Hochschule für Philosophie München

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Hochschule für Philosophie München
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Gründung 1925 in Pullach,
seit 1971 in München
Trägerschaft kirchlich (Jesuitenorden)
Ort München
Bundesland Bayern
Land Deutschland
Präsident Johannes Wallacher
Studierende 365 WS 2019/20[1]
Professoren 11 (SoSe 2020)
Website www.hfph.de

Die Hochschule für Philosophie München (HFPH) ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Gesellschaft Jesu.

Die Hochschule in der Kaulbachstraße in München liegt in unmittelbarer Nähe der Staatsbibliothek München und der Ludwig-Maximilians-Universität. Studiengänge der Philosophie können mit Bachelor und Master abgeschlossen werden, auch Promotion und Habilitation sind möglich. Daneben gibt es verschiedene Weiterbildungsangebote.

An der HFPH unterrichten 11 Professor*innen[2], hinzu kommen wissenschaftliche Mitarbeiter*innen und Lehrbeauftragte.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenhof der HFPH im Juni 2015

Gemäß der Satzung[3] sind Ziel und Aufgabe der Hochschule für Philosophie München:

  • Philosophie zu treiben und die Kenntnis der Philosophiegeschichte zu fördern;
  • die Beziehungen zwischen Philosophie und anderen Wissenschaften, insbesondereder Theologie, zu reflektieren;
  • die Erkenntnisse der Philosophie für das Leben und Zusammenleben der Menschen nutzbar zu machen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule wurde 1925 von dem späteren Kardinal Bea als Berchmanskolleg in Pullach bei München gegründet. Der Name stammte von dem 1621 verstorbenen und 1888 heiliggesprochenen flämischen Jesuitenstudenten Jan Berchmans. Das Berchmanskolleg war ursprünglich ein der Ausbildung der Jesuiten gewidmetes Studienhaus, in dem die Studenten und Dozenten der Gesellschaft Jesu wohnten und lebten. In diesem Ordenshaus fanden zugleich die auf das Theologiestudium ausgerichteten philosophischen Vorlesungen statt. Bereits in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens erreichte die Ordenshochschule einen hervorragenden wissenschaftlichen Ruf als philosophische Ausbildungsstätte.

In der Zeit des Nationalsozialismus war das Berchmanskolleg ein Treffpunkt der Widerstandskämpfer des Kreisauer Kreises. Eine 1997 angebrachte Gedenktafel am Eingang der heutigen Ordensniederlassung in der Münchner Kaulbachstraße erinnert noch heute an die Jesuiten Augustin Rösch, Rupert Mayer, Lothar König und Alfred Delp.[4]

Schon ab 1945 hatte die Ordenshochschule alljährlich einige nicht dem Orden angehörende Studenten aufgenommen.

Im Jahre 1971 erfolgte die Verlegung der Hochschule von Pullach nach München. Dem Geiste des II. Vatikanischen Konzils entsprechend, öffnete sich die Hochschule allen Studierenden, ungeachtet der Religionszugehörigkeit. Seitdem wird der Name Berchmanskolleg nur für die Ordensniederlassung in der Münchner Kaulbachstraße verwendet. Die Pullacher Gebäude beherbergen heute die erzbischöflichen Tagesheimschulen Pullach.

Philosophische Tradition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aula der HFPH im April 2018

Die philosophische Tradition der Hochschule war bis in die 1970er Jahre vom Denken der Neuscholastik geprägt. Man orientierte sich vor allem an der Schule des Thomas von Aquin und anderer Klassiker des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Die Zeit ab 1938 gilt als ihre klassische Periode. Hier stand die Hochschule unter dem Einfluss von drei Professoren, die als das „Pullacher Dreigestirn“ galten: Josef de Vries (1898–1989), der vor allem Erkenntnistheorie, aber auch nahezu alle anderen Fächer dozierte und über 30 Jahre der Dekan der Fakultät war, Walter Brugger (1904–1990), der das bekannte „Philosophische Wörterbuch“ herausgab und eine große „Summe einer philosophischen Gotteslehre“ verfasste und Johannes B. Lotz (1903–1992), der sich darum bemühte, die Philosophie der Neuscholastik mit dem Denken Heideggers zu vermitteln.[5]

Mit der Emeritierung der drei prägenden Gestalten der Hochschule verschwand ab den 1970er Jahren zunehmend die Vorherrschaft des scholastischen Erbes, und es erfolgte eine verstärkte Auseinandersetzung mit der Gegenwartsphilosophie wie der Phänomenologie, der Existenzphilosophie, der sprachanalytischen Philosophie und der Philosophie des Geistes.

Heute zählen zu den Forschungsschwerpunkten[6] der Hochschule u. a. die Philosophische Anthropologie und Philosophie des Geistes, Praktische Philosophie und angewandte Ethik sowie Religionsphilosophie und Philosophische Gotteslehre. Die HFPH verfügt über verschiedene Forschungseinrichtungen: Das Institut für Religionsphilosophie[7], das Institut für naturwissenschaftliche Grenzfragen zur Philosophie und Theologie[8], das Institut für Ethik und Sozialphilosophie[9], das Rottendorf-Projekt „Schritte zu einer neuen Weltkultur“[10], das Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft[11] und die Pannenberg-Forschungsstelle[12]. Diese Schwerpunkte werden durch das Third-Mission-Institut „Zentrum für Globale Fragen“[13] und die Tätigkeiten des Instituts für Philosophie und Leadership[14] ergänzt.

Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Hochschule können die folgenden Studiengänge belegt werden:

  • 1-Fach-Bachelor in Philosophie (180 ECTS)[15]
  • konsekutiver Master in Philosophie (120 ECTS)[16]
  • Promotion in Philosophie zum Dr. phil.[17]

Im Bereich der Weiterbildung hat die Hochschule folgende Angebote:

  • weiterbildender Master Ethik in den Schwerpunkten Ethik des interkulturellen Dialogs, Medienethik, Medizinethik und Wirtschaftsethik (120 ECTS)[18]
  • Im Rahmen der weiterbildenden Master sind auch Modulstudien in den folgenden Schwerpunkten möglich: Ethik des interkulturellen Dialogs[19], Medienethik[20], Medizinethik[21] und Wirtschaftsethik[22] (je 36 ECTS)

Darüber hinaus bietet die Hochschule das Zertifikat Modulstudium „Philosophicum“ (60–80 ECTS)[23], das in einem Zeitrahmen von 1 bis 3 Jahren studiert werden kann, sowie die studienbegleitenden Zertifikate „Philosophie und Leadership“[24] und „Globale Solidarität“[25] an. Über die Kooperation „Modulstudien Philosophie“[26] können Studierende der TUM an der HFPH ECTS-Punkte in Philosophie erwerben.

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fakultät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrende Professoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emeritierte Professoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Professoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alumni und weitere Studierende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alumni (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Studenten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Huber hat zum Wintersemester 2018 ein Philosophiestudium aufgenommen.
  • Erwin Teufel, CDU-Politiker und von 1991 bis 2005 Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, studierte von 2005 bis 2008 (5 Semester) an der Hochschule, ohne einen Abschluss anzustreben; er gehört somit nicht zu den Alumni.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik: Studierende an den Hochschulen in Bayern - Wintersemester 2019/2020 - Vorläufige Ergebnisse (= B III 1-1 hj 2/2019), S. 8.
  2. https://www.hfph.de/hochschule/lehrende
  3. https://www.hfph.de/studierende/downloads/allgemeines/hfph_satzung.pdf
  4. Helga Pfoertner: Mit der Geschichte leben. Bd. 1, Literareron, München 2001, ISBN 3-89675-859-4, S. 47–50 (PDF; 1,1 MB (Memento vom 28. April 2014 im Internet Archive))
  5. Vgl. Vortrag von Gerd Haeffner am 14. November 2003 über Johannes B. Lotz (Memento vom 29. Mai 2014 im Internet Archive), S. 5–18 (pdf; 234 kB)
  6. https://www.hfph.de/forschung/forschungsschwerpunkte
  7. https://www.hfph.de/forschung/wissenschaftliche-einrichtungen/religionsphilosophie
  8. https://www.hfph.de/forschung/wissenschaftliche-einrichtungen/naturphilosophie
  9. https://www.hfph.de/forschung/wissenschaftliche-einrichtungen/ethik-und-sozialphilosophie
  10. https://www.hfph.de/forschung/drittmittelprojekte/rottendorf-projekt
  11. https://www.hfph.de/hochschule/lehrende/prof-dr-alexander-filipovic/medienethik/zem-dg
  12. https://www.hfph.de/forschung/wissenschaftliche-einrichtungen/religionsphilosophie/pannenberg-forschungsstelle
  13. https://www.hfph.de/forschung/wissenschaftliche-einrichtungen/globalefragen
  14. https://www.hfph.de/forschung/wissenschaftliche-einrichtungen/leadership
  15. https://www.hfph.de/studieninteressierte/bachelor/studieren
  16. https://www.hfph.de/studieninteressierte/bachelor/studieren
  17. https://www.hfph.de/studieninteressierte/promotion
  18. https://www.hfph.de/weiterbildung/weiterbildung-in-philosophie
  19. https://www.hfph.de/weiterbildung/zertifikat-ethik-des-interkulturellen-dialogs/studieren
  20. https://www.hfph.de/weiterbildung/zertifikat-medienethik/studieren
  21. https://www.hfph.de/weiterbildung/zertifikat-medizinethik/studieren
  22. https://www.hfph.de/weiterbildung/zertifikat-wirtschaftsethik/studieren
  23. https://www.hfph.de/studieninteressierte/modulstudium-philosophicum/studieren
  24. https://www.hfph.de/studieninteressierte/leadership-zertifikat
  25. https://www.hfph.de/studieninteressierte/globale-solidaritaet
  26. https://www.hfph.de/studieninteressierte/modulstudien-philosophie-tum
  27. https://www.hfph.de/hochschule/nachrichten/alumni-im-portraet-jun-prof-dr-dr-benedikt-goecke
  28. http://fdp-muenchen-west.de/news/dr-lukas-koehler-fuer-sie-in-den-bundestag/
  29. https://www.lukaskoehler.de/
  30. https://presseportal.zdf.de/biografie/Person/stefan-leifert/
  31. https://www.hfph.de/hochschule/nachrichten/alumni-im-portraet-nathalie-von-siemens
  32. Vogt, Katja Maria: Skepsis und Lebenspraxis - Das pyrrhonische Leben ohne Meinungen. Alber, München: 1998. S. 2

Koordinaten: 48° 8′ 56,1″ N, 11° 34′ 59,8″ O