Wiesen (Unterfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wiesen
Wiesen (Unterfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wiesen hervorgehoben
50.1166666666679.3666666666667400Koordinaten: 50° 7′ N, 9° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Schöllkrippen
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 5,64 km²
Einwohner: 1040 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 184 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63831
Vorwahl: 06096
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 162
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
63825 Schöllkrippen
Webpräsenz: www.gemeinde-wiesen.de
Bürgermeister: Willi Fleckenstein (Dorfgemeinschaft)
Lage der Gemeinde Wiesen im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Geiselbacher Forst Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Gemeindegebiet von Wiesen
(Eine kleine Exklave weiter im Norden ist nicht abgebildet)

Wiesen ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schöllkrippen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Wiesen liegt in der Region Bayerischer Untermain im Aubachtal an den Staatsstraßen 2305 (Deutsche Ferienroute Alpen-Ostsee) und 2905 (Spessart-Höhenstraße).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Es gibt nur einen Ortsteil[2] auf der Gemarkung Wiesen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Wiesener Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Wiesener Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Nachbargemeinden Wiesener Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Markt
Frammersbach

Name[Bearbeiten]

Namensherkunft[Bearbeiten]

Das Grundwort im Namen Wiesen ist eine Pluralform vom althochdeutschen Wort wisa, das Wiese bedeutet, und weist auf die geografische Lage im oberen, unbewaldeten Talabschnitt des Wiesenbaches (heute Aubach) hin.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1057 Wisun (nur Flurname)
  • 1331 Wiesin
  • 1339 Wiesen

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsansicht Wiesen

Wiesen wurde 1339 erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte zum Herrschaftsbereich der Grafen von Rieneck; im 16. Jahrhundert ging es über an Kurmainz, wo es bis zum Reichsdeputationshauptschluss verblieb.

1803 wurde es zugunsten des neugebildeten Fürstentums Aschaffenburg des Fürstprimas von Dalberg säkularisiert und fiel 1814 (jetzt ein Departement des Großherzogtums Frankfurt) an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Lohr am Main gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Wiesen lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Wiesen war nun eine der 26 Gemeinden im Landkreis Lohr am Main (Kfz-Kennzeichen LOH). Mit Auflösung des Landkreises Lohr, im Zuge der bayerischen Gebietsreform im Jahre 1972, wurde ein Großteil der Gemeinden dem heutigen Landkreis Main-Spessart zugeschlagen. Wiesen kam jedoch in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg (Kfz-Kennzeichen AB).

Dank des nahen Wiesbüttmoors und Wiesbüttsees ist Wiesen heute an moderaten Wandertourismus im Spessart angeschlossen, hat sich aber seinen traditionellen Charakter mit wenigen Landgasthöfen, Geschäften, infrastrukturellen Einrichtungen und Handwerksbetrieben bewahrt. In einer kleinen Privatbrauerei von 1888 stellt Wiesen sein eigenes Bier her.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970: 1053 Einwohner
  • 1987: 1050 Einwohner
  • 2000: 1152 Einwohner
  • 2012: 1040 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Wiesen besteht aus 12 Ratsmitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1001 und 2000.[4] Der Gemeinderat wird für jeweils sechs Jahre gewählt.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der erste Bürgermeister. Dies ist Willi Fleckenstein von der Wählergemeinschaft Dorfgemeinschaft.

Die letzte Kommunalwahl vom 16. März 2014 ergab das folgende Ergebnis:[5]

Partei  Anzahl Sitze  Veränderung
Dorfgemeinschaft 12 ± 0

Bürgermeister[Bearbeiten]

Erster Bürgermeister der Gemeinde Wiesen ist Willi Fleckenstein von der Wählergemeinschaft Dorfgemeinschaft. Er wurde bei der letzten Bürgermeisterwahl am 16. März 2014 mit 83,20 % der Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 69,7 %.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot übereinander ein untenhalbes silbernes Rad, ein goldenes Hirschgeweih und eine silberne Muschel.

Wappengeschichte: Die Gemeinde Wiesen gehörte geschichtlich den Grafen von Rieneck bis zu deren Aussterben 1559. Sie ging dann an das Erzstift Mainz, das dort im Spessart ein Jagdschloss errichtete. Im Wappen erinnert das Hirschgeweih und das halbe Mainzer Rad an das Kurfürstentum Mainz, zu dem der Ort gehörte. Die Muschel ist das Symbol des heiligen Jakob. Sie weist auf die Pfarrkirche hin, die dem Heiligen geweiht ist. An die Grafen von Rieneck erinnern die Farben Rot und Gold im Wappen. Sie waren mit dem Ort eng verbunden.

Die Gemeinde führt das Wappen seit dem 22. Juli 1985.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Alte Dreschhalle Wiesen

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 588 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 172 T€.

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 129 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 16 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 428. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 fünf landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 187 ha, davon waren 186 ha Dauergrünfläche.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das so genannte "Jagdschloss" der Mainzer Kurfürsten (1597) ist ein dreigeschossiger Kasten mit Rundturm im Ortskern; ob der Renaissancebau wirklich Jagdschloss war, ist nicht belegt. Das Gebäude befindet sich heute in Privatbesitz und wird aufwendig und liebevoll von dem privaten Bauherren restauriert, die vom Spessartprojekt mit begleitenden archäologischen Forschungen unterstützt werden und interessante Einblicke in die Baugeschichte des Schlosses vermittelten. Es konnte ein spätmittelalterlicher Vorgängerbau nachgewiesen werden: ein Steinernes Haus, von dem sich noch der ursprüngliche Gewölbekeller erhalten hat. Die Besiedelungsspuren auf dem Anwesen reichen jedoch bis ins 13. Jahrhundert zurück. [6]
  • Neben dem "Jagdschloss" steht die barocke Pfarrkirche St. Jakobus, ein einschiffiger Saalbau von 1724 mit drei Altären und Kanzel aus der Entstehungszeit.
  • Zu lokalen Veranstaltungen und Festivitäten genutzt wird die Alte Dreschhalle von 1936 (Neubau von 1992 nach einem Brand 1991).
  • Oberhalb des Ortes, auf der Anhöhe Hohe Sang, befindet sich ein Kreuzweg und eine Kapelle von 1883 (Kreuzkapelle; restauriert 2011). Das vor der Kapelle aufgestellte Pestkreuz, datiert 1610, stand ursprünglich in der Ortsmitte.
  • An der Kreuzkapelle kommt der Eselsweg vorbei, der zwei Kilometer weiter die Birkenhainer Straße kreuzt. An diesem wichtigen Kreuzungspunkt zweier historischer Fernhandelswege hat der Spessartbund 1932 dem Heimatforscher Karl Kihn ein Denkmal gesetzt (so genannter Dr. Karl Kihn-Platz).

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Wiesen (Unterfranken)

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtung (Stand: 1999):

  • Kindergarten: 50 Kindergartenplätze mit 45 Kindern
  • Schule 4 Klassenzimmer mit Turnhalle und Schlittenfahrhang

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111122/224550&attr=OBJ&val=1559
  3. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 241.
  4. Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (Gemeindeordnung - GO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 1998; Art. 31 – Zusammensetzung des Gemeinderats, abgerufen am 11. Juli 2014
  5. a b Bürgermeisterwahl Wiesen: 83,20 Prozent für Fleckenstein, abgerufen am 12. Juli 2014
  6. vfl. Das Archäologische Spessartprojekt e.V.: Spessartprojekt Burgenforschung

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wiesen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien