Grillo-Werke

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Grillo-Werke AG
Rechtsform AG
Gründung 1842
Sitz Duisburg, DeutschlandDeutschland Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 1.455[2]
Umsatz 637,9 Mio. Euro[2]
Branche Metall- und Chemieindustrie
Website www.grillo.de
Stand: 30. September 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015
Ulrich Grillo, Vorstandsvorsitzender, Berlin 2013

Die Grillo-Werke AG ist ein international agierendes Familienunternehmen der Metall- und Chemieindustrie. Der Hauptsitz befindet sich in Duisburg, Nordrhein-Westfalen.

Hauptstoff im Metallbereich ist Zink, im Chemiebereich Schwefeldioxid und seine Folgeprodukte. Das Unternehmen befindet sich ausschließlich im Besitz der Familie Grillo, inzwischen in der fünften Generation. Bis auf die Jahre 1988 bis 1994 standen und stehen immer Familienmitglieder an der Spitze des Unternehmens. An der Spitze stehen derzeit Gabriela und Ulrich Grillo.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm Grillo gründete 1842 eine Eisenwarenhandlung in Mülheim an der Ruhr und 1848 ein Zinkwalzwerk in Duisburg-Neumühl. Das Unternehmen wuchs schnell zum größten Hersteller von Zinkhalbzeugen in Deutschland heran. 1855 errichtete Grillo in Oberhausen eine Produktionsstätte für hochweißes Zinkoxid, das sogenannte Zinkweiß. An diesem Standort betrieb er auch zwei Walzstraßen für Rohzink und eine Gaserzeugungsanlage. Das benötigte Rohzink erzeugte er ab 1881 in einer eigenen Hütte in Duisburg-Hamborn. Die dort anfallenden Schwefeldioxidgase wurden verkauft oder zu Schwefelsäure verarbeitet. Auch in den Bereichen Zinkweiß und SO2-Verkauf entwickelten sich die Unternehmen zu den größten in Deutschland.

1893 wurde aus den Werken eine Aktiengesellschaft für Zinkindustrie.

Im Zweiten Weltkrieg kam die Produktion zum Erliegen, sie wurden aber mit Ausnahme der Zinkhütte wieder aufgebaut.

Seit 1966 firmiert das Unternehmen unter der Bezeichnung Grillo-Werke AG. Ebenfalls 1966 entstand die 100-prozentige Tochter Rheinzink mit Sitz in Datteln.

1974 verlegten die Grillo-Werke ihren Hauptsitz ganz nach Duisburg-Hamborn und zogen sich damit vollständig aus Oberhausen zurück.

2016 vermeldet das Unternehmen einen Durchbruch bei der stofflichen Nutzung von Methan (vgl. C-H-Aktivierung). Hochreine Methansulfonsäure wird dabei durch die direkte Umsetzung von Methan mit Schwefeltrioxid gewonnen. Eine großtechnische Umsetzung ist bis 2019 geplant.[3]

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen weist in seinen Kennzahlen[4] von 2013 folgende Daten aus:

  • Verarbeitet werden jährlich circa 170.000 Tonnen Zink- und zinkhaltige Entfallstoffe (das sind Abfälle aus der Eisen- und Stahlerzeugung), 90.000 Tonnen Schwefel, 100.000 Tonnen schwefelhaltige Entfallstoffe sowie 50.000 Tonnen anderer Chemikalien.
  • Hergestellt werden jährlich circa 160.000 Tonnen von Produkten aus metallischem Zink, 245.000 Tonnen Schwefelsäuren und Oleum, 110.000 Tonnen verflüssigtes Schwefeldi- und -trioxid, 105.000 Tonnen Natriumsulfit und -sulfat, 35.000 Tonnen Zinkoxide und –sulfat.

Die Grillo-Werke beschäftigten 2013 insgesamt 1.600 Mitarbeiter, davon entfielen über die Hälfte auf die Tochter Rheinzink.

Neben dem Stammsitz in Duisburg gibt es weitere Standorte in Frankfurt, Oker/Goslar sowie Belgien und Großbritannien.

Der Grillo Konzern ist untergliedert in die Geschäftsbereiche Metall, Chemie, Zinkoxid und Rheinzink. Zum Grillo-Konzern gehören zusätzlich die Unternehmen ASB Informationstechnik GmbH, Grillo Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG, Hamborner Dach- und Fassadentechnik GmbH & Co. KG.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unternehmensführung
  2. a b Bundesanzeiger: Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2014 bis zum 30. September 2015
  3. Michael McCoy: German firm claims new route to methanesulfonic acid. In: Chemical & Engineering News. Band 94, Nr. 26, 2016, S. 10, doi:10.1021/cen-09426-notw7.
  4. Grillo-Werke AG Kennzahlen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]