Karlstein am Main

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Karlstein a.Main
Karlstein am Main
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Karlstein a.Main hervorgehoben
50.0488888888899.0183333333333110Koordinaten: 50° 3′ N, 9° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 12,68 km²
Einwohner: 7942 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 626 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63791
Vorwahl: 06188
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 114
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Oberborn 1
63791 Karlstein
Webpräsenz: www.karlstein.de
Bürgermeister: Winfried Bruder (CSU)
Lage der Gemeinde Karlstein a.Main im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Geiselbacher Forst Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Gemeindegebiet mit Ortsteilen von Karlstein am Main

Karlstein am Main (amtlich: Karlstein a.Main) ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg in Bayern.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Karlstein am Main liegt – wie schon ihr Name sagt – am Main. Im Ortsteil Großwelzheim befindet sich der westlichste Punkt des Bundeslandes Bayern.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde gliedert sich in zwei amtlich benannte Ortsteile (in Klammern die Zahl der Einwohner[3])[4]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeinde
Kahl am Main
Stadt
Alzenau
Stadt
Seligenstadt
Nachbargemeinden Gemeinde Johannesberg
Gemeinde Mainhausen Gemeinde Kleinostheim

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name „Karlstein“ geht nach einer anekdotischen Überlieferung auf Kaiser Karl den Großen zurück. Dieser war oft in dem Karlstein direkt gegenüber liegenden Kloster Seligenstadt und begab sich gern auf die Jagd in den Spessart. Um dorthin zu gelangen, überquerte er den Main zum damals noch „Tettingen“ genannten Ort. Der Stein an der Anlegestelle oder auch der Grenzstein zwischen „Tettingen“ und „Walinesheim“ wurde dann „Karlsteyn“ genannt.[5] Der Zusatz „am Main“ unterscheidet Karlstein von weiteren gleichnamigen Orten.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Großwelzheim und Dettingen am Main.

Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Alzenau gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet die beiden Gemeinden lagen. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Großwelzheim und Dettingen gehörten nun zu den 42 Gemeinden im Landkreis Alzenau in Unterfranken (Kfz-Kennzeichen ALZ). Mit Auflösung des Landkreises Alzenau im Jahre 1972 kamen die zwei Gemeinden in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg (Kfz-Kennzeichen AB).

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern erfolgte der Zusammenschluss der beiden Gemeinden Großwelzheim und Dettingen zum 1. Juli 1975. In einer Abstimmung entschieden sich die Gemeindebürger dabei für den Namen Karlstein, der bereits um das Jahr 1000 in einer Beschreibung des Aschaffenburger Forstbezirkes auftaucht und ein Grenzmal an der ehemaligen Gemarkungsgrenze zwischen Dettingen und Großwelzheim bezeichnet.

Auf dem heutigen Gemeindegebiet von Karlstein befanden sich eine Reihe von historischen Kernkraftwerken. Siehe dazu:

Hauptartikel: Kernkraftwerk Kahl
Hauptartikel: Kernkraftwerk Großwelzheim
Hauptartikel: Forschungsreaktor Karlstein

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1975 verloren die bis dahin selbständigen Gemeinden Dettingen am Main und Großwelzheim ihre Selbständigkeit und wurden zur neuen Gemeinde Karlstein zusammengeschlossen.[6]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[7]
Wahlbeteiligung: 55,9 %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
61,8 %
24,9 %
8,6 %
4,7 %

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Karlstein am Main hat (ohne Bürgermeister) 20 Mitglieder.

CSU SPD GRÜNE FDP Gesamt
2008 13 5 1 1 20 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung
Wellenförmig geteilt von Blau und Silber; oben durchgehend das silberne Dettinger Kreuz, unten ein blaues Atomsymbol mit rotem Kern.

Wappengeschichte
Die wellenförmige Teilung des Wappens nimmt Bezug auf die geografische Lage der Gemeinde am Main, der auch Bestandteil des Gemeindenamens ist. Die Ortschaft wurde 1975 aus den ehemals selbständigen Gemeinden Dettingen und Großwelzheim gebildet. Das Wappen enthält daher Teile der ehemaligen Gemeindewappen dieser Ortsteile. Das eigenartig gestaltete Kreuz im oberen Wappenteil ist das so genannte „Dettinger Kreuz“, dieses nimmt Bezug auf das Signum Karls des Großen, nur befindet sich im Rhombus des Kaisers anstatt dessen Vollziehungsstriches ein „T“ für Tettingen, die frühere Schreibweise von Dettingen. Es stammt aus spätgotischer Zeit und befindet sich in der Kirche St. Hippolyt im Ortsteil Dettingen. Das Atomsymbol im unteren Wappenteil ist dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Großwelzheim entnommen. Auf ihrem Gemeindegebiet wurde das erste deutsche Atomkraftwerk als Versuchskraftwerk errichtet. Nach der Fertigstellung wurde ab 1961 Strom in das Stromnetz eingespeist. Der Reaktor wurde 1985 stillgelegt und wurde bis Ende 2010 vollständig abgetragen.
Wappenführung seit dem 13. Oktober 1977

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Karlstein ist Dettingen (Main) an der Main-Spessart-Bahn. In Dettingen verbindet eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke das Nord- und Südufer des Mains. In Karlstein befindet sich ein Forschungs- und Entwicklungsstandort der Areva NP, einem Unternehmen der kerntechnischen Industrie. Es gibt einen Busanschluss der VAB. Die Mainstaustufe Großwelzheim wurde im Zeitraum 1963 bis 1973 abgetragen und durch die neue Staustufe in Kleinostheim ersetzt.[8]

Schulen und Kindergärten[Bearbeiten]

In Großwelzheim befindet sich eine staatliche Hauptschule (Waldschule Großwelzheim, An der Waldschule) mit Turnhalle[9] [10]und in Dettingen eine staatliche Grundschule (Grundschule Karlstein, Schulstraße 30) mit Mittagsbetreuung, Hausaufgabenhilfe, Schwimmbad und Turnhalle[11]. Außerdem gibt es drei Kindergärten/Kindertagesstätten:[12] Das „Klabauterschiff“ (staatl. Kindertagesstätte und Hort, Eichendorffsstraße 25), Das „Regenbogenland“ (staatl.Kindertagesstätte und Hort, Hörsteiner Straße 5) und die „Villa Kunterbunt“ (katholischer[13] Kindergarten, Berliner Straße 12).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karlstein am Main – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Zeitschrift der Bayerischen Vermessungsverwaltung (PDF; 753 kB)
  3. [Anfrage Gemeinde Karlstein] (Stand:2010)
  4. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111121/235204&attr=OBJ&val=1531
  5.  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 115.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 736.
  7. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=671&suchbegriff=6
  8. Wasser- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg (WSA): Zur Geschichte der Wasserstraße Main
  9. http://www.karlstein.de/einrichtungen/schulen/
  10. http://www.franz-manske.de/hsk/index.htm
  11. http://www.gs-karlstein.de/schule/profil.htm
  12. http://www.karlstein.de/einrichtungen/kindergaerten/
  13. http://www.villa-kunterbunt-karlstein.de/