Haus-Knipp-Eisenbahnbrücke

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Koordinaten: 51° 28′ 43″ N, 6° 40′ 50″ O

Haus-Knipp-Eisenbahnbrücke
Haus-Knipp-Eisenbahnbrücke
Haus-Knipp-Eisenbahnbrücke mit den roten Pfeilern der dahinterliegenden Autobahnbrücke
Überführt Bahnstrecke Oberhausen–Moers
Querung von Rhein
Ort Duisburg
Konstruktion Fachwerkbrücke
Gesamtlänge 767 m
Längste Stützweite 186 m
Baubeginn März 1910
Eröffnung 1. Oktober 1912
Lage
Haus-Knipp-Eisenbahnbrücke (Nordrhein-Westfalen)
Haus-Knipp-Eisenbahnbrücke

Die Haus-Knipp-Eisenbahnbrücke ist eine Eisenbahnbrücke über den Rhein nördlich der Duisburg-Ruhrorter Häfen zwischen Duisburg-Beeckerwerth und Duisburg-Baerl im Verlauf der heutigen Bahnstrecke Oberhausen–Moers.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau der Brücke begann im März 1910. Am 1. Oktober 1912 wurde sie für den Güterverkehr eröffnet. Personenzüge fuhren erst seit dem 15. Mai 1929 über die Brücke. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Brücke von zurück weichenden deutschen Truppen gesprengt. Mit Hilfe britischer Pioniere wurde sie bereits ab 1945 in alter Form mit ihrer charakteristischen Fachwerkbalkenkonstruktion wiederaufgebaut und am 26. Februar 1946 dem Verkehr übergeben. Der regelmäßige Personenverkehr mit Reisezügen endete am 24. September 1983[1]. Von 1998 bis Dezember 2012 wurde die zweigleisige Brücke nur auf dem südlichen Gleis befahren, das andere Gleis war zwischen Baerl und Beeckerwerth stillgelegt und teilweise abgebaut. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Zweigleisigkeit begannen im Mai 2012[2]. Im Herbst 2001 wurde die Rheinbrücke Rheinhausen-Hochfeld saniert und zur deren Entlastung fuhr von August bis Oktober freitags ein D-Zug von Dortmund nach Trier über die Brücke.

Die Hauptstromöffnung hat eine Weite von 186 Metern und war mit diesem Maß damals der weitgespannteste Fachwerkbalken-Träger Europas. Links und rechts schließen sich zwei etwas kleinere, 106 Meter lange Fachwerkbrücken an. Das Vorflutgelände wird linksrheinisch mit drei Jochen überbrückt, rechtsrheinisch sind es neun Joche. Da für beide Gleise konstruktiv selbständige Brückenträger gebaut wurden, handelt es sich dabei also insgesamt um 24 jeweils 41 Meter lange Fachwerkbrücken mit einem Konstruktionsgewicht von rund 2.600 Tonnen, die von den Eisenbauwerkstätten der ehemaligen Friedrich-Alfred-Hütte in Rheinhausen ehem. Kreis Moers (später Krupp Industrietechnik GmbH) geliefert wurden. Die Baukosten lagen bei etwa 8,5 Millionen Goldmark (entspricht heute etwa 46.562.585 €). 1912 war die Haus-Knipp-Brücke die erste Strombrücke in Duisburg ohne Brückentürme.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brücke ist ein altes Wahrzeichen für die Rheinschifffahrt. Der namensgebende Herrensitz Haus Knipp befand sich in unmittelbarer Nähe zur Brücke und wurde 1939 bei der Rheindeicherhöhung abgerissen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Paul Höpfner: Eisenbahnen. Ihre Geschichte am Niederrhein. Mercator Verlag, Duisburg 1986, ISBN 3-87463-132-X.
  • Georg Kreischer: Die Baerler Haus-Knipp-Brücke; in: Jahrbuch 2002/2003 der linksrheinischen Ortsteile der Stadt Duisburg (Hrsg.: Freundeskreis lebendige Grafschaft e.V. Duisburg, ISSN 1435-6252), Seite 28 ff.
  • Willy Reuter/Wilhelm Stoltenburg/Karl Brunner: Berichte über den Wiederaufbau der Brücke in den Jahren 1945 und 1946 in: Zeitschrift "Der Stahlbau", Jahrgang 1950, Heft 1 bis 3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haus-Knipp-Eisenbahnbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.klauserbeck.de/Kilometrierung/Tabelle3/HohenbudbergOberhausenWest/HohenbudbergOberhausenWest.htm
  2. eisenbahn-magazin 8/2012, S. 16