Haindling (Band)

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Haindling
Leiter und Gründer der Band, Hans-Jürgen Buchner (2008)
Leiter und Gründer der Band, Hans-Jürgen Buchner (2008)
Allgemeine Informationen
Herkunft Haindling, Bayern
Genre(s) Neue Volksmusik
Gründung 1982
Website haindling.de
haindling.com
Gründungsmitglieder
Hans-Jürgen Buchner
Peter Enderlein
Mike Talhammer (bis 1983)
Ulrike Böglmüller-Buchner
Aktuelle Besetzung
Gesang, Saxophon, Tenorhorn, Tuba, Trompete, Klavier, Keyboard, Gitarre, Percussion u. v. a.
Hans-Jürgen Buchner
Saxophon, Trompete, Tenorhorn, Keyboard, Percussion, Gesang
Michael Braun (seit 1983)
Schlagzeug, Percussion
Peter Enderlein
Bass, Tuba, Gitarre, Percussion, Gesang
Wolfgang Gleixner (seit 1999)
Keyboard, Tenorhorn, Saxophon, Oboe
Reinhold Hoffmann (seit 1999)
Klavier, Keyboard, Gesang
Michael Ruff (seit 2004)
Ehemalige Mitglieder
Tenorhorn, Keyboard
Miyabi Sudo (須藤 雅) (1993–1995)
Tenorhorn, Keyboard, Gesang
Rainer Kürvers (1983–1999)
Bass, Keyboard, Gesang
Heinz-Josef Braun (1983–2000)
Gesang, Gitarre
Kevin Coyne (ausgewählte Konzerte) († 2004)
Klavier, Keyboard, Gitarre, Gesang
Roald Raschner (1983–2004)
Saxophon, Keyboard, Gesang
Astrid Buchner (Vertretung für Michael Braun)

Haindling ist eine vom niederbayerischen Musiker Hans-Jürgen Buchner gegründete Musikgruppe, die stilmäßig der Neuen Volksmusik zuzurechnen ist. Der Name leitet sich vom Wohnort Buchners ab, der zur niederbayerischen Stadt Geiselhöring im Landkreis Straubing-Bogen gehört.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musik der Gruppe Haindling ist Popmusik mit starken Einschlägen von Jazz und bayerischer Volksmusik und mit überwiegend bairischen Texten. Buchners Interesse für exotische Instrumente führt zu weiteren Einflüssen aus den Herkunftsgebieten dieser Instrumente, die z. B. afrikanische, tibetische und chinesische Klangwelten umfassen. Buchner will mit seiner Musik die bairische Mundart, die im Aussterben begriffen ist, am Leben erhalten.

Angefangen hat alles damit, dass Buchner, der von Beruf Töpfermeister ist (und damit bei Musikredakteuren regelmäßig den Beinamen „Ton-Künstler“ evoziert), bei der Arbeit nebenbei Musik hören wollte. Da er jedoch einen anderen Musikgeschmack hatte als den zur damaligen Zeit üblichen, begann er seine Musik selbst zu komponieren. Seine Lieder nahm er mit einem Mehrspurrekorder auf Kassette auf. Bei seinen ersten öffentlichen Auftritten 1980 führte er zusammen mit seiner jetzigen Ehefrau Ulrike Böglmüller seine Eigenproduktionen in Kneipen per Halb-Playback auf.

Seine ursprüngliche Absicht, „nur nebenbei“ Musik zu machen, gab Buchner auf, als er über eine zufällige Bekanntschaft mit dem Sänger Kevin Coyne Kontakt zu der Plattenfirma Polydor und einen Vertrag für eine erste Platte bekam, die dann 1982 erschien. Als sich diese unter dem Namen seines Heimatortes Haindling in den Rundfunksendern etablieren konnte und darüber hinaus den Deutschen Schallplattenpreis gewann, gründete Hans-Jürgen Buchner 1983 auf Wunsch seiner Plattenfirma die Band. Die Mitglieder fand er über eine Zeitungsanzeige.

Buchner setzte bei den folgenden Alben das beim ersten Album bewährte Prinzip der Eigenproduktion fort. Die Band Haindling (im Gegensatz zum Projekt Haindling) war an den Plattenproduktionen großteils nicht beteiligt, abgesehen von den beiden Live-Alben Meuterei und Perlen. Allerdings war Roald Raschner bei einigen Alben Koproduzent. Seit 1991 produzierte Buchner seine Lieder selbstständig in seinem zur damaligen Zeit neu eingerichteten Tonstudio in Haindling, zuvor nahm er seine Lieder im Red Rooster Studio bei Peter Maffay in Tutzing auf.

Das über die Grenzen Bayerns hinaus bekannteste Haindling-Lied Lang scho nimmer g’sehn von 1984 erreichte in Deutschland Platz 33 der Singlecharts. Die niederländische Coverversion Hilversum III von Herman van Veen kam in dessen Heimat in die Top 10. Van Veen coverte bis 1985 noch weitere Lieder von Haindling, welche sich insbesondere auch im englisch- und französischsprachigen Raum etablierten. Weitere bekannte Stücke sind Du Depp (1983), Spinn i (1985), Es geht wieder auf (1987), Ganz weit weg (1991), Liebe (1991) – erreicht Platz 28 in den Schweizer Charts – oder Noch in der Umlaufbahn (1993).

Neben den Studioalben macht Haindling auch Musik für Film und Fernsehen, so die Titelmusiken für sieben Serien und Mehrteiler des Bayerischen Fernsehens. Das Lied Paula aus der Reihe Zur Freiheit sowie das Titelstück zu Irgendwie und Sowieso wurden auch über die zugehörigen Serien hinaus bekannt. Des Weiteren fand das Stück Pfeif drauf als Titelmusik der ZDF-Serie Die Rosenheim-Cops und des Films Drei Herren Verwendung (eine an Pfeif drauf angelehnte Melodie ist seit einigen Jahren der Jingle der Versicherungskammer Bayern in Radio, Fernsehen und als Telefonwarteschleife). Einen Überblick über Buchners Schaffen als Filmkomponist bieten das im Jahr 2000 erschienene Doppelalbum Filmmusik sowie der 2004 unter dem Titel Vivaldi & Vier Jahreszeiten veröffentlichte Soundtrack zur Simon-Polt-Filmreihe. Ein weiteres Haindling-Projekt ist die in Zusammenarbeit mit Janosch entstandene Kinder-CD Tigerentenliederchen, die 2000 herauskam. 2006 komponierte er in Zusammenarbeit mit dem Hörfunkprogramm Bayern 1 eine Hymne für seine niederbayerische Heimat.

Für seine „ebenso bissige wie musikalisch virtuose Kritik am ‚Mir-san-mir‘-Bayerntum“ wurde Hans-Jürgen Buchner im Jahr 2000 vom Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Hans Zehetmair, mit der Auszeichnung Pro meritis scientiae et litterarum geehrt.

2014 erschien der Dokumentarfilm Haindling – und überhaupt’s … von Jörg Bundschuh und Toni Schmid, der Buchners gesamtes Leben, hauptsächlich jedoch seine Arbeit mit Haindling beleuchtet.[1]

Noch heute begibt sich die Band jeden Sommer auf Konzerttournee und gibt dabei Konzerte auf ausgewählten Festivals, sowie in besonderen Spielstätten, wie beispielsweise auf der Freilichtbühne am Roten Tor Augsburg, auf der Luisenburg-Felsenbühne oder auf der Burg Wertheim. Erwähnenswert sind insgesamt sieben Auftritte bei Songs an einem Sommerabend, die alle vom Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wurden. Im Sommer 2017 traten Haindling mit Carmina Burana mit Chor und Solisten der Münchner Symphoniker im Innenhof des Schlosses Thurn und Taxis in Regensburg auf. Des Weiteren finden regelmäßig Hallentourneen in den Wintermonaten statt, so beispielsweise im Oktober 2013, als die Band erstmals in Italien beim Steinegg-Live-Festival ein Konzert gab. 2017 und 2018 feierte Haindling sein 35-jähriges Bühnenjubiläum, welches mit einer ausgedehnten Tour im Sommer 2017 und im Winter 2018 gefeiert wurde. Die meisten Konzerte beschränkten sich lediglich auf Bayern, Baden-Württemberg und Österreich. Überregionale Konzerte fanden vor allem in den späten 1980er Jahren statt, mitunter in Bochum, Köln, Bielefeld, Berlin und Hamburg. Oberhalb Süddeutschlands finden Konzerte heutzutage selten noch unter anderem in Hessen, im Ruhrgebiet und in Berlin statt. Hans-Jürgen Buchner gab in mehreren Interviews an, dass er an einem neuen Album arbeite, welches bislang aber nicht erschienen ist. Im Sommer 2018 erwähnte er, dass er für neue Ideen und für ein neues Album viel Zeit und Ruhe brauche, weshalb die Arbeit an dem geplanten Album sehr langsam verläuft.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[2]
Stilles Potpourri
  DE 32 12.03.1984 (10 Wo.)
Muh
  DE 68 06.03.1989 (1 Wo.)
Weiss
  DE 43 28.08.1995 (10 Wo.)
Zwischenlandung
  DE 41 19.10.1998 (3 Wo.)
Filmmusik
  DE 85 04.12.2000 (2 Wo.)
Karussell
  DE 45 01.07.2002 (4 Wo.)
Ein Schaf denkt nach
  DE 50 13.07.2009 (5 Wo.)
Bavaria
  DE 28 10.08.2012 (3 Wo.)
Singles
Lang scho nimmer g’sehn
  DE 33 19.03.1984 (12 Wo.)
Liebe
  CH 28 26.01.1992 (1 Wo.)

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haindling 1 (1982, Polydor)
  • Stilles Potpourri (1984, Polydor)
  • Spinn i (1985, Polydor)
  • Höhlenmalerei (1987, Polydor)
  • Muh (1989, Polydor)
  • 7 (1991, Polydor)
  • Haindling (1993, BMG Ariola)
  • Weiss (1995, BMG Ariola)
  • Zwischenlandung (1998, BMG Ariola)
  • Tigerentenliederchen (2000, BMG Ariola)
  • Filmmusik (2000, BMG Ariola)
  • Karussell (2002, BMG Ariola)
  • Vivaldi & Vier Jahreszeiten (2004, BMG Ariola)
  • Ein Schaf denkt nach (2009, Ariola/Sony Music)

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Meuterei (1986, Polydor)
  • Perlen – Das Konzert (1996, BMG Ariola)

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Speck 1982–1992 (1992, Polydor)
  • Schrilles Potpourri (Instrumental-Compilation) (1993, Polydor)
  • 78 min. – Die 90er Jahre (2000, BMG Ariola)
  • Achtung, Achtung! (2003, Koch/Universal)
  • Lang scho nimmer g’sehn (2008, Koch/Universal)
  • Goldstücke – Die größten Hits und Erfolge (2008, Ariola/Sony Music)
  • Star Edition (2008, Koch Universal Music)
  • Rückblicke (2010, Sony Music)
  • Instrumental-International 1993–2011 (2011, Ariola/Sony Music)
  • Best (2012, Zounds)
  • Glanzlichter (2013, Koch Universal Music)
  • Und überhaupts… – Best Of 1982 – 2014 (2014 Electrola)

Singles, EPs, MCDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • I mog di/Guten Morgen (1982, Polydor)
  • Rote Haar (1982, Polydor)
  • I mog di/Hin und her/Weite Welt/Guten Morgen (1982, Polydor, EP)
  • Lang schon nimmer g’sehn (1984, Polydor)
  • Du Depp (Single-Version)/Flipper Samba (1984, Polydor)
  • Spinn i/Ganz alloans (1985, Polydor)
  • Aber du/Schwarzer Mann (1985, Polydor)
  • Es geht wieder auf/Der rote Fluß (1987, Polydor)
  • Telefon/Du siehst gut aus (1987, Polydor)
  • Paula/Ich habe Sehnsucht (1987, Polydor)
  • Aja/Uns geht es gut (1989, Polydor)
  • Über alle Meere/Alabama (1989, Polydor)
  • Liebe/Nix dabei (1991, Polydor)
  • Ganz weit weg/Wo ist er denn (1991, Polydor)
  • Wos wuist’n du/Achtung Achtung (Remix)/Lach mehra (1992, Polydor)
  • Leit hoit’s zsam/Hau Ruck/Ich hab vergessen, dass ich so vergesslich bin (1993, BMG)
  • Er hod graucht (Radio-Mix)/Neuländer/Er hod graucht (Album-Version) (1993, BMG)
  • Mama/Zahnpastastrang/I ho di g‘seng (1995, BMG)
  • Manchmal (Radio-Edit)/Aosis-Ruf der Muschel/Es geht nimmer raus (1996, BMG)
  • Liebe Grüße/Er hod graucht/Vergelt’s Gott (1996, BMG)
  • Bayern (Radio-Remix)/Vamos/Bayern (Wies‘n-Mix) (1999, BMG)
  • Lang schon nimma g’sehn 2000/Feierabend (2000, BMG)
  • Wie sich Fische unter Wasser küssen (2002, BMG Ariola)
  • Karussell/Pavane-Das globale Dorf (2002, BMG Ariola)

Andere Veröffentlichungen und Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herman van Veen – Signale („Hilversum III (Lang scho nimma g'sehn)“, 1984)
  • Herman van Veen – De Wisselaars („Liefde (Bleib)“, „Van Dijk (I hob heid frei)“, „Wat Doe Je (Wos wuist'n du?)“, 1985)
  • Peter Maffay – Tabaluga und das leuchtende Schweigen („Der fröhliche Geselle“) (1986, Ariola/Sony Music)
  • Herman van Veen – Anne („Anne“, 1986)
  • Chaka Khan – The Woman I Am („Telephone“, 1992)
  • Machmax – Andere Ländler – Andere Suiten („Turtelfrunken“, 1996)
  • Lydie Auvray – Bonjour Soleil („Fragile“, 1997)
  • In sieben Tagen ein neuer Mensch (Komponiert für die Aktion „Eine Stadt Fastet“, 1997)
  • Spider Murphy Gang – Rock'n'Roll Story (Beteiligung an den Songs „Achterbahn“ und „Lang scho nimma g'sehn“, 1997)
  • Troadbodn-Lied (Komponiert für das Troadbodn-Museum Geiselhöring, 1998)
  • Janosch – Das glückliche Leben des Günter Katenfrosch (3 Hörspiele mit Musik von Haindling) (2000, Universal)
  • Satyam S. Kathrein: Das Reiki Praxisbuch (Meditationsmusik) (2001, Mosaik-Verlag)
  • Satyam S. Kathrein: Erlösung der Lebensthemen (Meditationsmusik) (2002, Mosaik-Verlag)
  • Biene Maja Musical („Mist“, 2004)
  • Weihnachtsblues (Weihnachtsgeschichte „Der kleine Herr Jakobi feiert Weihnachten“, 2004, Random House Audio)
  • Niederbayern-Hymne (2006)
  • Tigers Lied (für Eishockey-Club aus Straubing, 2007)
  • Spider Murphy Gang – Skandal! 30 Jahre Spider Murphy Gang („Rosmarie“, 2007)
  • Wir für Kinder – Sternstundensong (2013)
  • AirLounge ONE – The Aviation Lounge („Fly High-Astal“, „Clouds-Astal“, 2014)
  • 28 Jahre Songs an einem Sommerabend („Blasmusik in Moll“, „Lang schon nimmer g’sehn“, 2014, Buschfunk)
  • FC Bayern samma mia (feat. Move T, 2015)

Videoalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haindling live, Doppel-DVD (2005, BMG Ariola)
  • Haindling und überhaupts DVD (2015 Electrola)

Soundtracks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielfilme (Kino und TV)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentarfilme (Kino)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TV-Serien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werbemusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TV-Mitwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. programm.ARD.de - ARD Play-Out-Center Potsdam, Potsdam, Germany: Haindling "und überhaupts …" Abgerufen am 22. Januar 2018.
  2. Chartquellen: DE
  3. br.de: Haindling "und überhaupts ..."
  4. e.on-Kulturpreis: Sonderpreis für Hans Jürgen Buchner – Goppel: „Haindling steht heute für Bayern wie die Beach Boys für Kalifornien“. 20. Oktober 2005, abgerufen am 7. Oktober 2014 (Pressemitteilung, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst).
  5. Münchner Faschingsgesellschaft WÜRMESIA e. V. (Memento vom 5. November 2016 im Internet Archive)