Garrincha
| Garrincha | ||
Garrincha während der WM 1962 | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Voller Name | Manoel Francisco dos Santos | |
| Geburtstag | 28. Oktober 1933 | |
| Geburtsort | Pau Grande, Brasilien | |
| Sterbedatum | 20. Januar 1983 (49 Jahre) | |
| Sterbeort | Rio de Janeiro, Brasilien | |
| Größe | 169 cm | |
| Position | Rechter Außenstürmer | |
| Junioren | ||
| Jahre | Station | |
| 1947–1952 | EC Pau Grande | |
| 1951 | Serrano Football Club | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1953–1965 | Botafogo FR | 581 (232) |
| 1966 | CS Corinthians | 10 (2) |
| 1968 | Atlético Junior | 1 (0) |
| 1968–1969 | CR Flamengo | 15 (4) |
| 1972 | Olaria AC | 10 (1) |
| Nationalmannschaft | ||
| Jahre | Auswahl | Spiele (Tore) |
| 1955–1966 | Brasilien | 50 (12) |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Garrincha [], bürgerlich Manoel Francisco dos Santos, auch Mané Garrincha (* 28. Oktober 1933 in Pau Grande, Bundesstaat Rio de Janeiro; † 20. Januar 1983 in Rio de Janeiro), war ein brasilianischer Fußballspieler. In Brasilien gilt er neben Pelé als einer der besten Fußballer aller Zeiten.[1] Der rechte Außenstürmer wurde vor allem durch seine Dribblings und seine unberechenbare Spielweise berühmt; Fachleute zählen ihn bis heute zu den herausragenden Dribblern der Fußballgeschichte.[2] Neben zahlreichen nationalen Titeln mit Botafogo FR wurde Garrincha mit der brasilianischen Nationalmannschaft 1958 und 1962 Weltmeister.
Frühe Jahre
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Manoel Francisco dos Santos wurde am 28. Oktober 1933 im Hinterland der Metropolregion Rio de Janeiro geboren. Er war das fünfte Kind des alkoholabhängigen Wachmannes Amaro dos Santos mit dessen Ehefrau Maria Carolina und wuchs in Pau Grande, einer ländlichen Siedlung am Rand des Gebirges Serra dos Órgãos, auf.[3][4] Die sozial benachteiligte Familie hatte indigene Vorfahren und lebte in äußerst ärmlichen Verhältnissen. Von Geburt an war die Wirbelsäule des Neugeborenen deformiert und das linke Bein sechs Zentimeter kürzer als das rechte.[5][2] Die Überlieferung zu den Ursachen seiner körperlichen Beeinträchtigungen ist uneinheitlich: Neben einer angeborenen Wirbelsäulenfehlbildung wird eine Poliomyelitis im Kindesalter genannt.[2] Um ihrem Sohn die Chance auf ein halbwegs normales Leben zu ermöglichen, entschieden sich die Eltern für eine Operation im nahe gelegenen Petrópolis.[6] Der riskante Eingriff schuf die anatomischen Voraussetzungen dafür, dass Mané (Kurzform von Manoel) überhaupt laufen lernte. Allerdings blieb das linke Bein ein O-, das rechte ein X-Bein. Diese Fehlstellung verursachte einen schwankenden Gang, der Junge war klein und schmächtig.[7] Um sich zu kräftigen und seine Koordination voranzutreiben, spielte er auf ärztlichen Rat hin Fußball und entwickelte schon im Kindesalter erstaunliche Fähigkeiten als Straßenfußballer.
Sein Fußballername Garrincha bezeichnet im örtlichen Portugiesisch einen kleinen Zaunkönig. Nach einer verbreiteten Version gab ihm seine älteste Schwester den Namen, weil er sie an den schmächtigen und schwer zu fangenden Vogel erinnerte; eine andere Überlieferung führt den Spitznamen auf seine kindliche Vorliebe zurück, diese Vögel zu jagen.[2][8]
1947 fand Garrincha Arbeit in der örtlichen Textilfabrik und spielte nebenbei für die Betriebsmannschaft Esporte Clube Pau Grande. Er wurde zwar nicht für seine Ballkunst bezahlt, seine Bedeutung für die Betriebsmannschaft bewahrte ihn jedoch vor der Entlassung aus der Fabrik, obwohl er als unzuverlässiger Arbeiter galt.[9] Der Dribbelkünstler erwarb sich den Ruf als größtes Talent der Region und lief kurzzeitig für die Amateurmannschaft Serrano Football Club aus Petrópolis auf.
Aufgrund einer außerehelichen Schwangerschaft heiratete Garrincha am 20. Oktober 1952 die 16-jährige Fabrikarbeiterin Nair Marques.[10] Das Paar hatte insgesamt acht Töchter; die Ehe wurde 1965 geschieden.
Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vereine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vor seinem Wechsel zu Botafogo hatte Garrincha mehrere vergebliche Anläufe bei größeren Vereinen unternommen: 1950 erschien er aus Scham über seine abgetragenen Fußballschuhe nicht zu einem Probetraining bei Vasco da Gama, im folgenden Jahr wurde er beim São Cristóvão FR und bei Fluminense nicht aufgenommen.[8] Im März 1952 wurde der Botafogo-Spieler Iraty bei einem Amateurspiel auf ihn aufmerksam, in dem Garrincha fünf Tore erzielte, doch Garrincha folgte der Aufforderung, sich bei dem Verein vorzustellen, zunächst nicht.[8] Erst nachdem das Botafogo-Mitglied Eurico Salgado ihn bei drei weiteren Spielen beobachtet hatte, nahm es ihn zu einem Probetraining nach General Severiano mit; entgegen einer später verbreiteten Legende wurde Garrincha nach zwei Trainingstagen unter Vertrag genommen.[8]
Beim Probetraining düpierte Garrincha die Gegenspieler mit seinen ungewöhnlichen Finten und Tempodribblings. Nachdem er den Weltklasseverteidiger Nílton Santos mehrfach ausgespielt hatte, sprach dieser sich gegenüber der Vereinsführung für eine Verpflichtung aus.[11] Zwischen Nílton Santos und Garrincha entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft. Sein erstes Spiel für Botafogo bestritt Garrincha am 21. Juni 1953 in einem Freundschaftsspiel gegen den Avelar FC und erzielte das einzige Tor der Partie.[8] In seinem ersten Pflichtspiel gegen den Bonsucesso FC am 19. Juli 1953 gelang ihm beim 6:3-Sieg ein Hattrick.[12] Nach einer kurzen Anpassungsphase konnte er sich auf der Position des rechten Flügelstürmers etablieren und avancierte zum wichtigsten Offensivspieler seiner Mannschaft. 1955 folgte für den ballverliebten Dribbelkünstler die Berufung in die Nationalmannschaft.
Seine ungewöhnliche Beinstellung und ein tiefer Körperschwerpunkt erlaubten es Garrincha, schnelle Drehungen und Haken zu schlagen, die der Gegner kaum antizipieren konnte. Garrinchas Spielweise war intuitiv, unberechenbar und aufreizend spektakulär; immer wieder brachte er neue Tricks oder entwickelte andere weiter. Besondere Berühmtheit erlangte eine Finte, bei der Garrincha den Ball vor seinem Gegenspieler stoppte, mit dem Körper eine Bewegung zur einen Seite andeutete und den Verteidiger anschließend durch seinen explosiven Antritt auf der anderen Seite überlief. Oft nahm er danach das Tempo erneut heraus, um denselben Gegner ein weiteres Mal auszuspielen. Diese Fähigkeiten nutzte er für Tempodribblings und Flankenläufe am rechten Flügel, um besser postierte Mitspieler freizuspielen.[13] Botafogos Trainer waren bemüht, Garrincha auf dem Platz möglichst große spielerische Freiheiten zu gewähren und ihn von taktischen Zwängen zu befreien, wodurch er häufig mehrere Abwehrspieler band und Räume für seine Mitspieler schuf. Allerdings war Garrincha nicht nur ein guter Vorbereiter und Alleinunterhalter, sondern suchte auch selbst den schnellen Abschluss, was ihn zu einem gefürchteten Torjäger machte. Aufgrund seiner Spielweise, seiner einfachen Herkunft und seiner Fähigkeit, selbst gegnerische Zuschauer zu unterhalten, wurde er als Alegria do Povo („Freude des Volkes“) bezeichnet.
Die populäre Darstellung Garrinchas als einfältig-naive Naturbegabung beruht teilweise auf überzeichneten Anekdoten, die sich früh mit seiner Person verbanden.[14] Vorstellungen von kognitiven Einschränkungen waren zugleich von Vorurteilen geprägt; Garrincha interessierte sich intensiv für Musik, schätzte João Gilberto und sang selbst in einem zurückgenommenen Bossa-Nova-Stil.[9] Mit einem Freundschaftsspiel Botafogos gegen River Plate im Jahr 1957 in Mexiko wird außerdem die Verbreitung des „Olé“-Rufs im Fußball in Verbindung gebracht, nachdem Garrincha den argentinischen Verteidiger Federico Vairo wiederholt ausgespielt hatte.[14]
Unter Trainer João Saldanha gewann Botafogo 1957 die regional ausgetragene Staatsmeisterschaft von Rio de Janeiro – der erste Titel seit neun Jahren. Dabei erzielte Garrincha in 26 Ligaspielen 20 Tore und erhielt die Auszeichnung als bester Spieler der Liga. Nach der Verpflichtung von Mário Zagallo, Didi und Amarildo folgte eine erfolgreiche Phase mit zwei weiteren Staatsmeisterschaften (1961, 1962).[13] Ebenso gewann Botafogo zweimal das prestigeträchtige Torneio Rio-São Paulo (1962, 1964). Dabei lieferte sich die Mannschaft nicht selten packende Duelle mit den Stadtrivalen Flamengo, Fluminense und CR Vasco da Gama.
Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1962 avancierte der schüchterne Garrincha neben dem Nationalhelden Pelé zum größten Fußballstar des Landes. Trotz seiner Bekanntheit lebte Garrincha weiterhin in Pau Grande und pendelte in den Stadtteil Botafogo, die Heimat seines Klubs, der ihm das vergleichsweise geringe Monatsgehalt von 18.000 Cruzeiros (160 US-Dollar) zahlte. Garrincha erreichten zahlreiche Transferangebote finanzkräftiger europäischer Vereine. Die führenden italienischen Klubs Juventus Turin, AC Mailand und Inter Mailand unternahmen 1963 sogar den einmaligen Versuch, Garrincha gemeinsam zu verpflichten, der anschließend jeweils wechselnd eine Saison für sie spielen sollte.[15] Botafogo wollte seinen Ausnahmespieler jedoch nicht ziehen lassen und rief hohe Ablöseforderungen auf, die sämtliche Interessenten abschreckten.
Der sportliche Niedergang setzte bereits 1963 ein: Zu einer chronischen Kniearthrose trat ein wachsender Konflikt mit Botafogo über seine Bezahlung; Garrincha hielt ein Gehalt auf dem Niveau Pelés für angemessen, verdiente jedoch weniger als sein jüngerer Mannschaftskamerad Amarildo.[8] Seine Sehnen und Gelenke waren überstrapaziert, ein irreparabler Knorpelschaden im Knie ließ ihn nicht mehr ohne Schmerzen spielen. Botafogo bestand jedoch weiterhin auf seiner Teilnahme an finanziell lukrativen Freundschaftsspielen in Europa, um hohe Antrittsprämien verlangen zu können. Dadurch fehlten Garrincha längere Regenerationszeiten. Der Verein untersagte ihm zudem eine längst überfällige Knieoperation, der er sich am 29. September 1964 gegen den Willen Botafogos unterzog, was zum endgültigen Zerwürfnis führte. Zwischen 1963 und 1965 konnte er lediglich 30 Partien absolvieren, weshalb ihn aufstrebende Spieler wie Jairzinho oder Gérson ersetzten. Nach zwölf Jahren verließ Garrincha Botafogo, für das er in 581 Spielen 232 Tore erzielt hatte. Damit ist Garrincha drittbester Torschütze der Vereinsgeschichte und hat die zweitmeisten Spiele absolviert.
Nach seinem Abschied von Botafogo folgten nur noch kurze Engagements, darunter bei Corinthians, Flamengo und Olaria; 1972 beendete Garrincha seine Profikarriere.[8] Zu seinem Abschiedsspiel am 19. Dezember 1973 im Maracanã kamen 131.555 zahlende Zuschauer, um eine brasilianische Auswahl gegen eine Mannschaft internationaler Spieler zu sehen.[8] Nach 30 Minuten unterbrach der Schiedsrichter die Partie, damit Garrincha eine letzte Ehrenrunde im Stadion drehen konnte.[8] Die Veranstaltung sollte zugleich seine angespannte finanzielle Lage lindern; Garrincha erhielt einen Teil der Einnahmen und weitere Spenden.[8]
Nationalmannschaft
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Garrincha spielte für die Brasilianische Fußballnationalmannschaft zwischen 1955 und 1966 in 50 offiziellen Länderspielen und erzielte dabei zwölf Tore. Er nahm an drei Weltmeisterschaften (1958, 1962 und 1966) und insgesamt 15 WM-Spielen teil. 1958 und 1962 wurde er mit Brasilien Weltmeister.
Seinen ersten Einsatz bei der Weltmeisterschaft 1958 erhielt Garrincha im letzten Gruppenspiel gegen die Sowjetunion, nachdem er in den ersten beiden Partien nicht eingesetzt worden war.[14] Bereits innerhalb der ersten drei Minuten trafen Garrincha und Pelé das Torgebälk, ehe Vavá Brasilien in Führung brachte; der furiose Beginn wurde später als einer der eindrucksvollsten Spielanfänge der WM-Geschichte beschrieben.[14] Garrincha behielt seinen Platz in der Mannschaft und bereitete im Finale gegen Schweden zwei Treffer Vavás vor.
Die Weltmeisterschaft 1962 in Chile gilt als Höhepunkt seiner Karriere: Nachdem sich Pelé früh im Turnier verletzt hatte, übernahm Garrincha die führende Rolle in der brasilianischen Offensive, wurde zum besten Spieler der WM gewählt und mit vier Treffern gemeinsam mit fünf weiteren Spielern Torschützenkönig.[2][8] In ihren gemeinsamen Einsätzen für die Nationalmannschaft blieben Garrincha und Pelé ungeschlagen.[8][14]
Vor der Fußballweltmeisterschaft 1966 waren Garrinchas Sehnen, Bänder und Knie bereits dauerhaft geschädigt. Dennoch nahm er an der Endrunde teil, konnte aber nicht mehr an seine früheren Leistungen anknüpfen. Zum Auftakt erzielte er beim 2:0 gegen Bulgarien noch ein Freistoßtor.[2] Bei der anschließenden 1:3-Niederlage gegen Ungarn absolvierte er sein letztes Länderspiel. Es war zugleich seine einzige Niederlage im Trikot der brasilianischen Nationalmannschaft.
Privatleben, Alkoholkrankheit und Tod
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach eigenen Angaben trank Garrincha erstmals als Zehnjähriger Alkohol; in Pau Grande sei damals auch Kindern ein „Cachimbo“ genanntes Gemisch aus Cachaça, Honig und Zimt gegeben worden.[9] Die spätere Behauptung, er habe schon als Kind zur Unterdrückung körperlicher Schmerzen getrunken, lässt sich aus dieser Schilderung nicht ableiten. Während seiner Zeit bei Botafogo beeinträchtigte sein Alkoholkonsum zunehmend auch den Trainingsbetrieb; mit ihm befreundete Journalisten holten ihn mitunter in Pau Grande ab und brachten ihn rechtzeitig zu Spielen.[9]
Garrincha war in mehrere Autounfälle verwickelt. Besonders folgenreich war der Zusammenstoß mit einem Lastwagen im Jahr 1969, bei dem seine Schwiegermutter ums Leben kam.
Garrincha war zweimal verheiratet. Die erste Ehe mit Nair Marques bestand von 1952 bis 1965 und brachte acht Töchter hervor. Seine zweite Frau war die Samba-Sängerin Elza Soares. Die beiden kamen sich 1962 näher und küssten sich erstmals vor der Weltmeisterschaft im Trainingslager der Nationalmannschaft in Campos do Jordão; ihre Beziehung begann nach dem Turnier.[9] Im März 1966 heirateten sie. Die Verbindung zweier prominenter Persönlichkeiten stieß auf heftige gesellschaftliche Ablehnung, in der sich moralische Verurteilung, Rassismus und Sexismus verbanden; Soares wurde sowohl für das Ende von Garrinchas erster Ehe als auch später für seinen sportlichen Niedergang verantwortlich gemacht.[9] Soares unterstützte Garrincha bei Vertragsverhandlungen und kümmerte sich zunehmend um ihn, als seine Kniebeschwerden und seine Alkoholkrankheit fortschritten; dafür schränkte sie zeitweise ihre eigene berufliche Tätigkeit ein.[9] Die von Untreue und gewalttätigen Übergriffen überschattete Beziehung endete 1977.[9]
Garrincha hatte zahlreiche weitere Beziehungen und war Vater von je nach Quelle 13[16] oder 15[17] Kindern von fünf verschiedenen Frauen. Ein Enkel von ihm ist der schwedische Junioren-Fußballnationalspieler Henrik Johansson.[16]
Nach der Trennung von Elza Soares zog Garrincha zu seiner letzten Lebensgefährtin Vanderléa Oliveira nach Bangu, wo er bis zu seinem Tod zwischen wiederholten Krankenhausaufenthalten lebte.[8] Seine letzten Jahre waren von finanziellen Problemen und einer fortschreitenden Alkoholkrankheit geprägt.[8] Er starb am 20. Januar 1983 im Alter von 49 Jahren an den Folgen einer Leberzirrhose.[8]
Beim Begräbnis erwiesen ihm tausende Fans die letzte Ehre. Sein Grabstein auf dem Friedhof „Cemitério Raiz da Serra“ von Rio de Janeiro trägt die Inschrift:
Descanse em paz, que era a alegria do povo – Mané Garrincha.
(„Hier ruht in Frieden der, der die Freude des Volkes war – Mané Garrincha“).[18]
Rund zweihundert Meter von der eigentlichen Grabstätte entfernt wurde seinerzeit ein Denkmal für den Brasilianer errichtet. Am 31. Mai 2017 wurde vermeldet, dass die in einem Pantheon der Familie auf dem Friedhof von Magé beigesetzten sterblichen Überreste Garrinchas verschwunden seien.[19]
Sonstiges
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Länderspieldebüt: 18. September 1955 gegen Chile in Rio de Janeiro. Länderspielabschied: 15. Juli 1966 gegen Ungarn (1:3) in Liverpool (WM-Endrunde).
Er war nicht nur ein hochbegabter Fußballtechniker, sondern ihm werden auch Tricks zugeschrieben, die nach ihm benannt wurden, darunter der Garrincha und die Garrincha-Doppelschere.
Garrinchas Rückennummer 7 besitzt bei Botafogo eine besondere symbolische Bedeutung und wird traditionell herausragenden Offensivspielern zugeteilt; dies wird mit dem Ausspruch „Bei Botafogo ist die 7 mehr wert als die 10“ zusammengefasst.[8]
In seinem Geburtsort Pau Grande ist das Stadion des örtlichen Fußballklubs nach ihm benannt, das Mané Garrincha CIEP in der Rua José Souza Pereira.[20] Gleichfalls wurde ihm noch zu Lebzeiten 1974 das Estádio Mané Garrincha in der Hauptstadt Brasília gewidmet; dieses Mehrzweckstadion wurde im Rahmen der Baumaßnahmen für die WM 2014 fast vollständig abgerissen und durch die reine Fußballarena Estádio Nacional de Brasília Mané Garrincha ersetzt.
Der Sportjournalist und Autor Arsenij Zakharov schrieb in seinem Buch Die lustigen Fußball-Märchen – die Geschichte des Fußballs für junge und alte Fans ein Gedicht über Garrincha. Es trägt den Titel Ein krummbeiniger Fußball-Held.[21]
Erfolge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Brasilien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Weltmeister: 1958, 1962
- O’Higgins Cup: 1955, 1959, 1961
- Oswaldo Cruz Cup: 1960
Botafogo
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Internationale Titel
- World Champion Clubs (Paris Intercontinental Championship): 1963
- International Quadrangular Turnier: 1954
- Interclub Turnier Pentagonal Mexiko: 1958
- International Turnier von Kolumbien: 1960
- International Turnier in Costa Rica: 1961
- Pentagonal (Mexiko): 1962
- Goldenes Jubiläums-Turnier des Fußballverbandes von La Paz: 1964
- Ibero-Amerikanisches Turnier: 1964
- Paramaribo Cup: 1964
Nationale Titel
- Campeonato Brasileiro de Futebol: 1962, 1964
- Torneio Rio-São Paulo: 1962, 1964
- Interstate Cup Champions Club: 1962
- Staatsmeisterschaft von Rio de Janeiro: 1957, 1961, 1962
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2. Platz bei der Wahl des Ballon d’Or Dream Teams (Rechter Flügel)
- Bester Spieler der Weltmeisterschaft: 1962[2]
- WM-Torschützenkönig: 1962[22]
- Bester Spieler der brasilianischen Meisterschaft: 1962
- Bester Spieler des Torneio Rio-São Paulo: 1962
- Bester Spieler des Interstate Club Champions Cup: 1962
- Bester Spieler der Staatsmeisterschaft von Rio de Janeiro: 1957, 1961, 1962
- Brasilianische Ruhmeshalle des Fußballs[23]
Film
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1962: Garrincha, Alegria do Povo („Freude des Volkes“)
- 2003: Garrincha – Estrela Solitária („Einsamer Stern“), basierend auf Ruy Castros Buch; der Film behandelt Garrinchas Leben auf und abseits des Rasens und verwendet Originalaufnahmen.
- Elza & Mané – Amor em Linhas Tortas, Dokumentarfilm über die Beziehung zwischen Garrincha und Elza Soares.[9]
Hörspiel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1983: Das letzte Tor des Mané Sardinha. Von Luiz Carlos Saroldi. Regie: Klaus Mehrländer. Produktion: WDR 1983. Basiert auf Garrinchas Lebensgeschichte. Mit Christian Rode, Klaus Nägelen, Christian Brückner, Ilse Pagé, Hermann Ebeling, Klaus Herm, Friedhelm Ptock u. a.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ruy Castro: Garrincha. Titel, Tore und Tragödien. Bombus-Verlag, München 2006, ISBN 3-936261-51-2.
- José Sérgio Leite Lopes: »Die Freude des Volkes« erlischt – Überlegungen zu Leben und Tod des Fußballers Garrincha. In: Eva Kreisky, Georg Spitaler (Hrsg.): Arena der Männlichkeit. Über das Verhältnis von Fußball und Geschlecht. Campus, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-593-38021-8, S. 328–346.
- Christian Russau: Mané Garrincha · Edgar Fontana: Argentinische Stars. In: Dario Azzellini, Stefan Thimmel (Hrsg.): Futbolistas. Fußball und Lateinamerika: Hoffnungen, Helden, Politik und Kommerz. Verlag Assoziation A, Berlin/Hamburg 2006, ISBN 3-935936-46-X.
- Bernd Rohr, Günter Simon: Lexikon Fußball. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1987, ISBN 3-323-00107-9.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Frank Menke: Garrincha – Der Paradiesvogel aus dem Urwald. In: Sportschau. Westdeutscher Rundfunk Köln, 2014.
- Frank Menke: Garrincha – Der Absturz des Paradiesvogels. In: Sportschau. Westdeutscher Rundfunk Köln, 2014.
- Alex Bellos: On a glorious bender. In: The Guardian. 27. April 2002 (englisch).
Belege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Garrincha. In: International Football Hall Of Fame. (englisch)
- 1 2 3 4 5 6 7 Jeré Longman: Overlooked No More: Garrincha, Brazil’s Brilliant and Broken World Cup Hero. In: The New York Times. 10. Juli 2026, abgerufen am 2. September 2026 (englisch).
- ↑ Ole Schulz: Der Engel mit krummen Beinen. In: Deutschlandfunk. Deutschlandradio, 21. Januar 2008.
- ↑ Por Laudicéia Machea. In: Gazeta Esportiva. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 3. Januar 2006; abgerufen am 28. Februar 2010 (portugiesisch).
- ↑ Foul Play: Seven Deadly Sins of Football – Garrincha has a ball. In: The Guardian. 21. Mai 2009, abgerufen am 7. Oktober 2019 (englisch).
- ↑ Richard Witzig: The Global Art of Soccer. CusiBoy Publishing, New Orleans 2006, ISBN 0-9776688-0-0, S. 172 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 8. Januar 2023]).
- ↑ Wolfgang Kunath: Dribbling in die Hölle. In: Frankfurter Rundschau.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Henrique Coelho; Igor Mello: Há 30 anos o futebol perdia Garrincha, o Anjo das Pernas Tortas. In: Jornal do Brasil. 20. Januar 2013, abgerufen am 2. September 2026 (portugiesisch).
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Ivan Padilla: A história torta de amor de Elza e Garrincha no documentário da Globoplay. In: Exame. 16. März 2022, abgerufen am 2. September 2026 (portugiesisch).
- ↑ Vogel aus dem Amazonas. In: 11Freunde, 30. April 2003.
- ↑ Garrincha: Die Legende mit den krummen Beinen. In: Goal.com.
- ↑ Brasilien-Legende Garrincha. In: Goal.com.
- 1 2 Eduardo Galeano: Soccer in Sun and Shadow. 2. Auflage. Verso, London / New York 2003, ISBN 1-85984-423-5, S. 100 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche – spanisch: El fútbol a sol y sombra. Madrid 1995. Übersetzt von Mark Fried).
- 1 2 3 4 5 Bruno Bonsanti: Há 35 anos, perdemos Garrincha: 7 histórias incríveis da Alegria do Povo. In: Trivela. 20. Januar 2018, abgerufen am 2. September 2026 (portugiesisch).
- ↑ Ole Schulz: Die Freude des Volkes. In: 11Freunde. 28. Oktober 2023, abgerufen am 10. Juni 2024.
- 1 2 Auszug aus Christian Eichler: 90 – Die ganze Geschichte des Fußballs in neunzig Spielen. Droemer-Verlag, München 2017, ISBN 978-3-426-30139-5 (zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung. 15. Juni 2018, S. 33.).
- ↑ Laut einem Kommentar im brasilianischen Fernsehen bei seiner Beerdigung 1983.
- ↑ Mané Garrincha in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 8. Januar 2023.
- ↑ Desapareció el cuerpo del ídolo brasileño Garrincha de un cementerio de Río de Janeiro. In: Fútbol uy. 31. Mai 2017, abgerufen am 31. Mai 2017 (spanisch).
- ↑ Brasilianische Seite mit diversen Infos über Garrincha. Ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. Juni 2014 (portugiesisch). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
- ↑ Arsenij Zakharov: Die lustigen Fußball-Märchen – die Geschichte des Fußballs für junge und alte Fans. Hrsg.: Arsenij Zakharov. 1. Auflage. Books on Demand, Norderstedt 2024, ISBN 978-3-7693-1181-5, S. 32–33.
- ↑ The wounded 'Little Bird' who soared for Brazil. FIFA, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 2. April 2015; abgerufen am 28. Februar 2015 (englisch).
- ↑ Brazilian Football Museum Hall of Fame ( vom 6. Dezember 2008 im Internet Archive)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Garrincha |
| ALTERNATIVNAMEN | Santos, Manoel Francisco dos; Mané Garrincha |
| KURZBESCHREIBUNG | brasilianischer Fußballspieler |
| GEBURTSDATUM | 28. Oktober 1933 |
| GEBURTSORT | Pau Grande, Rio de Janeiro |
| STERBEDATUM | 20. Januar 1983 |
| STERBEORT | Rio de Janeiro |
- Fußballweltmeister (Brasilien)
- Fußballnationalspieler (Brasilien)
- Fußballspieler (Atlético Junior)
- Fußballspieler (Botafogo FR)
- Fußballspieler (Corinthians São Paulo)
- Fußballspieler (Flamengo Rio de Janeiro)
- Fußballspieler (Olaria AC)
- Brasilianischer Meister (Fußball)
- Brasilianer
- Geboren 1933
- Gestorben 1983
- Mann