Klosterlechfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Klosterlechfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Klosterlechfeld hervorgehoben

Koordinaten: 48° 10′ N, 10° 50′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Augsburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Lechfeld
Höhe: 561 m ü. NHN
Fläche: 2,36 km2
Einwohner: 2965 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 1256 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86836
Vorwahl: 08232
Kfz-Kennzeichen: A, SMÜ, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 72 162
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bayernstraße 1
86836 Klosterlechfeld
Website: lechfeld.de
Erster Bürgermeister: Rudolf Schneider (parteilos)
Lage der Gemeinde Klosterlechfeld im Landkreis Augsburg
AugsburgLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis DachauLandkreis Dillingen an der DonauLandkreis Donau-RiesLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis GünzburgLandkreis Landsberg am LechLandkreis OstallgäuLandkreis StarnbergLandkreis UnterallgäuLandkreis Neuburg-SchrobenhausenSchmellerforstAdelsriedAllmannshofenAltenmünsterAystettenBiberbach (Schwaben)BobingenBonstetten (Schwaben)DiedorfDinkelscherbenEhingen (Landkreis Augsburg)EllgauEmersackerFischachGablingenGersthofenGessertshausenGraben (Lechfeld)GroßaitingenHeretsriedHiltenfingenHorgauKleinaitingenKlosterlechfeldKönigsbrunnKühlenthalKutzenhausenLangenneufnachLangerringenLangweid am LechMeitingenMickhausenMittelneufnachNeusäßNordendorfOberottmarshausenScherstettenSchwabmünchenStadtbergenThierhauptenUntermeitingenUstersbachWalkertshofenWehringenWeldenWestendorf (Landkreis Augsburg)ZusmarshausenKarte
Über dieses Bild

Klosterlechfeld ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Augsburg. Die Gemeinde liegt im Lechfeld südlich von Augsburg und nördlich von Landsberg am Lech. Außer dem Hauptort gibt es keine weiteren Gemeindeteile.[2][3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Klosterlechfeld entstand ab dem 17. Jahrhundert rund um das Kloster Lechfeld und die dazugehörige Wallfahrtskirche Maria Hilf. Die Wallfahrt geht auf eine 1602 von Regina von Imhof, einer im benachbarten Untermeitingen lebenden Gutsherrin, nach Plänen des Augsburger Stadtbaumeisters Elias Holl erbauten kleinen Kapelle zurück.

Das Franziskanerkloster, ab 1624 Hospiz, ab 1668 Konvent, gehörte zunächst zur Straßburger Ordensprovinz, ab dem 19. Jahrhundert zur bayerischen Ordensprovinz und beherbergte bis zu 30 Franziskanerbrüder. Die Wallfahrtskirche wurde im 17. Jahrhundert schrittweise ausgebaut und vergrößert und im Wesentlichen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts neu ausgestaltet. Sie zählt heute noch zu den schönsten Rokokokirchen der Region. Während der Säkularisation fiel der Klosterbesitz zunächst an den Deutschen Orden, 1806 dann an das Königreich Bayern. Das Franziskanerkloster blieb jedoch ununterbrochen bestehen, während der Säkularisationszeit als Aussterbekloster, ab 1830 dann wieder als vollwertiger Konvent. 1993 verließen die letzten Franziskaner das Kloster, das Klostergebäude wurde vom Freistaat an das Bistum Augsburg verkauft und beherbergt heute Räume der seit 1952 selbständigen Pfarrgemeinde „Maria Hilf“ Klosterlechfeld.

Rund um die Wallfahrtskirche und das Kloster siedelten sich im Laufe der Zeit vor allem Händler, Krämer und Gastwirte an, um die Bedürfnisse der Wallfahrer zu bedienen. Hieraus entstanden vier jährliche Märkte während des Sommers, die überregionale Bedeutung erlangten. Der kleine Weiler gehörte zur Grundherrschaft der in Untermeitingen begüterten Augsburger Patrizierfamilie von Imhof, später dann zur Ruralgemeinde Untermeitingen. Am 16. April 1928 wurde die Gemeinde Lechfeld als selbständige politische Gemeinde amtlich – zur Unterscheidung vom benachbarten Lagerlechfeld – in Klosterlechfeld umbenannt.[4] Seit der Gemeindegebietsreform 1972 ist die Gemeinde wieder mit der Nachbargemeinde Untermeitingen in einer Verwaltungsgemeinschaft verbunden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1858 auf 2966 um 1108 Einwohner bzw. um 59,6 %.

Politik und Öffentliche Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Rudolf Schneider (parteilos)[5] seit 2014; dieser wurde am 15. März 2020 bei einem Mitbewerber mit 70,8 % der Stimmen im Amt bestätigt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich aus 14 Mitgliedern zusammen. Nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 bildeten sich folgende Fraktionen im Gemeinderat:[6]

  • CSU: 5 Sitze (37,7 %)
  • G.f.K. - Gemeinsam für Klosterlechfeld: 3 Sitze (17,2 %)
  • Fraktionsgemeinschaft Bündnis 90/Die Grünen/SPD: 2 Sitze (16,5 %)
  • Freie Wähler Vereinigung Klosterlechfeld: 2 Sitze (14,9 %)
  • Unabhängige Klosterlechfelder Wählergemeinschaft: 2 Sitze (13,7 %)

Mitgliedes des Kreistages (Augsburg-Land)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den Kommunalwahlen 2020 wird die Gemeinde Klosterlechfeld erstmals durch Matthias Krause (FDP) im Augsburger Kreistag vertreten.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Klosterlechfeld
Blasonierung:Gespalten von Rot und Silber, darauf ein gespaltenes Antoniuskreuz in verwechselten Farben, beseitet von zwei sechsstrahligen Sternen in gleichen Farben.“[7]

Dieses Wappen wird seit 1966 geführt.

Wappenbegründung: Das Antoniuskreuz im Gemeindewappen ist dem seit dem 17. Jahrhundert überlieferten Klostersiegel der Lechfelder Franziskaner entnommen. Die Sterne stehen als Symbol für die Marienwallfahrt. Die Wappenfarben Rot und Silber sollen an die engen Beziehungen zum Hochstift Augsburg erinnern.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Lechfeld mit Sitz in Untermeitingen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehemaliges Franziskanerkloster mit der barocken Wallfahrtskirche Maria Hilf.
  • Kalvarienberg Klosterlechfeld: Auf Anregung von Pater Sebastian Höß wurde auf dem Platz gegenüber der Wallfahrtskirche (seit 1980 Franziskanerplatz) ein Kalvarienberg errichtet. Erbauer der Anlage (Einweihung 1719) war August v. Voit.
  • Naturdenkmal "Alte Schachtel" südlich der Tennis- und Fußballplätze. Bereits im Mai 1980 wurde diese seltene Heidefläche zum Naturdenkmal erklärt. Rund herum angelegte Fußwege erschließen die "Alte Schachtel" für Spaziergänger.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Klosterlechfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Klosterlechfeld in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 12. Juni 2021.
  3. Gemeinde Klosterlechfeld, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 10. Dezember 2021.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 569 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Gemeinderat Klosterlechfeld - Detailansicht. Gemeinde Klosterlechfeld, abgerufen am 2. September 2020.
  6. Gemeinderat Klosterlechfeld (Memento des Originals vom 1. Dezember 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kommunalwahlen2020.lechfeld.de, abgerufen am 3. Oktober 2020.
  7. Eintrag zum Wappen von Klosterlechfeld in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte