager befand sich neben der heutigen Rheinuferbahn-Haltestelle in Wesseling-Süd.[4]. Ein weiteres Barackenlager lag direkt am Rhein, das sogenannte Rheinlager.[5]+ [6]
Bei den ersten Gemeindewahlen 1946 erzielten CDU: 51,2 %; SPD: 31,1 %; KPD: 17,7 %.
Zum 1. Januar 1975 wurde Wesseling durch § 1 Abs. 1 des Köln-Gesetzes in die Stadt Köln eingemeindet, erhielt aber nach erfolgreicher Klage am 1. Juli 1976 seine Selbständigkeit wieder zurück.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Auf dem Gebiet der Stadt liegen mehrere große Betriebe der chemischen Industrie, so unter anderem die Degussa, Dow Chemical und die Basell (vormals Rheinische Olefinwerke und Elenac), sowie ein Rheinland Raffinerie-Werksteil der Shell (vormals DEA und Union Kraftstoff Wesseling). Die Raffinerie ist über eine Pipeline mit Wilhelmshaven und Rotterdam verbunden, woher sie ihr Rohöl bezieht.
Im Kammerbezirk der IHK Köln hat Wesseling den größten prozentualen Anteil an Gewerbeflächen.
[Bearbeiten] Verkehr
Wesseling ist über die Autobahnen 555 (Bonn–Köln) und 553 erreichbar. Letztere stellt die Verbindung zu den Autobahnen 61 und 1 her. Die BAB 555 war die erste in Deutschland für den öffentlichen Verkehr freigegebene Kraftfahrstraße.
In Wesseling befinden sich Schienenstrecken der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK). Bedient wird im Güterverkehr über Brühl und die dortige Strecke der Deutschen Bahn AG vor allem der Hafen Köln-Godorf, der ehemals große Bedeutung für den Absatz der Briketts aus dem Rheinischen Braunkohlerevier hatte. Heute hat er vor allem für den Absatz der Chemischen Industrie Bedeutung.
Die Bahnstrecke zwischen Bonn und Köln, die über Wesseling führt, wird Rheinuferbahn genannt. Personenverkehr findet mit Stadtbahnwagen durch die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) und Stadtwerke Bonn (SWB) statt. Rechtlich handelt es sich um eine Eisenbahnstrecke nach EBO. Sie ist mit 750 V Gleichstrom elektrifiziert. Sie ist die einzige nichtbundeseigene zweigleisige elektrische Hauptbahn Deutschlands.
Wesseling gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS).
Eine Personen- und Fahrradfähre verbindet Wesseling mit Niederkassel-Lülsdorf auf der gegenüberliegenden Rheinseite. Wesseling ist planmäßige Anlegestelle der Fahrgastschiffe der Köln-Düsseldorfer Rheinschiffahrt sowie Kölntourist.
Im innerstädtischen Verkehr werden Kreuzungen durch Kreisel ersetzt. Der älteste und großzügigste befindet sich seit Ende der 1950er Jahre an der Kreuzung Mühlenweg/Hubertusstraße. Durch gärtnerische und künstlerische Gestaltung dieser Kreisel soll deren Akzeptanz gefördert werden. Am Kreisel Ahrstraße/Siebengebirgsstraße ist Wirtschaft, Kunst und Verkehr eine Symbiose eingegangen: Die benachbarte Shell hat nach einem Entwurf des Hürther Kulturpreisträgers Willi Laschet eine Metallskulptur gefertigt, die seit Oktober 2006 diesen Kreisel ziert.
[Bearbeiten] Kultur
Die Stadt bietet ein ausgedehntes Kulturprogramm an und konnte 2004 dem Phoenix-Theater erstmals eigene Räumlichkeiten in der neuen Veranstaltungshalle „Rheinforum“ anbieten. Tradition hat das Jazz-Festival „Live im Lessing“. Seit 2005 ist mit der neuen Festhalle auch im Stadtteil Urfeld eine großzügige Sport- und Veranstaltungsstätte vorhanden, die unter anderem von den „Musikfreunden Urfeld“ genutzt wird. Von den Musikfreunden wird seit 1975 jedes Jahr zu Pfingsten auf dem Schulhof der Urfelder Rheinschule der Tag der Blasmusik veranstaltet. An jedem letzten Samstag im November findet das Jahreskonzert der „HCC Bigband“ in der Aula der Lessingschule an der Gartenstraße statt.
Außerdem bietet die Stadt mit ihrem großen Schulzentrum den Schulpflichtigen und Auszubildenden im Kreis jede Art der Schulbildung an. Im Schulzentrum befinden sich Gymnasium, Real-, Haupt-, Grund- und Berufsschule sowie eine große Sportanlage mit unbedachtem Sportplatz und mehreren Turnhallen.
Außerhalb des Ortsteils Urfeld betreibt auf Schloss Eichholz die Konrad-Adenauer-Stiftung ein Bildungszentrum; das Schloss wird auch dem Wesselinger musikforum e.V. für die Eichholzer Schlosskonzerte zur Verfügung gestellt.
[Bearbeiten] Bauwerke und Sehenswürdigkeiten
- Godorfer Hof und Wasserburg, 1173 als Besitz des Stifts zu Schwarzrheindorf erwähnt; heutiges Burggebäude stammt als Beispiel der Burgenromantik aus dem Jahr 1871.
- Berzdorfer Wasserturm von 1894
- katholische Pfarrkirche St. Germanus, erbaut von Theodor Kremer 1894
- Jüdischer Friedhof mit 81 Grabsteinen an der Römerstraße. Nach 1945 wurde von der Gemeinde Wesseling ein Gedenkstein errichtet. Der Friedhof, der in den späten 1950er Jahren von Neo - Nazis geschändet wurde, befindet sich heute in einem gepflegten Zustand.
- Moschee Wesseling - Die 1987 in Wesseling erbaute Mimar Sinan Moschee
- Dietkirchener Hof in Urfeld, seit 1113 urkundlich nachweisbar, Wohngebäude aus dem 19. Jh., 1933 bis 1939 diente der Hof als Kibbuz Bamaaleh jüdischen Palästina-Auswanderen als Ausbildungsstätte.
- Kaderhof in Urfeld, über dem Portal das Chronogramm für 1792: Haec aeDes aere proprIo stVXIt Ioannes IosephVs CorMan benefICIatVs eX BLIntrop (Johann Joseph Corman, Lehnsmann aus Blintrop, hat dieses Haus aus eigenem Vermögen gebaut)
- [BRONX ROCK Kletterhalle], größte Indoorkletterhalle Deutschlands. Hallenhöhe bis zu 16,50 Meter
- Altes-Rathaus Wesseling - Im Vorspann der RTL-Serie "Das Amt" zu sehen.
- Eisenbahn-Museum der Köln-Bonner Eisenbahn-Freunde e. V.
- Filmmuseum Romboy mit angeschlossenem Museumskino
- Das Naturschutzgebiet Entenfang mit einer Fläche von über 75.000 m² ist eines der wenigen Reste der ursprünglichen Auenlandschaften in der Köln-Bonner Bucht und stellt damit ein geologisches Denkmal in der Landschaftsgeschichte des südlichen Niederrheins dar. Durch intelligente botanische Aufforstung und aufwändige Erweiterungen der Grünflächen, wurde zusätzlich ein attraktives Naherholungsgebiet der Stadt Wesseling an ihre Bürger und Gäste geschaffen.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Wesseling unterhält Städtepartnerschaften mit
Pontivy, Frankreich (seit 1972)
West Devon, Vereinigtes Königreich (seit 1983)
Traunstein, Bayern (seit 1984)
Leuna, Sachsen-Anhalt (seit 1990)
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Carl von Joest (1858-1942), Rittergutsbesitzer des Schloss Eichholz
- Ulrike Meyfarth (* 1956), Hochspringerin und zweimalige Olympiasiegerin
- Paul Nagel (* 1925), Bildhauer, Maler, Kunstschmied und Architekt
- Martin Perscheid (* 1966), Cartoonist und Autor
[Bearbeiten] Literatur
- Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Bd.4, Der Landkreis Köln, Düsseldorf 1897, Nachdruck Düsseldorf 1983, ISBN 3-590-32118-0
- Wolf Tüllmann: Wesseling in alten Ansichten. Zaltbommel/Niederlande 1983, ISBN 90-288-2403-0
- Hafen und Güterverkehr Köln AG: 100 Jahre Köln-Bonner Eisenbahn. Köln 1995
- Helmut Rönz (Bearb.): Rheinischer Städteatlas Wesseling, Landschaftsverband Rheinland (Hg.), Lieferung XVI, Nr.89, Köln-Weimar-Wien 2007.
- Bernhard Gondorf: Die Burgen der Eifel und ihrer Randgebiete. Ein Lexikon der "festen Häuser", Verlag Bachem, Köln 1984, ISBN 3-7616-0723-7, (Haus Entenfang)
[Bearbeiten] Quellen und Einzelnachweise
- ↑ Information und Technik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen
- ↑ http://www.historicum.net/themen/zwangsarbeit-rhein-erft-rur/ausstellung/region/ , Dauerausstellung - Geschichtswissenschaft im Internet
- ↑ http://www.historicum.net/themen/zwangsarbeit-rhein-erft-rur/ausstellung/lebensumstaende/barackenlager/
- ↑ http://www.historicum.net/typo3temp/pics/12091ebdd5.jpg , Foto: Südlager-Wesseling
- ↑ http://www.historicum.net/typo3temp/pics/1f58663e4f.jpg , Foto: Rheinlager Wesseling - Ansicht 1
- ↑ http://www.historicum.net/typo3temp/pics/7a803b307a.jpg , Foto: Rheinlager Wesseling - Ansicht 2
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website der Stadt Wesseling
- Website vom Stadtteil Urfeld
- Bilder aus Wesseling
- Wesseling auf Facebook


