Haindling (Band)

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Leiter und Gründer der Band, Hans-Jürgen Buchner (2008)

Haindling ist eine vom niederbayerischen Musiker Hans-Jürgen Buchner gegründete Musikgruppe, die stilmäßig der Neuen Volksmusik zuzurechnen ist. Der Name leitet sich vom Wohnort Buchners ab, der zur niederbayerischen Stadt Geiselhöring im Landkreis Straubing-Bogen gehört.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musik der Gruppe Haindling ist Popmusik mit starken Einschlägen von Jazz und bayerischer Volksmusik und mit überwiegend bairischen Texten. Buchners Interesse für exotische Instrumente führt zu weiteren Einflüssen aus den Herkunftsgebieten dieser Instrumente, die z. B. afrikanische, tibetische und chinesische Klangwelten umfassen. Buchner will mit seiner Musik die bairische Mundart, die im Aussterben begriffen sei, am Leben erhalten.

Angefangen hat alles damit, dass Buchner, von Beruf Töpfermeister (und damit bei Musikredakteuren regelmäßig den Beinamen „Ton-Künstler“ evoziert), bei der Arbeit nebenbei Musik hören wollte. Da er jedoch einen anderen Musikgeschmack hatte als den zur damaligen Zeit üblichen, begann er seine Musik selbst zu komponieren. Bei seinen ersten öffentlichen Auftritten 1980 führte er zusammen mit seiner jetzigen Ehefrau Ulrike Böglmüller Eigenproduktionen auf.

Seine ursprüngliche Absicht, „nur nebenbei“ Musik zu machen, gab Buchner auf, als er über eine zufällige Bekanntschaft mit dem Sänger Kevin Coyne Kontakt zu der Plattenfirma Polydor und einen Vertrag für eine erste Platte bekam, die 1982 erschienen ist. Als sich diese unter dem Namen seines Heimatortes Haindling in den Rundfunksendern etablieren konnte und darüber hinaus den Deutschen Schallplattenpreis gewann, gründete Hans-Jürgen Buchner 1983 die Band. Die Mitglieder fand er über eine Zeitungsanzeige.

Buchner setzte bei den folgenden Alben das beim ersten Album bewährte Prinzip der Eigenproduktion fort. Die Band Haindling (im Gegensatz zum Projekt Haindling) war an den Plattenproduktionen großteils nicht beteiligt, abgesehen von den beiden Live-Alben „Meuterei“ und „Perlen“. Allerdings war Roald Raschner bei einigen Alben Koproduzent.

Das über die Grenzen Bayerns hinaus bekannteste Haindling-Lied „Lang scho nimmer g’sehn“ von 1984 erreichte in Deutschland Platz 33 der Charts. Die niederländische Coverversion „Hilversum III“ von Herman van Veen kam in dessen Heimat in die Top 10. Weitere bekannte Stücke sind Du Depp (1983), Spinn i (1985), Es geht wieder auf (1987), Ganz weit weg (1991), Liebe (1991) – erreicht Platz 28 in den Schweizer Charts – oder Noch in der Umlaufbahn (1993).

Neben den Studioalben macht Haindling auch Musik für Film und Fernsehen, so die Titelmusiken für sieben Serien und Mehrteiler des Bayerischen Fernsehens. Das Lied Paula aus der Reihe Zur Freiheit sowie das Titelstück zu Irgendwie und Sowieso wurden auch über die zugehörigen Serien hinaus bekannt. Des Weiteren fand das Stück Pfeif drauf als Titelmusik der ZDF-Serie Die Rosenheim-Cops und des Films Drei Herren Verwendung (eine an Pfeif drauf angelehnte Melodie ist seit einigen Jahren der Jingle der Versicherungskammer Bayern in Radio, Fernsehen und als Telefonwarteschleife). Einen Überblick über Buchners Schaffen als Filmkomponist bieten das im Jahr 2000 erschienene Doppelalbum Filmmusik sowie der 2004 unter dem Titel Vivaldi & Vier Jahreszeiten veröffentlichte Soundtrack zur Simon-Polt-Filmreihe. Ein weiteres Haindling-Projekt ist die in Zusammenarbeit mit Janosch entstandene Kinder-CD Tigerentenliederchen, die 2000 herauskam. 2006 komponierte er in Zusammenarbeit mit dem Hörfunkprogramm Bayern 1 eine Hymne für seine niederbayerische Heimat.

Für seine „ebenso bissige wie musikalisch virtuose Kritik am ‚Mir-san-mir‘-Bayerntum“ wurde Hans-Jürgen Buchner im Jahr 2000 vom Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Hans Zehetmair, mit der Auszeichnung Pro meritis scientiae et litterarum geehrt.

Fast jährlich spielen Haindling auf ausgewählten Festivals Sommerkonzerte und gehen meist auch auf Konzerttournee. Im Oktober 2013 fand eine Herbst-Tournee statt. Erstmals spielte die Band dabei ein Konzert in Italien beim Steinegg Live-Festival. Erwähnenswert sind insgesamt sieben Auftritte bei Songs an einem Sommerabend, die alle vom Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wurden. 2017 treten Haindling mit "Carmina Burana" mit Chor und Solisten der Münchner Symphoniker im Innenhof des Schlosses Thurn und Taxis in Regensburg auf. Außerdem wird das 35-jährige Jubiläum der Band mit ausgewählten Konzerten gefeiert. Ein neues Album wurde auch bereits in mehreren Interviews in Aussicht gestellt.

Band[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Band spielte ab ihrer Gründung bis 1999 in der folgenden Besetzung:

  • Hans-Jürgen Buchner (Gesang, Saxophon, Tenorhorn, Tuba, Klavier, Keyboard, Gitarre, Percussion u.v.a.)
  • Heinz-Josef Braun (Bass, Tuba; 1982 bis 1999)
  • Michael Braun (Saxophon, Trompete, Tenorhorn, Keyboard, Percussion, Gesang, seit 1982)
  • Peter Enderlein (Schlagzeug, Perkussion, seit 1982)
  • Rainer Kürvers (Keyboards, Tenorhorn; bis 1999)
  • Roald Raschner (Klavier, Keyboards, Gitarre, Gesang; bis 2004)
  • Miyabi Sudo (Keyboards, Tenorhorn; 1993 bis 1995)

Heinz-Josef Braun, Rainer Kürvers und Roald Raschner verließen die Band, an ihrer Stelle spielen mittlerweile:

  • Wolfgang Gleixner (Bass, Tuba, Gitarre, Percussion, Gesang; seit 1999)
  • Reinhold Hoffmann (Keyboard, Tenorhorn, Saxophon, Oboe; seit 1999)
  • Michael Ruff (Tasteninstrumente; seit 2004)

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Weiss
  DE 43 28.08.1995 (10 Wo.) [1]
Zwischenlandung
  DE 41 19.10.1998 (3 Wo.) [1]
Filmmusik
  DE 85 04.12.2000 (2 Wo.) [1]
Karussell
  DE 45 01.07.2002 (4 Wo.) [1]
Ein Schaf denkt nach
  DE 50 13.07.2009 (5 Wo.) [1]
Bavaria
  DE 28 10.08.2012 (… Wo.) [1]
Singles
Lang scho nimma g'sehn
  DE 33 19.03.1984 (12 Wo.) [2]
Liebe
  CH 28 26.01.1992 (1 Wo.) [3]
[1]

[2]

[3]
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Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haindling 1 (1982, Polydor)
  • Stilles Potpourri (1984, Polydor) (DE# 32)
  • Spinn i (1985, Polydor)
  • Höhlenmalerei (1987, Polydor)
  • Muh (1989, Polydor) (DE# 68)
  • 7 (1991, Polydor)
  • Haindling (1993, BMG Ariola)
  • Weiss (1995, BMG Ariola) (DE# 43)
  • Zwischenlandung (1998, BMG Ariola) (DE# 41)
  • Tigerentenliederchen (2000, BMG Ariola)
  • Filmmusik (2000, BMG Ariola) (DE# 85)
  • Karussell (2002, BMG Ariola) (DE# 45)
  • Vivaldi & Vier Jahreszeiten (2004, BMG Ariola)
  • Ein Schaf denkt nach (2009, Ariola/Sony Music)

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Meuterei (1986, Polydor)
  • Perlen – Das Konzert (1996, BMG Ariola)

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Speck 1982–1992 (1992, Polydor)
  • Schrilles Potpourri (Instrumental-Compilation) (1993, Polydor)
  • 78 min. – Die 90er Jahre (2000, BMG Ariola)
  • Achtung, Achtung! (2003, Koch/Universal)
  • Lang scho nimmer g’sehn (2008, Koch/Universal)
  • Goldstücke - Die größten Hits und Erfolge (2008, Ariola/Sony Music)
  • Star Edition (2008, Koch Universal Music)
  • Rückblicke (2010, Sony Music)
  • Instrumental-International 1993-2011 (2011, Ariola/Sony Music)
  • Best (2012, Zounds)
  • Glanzlichter (2013, Koch Universal Music)
  • Und überhaupts... - Best Of 1982 - 2014 (2014 Electrola)

Singles, EPs, MCDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • I mog di/Guten Morgen (1982, Polydor)
  • Rote Haar (1982, Polydor)
  • I mog di/Hin und her/Weite Welt/Guten Morgen (1982, Polydor, EP)
  • Lang schon nimmer g’sehn (1984, Polydor)
  • Du Depp (Single-Version)/Flipper Samba (1984, Polydor)
  • Spinn i/Ganz alloans (1985, Polydor)
  • Aber du/Schwarzer Mann (1985, Polydor)
  • Es geht wieder auf/Der rote Fluß (1987, Polydor)
  • Telefon/Du siehst gut aus (1987, Polydor)
  • Paula/Ich habe Sehnsucht (1987, Polydor)
  • Aja/Uns geht es gut (1989, Polydor)
  • Über alle Meere/Alabama (1989, Polydor)
  • Liebe/Nix dabei (1991, Polydor)
  • Ganz weit weg/Wo ist er denn (1991, Polydor)
  • Wos wuist’n du/Achtung Achtung (Remix)/Lach mehra (1992, Polydor)
  • Leit hoit’s zsam/Hau Ruck/Ich hab vergessen, dass ich so vergesslich bin (1993, BMG)
  • Er hod graucht (Radio-Mix)/Neuländer/Er hod graucht (Album-Version) (1993, BMG)
  • Mama/Zahnpastastrang/I ho di g‘seng (1995, BMG)
  • Manchmal (Radio-Edit)/Aosis-Ruf der Muschel/Es geht nimmer raus (1996, BMG)
  • Liebe Grüße/Er hod graucht/Vergelt’s Gott (1996, BMG)
  • Bayern (Radio-Remix)/Vamos/Bayern (Wies‘n-Mix) (1999, BMG)
  • Lang schon nimma g’sehn 2000/Feierabend (2000, BMG)
  • Wie sich Fische unter Wasser küssen (2002, BMG Ariola)
  • Karussell/Pavane-Das globale Dorf (2002, BMG Ariola)

Andere Veröffentlichungen und Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann van Veen - Signale ("Hilversum III", 1984)
  • Hermann van Veen - De Wisselaars ("Liefde", "Van Dijk", "Wat Doe Je", 1985)
  • Peter Maffay - Tabaluga und das leuchtende Schweigen ("Der fröhliche Geselle") (1986, Ariola/Sony Music)
  • Hermann van Veen - Anne ("Anne", 1987)
  • Herman van Veen ‎– Des Bleus Partout ("L'Amour", 1990)
  • Chaka Khan ‎– The Woman I Am ("Telephone", 1992)
  • Machmax ‎– Andere Ländler - Andere Suiten ("Turtelfrunken", 1996)
  • Lydie Auvray - Bonjour Soleil ("Fragile", 1997)
  • In sieben Tagen ein neuer Mensch (Komponiert für die Aktion "Eine Stadt Fastet", 1997)
  • Spider Murphy Gang ‎– Rock'n'Roll Story (Beteiligung an den Songs "Achterbahn" und "Lang scho nimma g'sehn", 1997)
  • Troadbodn-Lied (Komponiert für das Troadbodn-Museum Geiselhöring, 1998)
  • Janosch - Das glückliche Leben des Günter Katenfrosch (3 Hörspiele mit Musik von Haindling) (2000, Universal)
  • Satyam S. Kathrein: Das Reiki Praxisbuch (Meditationsmusik) (2001, Mosaik-Verlag)
  • Satyam S. Kathrein: Erlösung der Lebensthemen (Meditationsmusik) (2002, Mosaik-Verlag)
  • Biene Maja Musical ("Mist, 2004)
  • Weihnachtsblues (Weihnachtsgeschichte "Der kleine Herr Jakobi feiert Weihnachten", 2004, Random House Audio)
  • Niederbayern-Hymne (2006)
  • Tigers Lied (für Eishockey-Club aus Straubing, 2007)
  • Spider Murphy Gang ‎– Skandal! 30 Jahre Spider Murphy Gang ("Rosmarie", 2007)
  • Wir für Kinder - Sternstundensong (2013)
  • AirLounge ONE - The Aviation Lounge ("Fly High-Astal", "Clouds-Astal", 2014)
  • 28 Jahre Songs an einem Sommerabend ("Blasmusik in Moll", "Lang schon nimmer g’sehn", 2014, Buschfunk)
  • FC Bayern samma mia (feat. Move T, 2015)

DVDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haindling live, Doppel-DVD (2005, BMG Ariola)
  • Haindling und überhaupts DVD (2015 Electrola)

Soundtracks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielfilme (Kino und TV)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentarfilme (Kino)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TV-Serien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werbemusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TV-Mitwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g musicline.de: Haindling in den deutschen Albumcharts
  2. a b musicline.de: Haindling in den deutschen Singlecharts
  3. a b hitparade.ch: Haindling in der Schweizer Hitparade
  4. br.de: Haindling "und überhaupts ..."
  5. e.on-Kulturpreis: Sonderpreis für Hans Jürgen Buchner – Goppel: „Haindling steht heute für Bayern wie die Beach Boys für Kalifornien“. 20. Oktober 2005, abgerufen am 7. Oktober 2014 (Pressemitteilung, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst).
  6. Münchner Faschingsgesellschaft WÜRMESIA e. V.