Kraftwerk Lünen

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Kraftwerk Lünen
Kraftwerk Lünen
Kraftwerk Lünen
Lage
Kraftwerk Lünen (Nordrhein-Westfalen)
Kraftwerk Lünen
Koordinaten 51° 36′ 52″ N, 7° 28′ 53″ OKoordinaten: 51° 36′ 52″ N, 7° 28′ 53″ O
Land Deutschland
Gewässer Lippe
Daten
Typ Dampfkraftwerk
Primärenergie Fossile Energie
Brennstoff Steinkohle
Leistung 507 Megawatt[1]
Eigentümer Stadtwerke-Konsortium Rhein-Ruhr
Betreiber STEAG
Betriebsaufnahme 1938[1]
Kessel 1 kohlestaubgefeuerter Benson-Kessel mit Trockenentaschung[1]
1 schmelzkammergefeuerter Benson-Kessel mit flüssiger Entaschung[1]
Eingespeiste Energie 2010[1] 1518[1] GWh
Website www.steag.com

Das Kraftwerk Lünen ist ein Steinkohlekraftwerk in Lünen im Kreis Unna. 1962 wurde es nach Hermann Kellermann in Kraftwerk Kellermann umbenannt.[2]

Der Betreiber ist STEAG und gehört zum Stadtwerke-Konsortium Rhein-Ruhr. Das Kraftwerk wurde von 1938 bis 1941 zur Versorgung eines in der Nähe liegenden Aluminiumwerks von der Steag errichtet. Die damalige Leistung betrug 180 Megawatt.[1] Am 25. September 1968 wurde der 250 Meter hohe Kamin des Kraftwerks fertiggestellt, zu diesem Zeitpunkt der höchste Schornstein Europas.[3]

In den 1970er Jahren wurden im Kraftwerk Versuche zur Kohledruckvergasung mit angeschlossenem Gas/Dampfturbinenprozess gemacht.[4]

Das Kraftwerk besitzt heute zwei Kraftwerksblöcke mit einer Gesamtleistung von 507 Megawatt; die beiden Blöcke weisen Leistungen von 350 Megawatt und 157 Megawatt auf.[1] Zusätzlich steht seit 1984 ein 110-Megawatt-Turbogeneratorsatz zur Bahnstromerzeugung zur Verfügung. Neben der Stromerzeugung speist das Kraftwerk seit Ende 2003 in das Fernwärmenetz der Stadt Lünen ein.[1] Der jährliche Steinkohleverbrauch beträgt 960.000 Tonnen und der CO2-Ausstoß 2,1 Millionen Tonnen (980 g CO2 pro kWh). Der kleinere der beiden Kraftwerksblöcke speist auf der 110-kV-Ebene über die Schaltanlage Lünen in das Verteilnetz von Westnetz ein, der größere Kraftwerksblock auf der 220-kV-Ebene über die Schaltanlage Elmenhorst in das Übertragungsnetz von Amprion und DB Energie.[5]

Im November 2012 wurde bekannt, dass Steag und Deutsche Bahn den Vertrag über die Lieferung von 110 MW Bahnstrom bis 2018 verlängert haben.[6]

Das Kraftwerk bezieht sein Kühlwasser aus der Lippe.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Kraftwerk Lünen. Energie für die öffentliche und industrielle Versorgung. STEAG GmbH; abgerufen am 29. Juli 2011.
  2. STEAG | Geschichte – Zeitleiste – 1960–1969
  3. Wingolf Lehnemann: Datenchronik der Stadt Lünen. (= Schriftenreihe des Stadtarchivs Lünen. 12). Stadtverwaltung Lünen, Lünen 1992, S. 107.
  4. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten … Neue Technologien für Steinkohlekraftwerke, 20. Oktober 1977
  5. Kraftwerksliste Bundesnetzagentur (bundesweit; alle Netz- und Umspannebenen) Stand 16. Oktober 2013 (Memento vom 11. Dezember 2013 im Internet Archive), abgerufen am 18. November 2013.
  6. ruhrnachrichten.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]