Bonstetten (Schwaben)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bonstetten
Bonstetten (Schwaben)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bonstetten hervorgehoben
Koordinaten: 48° 26′ N, 10° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Augsburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Welden
Höhe: 495 m ü. NHN
Fläche: 6,75 km2
Einwohner: 1331 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86486
Vorwahl: 08293
Kfz-Kennzeichen: A, SMÜ, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 72 126
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstr. 4
86486 Bonstetten
Webpräsenz: www.bonstetten.de
Bürgermeister: Anton Gleich (CSU/ Unabhängige Wähler)
Lage der Gemeinde Bonstetten im Landkreis Augsburg
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Über dieses Bild
Bonstetten mit Staufersberg von Süden

Bonstetten ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Augsburg und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Welden.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonstetten liegt knapp 20 Kilometer nordwestlich von Augsburg am Südhang des Stauffersberges im Laugnatal, mitten im Naturpark Augsburg – Westliche Wälder, umsäumt von ausgedehnten Wäldern (45 Prozent des Gemeindegebietes sind bewaldet).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Amtszeit des Augsburger Bischofs Heinrich II. (1040–1063) ist eine Originalnotiz zur Übertragung mehrerer Grundstücke in "Bonestetten" erhalten. Diese wird auf die Zeit unmittelbar vor dem Tod des Bischofs datiert - also auf das Jahr 1063[2]. Dabei handelt es sich um die erste urkundliche Erwähnung des Ortes, der damals im Herzogtum Schwaben lag.

Im Jahr 1231 erwarb das Benediktinerstift St. Ulrich und Afra das Patronatsrecht zu Bonstetten. Überhaupt erlangten dieses Kloster und das Zisterzienserinnenkloster Oberschönenfeld im 12. und 13. Jahrhundert Einfluss als Grundherren bis zur Säkularisation 1803. Das spiegelt sich auch im heutigen Ortswappen mit den beiden goldenen Kleeblattkreuzen (St. Ulrich und Afra) und dem weißroten Schrägbalken (Oberschönenfeld) wider. Wobei bis zum 16. Jahrhundert der größte Teil von Bonstettens Grund und Gerichtsbarkeit beim Kloster St. Ulrich und Afra lag. Kleinere Teile waren neben dem Kloster Oberschönenfeld auch im Besitz des Augsburger Domkapitels, des Klosters Heiligkreuz und des Spitals in Augsburg, die Besitztümer der drei letztgenannten gingen dann bis 1612 überwiegend an die beiden erstgenannten Klöster. Zu dieser Zeit lag die Oberhoheit von Bonstetten bei der Markgrafschaft Burgau. Die Klöster St. Ulrich und Afra und Oberschönenfeld hatten aber je einen eigenen Vogt und eine eigene Taferne in Bonstetten. So blieb es bis zur Säkularisation.

Im Rahmen der Säkularisation fiel Bonstetten 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss an das damalige Kurfürstentum Bayern und wurde von diesem dem Landgericht Zusmarshausen unterstellt.

1862 bis 1929 gehörte Bonstetten zum Bezirksamt Zusmarshausen und ab 1929 zum Bezirksamt Augsburg, das ab 1939 dann als Landkreis Augsburg bezeichnet wurde.

In der jüngeren Geschichte spiegelt sich vor allem der Übergang von der einst rein bäuerlichen Siedlung zur heutigen, bevorzugten Wohngemeinde mit Naherholungscharakter.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1840 bis 1939 verzeichnet das Bayerische Landesamt für Statistik eine recht konstante Bevölkerungszahl um 400 Einwohner. Von 1939 bis 1950 steigt die Zahl um fast die Hälfte auf nahezu 600 Einwohner an - vermutlich durch den Zuzug zahlreicher Flüchtlinge. Nachdem die Zahl während der 1950er Jahre noch einmal auf 475 Einwohner absinkt, beginnt 1961 ein kontinuierlicher Anstieg, der bis heute anhält. 1970 wird mit 571 Einwohnern das Niveau von 1950 fast wieder erreicht, nur 17 Jahre später leben bereits 939 Menschen in Bonstetten. 2011 sind es 1216, 2015 wird die offizielle Zahl mit 1331 angegeben.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1996 ist Anton Gleich (CSU) Bürgermeister von Bonstetten.

Von den 12 Sitzen im Gemeinderat entfallen seit der Kommunalwahl 2014 7 Mandate auf die Liste CSU/Unabhängige Wähler, 2 Mandate auf die Grünen und 3 Sitze auf die Freie Wähler Gemeinschaft.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung von Bonstetten ist überwiegend römisch-katholisch. Während bei der Volkszählung vom 25. Mai 1987 noch 744 Katholiken in Bonstetten lebten, stieg diese Zahl bis zum Zensus am 9. Mai 2011 auf 835. Da die Gesamtbevölkerung im gleichen Zeitraum noch stärker wuchs (von 939 Einwohner auf 1.216), ging der prozentuale Anteil der Katholiken aber von 79,2 % auf 68,7 % zurück. Die Zahl der evangelisch-lutherischen Christen entwickelte sich im gleichen Zeitraum von 126 auf 122, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung sank von 13,4 % auf 10,0 %. Insgesamt gehörten damit im Jahr 2011 knapp 80 % der Einwohner einer der beiden großen christlichen Kirchen an.[4]

Zentrum der römisch-katholischen Pfarrgemeinde ist die Pfarrkirche St. Stephan. Im Rahmen des Erweiterungsbaus wurde im Jahr 1980 eine archäologische Rettungsgrabung vorgenommen. Dabei kamen die Archäologen zu dem Befund, dass vermutlich seit dem Beginn des 11. Jahrhunderts - und damit noch vor der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes - an Ort und Stelle ein erster Sakralbau aus Holz stand. Dieser wurde wohl in der zweiten Hälfte bzw. gegen Ende des 12. Jahrhunderts durch eine Steinkirche ersetzt. Um 1500 erfolgte der Abbruch des romanischen Chores und der Neubau eines spätgotischen Chores, dessen Längsmauern sich beidseitig an die alten romanischen Fundamente anlehnten. Im Jahr 1604 wurde schließlich auch das alte, romanische Langhaus abgebrochen und durch ein neues ersetzt. Bauherr war vermutlich Abt Johannes Merk vom Kloster St. Ulrich und Afra. Darauf deutet ein 1849 entdeckter Stein hin, der neben der Jahreszahl 1604 auch die Initialen I-M-A trägt ("Ioannis Merk Abbas").[5]

Derzeit wird die Pfarrei von Pfarrer Prof. Dr. Dr. habil. Manfred Lochbrunner geleitet.

Die evangelisch-lutherischen Christen gehören zur weitverzweigten Diasporagemeinde Zusmarshausen-Adelsried-Dinkelscherben-Welden mit Sitz in Zusmarshausen. Wobei sich die nächstgelegene Kirche in der Nachbargemeinde Adelsried befindet.[6]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonstetten liegt an der Bundesautobahn 8 Stuttgart - München (Anschluss Adelsried).

Sonstige Anbindungen:

  • Kreisstraße A 5 (Adelsried-Heretsried)
  • Staatsstraße 2032 (Augsburg-Wertingen)

Zu den Wander- und Radwegen zählen

  • „Rund um Bonstetten“ (6,5 km)
  • „Geologischer Lehr- und Landschaftspfad“ (5,3 km)
  • „LandArt Kunstpfad“ (5,7 km)
  • „Zur Ganghoferhütte“ (2,7 km)
  • Viele andere Pfade und Wege, u.a. mit Anbindung an den großen Wanderweg „Lueg ins Land von Türkheim nach Wertingen“ (91,5 km)
  • Radweg Neusäß–Welden auf der Trasse der 1986 stillgelegten Bahnstrecke Augsburg–Welden

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bonstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. "Sankt Stephan in Bonstetten - Festschrift zur Kirchenweihe am 17. Oktober 1982" Hrsg. Heide Weißhaar-Kiem im Auftrag der Kirchenstiftung
  3. https://www.statistik.bayern.de/statistikkommunal/09772126.pdf
  4. https://www.statistik.bayern.de/statistikkommunal/09772126.pdf
  5. "Sankt Stephan in Bonstetten - Festschrift zur Kirchenweihe am 17. Oktober 1982" Hrsg. Heide Weißhaar-Kiem im Auftrag der Kirchenstiftung
  6. http://www.gemeinde-adelsried.de/www/html/user_de_Evangelisch_lutherische_Kirche.html